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Samstag, 16.12.2017

Kulturnachrichten

Sonntag, 3. Dezember 2017

Komische Oper feiert 70. Geburtstag

Intendant Barrie Kosky inszeniert "Anatevka"

Mit der Premiere des US-amerikanischen Musicals "Anatevka" hat die Komische Oper Berlin heute ihren 70. Geburtstag gefeiert. Das Stück wurde unter dem Namen "Fiddler on the Roof" weltberühmt. In den Hauptrollen sangen Max Hopp und Dagmar Mazel. Zur Premiere am Abend kam auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der in seinem Grußwort vor Beginn der Vorführung das Opernhaus als "modernes und selbstbewusstes Musiktheater" würdigte . Im Dezember 1947 hatte die sowjetische Militärverwaltung den Österreicher Walter Felsenstein mit der Leitung eines Operettentheaters im Osten Berlins beauftragt. So etablierte sich die Komische Oper neben der Staatsoper Unter den Linden und der Deutschen Oper im Westen der Stadt. Unter der Regie von Felsenstein wurde "Anatevka" zu DDR-Zeiten mehr als 500 Mal an der Komischen Oper gespielt.

"Kinky Boots" feiert Premiere auf der Reeperbahn

Broadway-Musical mit Musik von Cyndi Lauper in Hamburg gestartet

Poplegende Cyndi Lauper hat sich über die Premiere des Broadway-Musicals "Kinky Boots" in Hamburg gefreut: "Ich bin wirklich begeistert, dass diese Show in Deutschland aufgeführt wird", sagte sie. Es sei etwas Besonderes, dieses Musical in der Stadt aufzuführen, in der die Beatles ihre Karriere gestartet hätten. Die 64-jährige Sängerin schrieb Musik sowie Texte für das Musical und wurde dafür mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Tony Award. "Kinky Boots" feierte im März 2013 Premiere am New Yorker Broadway, seit Sommer 2015 ist es am Londoner West End zu sehen.

Archäologen graben Stummfilmkulisse aus

"Sphinx" an kalifornischem Strand gefunden

Fast hundert Jahre nach den Dreharbeiten von Cecil B. DeMilles Stummfilm "Die zehn Gebote" (1923) haben Archäologen an einem Strand in Kalifornien den monumentalen Kopf einer "Sphinx" ausgegraben. Sie gehörte zu den Kulissen, die die Bibelgeschichte vom Auszug der Juden aus Ägypten im Film veranschaulichen sollten. Auf der Webseite der Ausgrabungsstätte in Guadalupe-Nipomo-Dünen heißt es, DeMilles habe für seine "Zehn Gebote" damals den größten Set der Filmgeschichte errichten lassen. Der Originalfilm zeigte Bauwerke mit einer Höhe von bis zu zwölf Stockwerken sowie auch 21 "Sphinx-Statuen", erläuterte der Direktor des Dünenzentrums. Der ausgegrabene Kopf sei schätzungsweise 140 Kilogramm schwer. Er gehöre zur zweiten "Sphinx", die Archäologen in den Dünen von Guadalupe Nipomo ans Tageslicht brachten. Das Gebiet liegt etwa 275 Kilometer nordwestlich von Los Angeles. DeMille hatte 1923 nach der Fertigstellung des Filmes die Zerstörung aller Kulissen angeordnet und die Bruchstücke im Sand vergraben lassen.

Dönhoff-Preis an "New York Times"

Ehrungen für internationale Verständigung vergeben

Der Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung und Versöhnung ist in Hamburg an die "New York Times" verliehen worden. Mit dem Förderpreis wurde die unabhängige Bürgerbewegung "Pulse of Europe" geehrt. In seiner Laudation sagte Bundespräsident Steinmeier, die "Times" sei ein Flaggschiff der Pressefreiheit. Dabei erinnerte er auch an Journalisten in türkischen Gefängnissen und unabhänige Zeitungen in Russland, deren Journalisten zu ausländischen Agenten erklärt wurden. Den Förderpreis erhielt die unabhängige Bürgerbewegung "Pulse of Europe", die eine europäische Wertegemeinschaft sichtbar machen will. Beide Preise sind mit jeweils 20 000 Euro dotiert. Der Marion-Dönhoff-Preis wird unter anderem von der Wochenzeitung "Die Zeit" und der Marion-Dönhoff-Stiftung vergeben. Marion Gräfin Dönhoff, langjährige Mitherausgeberin und Chefredakteurin der "Zeit", gehörte zu den bedeutenden Publizistinnen der jungen Bundesrepublik.

Israel zieht sich aus Qumran-Ausstellung zurück

Bibelmuseum in Frankfurt sagt Ausstellung ab

Israel zieht sich aus einer geplanten Ausstellung der Schriftrollen vom Toten Meer in Frankfurt am Main zurück. Hintergrund sei die Weigerung der Bundesregierung, die Rückgabe der Rollen an Israel zu garantieren, selbst wenn Jordanien oder die Palästinenser Ansprüche auf die Artefakte erheben sollten, berichtet die Zeitung "Jerusalem Post". Das Bibelmuseum in Frankfurt sagte die für September 2019 angekündigte Ausstellung danach ebenfalls ab. Die sogenannten Qumran-Rollen gehören zu den wichtigsten archäologischen Funden des 20. Jahrhunderts. Sie wurden in den 1940er Jahren entdeckt und enthalten 2.000 Jahre alte jüdische Texte, darunter Abschriften aus der Bibel. Gegenwärtig sind die Schriftrollen im Besitz der Israelischen Antikenbehörde. Die Palästinensische Autonomiebehörde hat aber bei der Weltkulturorganisation Unesco einen Antrag eingereicht, in dem Israel zur Rückgabe der Handschriften aufgefordert wird. Der Fundort Qumran nahe dem Toten Meer stand vor 1967 unter britischer bzw. später jordanischer Herrschaft. Palästinenser betrachten das Gebiet als Teil ihres künftigen Staates.

Unesco berät über Schutz von kultureller Vielfalt

Unesco-Ausschuss tagt in Südkorea

Die Weltkulturorganisation Unesco berät ab morgen darüber, wie kulturelle Vielfalt bei Katastrophen und Konflikten geschützt werden kann. Der Zwischenstaatliche Ausschuss tagt vom 4. bis 9. Dezember im südkoreanischen Jeju. Immaterielles Kulturerbe könne sowohl durch bewaffnete Konflikte als auch durch Naturkatastrophen bedroht sein, erklärte die Deutsche Unesco-Kommission heute. Zugleich scheine das Kulturerbe sehr geeignet dafür zu sein, um Gemeinschaften zu stärken oder Wiederaufbau und Versöhnung zu fördern. Gemeinsame kulturelle Werte sollen auch helfen, gegen extremistische Gruppen vorzugehen, die ja genau diese Werte angreifen, heißt es weiter. Weltweit fördert die Weltkulturorganisation Unesco seit 2003 den Erhalt von Alltagskulturen und -traditionen - ergänzend zu den berühmten Welterbestätten. Der Konvention zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes sind mittlerweile mehr als 170 Staaten beigetreten, 2013 auch Deutschland.

Streit um Berlinale

Diskussion mit Grütters und Regisseuren

Berlinale-Kritiker und Kulturstaatsministerin Grütters diskutieren über die Zukunft der Berlinale. Sie treffen sich dazu morgen zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel "Filmfestivals heute". Grütters ist für die Besetzung des Berlinale-Chefpostens zuständig. Auf dem Podium werden unter anderem die Regisseure Volker Schlöndorff und Christoph Hochhäusler erwartet. Um die Größe, Qualität und auch die Leitung des Festivals war ein heftiger Streit entbrannt. In einer Petition hatten 79 Regisseure, darunter Fatih Akin, Volker Schlöndorff, Maren Ade und Christoph Hochhäusler, eine Neuausrichtung der Berlinale gefordert - und indirekt auch Kritik an Berlinale-Direktor Dieter Kosslick geübt, dessen Vertrag 2019 ausläuft. Sie fordern unter anderem ein transparentes Verfahren zur Neubesetzung der Berlinale-Leitung. Laut Grütters soll im kommenden Jahr über die Zukunft der Berlinale entschieden werden. Am Dienstag, den 5. Dezember tagt der Berlinale-Aufsichtsrat. Dort will Kosslick sein Zukunftskonzept für das Festival vorstellen.

Schwarzhandel am Kolosseum soll gestoppt werden

Neue Chefin will illegale Aktivitäten Einhalt gebieten

Die neue Chefin des Kolosseums in Rom, Alfonsina Russo, will Schwarzhandel und Betrug rund um das berühmte Monument stoppen. Leider seien illegale Aktivitäten an einer der Hauptsehenswürdigkeiten Roms stark verbreitet, sagte Russo der Zeitung "Messaggero". Das Kolosseum sei das Symbol des Landes, deshalb müsse in seiner Umgebung "Legalität" herrschen, sagte sie weiter. Deshalb wolle sie schnellstmöglich einen Runden Tisch zur Lösung des Problems einberufen, um unter anderem zu besprechen, wie die Sicherheitsmaßnahmen verschärft werden können. Kameras allein, würden nicht genügen. Mit 6,4 Millionen Gästen im vergangenen Jahr ist das Kolosseum die meistbesuchte eintrittspflichtige Sehenswürdigkeit Italiens. Medien berichten immer wieder über Touristen, die dort von Händlern rund übers Ohr gehauen werden.

Erwerbslage von Kulturschaffenden nach wie vor prekär

Neue Zahlen der Künstlersozialkasse belegen aber Anstieg der Einkommen

Die Erwerbslage von Kulturschaffenden in Deutschland ist nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" nach wie vor prekär - auch wenn die Einkommen aus künstlerischen Tätigkeiten 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent gestiegen sind. Das geht aus den Zahlen der Künstlersozialkasse hervor. Danach verdient ein Maler mit seiner Kunst im Durchschnitt weniger als 12.000 Euro im Jahr. Ein Opernsänger komme auf 11.200 Euro und ein experimenteller Künstler auf lediglich 9.100 Euro im Schnitt. Mit einem Debütroman, der sich vielleicht 3.000 Mal verkauft, bringe es ein Autor auf einen Stundenlohn von 42 Cent, sagte Schriftstellerin Nina George, Vorstandsmitglied des deutschen Schriftstellerverbands. 80 Prozent ihrer Kollegen hätten noch einen anderen Beruf und würden abends oder am Wochenende schreiben. Viele Bildende Künstler geben aufgrund der schwierigen Erwerbslage auf, so die Einschätzung von Olaf Zimmermann, der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates.

Festwoche in Stendal

Stadt feiert 300. Geburtstag des Archäologen Winckelmann

Mit einer Festwoche feiert die Stadt Stendal den 300. Geburtstag des Archäologen und Aufklärers Johann Joachim Winckelmann (1717-1768). Der Begründer der klassischen Archäologie war als Sohn eines Schuhmachers in Stendal geboren worden. Die Stadt und die Winckelmann-Gesellschaft präsentieren in der Festwoche die Verdienste des Wissenschaftlers und dessen Lebenswerk. Heute eröffnet zum Auftakt die Wanderausstellung "Archäologe - Aufklärer - Wissenschaftsbegründer" in der Wandelhalle am Markt. Geplant sind zudem literarisch-musikalische Abende, Theateraufführungen und Vorträge.

Aktskulptur von Arno Breker versteigert

Bildhauer war Hitlers favorisierter Künstler

Eine überlebensgroße Bronzeskulptur von Hitlers Lieblingsbildhauer Arno Breker ist im Kunstauktionshaus Schloss Ahlden in Niedersachsen für 168 000 Euro versteigert worden. Das Kunstwerk komme in eine norddeutsche Privatsammlung, teilte eine Sprecherin mit. Es handelt sich um eins von 6 Exemplaren. Breker modellierte die "monumentale, neoklassizistische" Skulptur mit dem Titel "Der Wager" 1939. Sie wurde 1942 in der großen Breker- Ausstellung in Paris gezeigt. Bestimmt war die Statue ursprünglich für eines der Architekturprojekte Albert Speers und Adolf Hitlers in Berlin. Breker war der favorisierte Künstler des NS-Regimes und meißelte den Traum Hitlers von der "arischen Herrenrasse" in Stein.

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