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Freitag, 15.12.2017

Kulturnachrichten

Freitag, 15. Dezember 2017

US-Behörde kippt Netzneutralität

Rückschlag für Google & Co

Die US-Aufsichtsbehörde FCC hat die Regeln zur sogenannten Netzneutralität aufgehoben. Die Entscheidung ist ein Triumph für Telekomkonzerne wie AT&T, Comcast und Verizon. Die Anbieter von Inhalten wie die Filmindustrie in Hollywood, Facebook und Google hatten sich dagegen für einen Erhalt der 2015 unter der Regierung von Barack Obama erlassenen Vorschrift eingesetzt. Mit der Regelung wurde das Internet in den USA als öffentliche Dienstleistung eingestuft, die allen gleichberechtigt zur Verfügung gestellt werden muss. Damit war es Netzanbietern untersagt, bestimmte Inhalte zu blockieren, zu verlangsamen oder gegen Bezahlung zu beschleunigen. Der von Präsident Donald Trump ernannte FCC-Vorsitzende Ajit Pai hatte argumentiert, dies behindere den Wettbewerb. Pais Vorschlag, die Regelung abzuschaffen, wurde nun mit einer Mehrheit der in dem FCC-Gremium vertretenen Republikaner gebilligt.

Deutsches Filminstitut erhält Curd-Jürgens-Rechte

Stieftochter stimmt Rechteübertragung zu

Das Deutsche Filminstitut in Frankfurt erhält sämtliche Nutzungsrechte an dem künstlerischen Werk des Schauspielers Curd Jürgens, außerdem werden dem Institut die Persönlichkeitsrechte des 1982 verstorbenen Schauspielers übertragen. Mit Jürgens' Stieftochter Miriam Duncan sei eine entsprechende Vereinbarung über die Rechte am Werk von Jürgens getroffen worden, teilte das Deutsche Filminstitut mit. Bereits 1997 hatte Jürgens' Witwe dem Deutschen Filmmuseum den gesamten künstlerischen Nachlass des Künstlers geschenkt. Curd Jürgens war auch international als Schauspieler erfolgreich - unter anderem als Gegenspieler von "James Bond" Roger Moore in "Der Spion, der mich liebte". Darüber hinaus führte Curd Jürgens Regie und verfasste den autobiografischen Roman "...und kein bisschen weise".

Wechsel an der Spitze der "New York Times"

Sohn übernimmt Posten des Vaters

Der 37 Jahre alte Arthur Gregg Sulzberger wird zum 1. Januar 2018 der neue Herausgeber der "New York Times". Er löst damit seinen 66 Jahre alten Vater Arthur Sulzberger Jr. ab. Das teilte der Verlag in New York mit. Damit wird die "New York Times" bereits in fünfter Generation von derselben Familie geführt, seit Adolph Ochs sie 1896 kaufte. Der junge Sulzberger studierte an der renommierten Brown University in Providence und arbeitete unter anderem als Reporter beim "Providence Journal" und dem "Oregonian", bevor er Büroleiter des "New York Times"-Büros in Kansas City wurde. In den vergangenen Jahren gestaltete er den digitalen Wandel entscheidend mit.

Disney kauft Großteil der Fox-Gruppe

Fox News und Fox Business bleiben bei Murdoch

Disney hat sich mit 21st Century Fox auf den Kauf einer Beteiligung am TV-Konzern Sky und großer Geschäftsbereiche des von der Familie Murdoch kontrollierten Medienunternehmens geeinigt. Disney werde Fox übernehmen, doch zuvor würden Fernsehsender in ein neues börsennotiertes Unternehmen ausgegliedert und auf die Aktionäre übertragen, teilte Fox mit. Für den Rest von Fox bezahlt Disney 52,4 Milliarden Dollar (44 Milliarden Euro) in eigenen Aktien. Wenn die Aufsichtsbehörden dem Deal zustimmen, erhält Disney auch einen 39-Prozent-Anteil am britischen Fernsehkonzern Sky, zu dem auch der deutsche Bezahlfernsehanbieter gehört. Fox News wird Teil des abzuspaltenden Unternehmens und geht damit nicht an Disney. Auch Fox Business und mehrere Sport- und andere Fernsehsender verbleiben unter Rupert Murdochs Kontrolle, der den Konzern über Jahrzehnte aufgebaut hatte.

Kündigung von Rostocks Ex-Intendant unwirksam

Seine öffentlichen Äußerungen fallen unter Meinungs- und Kunstfreiheit

Das Oberlandesgericht in Rostock hat die im Juni 2016 ausgesprochene Kündigung des ehemaligen Intendanten des Rostocker Volkstheaters, Sewan Latchinian, für unwirksam erklärt. Latchinian war von der Volkstheater Rostock GmbH unter anderem wegen des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht und öffentlicher Kritik an der geplanten Umstrukturierung des Theaters gekündigt worden. Schon vor dem Landgericht Rostock hatte Latchinian erfolgreich gegen die Kündigung geklagt. Öffentliche Äußerungen seien vom Grundrecht auf Meinungs- und Kunstfreiheit gedeckt. Der Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht rechtfertige nicht die Kündigung, hieß es im vergangenen Dezember. Dieser Meinung schloss sich das OLG in dem am Donnerstag verbreiteten Urteil an. Das OLG-Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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