Montag, 18.12.2017

Kulturnachrichten

Montag, 4. Dezember 2017

Deutsche Oscar-Hoffnung für animierten Kurzfilm

"Revolting Rhymes" in Vorauswahl von zehn Oscar-Kandidaten

Zwei deutsche Filmemacher können sich Hoffnungen auf einen Oscar in der Sparte "Animierter Kurzfilm" machen. Die Regisseure Jakob Schuh und Jan Lachauer haben es mit dem Zeichentrickfilm "Revolting Rhymes" ("Es war einmal...nach Roald Dahl") in die Vorauswahl von zehn Oscar-Kandidaten geschafft. Laut Mitteilung der Oscar-Akademie wurden die Anwärter aus einem Pool von 63 Kurzfilmen ausgewählt. Nun wird ein Komitee fünf Kandidaten für die Endrunde ernennen. Die Oscar-Nominierungen werden am 23. Januar bekanntgegeben. In dem von der britischen Firma Magic Light Pictures produzierten Animationsfilm "Revolting Rhymes" treffen bekannte Märchenfiguren wie Schneewittchen, Rotkäppchen und der böse Wolf aufeinander.

"House of Cards" bekommt 6. Staffel - ohne Spacey

Letzte Staffel der Serie soll 2018 produziert werden

Die Produktion von acht neuen Folgen der Serie "House of Cards" werde Anfang 2018 beginnen, sagte Ted Sarandos vom Streamingdienst Netflix, wie US-Medien berichteten. Der umstrittene Schauspieler Kevin Spacey wird nicht dabeisein. Die Produktion der Serie "House of Cards" war auf Eis gelegt worden, nachdem Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen den Hauptdarsteller Kevin Spacey ans Licht kamen. Der 58-Jährige spielte in der Netflix-Serie den rücksichtslosen US-Präsidenten Frank Underwood.

Berlinale-Chef muss weder deutsch noch weiblich sein

Ministerin Monika Grütters dementiert Gerücht über Kosslick-Nachfolge

In der Debatte um die Nachfolge von Berlinale-Direktor Dieter Kosslick hat sich Kulturstaatsministerin Monika Grütters zu Wort gemeldet: "Falsch ist das Gerücht, gesucht würde eine deutsche Frau", sagte sie. Ebenso falsch sei das Gerücht, "wonach der Name Dieter Kosslick für eine Schlüsselposition nach 2019 gesetzt ist. Richtig ist: Es gibt keinerlei Vorfestlegung auf bestimmte Personen, in welcher künftigen Führungsstruktur auch immer", sagte Grütters. Die Ministerin ist für die Besetzung des Berlinale-Chefpostens zuständig. Dem am Dienstag tagenden Berlinale-Aufsichtsrat werde sie vorschlagen, auch Experten aus der Filmbranche beratend hinzuzuziehen, erklärte sie.

Qumran-Schau: DIG kritisiert Bundesregierung

Bundesregierung habe Ausstellung verhindert

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft hat gegen das Verhalten der Bundesregierung im Fall der abgesagten Ausstellung von Qumran-Schriftrollen in Frankfurt am Main protestiert. Mit der Verweigerung einer Garantie der Rückgabe der Schriftrollen an die israelische Antikenbehörde habe die Bundesregierung die Ausstellung der wertvollen Schriften im "Bibelhaus Erlebnis-Museum" verhindert, kritisierte die Deutsch-Israelische Gesellschaft in Berlin. Die israelischen Behörden wollten mit der Zusage sichergehen, dass die palästinensische Autonomiebehörde keinen Anspruch auf Leihgaben erhebt, die aus dem seit 1967 von Israel besetzten Westjordanland stammen.

Komische Oper: Sanierung nicht bei laufendem Betrieb

Berliner Kultursenator ist aber für Alternativen "total aufgeschlossen"

Kultursenator Klaus Lederer lehnt eine Sanierung der Komischen Oper Berlin bei laufendem Betrieb ab. "Das wird nicht funktionieren, das ist nicht machbar", sagte der Linken-Politiker im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses. Es sei klar, dass als Ausweichquartier das Schiller Theater in Charlottenburg genutzt werden müsse. Die Frage sei lediglich, ob ausschließlich. Intendant Barrie Kosky hatte erklärt, ein Umzug der Komischen Oper ins Schiller Theater - wie es zuvor die Staatsoper während ihrer Sanierungszeit gemacht hatte - wäre der "Todesstoß" für sein Haus. Lederer sagte, er stehe mit Kosky im Gespräch und sei "total aufgeschlossen" für Alternativen. Die Generalsanierung des Stammhauses in Berlin-Mitte ist für die Zeit von 2022 bis 2027 geplant.

Frankreich protestiert gegen Berliner Märtyrer-Schau

"Zutiefst schockierend", so die französische Botschaft

Frankreich hat gegen eine Berliner Ausstellung protestiert, in der ein Attentäter des Pariser Musikclubs "Bataclan" in eine Reihe mit anderen Märtyrern gestellt wird. "Eine solche Sichtweise ist zutiefst schockierend", erklärte die französische Botschaft in Berlin. Frankreich liege die Freiheit des künstlerischen Schaffens am Herzen, prangere aber diese Vermischung von Märtyrertum und Terrorismus mit Nachdruck an, hieß es in der Mitteilung. Das Festival Nordwind, dass das "Märtyrermuseum" der dänischen Künstlergruppe "Toett - The Other Eye of The Tiger" im Kreuzberger Kunstquartier Bethanien präsentiert, wies den Vorwurf zurück. Mit der Auswahl solle das Spektrum jener Menschen aufgezeigt werden, die bereit seien, für ihre Überzeugung zu sterben, hieß es in einer Erklärung der Künstler.

Bollywood-Schauspieler Shashi Kapoor gestorben

Kapoor spielte u.a. die Hauptrolle in "Siddhartha"

Der indische Schauspieler Shashi Kapoor ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Dies teilte das Kokilaben Dhirubhai Ambani-Krankenhaus in Mumbai mit. Er sei seit längerer Zeit krank gewesen, hieß es. Kapoor stammte aus einer in der Film- und Theaterwelt aktiven Familie und spielte schon als Kind in den 1940ern in von seinem Vater und Bruder produzierten Filmen mit. In seinen Bollywood-Hits der 1970er und 80er stellte Kapoor oft den charmanten und romantischen Helden dar, unter anderem an der Seite von Amitabh Bachchan in dem preisgekrönten Streifen "Deewaar". Dem internationalen Publikum wurde er in der Hauptrolle der US-Verfilmung von Hermann Hesses "Siddhartha" bekannt.
Insgesamt spielte Kapoor in etwa 180 Produktionen mit.

Gertrud-Eysoldt-Ring für Schauspielerin Sophie Rois

Würdigung auch für Bekenntnis zum Ensembletheater

Für ihre Rolle als Hexe in dem Stück "Faust" an der Berliner Volksbühne wird die Schauspielerin Sophie Rois mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring ausgezeichnet. Die 56-Jährige erhalte den Preis auch "als ausdrückliche Würdigung für ihr langjähriges Bekenntnis zum Ensembletheater an der Berliner Volksbühne", sagte die Jury-Vorsitzende Barbara Frey. Die Jury lobte die "Professionalität, inhaltliche Unbestechlichkeit und ungeheuren Spielwitz" der Schauspielerin. Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro dotiert und wird im März in Bensheim verliehen.
Der Ring gilt als einer der bedeutendsten Theaterpreise im deutschsprachigen Raum. Die Auszeichnung wird jährlich von der Stadt Bensheim vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Klaus Maria Brandauer, Corinna Harfouch, Nina Hoss, Ulrich Mühe und Tobias Moretti.

Regisseur und Schauspieler Ulli Lommel tot

Filmschaffender starb im Alter von 72 Jahren

Der deutsche Regisseur, Autor und Schauspieler Ulli Lommel starb im Alter von 72 Jahren. In den 1960er Jahren begann Ulli Lommel seine Karriere als Schauspieler und hatte Rollen in Deutschland und Hollywood inne. 1964 war er in Russ Meyers „Fanny Hill" zu sehen, 1969 verkörperte er die Hauptrolle in Rudolf Thomes Klassiker „Detektive". Im selben Jahr spielte er in Rainer Maria Fassbinders Film „Liebe ist kälter als der Tod" die Hauptrolle. In fast zwei Duzend Produktionen arbeiteten Fassbinder und Lommel zusammen und prägten dadurch den deutschen Film.

Wes Andersons Animationsfilm wird Berlinale eröffnen

Filmfestspiele von Streit überschattet

Die 68. Berlinale startet am 15. Februar mit Wes Andersons Animationsfilm "Isle of Dogs - Ataris Reise". Die Geschichte um den zwölfjährigen Pflegesohn eines korrupten Bürgermeisters und seine vierbeinigen Freunde sei der erste Animationsfilm, der zum Auftakt des Festivals gezeigt werde, so Festivalleiter Dieter Kosslick. Anderson war zuvor bereits mit drei Filmen im Berlinale-Wettbewerb vertreten gewesen und hatte für "Grand Budapest Hotel" den Silbernen Bären gewonnen. Überschattet werden die nächsten Filmfestspiele von einem Streit um ihre Größe, Qualität sowie ihre künftige Leitung. In einer gemeinsamen Erklärung hatten 79 deutsche Regisseure in der vorvergangenen Woche eine Neuausrichtung der Berlinale gefordert. Für die Wahl der nächsten Festivalleitung, wenn Kosslicks Vertrag Ende Mai 2019 ausläuft, ist eigentlich Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) verantwortlich. Heute Abend wollen Berlinale-Kritiker und Kulturstaatsministerin Grütters über die Zukunft der Berlinale diskutieren.

Leipziger Verleger Elmar Faber verstorben

Er war einer der bekanntesten Herausgeber der DDR

Der Leipziger Verleger Elmar Faber ist tot. Wie Leipziger Volkszeitung aus Familienkreisen erfuhr, starb Faber am Sonntag im Alter von 83 Jahren. Der 1934 in Thüringen Geborene war einer der bekanntesten Herausgeber der DDR. Er verantwortete zwischen 1983 und 1992 den Ost-Berliner Aufbau-Verlag. In dieser Zeit betreute er unter anderem die Autorin Christa Wolf. Der Verleger Christoph Links erinnerte gegenüber Deutschlandfunkkultur daran, dass Faber in den 80er- Jahren zusammen mit dem westdeutschen Suhrkamp Verlag eine vielbändige Brechtausgabe herausgab, zu einer Zeit als deutsch-deutsche Kooperationen nicht selbstverständlich gewesen seien. Nach der Wende gründete Elmar Faber zusammen mit seinem Sohn Michael den Verlag Faber & Faber.

Met setzt Zusammenarbeit mit Dirigent Levine aus

Früherer Musikdirektor soll Jugendlichen jahrelang missbraucht haben

Die New Yorker "Metropolitan Opera" hat die Zusammenarbeit mit ihrem Musikdirektor James Levine wegen Missbrauchs-Vorwürfen ausgesetzt. Wie das Opernhaus mitteilte, wird der Stardirigent in dieser Spielzeit nicht mehr auftreten. Die "New York Times" hatte berichtet, der 74-Jährige habe einen Jugendlichen ab 1985 jahrelang sexuell missbraucht. Ein Staatsanwalt sei beauftragt worden, die bestehenden Anschuldigungen zu überprüfen.

Deniz Yücel nicht mehr in Einzelhaft

"Welt"-Journalist sitzt seit Februar in türkischem Gefängnis

Der in der Türkei inhaftierte Journalist Deniz Yücel ist nicht mehr in Einzelhaft. Der deutsche Reporter sitze zwar immer noch in einer Einzelzelle, habe aber inzwischen Zugang zu einem Gefängnishof, den er sich mit einem ebenfalls inhaftierten türkischen Journalisten teile, sagte Yücels Anwalt Veysel Ok der Deutschen Presseagentur. Yücel sitzt seit Februar in Untersuchungshaft. Ihm wird Terrorpropaganda und Volksverhetzung vorgeworfen. Bisher war ihm jeder Kontakt zu Mitgefangenen verboten.

Kulturnachrichten hören

Dezember 2017
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur