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Kulturnachrichten

Dienstag, 19. September 2017

Serebrennikow soll "Hänsel und Gretel" fertigstellen

Stuttgarter Oper hält zu verhaftetem Regisseur

Nach seiner Freilassung solle der in seiner Heimat Russland unter Hausarrest stehende Regisseur Kirill Serebrennikow seine Inszenierung der Märchenoper "Hänsel und Gretel" selbst vollenden können, sagte der Stuttgarter Opernintendant Jossi Wieler. Serebrennikow, Leiter des Moskauer Avantgarde-Theaters "Gogol", steht seit Ende August und zunächst bis 19. Oktober wegen Betrugsverdachts unter Hausarrest. Am Premierendatum 22. Oktober wolle man festhalten. Mit Material, das bei den Vorarbeiten entstand, werde man im Opernteam einen Abend unter dem Titel "Ein Märchen von Hoffnung und Not, erzählt von Kirill Serebrennikow" kreieren. Im Mittelpunkt steht dabei ein Film, den der Regisseur vergangenes Jahr für die Stuttgarter Märchenoper in Ruanda drehte.

DJV: Rede von digitaler "Staatspresse" geschmacklos

Verleger benutze "AfD"-Vokabular gegen ARD und ZDF

Der Vorsitzende des Deutsche Journalisten-Verband (DJV) Frank Überall hat die scharfe Kritik des Verlegerpräsidenten Mathias Döpfner am öffentlich-rechtlichen Rundfunk zurückgewiesen. Döpfner hatte beim BDZV-Zeitungskongress 2017 von "gebührenfinanzierter digitaler Staatspresse" gesprochen. Überall forderte die Zeitungsverleger auf, den Blick lieber in die eigenen Häuser zu richten, als vermeintliche Feindbilder zu malen. Auch die ARD-Vorsitzende Karola Wille ging mit Döpfner ins Gericht: "Worte können ja bekanntlich zu Waffen werden und man sollte vorsichtig deshalb mit ihnen umgehen. Und so eine Wortwahl spielt natürlich Populisten und Verschwörungstheoretikern auch in die Hände." Die ARD und Zeitungen sollten lieber zusammenarbeiten.

Erste Stipendiaten für Thomas-Mann-Haus benannt

Schauspieler Burghart Klaußner unter den Auserwählten

Die Stipendiaten werden 2018 in Los Angeles leben und arbeiten. Neben Klaußner gehen unter anderem die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, Jutta Allmendinger und der Literaturwissenschaftler Heinrich Detering in die USA. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bewertete das Thomas-Mann-Haus als Glücksfall und zugleich große Verpflichtung: "Mit dem Residenzprogramm wollen wir ein Gesprächs- und Diskursangebot unterbreiten, das der zunehmenden Konfrontation und Polarisierung begegnen kann." Das Programm richtet sich an Persönlichkeiten aus allen Bereichen der deutschen Gesellschaft, insbesondere aus Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Medien.

Dieter Gorny hört beim Musikindustrieverband auf

Nach 10 Jahren zieht sich der 64-jährige zurück

Der studierte Kontrabassist und Komponist wird im Herbst nicht wieder für den Vorsitz des Bundesverbands Musikindustrie kandidieren. Er wolle in Zukunft anderweitig Akzente für die Kultur- und Kreativwirtschaft setzen. Dieter Gorny gründete unter anderem den Musiksender Viva und rief die Musikmesse Popkomm ins Leben. 1997 wurde er für seine Verdienste um das deutsche Fernsehen mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

Deutsche Zeitungen zeichnen "Pulse of Europe" aus

Engagement der Bürgerbewegung für die europäische Idee gewürdigt

Der Bürgerpreis der deutschen Zeitungen geht mit 20.000 Euro an das Juristenehepaar Daniel und Sabine Röder. Ihre unabhängige Bürgerbewegung hatte sich im Frühjahr als Reaktion auf antieuropäische Stimmen gegründet. Zu den sonntäglichen Kundgebungen auf deutschen und europäischen Marktplätzen kamen zum Teil mehr als 50.000 Menschen, darunter auch Kirchenvertreter, Künstler, prominente Journalisten und Musiker. Die Preisverleihung findet am 14. März 2018 in Berlin statt.

Angelina Jolie geht für Kambodscha ins Oscar-Rennen

"Der weite Weg der Hoffnung" erzählt von einer Kindheit unter den Roten Khmer

Angelina Jolie darf auf einen weiteren Oscar hoffen: Ihr Film "Der weite Weg der Hoffnung" wurde von Kambodscha als Bewerber in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film ausgewählt. Das Auswahlkomitee nannte das Genozid-Drama "befreiend". Es bringe Erinnerungen zurück, die oft vergessen würden. Jolie führte Regie bei dem Film, der auf einem autobiografischen Roman beruht und von einer Kindheit während des Schreckensregimes der Roten Khmer erzählt. Gedreht wurde in Kambodscha mit örtlichen Darstellern. Jolie, deren Sohn Maddox aus Kambodscha stammt, ist seit 2005 Staatsbürgerin des Landes.

First-Steps-Preise in Berlin verliehen

Auszeichnungen für die besten Abschlussfilme deutschsprachiger Filmschulen

Bei der Gala im "Theater des Westens" wurde als bester Spielfilm "Die beste aller Welten" von Adrian Goiginger, Absolvent der Filmakademie Baden-Württemberg Ludwigsburg ausgezeichnet. Der Preis in der Kategorie Animationsfilm ging an "Watu Wote" von Katja Benrath. Sie kommt von der Hamburg Media School. Den
Michael-Ballhaus-Preis für Kameraabsolventen bekam Michal Grabowski für "Lomo - The Language of Many Others". Zum ersten Mal wurde der Götz-George-Nachwuchspreis für junge Schauspielerinnen und Schauspieler verliehen. Er ging an Jonas Dassler von der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin.

"Moving History" - Festival des historischen Films startet

Deutscher Herbst im Zentrum des Filmfests

Im Filmmuseum Potsdam feiert am Mittwoch ein neues Festival Premiere. Die viertägige "Moving History"-Reihe widmet sich dem historischen Film. Unter dem Motto "Keine Stille nach dem Schuss- 1967, der Deutsche Herbst und die RAF" setzt sich die Pilotausgabe der Festspiele mit Filmen über den Terror der RAF und dem Staat, den sie bekämpfte, auseinander. Gezeigt werden etwa "Die Stille nach dem Schuss" von Volker Schlöndorff und "Die bleierne Zeit" von Margarethe von Trotta. Beide haben sich - wie die Regisseure aller Filme, die gezeigt werden - für die Vorführungen angekündigt und nehmen im Anschluss an Diskussionen teil. Ex-RAF-Mitglied Christof Wackernagel wird sich an der Besprechung des Film "Tätowierung" beteiligen, in dem er selbst mitspielte. Mit "Sympathisanten - Unser Deutscher Herbst" und "Psycho RAF? - Eine Geschichte des SPK" laufen auch zwei Filme im Programm, die noch gar nicht fertig sind. Die Regisseure geben dabei in Werkstattgesprächen Einblicke in die Recherche und den Entstehungsprozess historischer Dokumentarfilme und zeigen erste Ausschnitte. Erstmals gezeigt wird, wenn auch schon fertig, außerdem der neue SWR-Tatort "Der rote Schatten", der erst am 15. Oktober TV-Premiere hat.

Deutscher Musical-Ehrenpreis an Ute Lemper

Chansonstar hat sich erfolgreich für das deutschsprachige Musical eingesetzt

Außerdem würdigte die Deutsche Musical Akademie die österreichische Produktion "In 80 Tagen um die Welt" als bestes Musical. Die Inszenierung des Landestheaters Linz holte den Deutschen Musical Theater Preis 2017 in insgesamt sechs Kategorien, darunter für beste Regie, beste Choreographie und bestes Bühnenbild. Auf drei Auszeichnungen kam "Vivaldi - Die fünfte Jahreszeit" von der Volksoper Wien. In zwei Kategorien siegte die Produktion "Vom Fischer und seiner Frau" von den Brüder Grimm Festspielen Hanau. Die Deutsche Musical Akademie, der Interessenverband der deutschsprachigen Musicalbranche, vergibt die undotierten Auszeichnungen seit 2014.

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