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Kulturnachrichten

Dienstag, 22. August 2017

Gustavo Dudamel muss USA-Tournee absagen

Venezuelas Staatschef Maduro verbietet dem Musiker Reise mit Jugendorchester

Nach Kritik an Staatschef Nicolás Maduro hat die Regierung in Venezuela eine für September geplante Tournee des Stardirigenten Gustavo Dudamel mit dem nationalen Jugendorchester gestrichen. "Herzzerreißende Absage unserer viertägigen Tour durch vier US-Städte", schrieb der 36 Jahre alte Dudamel gestern auf Twitter. Der gefeierte Musiker und frühere Regierungsanhänger hatte sich in den vergangenen Tagen wiederholt mit Maduro angelegt. Kritiker werfen dem Staatschef vor, durch die Wahl einer umstrittenen Verfassungsgebenden Versammlung das Parlament zu entmachten und die Errichtung einer sozialistischen Diktatur voranzutreiben. Dudamel, der unter anderem das Philharmonieorchester von Los Angeles dirigiert, hatte in einem Gastbeitrag für die spanische Zeitung "El País" vor der Entwicklung in seinem Heimatland gewarnt. Als einer der bekanntesten Venezolaner hat Dudamels Stimme in der Öffentlichkeit besonderes Gewicht.

Keine Konföderierten-Denkmäler an Uni Texas

Statuen kommen ins Archiv

Die Universität von Texas hat alle Denkmäler des umstrittenen US-Südstaatengenerals Robert E. Lee und anderer Persönlichkeiten der Konföderierten von ihrem Hauptcampus entfernen lassen. Universitätspräsident Greg Fenves hatte einen entsprechenden Schritt am Sonntagabend angekündigt, heute meldete ein Sprecher bereits Vollzug. Fenves erklärte, solche Statuen seien zu "Symbolen moderner weißer Vorherrschaft und von Neonazismus" geworden. Die Statuen von Lee, eines weiteren Generals und eines Postministers der Südstaaten würden ins Brisco-Zentrum für amerikanische Geschichte auf dem Campus gebracht, sagte Fenves. 2015 hatte die Universität bereits die Statue des Präsidenten der Konföderierten Staaten während des Amerikanischen Bürgerkriegs, Jefferson Davis, entfernt.

Minister empfiehlt Abbruch von "Auschwitz on the beach"

Kritik an geplanter documenta-Aktion in Kassel wächst

Der hessische Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein (CDU) hat der documenta einen Abbruch der geplanten Performance "Auschwitz on the beach" empfohlen. "Die Freiheit der Kunst ist ein hohes Gut. Allerdings verbietet sich jeder Vergleich mit dem Holocaust, denn die Verbrechen der Nazis sind singulär", erklärte Rhein. Zuvor hatte bereits Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) die umstrittene documenta-Aktion als "ungeheuerliche Provokation" kritisiert. Gleichwohl sei die Aktion von der Kunstfreiheit gedeckt, sagte Geselle. Auch die Staatsanwaltschaft Kassel war zuvor nach einer Überprüfung der Ankündigung zu der Entscheidung gekommen, kein Strafermittlungsverfahren einzuleiten.

Neue Leitung der Berlinale-Sektion Panorama

Wieland Speck übergibt nach 25 Jahren an dreiköpfiges Team

Die Berlinale-Sektion Panorama bekommt eine neue Leitung. Der bisherige Chef Wieland Speck übergibt die Leitung nach 25 Jahren an ein dreiköpfiges Team. "Er hat für den anspruchsvollen Independent-Film eine Plattform geschaffen, die ihn erfolgreich mit dem internationalen Markt verbindet", hob Berlinale-Chef Dieter Kosslick hervor. Speck wird demnach künftig Berater des offiziellen Programms. Paz Lázaro übernimmt die Leitung der Sektion Panorama und wird mit Michael Stütz und Andreas Struck das Programm gemeinsam kuratieren. Alle drei hätten bereits lange an Specks Seite gearbeitet. Die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin finden vom 15. bis 25. Februar 2018 statt.

Datenschützer: Täuschung bei Gesichtserkennungs-Versuch

Transponder sammelt zu viele Daten

Datenschützer haben der Bundespolizei vorgeworfen, bei dem Berliner Pilotprojekt zur automatischem Gesichtserkennung die Testpersonen getäuscht zu haben. "Der Transponder, den die Testpersonen am Bahnhof Südkreuz zur zusätzlichen Identifikation bei sich tragen müssen, sammelt weit mehr Daten, als die Bundespolizei den Versuchspersonen mitgeteilt hat", erklärte die Datenschutz-Organisation Digitalcourage. Daten wie Beschleunigung, Temperatur und Neigung des Untergrunds würden erfasst. Daraus ließen sich Schlüsse ziehen, was Personen außerhalb des Testgebiets getan haben. "An keiner Stelle haben die Testpersonen so einer Nutzung zugestimmt." Der auf sechs Monate angelegte Versuch müsse abgebrochen werden.

Maler K.O. Götz gestorben

Stilprägend für eine Generation deutscher Maler

Der Maler Karl Otto Götz ist tot. Der Pionier der abstrakten Kunst der Nachkriegszeit starb am Samstag im Alter von 103 Jahren. Karl Otto Götz galt als Jahrhundert-Künstler. Sein Markenzeichen waren kühn geschwungene abstrakte Kompositionen, sogenannte Rakeln. Als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie unterrichtete Götz freie Malerei. Gerhard Richter, Sigmar Polke und Gotthard Graubner und prägte so eine ganze Generation deutscher Maler. Bis zuletzt hatte er den Pinsel nicht aus der Hand gelegt. Bis zuletzt hatte K.O. Götz an seinem Werk gearbeitet.

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