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Sonntag, 25.02.2018
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 24. Februar 2018

Christian Wulff Präsident des Chorverbandes

Der deutsche Chorverband hat rund eine Million Mitglieder

Das frühere Staatsoberhaupt wurde am Samstag in Berlin zum neuen Präsidenten des Deutschen Chorverbandes gewählt. Das Votum sei mit großer Mehrheit ohne Gegenstimmen erfolgt, teilte der Verband mit. Wulff (CDU) tritt damit die Nachfolge des ehemaligen Bremer Bürgermeisters Henning Scherf (SPD) an, der den Verband seit 2005 geführt hat. Christian Wulff steht für die nächsten vier Jahre an der Spitze des Verbandes, der nach eigenen Angaben mit der Deutschen Chorjugend und 21 Mitgliedsverbänden mehr als eine Million singende und fördernde Mitglieder in rund 15 500 Chören zählt.

Medienethiker für Stärkung des öffentlichen Rundfunks

Netzwerk Medienethik: Öffentlicher Rundfunk garantiert die Demokratie

120 Medienethiker haben am Wochenende in München eine Stärkung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gefordert und dessen Bedeutung für die Demokratie hervorgehoben. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sei einer der wichtigsten Faktoren für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, heißt es in einem nach der Jahrestagung des Netzwerks veröffentlichten Aufruf. "Dass Deutschland bis heute eine stabile Demokratie geblieben ist, verdankt es auch diesem starken Rundfunksystem.", heißt es weiter. Die Medienethiker warnen vor politischen Kräften, die die Legitimität dieses Rundfunksystems grundsätzlich infrage stellen.
In der Schweiz wird in den kommenden Tagen über die Existenz des öffentlich-rechtlichen Systems abgestimmt.

Rumänischer Film gewinnt Berlinale

Den Großen Preis der Jury bekommt Malgorzata Szumowska für "Twarz"

Der radikale rumänische Experimentalfilm "Touch Me Not" hat bei der 68. Berlinale überraschend den Goldenen Bären gewonnen. Regisseurin Adina Pintilie (38) erforscht in ihrem semidokumentarischen Film die Spielarten und Grenzen menschlicher Sexualität. Während des Festivals hatte das auch mit deutschem Geld realisierte Werk die Kritiker gespalten. Als Präsident der Jury hatte sich Regisseur Tom Tykwer "wilde und sperrige" Filme gewünscht. Es ist das zweite Mal, dass ein rumänischer Film die höchste Auszeichnung des Festivals gewinnt. Die deutschen Favoriten gingen leer aus, obwohl ihnen zum Teil große Chancen eingeräumt worden waren.

Berlinale: Silberner Bär geht an Alonso Ruizpalacios

Drehbuchpreis für "Museum"

Der Drehbuchpreis der 68. Berlinale geht an die Macher des Films "Museum" ("Museo"). Der mexikanische Regisseur Alonso Ruizpalacios bekam für seine Krimi-Komödie gemeinsam mit seinem Kollegen Manuel Alcalá den Silbernen Bären. Die Hauptrolle spielt der mexikanische Leinwandstar Gael Garcia Bernal. Gemeinsam mit einem Studentenfreund raubt er wertvolle Schätze aus dem nationalen Völkerkundemuseum. Erst nach und nach wird den Tätern bewusst, was sie mit ihrer Aktion ausgelöst haben. Der russische Film "Dovlatov" wurde für eine herausragende künstlerische Leistung ausgezeichnet. Elena Okopnaya erhielt die Auszeichnung für Kostüm und Design in dem stimmungsvollen Schriftstellerdrama "Dovlatov" von Alexey German Jr..

Berlinale: Schauspiel-Preis für Anthony Bajon

Franz Rogowski ging leer aus

Der französische Schauspieler Anthony Bajon (23) ist bei der Berlinale als bester Darsteller geehrt worden. Er bekam in Berlin einen Silbernen Bären überreicht. Er spielt in Cédric Kahns Film "Das Gebet" einen jungen Drogenabhängigen, der mit Hilfe des Glaubens von der Sucht loskommen will. Der hochgehandelte deutsche Schauspieler Franz Rogowski, der in gleich zwei Wettbewerbsfilmen zu sehen war, ging leer aus.

Preis der Ökumenischen Jury geht an "In den Gängen"

Lobend erwähnt wurde Erik Poppes "Utoya 22. Juli"

Der Film "In den Gängen" von Thomas Stuber hat den Preis der Ökumenischen Jury bei der Berlinale erhalten. Die Jury begründete ihre Entscheidung so: "Wenn das Leben ein Supermarkt ist, dann ist das, was wir brauchen, nicht in den Regalen zu finden, sondern 'Zwischen den Gängen'. Künstlerisch überzeugend erzählt der Film, was es heißt: Selig, die reinen Herzens sind (Matthäus 5)."
Eine lobende Erwähnung gab es für "Utoya 22. Juli" von Erik Poppe. Den Preis in der Sektion "Panorama" erhielt "Styx" von Wolfgang Fischer. Darüber hinaus wurde in der Kategorie "Forum" der Film "Teatro de guerra" (Theatre of War) von Lola Arias ausgezeichnet.

Archäologen entdecken Totenstadt in Ägypten

Etwa fünf Jahre werden Ausgrabungen an Nekropole andauern

Deutsche und ägyptische Archäologen haben am Nil eine antike Totenstadt mit Dutzenden Sarkophagen und Kunstschätzen entdeckt. Die in der Stadt Al-Minya in Ägypten gefundene Nekropole enthalte 40 Steinsärge, etwa 1000 Statuen und eine Goldmaske, sagte Antikenminister Chaled al-Enani. "Das ist erst der Anfang einer neuen Entdeckung und ich glaube, wir brauchen mindestens fünf Jahre um die Arbeit an der Nekropole zu beenden." Die Ausgrabungen begannen laut dem Ministerium im vergangenen Jahr und wurden von Forscherteams aus München und Hildesheim unterstützt. Al-Minya liegt zwischen Kairo und Luxor in Mittelägypten am Nil.

Kinder- und Jugendfilme auf Berlinale ausgezeichnet

Preise für "Sekala Niskala (The Seen and Unseen)" und "Allons enfants (Cléo & Paul)"

Im Rahmen der Berlinale sind am Samstag die Preise im Wettbewerb Generation Kplus für Kinder- und Jugendfilme verliehen worden. Der mit 7.500 Euro dotierte "Große Preis der Internationalen Jury von Generation Kplus" für den Besten Film ging an "Sekala Niskala (The Seen and Unseen)" von Kamila Andini, teilte das Deutsche Kinderhilfswerk mit, Partner und Preisstifter des Wettbewerbs Generation Kplus. Eine Lobende Erwähnung fand "Allons enfants (Cléo & Paul)" von Stéphane Demoustier. Den mit 2.500 Euro dotierten "Spezialpreis der Internationalen Jury von Generation Kplus" für den Besten Kurzfilm erhält "Jaalgedi (A Curious Girl)" von Rajesh Prasad Khatri. Eine Lobende Erwähnung fand "Cena d'aragoste (Lobster Dinner)" von Gregorio Franchetti. Seit 1978 widmet die Berlinale unter dem Titel "Generation" eine Sektion speziell Kindern und Jugendlichen.

Regisseur Axel Ranisch: "Theater macht mich verrückt"

Ranisch inszeniert in Berlin "Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse"

Der vor allem für seine Tragikomödien "Dicke Mädchen" (2011), "Ich fühl mich Disco" (2013) und "Alki Alki" (2015) bekannte Filmregisseur Axel Ranisch bringt im Berliner Theater an der Parkaue den Christine Nöstlinger Klassiker "Konrad oder das Kind aus den Konservenbüchse" auf die Bühne. Genau wie die Titelfigur Konrad war auch Ranisch als Kind ein Außenseiter und wurde in der Schule gehänselt, sagte er im Deutschlandradio Kultur. Bei seiner Arbeit im Theater habe er sich im Gegensatz zum Filmset oft machtlos gefühlt: "Theater ist jeden Tag anders! Was meinen Sie, wie mich das gerade verrückt macht: Das, was an einem Tag funktioniert, funktioniert am nächsten Tag nicht mehr."

The-Real-Thing-Sänger Eddy Amoo gestorben

Pionier der schwarzen Soulmusik in Großbritannien

Der Sänger der britischen Soul-Gruppe "The Real Thing", Eddy Amoo, ist im Alter von 74 Jahren unerwartet in Australien verstorben. Die Band wurden einst als die "schwarzen Beatles" bezeichnet. Die Söhne ghanaischer Einwanderer aus Liverpool gelten als Pioniere der schwarzen Musik in Großbritannien. Der große Erfolg kam in den 70er-Jahren mit dem Song "You to me are everything". "Eddy war ein Showman und eine Legende" hieß es auf dem Twitter-Konto der Band. Bis zuletzt stand Eddy Amoo mit seinem Bruder Chris und Bandkollegen Dave Smith auf der Bühne. Die beiden verbliebenen Band-Mitglieder kündigten an, eine unterbrochene Tournee im April fortzusetzen.

Berlinale-Friedenspreis für spanischen Dokumentarfilm

"The Silence of Others" begleitet Opfer der Franco-Ära

Der Friedensfilmpreis der 68. Berlinale geht an den spanischen Dokumentarfilm "The Silence of Others" der Regisseure Almudena Carracedo und Robert Bahar. Der Film begleitet Opfer des Franco-Regimes (1939-1976) bei ihrem Kampf um Anerkennung der damals verübten Verbrechen. Eine Gruppe von Opfern, Überlebenden und Anwälten versucht, das von der breiten Gesellschaft akzeptierte Vergessen durch Aufarbeitung zu durchbrechen. Der mit grausamer Härte geführte Spanische Bürgerkrieg (1936-1939) endete 1939 mit dem Sieg der Anhänger Francos. Dieser errichtete daraufhin eine Diktatur. Die Verbrechen aus dieser Zeit sind größtenteils ungesühnt, da ein Amnestiegesetz nach Francos Tod 1975 die Strafverfolgung verhinderte. Der mit 5.000 Euro dotierte Friedensfilmpreis wird am Sonntag in Berlin überreicht.

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