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Samstag, 16.12.2017

Kulturnachrichten

Samstag, 16. Dezember 2017

Böhmer soll Unesco-Kommissionspräsidentin werden

Die CDU-Politikerin ist derzeit Staatsministerin im Auswärtigen Amt

Der Vorstand der Deutschen Unesco-Kommission beschlossen, Maria Böhmer für das Amt der Präsidentin der Kommission vorzuschlagen. Die Wahl sei für die nächste Hauptversammlung am 8. Juni 2018 in Bamberg geplant, teilte die Kommission mit. Die CDU-Politikerin ist Staatsministerin im Auswärtigen Amt und Sonderbeauftragte für Unesco-Welterbe, Kulturkonventionen und Bildungs- und Wissenschaftsprogramme. Sie war von 2014 bis 2015 Präsidentin des Welterbekomitees der Unesco. Ihre Schwerpunkte waren vor allem der Erhalt, das Management und die nachhaltige Nutzung von Welterbestätten.

München muss keine Stolpersteine erlauben

Bayerischer Verwaltungsgerichtshof gegen Sondernutzungserlaubnis

Die Stadt München muss auf ihren öffentlichen Straßen und Plätzen keine Stolpersteine zum Gedenken an Nazi-Opfer zulassen. Die Stadt könne nach dem Straßen- und Wegerecht nicht verpflichtet werden, dem entsprechenden Wunsch der Angehörigen nachzukommen, entschied der Bayerische Verwaltungsgerichtshof. Die Kläger hatten schon vor dem Verwaltungsgericht München keinen Erfolg gehabt. In drei Beschlüssen stellte nun auch der Verwaltungsgerichtshof klar, dass die bayerische Landeshauptstadt nicht verpflichtet sei, für den Einbau von Stolpersteinen eine Sondernutzungserlaubnis zu erteilen. Ob die Entscheidung der Landeshauptstadt gegen Stolpersteine rechtmäßig sei, habe bei der Entscheidung keine Rolle gespielt. Anders als viele andere Städte lehnt München die Installation von Stolpersteinen auf öffentlichen Flächen ab. Stattdessen sind Wandtafeln im Gespräch.

Alwara Höfels macht Schluss mit dem "Tatort"

Höfels spielt im Dresden-Tatort Kommissarin Henni Sieland

Alwara Höfels steigt beim "Tatort" aus. Die Schauspielerin verabschiede sich nach den Dreharbeiten zur sechsten MDR-"Tatort"-Folge Dresden mit dem Arbeitstitel "Wer jetzt allein ist" aus dem Ermittlerteam, teilte der MDR mit. Darin steht Höfels zum letzten Mal an der Seite von Karin Hanczewski und Martin Brambach als Kommissarin Henni Sieland vor der Kamera. Er soll am Pfingstsonntag im Ersten zu sehen sein. Die in Berlin lebende Schauspielerin gab als Begründung "unterscheidliche Auffassungen zum Arbeitsprozess und fehlenden künstlerischen Konsens" an.

Edgar Reitz hofft auf einen Generationenaufstand

"Das gesamte System zwingt die Leute zum Mittelmaß"

Edgar Reitz wünscht sich ein Aufbegehren der jungen Generation von Filmemachern. "Es ist Zeit auf die Barrikaden zu gehen. Das würde sich jetzt echt lohnen", sagte der Autor und Filmregisseur, der mit der monumentalen "Heimat"-Trilogie berühmt wurde, der Tageszeitung "Nürnberger Nachrichten". Er kritisierte, dass die Filmproduktion in Deutschland zu sehr in den Händen öffentlich-rechtlicher Sender liegen. "Das gesamte System zwingt die Leute zum Mittelmaß", so Reitz. Das ließe sich nur durch einen Generationenaufstand ändern. "Wenn man heute 25 oder 30 ist und eine Filmhochschule absolviert hat, dann sollte man eigentlich wissen, was man braucht, um glücklich zu werden als Filmemacher." Reitz gehört auch zu den Unterzeichnern der Erklärung von Filmschaffenden, die einen Neuanfang der Berlinale fordern.

Deutscher Kulturrat würdigt Heinrich Böll

Schriftsteller wurde am 21. Dezember vor 100 Jahren in Köln geboren

Der Deutsche Kulturrat hat den am 21. Dezember vor 100 Jahren in Köln geborenen Schriftsteller Heinrich Böll als einen der bedeutendsten deutschsprachigen Nachkriegsautoren des 20. Jahrhunderts gewürdigt. Die Bedeutung Bölls erschöpfe sich nicht in seinem literarischen Werk, erklärte Geschäftsführer Olaf Zimmermann in Berlin. Er sei "zugleich ein eminent politischer Mensch" gewesen, ein wichtiger "Streiter für Frieden und Versöhnung". Böll starb am 16. Juli 1985 in der Eifel. "Heinrich Bölls Engagement für den Frieden war getragen von seinen eigenen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg und der unmittelbaren Nachkriegszeit", fügte Zimmermann hinzu: "Glaubwürdig und integer war sein Engagement. Sein Mahnen für den Frieden ist ebenfalls heute noch so aktuell wie zu Beginn der 1980er Jahre."

NZZ-Chefredakteur kritisiert Staatsmedien

Erik Gujer mischt sich in Schweizer Debatte um Öffentlich-Rechtliche ein

In einem Leitartikel der Neuen Zürcher Zeitung "Die Schweiz braucht keine Staatsmedien" spricht sich Chefredaktuer Erik Gujer für eine Kurskorrektur bei den Öffentlich-Rechtlichen aus. Sie seien das Kind einer Zeit "in der Hitler und Stalin die neue Radiotechnik nutzten, um ihre Propaganda zu verbreiten, und ein demokratischer Staat wie die Schweiz mit dem Konzept der geistigen Landesverteidigung antwortete". Die schweizerische Radio und Fernsehgesellschaft (SRG) sei ein Dinosaurier. Gujer warb für einen modernen Medienmix mit einer stark redimensionierten, das heißt geschrumpften, SRG. Damit erteilte er zugleich der No-Billag-Initiative, die in einer Volksabstimmung am 04. März über die Abschaffung der Rundfunkgebühren abstimmen lassen will, eine Absage.

Weinstein: Keine Anti-Schauspielerinnen-Kampagne

Regisseur Peter Jackson hatte Vorwürfe erhoben

Harvey Weinsein hat den Vorwürfen von "Herr-der-Ringe"-Regisseur Peter Jackson widersprochen, dass der ehemalige Filmproduzent eine Schmutzkampagne gegen Schauspielerinnen geführt habe. Im Interview mit dem Online-Portal "Stuff" bezeichnete der Oscar-prämierte neuseeländische Filmemacher Jackson Weinstein und dessen Bruder Bob als "zweitklassige Mafia-Rüpel". In den 1990er Jahren habe er Mira Sorvino und Ashley Judd für seine "Hobbit"- und "Herr der Ringe"-Filmprojekte in Betracht gezogen. Doch die Weinstein-Brüder, damals bei Miramax, hätten vor beiden Schauspielerinnen gewarnt und die Zusammenarbeit mit ihnen als "Albtraum" bezeichnet. Harvey Weinsteins Sprecherin sagte nun, die Weinstein-Brüder hätten keinen Einfluss auf das Casting gehabt. Zudem habe Ashley Judd noch in zwei weiteren ihrer Filme mitgespielt.

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Liu Xias verzweifelter Brief"Ich liege da wie eine Leiche"
Eine Demonstrantin in China hält ein Bild von Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo und seiner Frau Lia Xia hoch (Archivbild aus dem Jahr 2010). (dpa / EPA)

Der Schriftstellerin Liu Xia, Witwe des verstorbenen chinesischen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo, geht es in ihrem Hausarrest offenbar sehr schlecht. Der im Berliner Exil lebende Autor Liao Yiwu hat ein Foto ihres Briefs an Herta Müller auf Facebook gepostet.Mehr

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