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Sonntag, 17.12.2017

Kulturnachrichten

Sonntag, 17. Dezember 2017

Anti-Belästigungskommission in Hollywood

Unterhaltungsindustrie will gleichberechtigte Arbeitsbedingungen schaffen

Die US-Unterhaltungsindustrie reagiert auf immer mehr Vorwürfe über sexuelle Belästigung in der Branche. Eine Kommission soll US-Medineberichten zufolge gleichberechtigte Arbeitsbedingungen schaffen - besonders für Frauen und Randgruppen. Ihren Vorsitz soll Anita Hill inne haben. Sie war bekannt geworden, als sie Anfang der 90er Jahre dem für das oberste Gericht vorgesehen Richter Clarence Thomas sexuelle Belästigung vorgeworfen hatte. Die Idee für die Initiative kam unter anderem von Lucasfilm-Chefin Kathleen Kennedy, der Co-Vorsitzenden der Nike Stiftung, Maria Eitel, sowie der Anwältin Nina Shaw, wie die "New York Times" schrieb. Den Enthüllungen im Sex-Skandal um Filmproduzent Harvey Weinstein im Oktober folgte eine Welle von Missbrauchsvorwürfen gegen Produzenten, Schauspieler, Politiker, Journalisten und andere Männer nicht nur in den USA.

US-Regierung verbannt Wörter

"Fötus" und "Transgender" nicht mehr in bestimmten Texten der Seuchenbehörde

Die US-Regierung hat nach einem Bericht der "Washington Post" der Seuchenbehörde CDC eine Liste von sieben Wörtern gegeben, die sie in bestimmten Dokumenten nicht verwenden soll. Verbannt sind demnach "Transgender", "verwundbar", "Fötus", "Diversität" (Vielfalt), "Anspruchsberechtigung", "auf wissenschaftlicher Grundlage" und "auf der Grundlage von Beweisen" in allen offiziellen Papieren. Das hätten hochrangige CDC-Beamte Mitarbeitern am vergangenen Donnerstag mitgeteilt, schilderte die Zeitung unter Berufung auf einen Politikanalysten, der an dem Treffen teilgenommen hatte. Demnach reagierten die Menschen im Raum mit "Ungläubigkeit". Die nun verbotenen Wörter sollen im Zusammenhang mit bestimmten Forschungsprojekten und Programmen beispielweise zur Verhütung von Aids unter Transgendern oder zu den Auswirkungen des Zika-Virus auf Föten genannt. Das Gesundheitsministerium erklärte dazu, es habe keine Wörter "verboten". Allerdings war in dem Bericht der "Washington Post" auch nicht behauptet worden, dass die Liste der nicht zu verwendenden Wörter direkt von Stellen aus dem Ministerium kam.

"Tatort": MDR-Team bekommt neue Kommissarin

Alwara Höfels geht, Cornelia Gröschel kommt

Die 30jährige Cornelia Gröfels wird neue Kommissarin im Dresdener "Tatort". Sie folgt auf Alwara Höfels, die nach den Dreharbeiten zur sechsten MDR-"Tatort"-Folge Dresden mit dem Arbeitstitel "Wer jetzt allein ist" aus dem Ermittlerinnenteam ausscheidet. Das teilte der MDR mit. Cornelia Gröschel, die zuletzt im ZDF-Dreiteiler "Honigfrauen" von sich reden machte, stammt selbst aus Dresden. Im ARD-Film "Willkommen bei den Honeckers", der am Jahrestag der Deutschen Einheit im Ersten zu sehen war, spielte Gröschel bereits neben Martin Brambach, der im "Tatort" die Rolle ihres Chefs übernimmt. Sie fühle sich geehrt im sicherlich etabliertesten Format der deutschen Fernsehlandschaft spielen zu dürfen, zitiert der MDR die Schauspielerin.

Drei Raumfahrer zur Raumstation ISS gestartet

In zwei Tagen erreichen sie die Raumstation

Festtage in der Schwerelosigkeit: Ein Russe, ein US-Amerikaner und ein Japaner sind kurz vor Weihnachten zur Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen. Die Sojus-Rakete mit dem Kosmonauten Anton Schkaplerow sowie den Astronauten Scott Tingle und Norishige Kanai startete planmäßig vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan, wie die Raumfahrtbehörde Roskosmos mitteilte. Nach zwei Tagen Flugzeit soll das Raumschiff "Sojus MS-07" am Dienstag an der ISS andocken. Der Raketenstart war Berichten zufolge auf Wunsch der US-Behörde Nasa wegen Weihnachten um einige Tage vorgezogen worden.

NRW-Museen schließen sich zusammen

35 Häuser wollen mit einer Stimme gegenüber der Politik sprechen

Gemeinsam stärker als allein: Rund 35 Kunstmuseen in Nordrhein-Westfalen wollen künftig mit einer Stimme gegenüber der Politik auftreten. Sie haben sich nach einem Treffen der Direktoren formlos zusammengeschlossen. Sprecher des Gremiums ist Stephan Berg, Direktor des Kunstmuseums Bonn. Deutschlandfunkkultur sagte er man wolle nicht nur als Notgemeinschaft auftreten, die sich gegen Defizite, Kürzungen und Katastrophen wehre, sondern eine souveräne Allianz sein. Diese wolle deutlich machen, wofür Museen heute und in Zukunft stehen. Stephan Berg erklärt weiter, dass alle Kunstmuseen ähnliche Themen hätten, nämlich geringe Ankaufsetats, die Frage, ob die Entwicklung des Museums noch an die Sammlung geknüpft bleibt und wie sich Wechselausstellung und Sammlung künftig zueinander verhalten. Ende Januar ist eine Versammlung des losen Bündnisses geplant, danach ein Treffen mit der Ministerin.

Harald Juhnkes Leben wird verfilmt

Oliver Berben will den Film produzieren

Das Leben des 2005 gestorbenen TV-Entertainers Harald Juhnke wird verfilmt. "Bild am Sonntag" berichtete, dass sich Constantin-Produzent Oliver Berben ("Das Adlon") die Rechte an dem Stoff gesichert habe. Berben sagte dazu: "Ein großes Glück und eine einmalige Gelegenheit. Niemand hat bis heute wieder so viele verschiedene Qualitäten wie Entertainment, Musik, Schauspielerei und Volksliebling in einer Person vereint wie Harald Juhnke." Der Film soll 2019 - zu Juhnkes 90. Geburtstag - als Zweiteiler ins Fernsehen kommen. Juhnke gilt bis heute als einer der größten Entertainer Deutschlands. Nach langem Alkoholmissbrauch war er 2001 an schwerer Demenz erkrankt und vier Jahre später im Alter von 75 Jahren gestorben. Er war seit 1971 in zweiter Ehe mit Susanne Juhnke verheiratet.

Mammut-Skelett für über 500 000 Euro versteigert

Französischer Geschäftsmann will Skelett im Eingangsbereich aufstellen

Für fast 550 000 Euro ist in Lyon ein riesiges Mammut-Skelett versteigert worden. Ein französischer Geschäftsmann bot den Betrag von insgesamt 644 234 Dollar - sein Straßburger Unternehmen trägt ein Mammut im Firmen-Logo, wie eine Sprecherin des Auktionshauses Aguttes mitteilte. Der Manager sagte der Nachrichtenagentur AFP nach der Auktion: "Wir werden es im Eingangsbereich aufstellen. Genug Platz dafür haben wir." Das in Sibirien gefundene, weitgehend erhaltene Skelett ist nach Angaben des Auktionshauses 3,40 Meter hoch und 5,30 Meter lang. Das Wollmammut (Mammuthus primigenius) starb vor mindestens 10 000 Jahren und sei das größte Exemplar in privater Hand.

Bibliothek auf Sinai-Halbinsel wiedereröffnet

Die bedeutende Sammlung war drei Jahre renoviert worden

Nach dreijähriger Renovierung ist im Katharinenkloster auf der ägyptischen Sinaihalbinsel eine der ältesten Bibliotheken der Welt wiedereröffnet worden. Sie enthält unter anderem mehr als 3000 Manuskripte, darunter Teile einer Bibelhandschrift aus dem 4. Jahrhundert. Nach der Bibliothek im Vatikan sei sie in dieser Hinsicht die wichtigste der Welt, sagte Abdel-Rahim Rihan, Generaldirektor für Archäologische Studien im Sinai. Ebenfalls abgeschlossen wurde die Renovierung eines frühchristlichen Mosaiks in der Basilika des Katharinenklosters. Das Katharinenkloster im Süden des Sinais wurde im 6. Jahrhundert gebaut und gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Es zählt in Ägypten zu den wichtigsten Zielen für Besucher. Das Land versucht die Tourismusindustrie zu stärken, die unter den Folgen der arabischen Aufstände 2011 und mehreren Terroranschlägen gelitten hat.

Böhmer wird Unesco-Kommissionspräsidentin

Die CDU-Politikerin ist derzeit Staatsministerin im Auswärtigen Amt

Der Vorstand der Deutschen Unesco-Kommission beschlossen, Maria Böhmer für das Amt der Präsidentin der Kommission vorzuschlagen. Die Wahl sei für die nächste Hauptversammlung am 8. Juni 2018 in Bamberg geplant, teilte die Kommission mit. Die CDU-Politikerin ist Staatsministerin im Auswärtigen Amt und Sonderbeauftragte für Unesco-Welterbe, Kulturkonventionen und Bildungs- und Wissenschaftsprogramme. Sie war von 2014 bis 2015 Präsidentin des Welterbekomitees der Unesco. Ihre Schwerpunkte waren vor allem der Erhalt, das Management und die nachhaltige Nutzung von Welterbestätten.

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