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Kulturnachrichten

Freitag, 28. April 2017

"Toni Erdmann" gewinnt sechs deutsche Filmpreise

Die Auszeichnungen wurde bei einer Gala in Berlin verliehen

Regisseurin Maren Ade ist mit ihrer schon vielfach ausgezeichneten Tragikomödie auch die große Gewinnerin beim wichtigsten Filmpreis Deutschlands. "Toni Erdmann" erhielt die Lolas in den Kategorien Regie, Drehbuch und Schnitt. Sandra Hüller und Peter Simonischek wurden zudem für ihre Rollen in dem Vater-Tochter-Drama zu den besten Hauptdarstellern gekürt. Als Bester Spielfilm wurde ebenfalls die Arbeit einer Regisseurin ausgezeichnet: Die Silber-Lola erhielt das Abtreibungsdrama "24 Wochen" von Anne Zohra Berrached. Auch Bronze ging an eine Frau: Nicolette Krebitz gewann mit ihrem Spielfilm "Wild". Der Favorit des Abends, "Die Blumen von gestern" von Chris Kraus, ging trotz acht Nominierungen leer aus. Weitere Preise gab es für Fritzi Haberlandt ("Nebel im August") und Georg Friedrich ("Wild") in der Kategorie Beste Nebenrolle. Bester Kinderfilm wurde "Auf Augenhöhe" über einen Junge mit einem kleinwüchsigen Vater. Simon Verhoeven bekam die undotierte Lola für den besucherstärksten deutschen Film. Die Flüchtlingskomödie "Willkommen bei den Hartmanns" sahen mehr als 3,6 Millionen Zuschauer im Kino. Auch ein weiterer Preis stand schon vorab fest: Schnittmeisterin Monika Schindler wurde für ihr Lebenswerk geehrt.

Facebook räumt Missbrauch durch Regierungen ein

Das Netzwerk als Instrument zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung

Facebook hat erstmals eingeräumt, dass es Versuche von sowohl Regierungen als auch andere Gruppen gibt, das weltgrößte Online-Netzwerk als Instrument zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung zu missbrauchen. In einem am Analysepapier erklärte die Sicherheitsabteilung unter anderem, dass mit Hilfe gefälschter Profile bestimmte Meinungen und zum Teil auch Falschinformationen in den Vordergrund gerückt werden sollen. Der Text ist die bisher ausführlichste Stellungnahme von Facebook nach der Kritik an der Ausbreitung gefälschter Nachrichten im US-Präsidentschaftswahlkampf im vergangenen Jahr. Die Daten widersprächen nicht der Einschätzung der US-Geheimdienste, die Akteure mit Verbindung zu Russland als Urheber der Kampagnen ausgemacht hatten. Das Online-Netzwerk versicherte, dass es konsequent gegen diese Versuche vorgehen werde. So seien zuletzt 30 000 gefälschte Profile in Frankreich enttarnt worden. Insgesamt könnten Gesellschaften sich gegen solche Kampagnen aber nur zur Wehr setzen, wenn die Bürger selbst echte Nachrichten von Falschinformationen unterscheiden könnten, betonte Facebook.

Regula Venkse neue PEN-Präsidentin

Autorin war bislang Generalsekretärin der Schriftstellervereinigung PEN

Die Autorin Regula Venske ist neue Präsidentin der Schriftstellervereinigung PEN. Die Mitglieder wählten in Dortmund die bisherige Generalsekretärin an die Spitze des deutschen PEN-Zentrums. Der amtierende Präsident, Josef Haslinger, hatte sich nicht erneut zur Wahl gestellt. Neben ihrer Arbeit als PEN-Präsidentin will die 61-Jährige Wahl-Hamburgerin weiter als Schriftstellerin arbeiten. Zurzeit schreibt sie einen psychologischen Roman. Venske betonte, sie wolle wichtige Schwerpunkt des Zentrums wie die Arbeit für die Meinungsfreiheit gegen den Rechtspopulismus und die Hilfe für bedrohte Autoren fortsetzen. Meinungsfreiheit sieht die neue Präsidentin vor allem in der Türkei und in Russland bedroht. "Es gibt derzeit viele Themen, die uns beschäftigten", sagte Venske. Dazu zählt sie auch die in den USA einsitzenden Whistleblower. Noch bis Sonntag diskutieren rund 170 der 800 Mitglieder des PEN-Zetrums in Dortmund über den Erhalt der Meinungsfreiheit und die politische Lage in In- und Ausland.

Wertvolles Bild aus Galerie gestohlen

Alex Katz Kunstwerk ist mehrere zehntausend Euro wert

Am helllichten Tag hat ein Unbekannter ein wertvolles Bild des US-Künstlers Alex Katz aus einer Münchner Galerie gestohlen. Der Dieb schraubte - von der Galerie-Aufsicht unbemerkt - das 23 mal 30,5 Zentimeter kleine Bild während der Öffnungszeit in einem der hinteren Ausstellungsräume von der Wand und verschwand damit. Nach Polizeiangaben hatte die Praktikantin zwar schnell bemerkt, dass das Bild fehlte, diesen Umstand aber nicht sofort mit einem Diebstahl in Verbindung gebracht. Denn kurz zuvor war ein ähnliches Bild aus der Kollektion verkauft worden war und sie habe gedacht, bei dem fehlenden Bild handle es sich um das verkaufte.

Kulturpsychologe Valsiner mit Hans-Kilian-Preis geehrt

Mit 80.000 Euro dotierter Preis würdigt Erforschung "metakultureller Humanisation"

Der US-amerikanische Kulturpsychologe Jaan Valsiner hat den Hans-Kilian-Preis der Köhler-Stiftung bekommen. Besonders gewürdigt wurde das Engagement des Professors um die Förderung des kulturpsychologischen Nachwuchses in verschiedenen Regionen der Welt. Valsiner wurde 1951 in Talinn (Estland) geboren; seit 2013 lehrt Valsiner an der dänischen Aalborg University. Als Entwicklungswissenschaftler forscht Valsiner zu kulturellen Dimensionen der Entwicklung kognitiver und affektiver Prozesse des Menschen. Mit der alle zwei Jahre vergebenen Auszeichnung würdigt die Köhler-Stiftung die "Erforschung und Förderung der metakulturellen Humanisation". Dabei stehen Untersuchungen zur geschichtlichen und kulturellen Existenz des Menschen sowie seiner veränderlichen Psyche im Fokus. Die Auszeichnung wurde 2011 erstmals vergeben.

Dresden feiert Wiedereröffnung des Kulturpalasts

60er Jahre Bauwerk wurde in den vergangenen fünf Jahren saniert und umgebaut

Mit einem Festakt wird am abend der Dresdner Kulturpalast wiedereröffnet. Das Bauwerk des DDR-Architekten Wolfgang Hänsch war in den vergangenen fünf Jahren für etwa 100 Millionen Euro umgebaut worden. Herzstück des Bauwerks aus den späten 60er Jahren ist ein Konzertsaal für die städtische Philharmonie. Dresdens Politiker möchten mit der Wiedereröffnung seines Kulturpalastes ein Signal für Weltoffenheit und Toleranz setzen. "Hinter den beeindruckenden Bronzetüren öffnet sich ein Haus, das keine Grenzen kennt. Die Menschen, die hier täglich arbeiten, auftreten und musizieren, kommen aus den verschiedensten Ländern und Kulturen der Erde", sagte Oberbürgermeister Dirk Hilbert vor der Eröffnung des Hauses. Neben der Philharmonie beherbergt der Kulturpalast auch die Städtischen Bibliotheken und ein Kabarett.

Intendantin Waltz will "Schlussstrich" nach Streit

Kluft zwischen Ballett und zeitgenössischem Tanz soll geschlossen werden

Im Konflikt mit dem Staatsballett Berlin will die künftige Ko-Intendantin Sasha Waltz "nach vorne schauen" und einen "Schlussstrich" ziehen. Ein erstes Treffen mit den Tänzerinnen und Tänzern am Vortag sehe sie als Beginn eines "konstruktiven Dialogs", sagte Waltz vor Journalisten in Berlin. Gleichzeitig deutete die Choreographin eine Neuausrichtung des Staatsballetts ab der Spielzeit 2018/19 an. Das Staatsballett werde mit Choreographen aus der traditionellen sowie aus der modernen Szene zusammenarbeiten. Waltz und der Schwede Johannes Öhman, der vom Royal Swedish Ballet in Stockholm kommt, sollen als Doppelspitze das Staatsballett leiten. Waltz stößt im Ensemble auf heftigen Widerstand. Sie gilt als prominte Vertreterin des modernen Tanztheaters - aber nicht als Anhängerin des klassischen Balletts.

Venedig will Personenzähler testen

Elektronische Personenzähler sollen Touristenströme erfassen

Jedes Jahr besuchen Millionen Touristen Venedig. Immer wieder wird gefordert, die Besuchermassen zu berenzen. Um der Massen Herr zu werden, will die italienische Lagunenstadt nun elektronische Personenzähler testen. Unter anderem sollen die Systeme an den drei Brücken aufgebaut werden, die über den Rio Novo führen. Bürgermeister Luigi Brugnaro sprach von einer "konkreten Antwort" auf die Frage, wie die Touristenströme begrenzt werden können. Wann genau die Personenzähler eingerichtet werden sollen und welche Auswirkungen diese Maßnahme für die Besucher der Stadt haben wird, blieb zunächst unklar. Der Gouverneur von Venetien, Luca Zaia, hatte kürzlich gesagt, Venedig sei Stadt und Museum zugleich, der Glanz müsse bewahrt und die Sicherheit gewährleistet werden.

Opernsänger Endrik Wottrich ist tot

Er starb überaschend mit nur 53 Jahren

Der Opernsänger Endrik Wottrich ist tot. Der Tenor ist am Mittwoch Nachmittag überraschend im Alter von nur 53 Jahren an Herzversagen gestorben. Das hat die Wiener Staatsoper gemeldet. Wottrich studierte Gesang und Violine in Würzburg und an der New Yorker Juilliard School. Von 1993 bis 1999 war er an der Berliner Staatsoper Unter den Linden engagiert. Gastspiele führten ihn unter anderem an die Opernhäuser von Dresden, Stuttgart, Amsterdam, Chicago, New York, Mailand, Madrid, Wien und Paris sowie zu den Festspielen in Salzburg und Wien. Mehr als ein halbes Dutzend Rollen verkörperte Wottrich in Bayreuth. Peter Emmerich, Sprecher der Bayreuther Festspiele, zeigte sich „betroffen durch sein viel zu frühes Ableben. Die Hochschule für Musik in Würzburg, wo Wottrich eine Professur für Gesang innegehabt hatte, äußerte ihre Trauer „um einen großen Sänger, verdienten Dozenten und angesehenen Kollegen und bezeichnete Wottrich als „streitbaren Geist der Opernszene.

Museum Barberini zieht zehntausende Besucher an

Potsdamer Sammlung von SAP-Gründer Hasso Plattner sehr zufrieden

Das neue Potsdamer Kunstmuseum Barberini zieht 100 Tage nach der Eröffnung eine überaus positive Bilanz: Bis zum offiziellen Stichtag am kommenden Dienstag dürften rund 240.000 Besucher die Eröffnungsschauen gesehen haben, berichtete Museumssprecherin Johanna Köhler. Jede Woche kämen durchschnittlich fast 17.000 Besucher. Das neue Museum, ein Wiederaufbau des Palais Barberini aus dem 18. Jahrhundert, ist von SAP-Gründer Hasso Plattner gestiftet worden. Der Softwaremilliardär ist der bedeutendste Mäzen der brandenburgischen Landes-Hauptstadt. Hinter der Fassade aus Elbsandstein entstand im Barberini eine Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche mit 2.800 Quadratmetern. Vom 17. Juni an zeigt das Museum die Ausstellung "Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne". Für das kommende Jahr ist eine Ausstellung mit Werken des Künstlers Max Beckmann geplant.

Ariane Mnouchkine erhält Goethepreis

Gründerin des "Theatre du Soleil"

Die französische Theaterintendantin und Regisseurin Ariane Mnouchkine erhält den Goethepreis der Stadt Frankfurt. Mit der Auszeichnung werde das Lebenswerk einer Künstlerin geehrt, die mit der Gründung des "Theatre du Soleil" eine Institution der Theaterwelt von internationaler Bedeutung geschaffen habe, teilte die Stadt mit. Oberbürgermeister Peter Feldmann sprach von einer "wirklich großen Regisseurin". Ihr Lebenswerk sei untrennbar mit dem "Theatre du Soleil" verbunden, das als freies Kollektiv gezeigt habe, wie produktiv ein dezidiert politisches Selbstverständnis in der Theaterkunst sein könne. Der Preis wird alle drei Jahre am 28. August, dem Geburtstag Goethes, in der Frankfurter Paulskirche an eine Persönlichkeit verliehen, "die durch ihr Schaffen bereits zur Geltung gelangt und deren schöpferische Wirken einer dem Andenken Goethes gewidmeten Ehrung würdig ist". Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert.

Mack und Piene zu Ehrenmitgliedern ernannt

Das teilte die Düsseldorfer Kunstakademie mit

Die Düsseldorfer Kunstakademie hat die ZERO-Künstler Heinz Mack und - posthum - Otto Piene zu Ehrenmitgliedern ernannt. Das teilte die Akademie mit. Für den 2014 im Alter 86 Jahren in Berlin gestorbenen Piene nahm seine Witwe Elizabeth die Urkunde entgegen. Beide Künstler waren in jungen Jahren Studenten der Kunstakademie in Düsseldorf. Sie gründeten 1957 die ZERO-Bewegung. Später schloss sich ihr auch Günther Uecker an. Die ZERO-Künstler experimentierten in einer puristischen Ästhetik in Räumen und unter freiem Himmel. Ihre Elemente waren Licht, Luft, Bewegung, Feuer und Metall. Mit einer Ausstellung 1964 in New York betrat ZERO und damit die deutsche Kunst erstmals nach 1945 wieder internationales Parkett.

Konfuzius-Institut an der Uni Bonn eröffnet

Finanzierung ist Finanzierung zu wenig transparent

An der Universität Bonn ist ein neues Konfuzius-Institut eröffnet worden. Ziel der Einrichtung ist es, die chinesische Sprache und Kultur zu verbreiten, wie die Hochschule mitteilte. Ebenso solle es die Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland in den Bereichen Bildung, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft stärken. Das neue Institut wurde von der Uni Bonn gemeinsam mit der Zentrale der Konfuzius-Institute in Peking und der langjährigen Bonner Partner-Universität "Beijing Language and Culture University" initiiert und mit einer Kooperationsvereinbarung besiegelt. Derzeit entstehen weltweit Konfuzius-Institute in Kooperation mit renommierten Universitäten. Kritiker warnen vor Vergleichen mit den deutschen Goethe-Instituten. Die Finanzierung sei wenig transparent; darüber hinaus versuche China, über die Institute PR in eigener Sache zu betreiben und beispielsweise Fragen der Menschenrechte auszublenden.

Klage um "Mannheimer Loch" gescheitert

Kein Wiederaufbau

Eine Künstlerin ist vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe mit ihrer Forderung gescheitert, die Kunsthalle Mannheim zum Wiederaufbau zweier Werke zu zwingen. Die Rauminstallation "Mannheimer Loch" und die Lichtinstallation "Pharadise" waren bei Sanierung und Umbau des Museums abmontiert und damit zerstört worden. Nach Auffassung des Senats sind beide Werke vom Urheberrechtsgesetz geschützt, die Interessen der Klägerin treten aber hinter die Interessen der Stadt Mannheim als Betreiberin und Eigentümerin der Kunsthalle zurück. Das Landgericht hatte bereits ähnlich geurteilt, der Künstlerin Nathalie Braun Barends aber für das "Mannheimer Loch" rund 66 000 Euro Honorar von der Stadt zugesprochen. Das Oberlandesgericht hob die Verurteilung zur Zahlung jetzt auf und wies die Klagen der Künstlerin insgesamt ab.

Aida-Kussmund darf fotografiert werden

Und zwar von jedem - so das BGH-Urteil

Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises muss es hinnehmen, wenn ihre Schiffe mit dem vom einem Künstler entworfenen Kussmund-Logo fotografiert und die Bilder ins Internet gestellt werden. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil zur sogenannten Panoramafreiheit. (Az. I ZR 247/15). Das Urheberrechtsgesetz erlaubt es, Bilder von bleibenden Werken "an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen" zu machen. Zum Beispiel also von einem Denkmal. Ein Schiff bleibt zwar nicht an einem Fleck und liegt vielleicht zeitweise auch einmal in einem nicht öffentlichen Hafen oder in einer Werft. Die Karlsruher Richter halten die Vorschrift trotzdem für übertragbar. Die Reederei hatte einen Anbieter von Landausflügen verklagt, der seine Internetseite mit einem Aida-Foto illustriert hatte.

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Fazit

Deutscher Filmpreis 2017"Mutige, ungewöhnliche Filme"
Anne Zohra Berrached, Maren Ade und Regisseurin Nicolette Krebitz beim 67. Deutschen Filmpreis. (dpa / Pedersen)

Drei Regisseurinnen haben die Lolas für den besten Spielfilm geholt: Maren Ade erhielt mit "Toni Erdmann" die Lola in Gold, Anne Zohra ("24 Wochen") Silber, Nicolette Krebitz ("Wild") Bronze. Alles "mutige" Filme mit ungewöhnlichen Autorenvisionen, meint unsere Filmexpertin Anke Leweke.Mehr

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