Seit 13:05 Uhr Breitband

Samstag, 23.06.2018
 
Seit 13:05 Uhr Breitband

Kulturnachrichten

Samstag, 23. Juni 2018

Deutsche Sängerin in West-Türkei festgenommen

Sie hat bei Wahlkampfveranstaltung der pro-kurdischen Partei HDP gesungen

Nach der kurzzeitigen Inhaftierung einer deutschen Geschäftsfrau in der Türkei haben türkische Behörden eine weitere Deutsche festgenommen. Die Sängerin aus Köln mit kurdischen Wurzeln sei in der Nacht zum Samstag im westtürkischen Edirne nach einer Wahlkampfveranstaltung der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP inhaftiert worden, sagte ein HDP-Politiker der Stadt. Polizisten hätten den Parteibus angehalten und die Frau mitgenommen. Sie habe bei HDP-Veranstaltungen gesungen und damit den Wahlkampf unterstützt. Am Sonntag wählt die Türkei den Präsidenten und ein neues Parlament.
Einer Anwältin zufolge, die die Erstbetreuung der Sängerin übernahm, muss die Frau wegen der bevorstehenden Wahlen bis Montag in Polizeigewahrsam bleiben und wird erst dann der Staatsanwaltschaft vorgeführt.

Denkmal für SS-Veteranen in Estland enthüllt

Estnische Regierung distanziert sich von der Gedenktafel

In Estland ist ein umstrittenes Denkmal für einen ehemaligen Waffen-SS-Legionär enthüllt worden. Anlässlich des 110. Geburtstags von Alfons Rebane (1908-1976) hat ein Veteranenverein an der Außenwand eines Privathauses in der Kleinstadt Mustla eine Gedenktafel angebracht. Darauf ist Rebane in SS-Uniform mit dem estnischen Wappen auf dem Ärmel abgebildet. Rebane hatte sich im Zweiten Weltkrieg freiwillig der Wehrmacht angeschlossen und übernahm später im Kampf gegen die Rote Armee das Kommando einer estnischen Einheit der Waffen-SS.
Die estnische Regierung distanzierte sich von der Gedenktafel. Der Vorsitzende der Gemeindeverwaltung dagegen begrüßte das Denkmal.

Netflix entlässt Kommunikationschef

Grund sind rassistischer Beleidigungen

Der US-Streamingdienst Netflix hat seinen Kommunikationschef Jonathan Friedland wegen rassistischer Beleidigungen entlassen. Friedland soll bei Konferenzen zweimal das "N-Wort" benutzt haben, erklärte der US-Konzern. Die Bezeichnung für Afroamerikaner stammt aus der Sklavenzeit und gilt heute als stark herabwürdigend und rassistisch. Der Ex-Kommunikationschef entschuldigte sich auf Twitter. Der erste Vorfall habe sich bereits "vor mehreren Monaten" in einer Konferenz ereignet, hieß es in einem Memo von Netflix-Geschäftsführer Reed Hastings, das das US-Magazin "Variety" veröffentlichte. Zwar habe Friedland sich entschuldigt, dabei allerdings einen "tiefgreifenden Mangel an Verständnis" demonstriert. Friedland war seit sieben Jahren für den Streamingriesen Netflix tätig. Zuvor hatte er in der Unternehmenskommunikation für Disney sowie zehn Jahre als Journalist für das Wall Street Journal gearbeitet.

Garnisonkirche: Initiative fordert Baustopp in Potsdam

Sie sehen in ihr eine Stätte des preußischen Militarismus

Zum 50. Jahrestag der Sprengung der Potsdamer Garnisonkirche haben die Gegner des umstrittenen Wiederaufbaus einen Baustopp gefordert. Dies böte die Chance, die Bürger bei der Oberbürgermeisterwahl im September zu dem Neubau der einstigen Militärkirche zu befragen, sagte der Sprecher der Initiative "Potsdam ohne Garnisonkirche", Simon Wohlfahrt. Die Garnisonkirche war im Frühling 1968 auf Geheiß der DDR-Führung in mehreren Schritten gesprengt worden. Seit dem vergangenen Herbst läuft der Wiederaufbau des 90 Meter hohen Kirchturms. Dagegen wenden sich in mehreren Initiativen, die in der Garnisonkirche eine Stätte des preußischen Militarismus sehen. Sie verweisen auch auf den "Tag von Potsdam" im März 1933, als Reichspräsident Paul von Hindenburg dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler in der Kirche die Hand gereicht hatte.

"Grimme-Online-Awards" verliehen

Auszeichnung für beste Internet-Beiträge

In Köln sind am Abend die „Grimme Online Awards verliehen worden. In diesem Jahr ging der Preis unter anderem an den You-Tube-Wissenschaftskanal "mai-Lab". Dabei handelt es sich um ein Projekt der Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim. Sie sagte bei der Preisverleihung, Wissenschaft passiere nicht nur im Labor, sondern sei Teil der Gesellschaft. Deshalb müsse man Vieles besser verstehen. Der Grimme-Online-Award gilt als wichtigste deutsche Auszeichnung für hochwertige Publizistik-Beiträge im Internet. Insgesamt waren 28 herausragende Angebote für den undotierten Preis nominiert worden. Er gilt als wichtigste deutsche Auszeichnung in diesem Bereich und wird seit 2001 verliehen. Die Jury konnte bis zu acht Preisträger in vier Kategorien auswählen.

Oleg Senzow durch Hungerstreik sehr geschwächt

Ukrainischer Regisseur verbüßt Haftstrafe in Russland

Der in Russland inhaftierte ukrainische Filmemacher Oleg Senzow hat durch seinen seit 40 Tagen andauernden Hungerstreik etwa 20 Kilogramm verloren. Sein Anwalt Dmitri Dinse besuchte ihn am Freitag und sagte, er sei "sehr schwach und sehr blass". Senzow erhalte Vitamine und Nährstoffe intravenös, doch sein Gewicht habe sich von 97 Kilogramm auf etwa 77 Kilogramm verringert. Senzow ist ein vehementer Gegner der Annexion der Krim durch Russland. Er wurde für schuldig befunden, terroristische Taten geplant zu haben, und verbüßt eine 20-jährige Gefängnisstrafe. Er hat die Vorwürfe bestritten. Westliche Staaten haben seine Freilassung gefordert. Dinse sagte, Senzow werde keine Begnadigung beantragen und bestehe auf eine Freilassung.

Blog "netzpolitik.org" erhält Günter-Wallraff-Preis

Blog hat auf Twitter mehr als 400.000 Follower

Der politische Blog "netzpolitik.org" erhält den mit 5.000 Euro dotierten Günter-Wallraff-Preis 2018. Die Autoren engagierten sich in herausragender Weise dafür, Nachrichten zu recherchieren, zu verifizieren und zu korrigieren, begründete die Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) in Köln die Preisvergabe.
"netzpolitik.org" befasse sich mit Themen aus Internet, Gesellschaft und Politik, die andere Medien wenig bis gar nicht beleuchteten. "netzpolitik.org" begann Anfang der 2000er als kleines Projekt. Mittlerweile nutzten täglich mehr als 60.000 Menschen den Blog, auf Twitter habe er mehr als 400.000 Follower. Die 1997 gegründete Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) versteht sich als medienkritische Nichtregierungsorganisation. Dem Verein gehört der für seine investigativen Recherchen bekannte Journalist Günter Wallraff an.

Neue Doppelspitze bei der Berlinale

Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek übernehmen

Die Berlinale wird in Zukunft von einer Doppelspitze geleitet. Nachfolger von Festivaldirektor Dieter Kosslick werden der Italiener Carlo Chatrian als künstlerischer Leiter und die gebürtige Niederländerin Mariette Rissenbeek als geschäftsführende Leiterin. Chatrian ist bislang Chef des Filmfests von Locarno. Er sagte, die Berlinale habe eine lange, glorreiche Geschichte, und er sei stolz und geehrt, Teil davon zu werden. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagte, Chatrian habe sich in Locarno einen weltweit hervorragenden Ruf erworben und das Festival zu einem höchst erfolgreichen Publikumsereignis gemacht. Die seit den 80er Jahren in Deutschland lebende Rissenbeek ist Geschäftsführerin von German Films, der Auslandsvertretung des deutschen Films. Beide erhalten einen über fünf Jahre laufenden Vertrag. Kosslick wird bei der Berlinale vom 7. bis 17. Februar 2019 das letzte Mal als Festivaldirektor auf dem roten Teppich stehen.

Martin Schläpfer wird Direktor des Wiener Staatsballetts

Er wird sein Amt zur Saison 2020/2021 antreten

Der Chefchoreograph und Künstlerische Direktor des Balletts am Rhein Düsseldorf Duisburg, Martin Schläpfer, ist zum neuen Direktor des Wiener Staatsballetts, der Compagnie der Wiener Staatsoper und der Volksoper Wien, sowie der Wiener Ballettakademie berufen worden. Er wird sein neues Amt zur Saison 2020/2021 mit Beginn der Intendanz von Bogdan Roščić an der Wiener Staatsoper antreten. Bis dahin wird er seine Arbeit am Rhein fortsetzen.

Kulturnachrichten hören

April 2018
MO DI MI DO FR SA SO
26 27 28 29 30 31 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 1 2 3 4 5 6

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur