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Mittwoch, 13.12.2017

Kulturnachrichten

Mittwoch, 13. Dezember 2017

"Feminismus" Wort das Jahres in den USA

Online-Suchen nach "Feminismus" um 70 Prozent gestiegen

In einem von Sexismus-Debatten geprägten Jahr hat das Wort "Feminismus" in den USA Hochkonjunktur: Das US-Wörterbuch Merriam-Webster rief den Begriff zum Wort des Jahres 2017 aus. "Feminismus" sei 2017 einer der am häufigsten online nachgeschlagenen Begriffe gewesen. Die Zahl der Online-Suchen nach dem Begriff stieg nach Angaben von Merriam-Webster in diesem Jahr um 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den USA erschütterten in diesem Jahr Belästigungs- und Missbrauchsvorwürfe das Showbusiness, die Medien und die Politik wie nie zuvor. Aber auch der Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump und die Frauenmärsche in mehreren US-Städten lösten ein neues Interesse am Wort "Feminismus" aus.

RTL schafft Doppelspitze ab

Bert Habets wird alleiniger Chef

Die Sendergruppe RTL schafft ihre Doppelspitze ab und macht Bert Habets zum alleinigen Chef des Unternehmens. Sein bisheriger Co-Chef Guillaume de Posch werde seinen Posten niederlegen und nur noch als einfaches Verwaltungsratsmitglied fungieren, teilte RTL in Luxemburg mit. Finanzchef Elmar Heggen bekommt unterdessen eine zusätzliche Funktion als stellvertretender Vorstandschef. Die Änderungen sollen zum bevorstehenden Jahreswechsel in Kraft treten.

Disney-Fox-Deal steht wohl kurz vor Abschluss

Das berichten amerikanische und britische Medien

Nachdem sich US-Kabelanbieter Comcast, der ebenfalls einen Großteil der Assets von 21st Century Fox übernehmen wollte, am Montag aus dem Rennen zurückgezogen hatte, ist der Deal wohl perfekt. Amerikanische und britische Medien berufen sich auf namentlich nicht genannte Personen, die mit dem Deal befasst sind und sehen die offizielle Verkündung für Donnerstag voraus. Danach wird Disney die Film- und TV-Studios von 20th Century Fox, 22 regionale Sport-Kabelprogramme, den Unternehmensanteil von Fox am US-Streamingdienst Hulu, Kabelsender wie FX und National Geographic sowie die Fox-Anteile der Pay-Plattformen Sky in Großbritannien und Star in Indien übernehmen. Das Volumen des Deals wird auf über 60 Milliarden Dollar geschätzt.

Netflix forscht Nutzer aus und macht Witze darüber

Der Internetstreamingdienst veralbert Weihnachtskomödienfans

Der Internetstreamingdienst Netflix hat Wissen über das Sehverhalten seiner Nutzer veröffentlicht und damit für Unmut bei den Kunden gesorgt. Dabei handelt es sich um einen Witz auf Kosten von einigen, die sich an einer romantischen Weihnachtskomödie offenbar nicht satt sehen konnten : "An die 53 Leute, die sich 'A Christmas Prince' in den vergangenen 18 Tagen jeden Tag angesehen haben: Wer hat euch weh getan?" Ein Netflix-Kunde antwortete: "An den Netflix-Mitarbeiter, der jüngst '1984' gesehen hat: Das ist keine Bedienungsanleitung." Dass Netflix seine Nutzer ausliest, ist kein Geheimnis. Doch dieses Wissen zu veröffentlichen, finden viele Kunden nicht akzeptabel. Zumal es sich um Kaufhäuser gehandelt haben könnte, die den Film in der Vorweihnachtszeit in Dauerschleife laufen lassen.

Hindemith-Preis für Clara Iannotta

Die Komponistin ist künstlerische Leiterin der Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik

Die italienische Komponistin Clara Iannotta (34) erhält den Hindemith-Preis 2018. Sie besteche durch eine "ganz eigene, radikale und kompromisslose Musiksprache", sagte der Jury-Vorsitzende Christian Kuhnt, Intendant des Schleswig-Holstein Musik Festivals in Lübeck. Seit 2014 ist Iannotta künstlerische Leiterin der Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik im österreichischen Vorarlberg. Sie komponierte schon für das Münchner Kammerorchester, die Neuen Vocalsolisten Stuttgart, das Arditti Quartett und das Ensemble Nikel. Der Preis erinnert an den Komponisten Paul Hindemith (1895-1963) und fördert herausragende zeitgenössische Komponisten. Er wird seit 1990 im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals verliehen.

Online-Lizenzen für TV und Radio weiterhin begrenzt

Grütters begrüßt Entscheidung des EU-Parlaments

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat die Entscheidung des EU-Parlaments begrüßt, Online-Lizenzen für Fernseh- und Radiosendungen weiterhin einer territorialen Beschränkung zu unterwerfen. Der Beschluss sei voll und ganz im Sinne der europäischen Kreativindustrie, teilte sie mit. Filme müssten refinanzierbar bleiben. Ohne territoriale Lizenzen seien sie das nicht. "Die theoretische grenzenlose Verfügbarkeit läuft völlig ins Leere, wenn keine europäischen Werke mehr entstehen, die unsere kulturelle Vielfalt mit Leben füllen. Gewinner sind dann einzig die großen globalen Konzerne." Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, dass eine Lizenz für die Online-Ausstrahlung von Spielfilmen und Serien in den Mediatheken künftig für alle 28 EU-Staaten gelten sollte. Das EU-Parlament hatte diesen Vorschlag heute abgelehnt.

Michael Rutz neuer Präsident der Guardini-Stiftung

Publizist folgt auf Ludwig von Pufendorf

Der Publizist Michael Rutz wird neuer Präsident der kirchennahen Guardini-Stiftung. Der 66-Jährige arbeitete beim Bayerischen Rundfunk, bevor er 1989 Chefredakteur des Fernsehsenders Sat.1 wurde. Von 1994 bis 2010 stand er an der Spitze der Wochenzeitung "Rheinischer Merkur". Rutz wird Nachfolger von Ludwig von Pufendorf. Der frühere Berliner Kulturstaatssekretär hatte seit 2001 an der Spitze der Stiftung gestanden, die nach dem katholischen Theologen Romano Guardini benannt ist. Seit 1987 fördert sie nach eigenen Angaben den Dialog zwischen Wissenschaft, Kunst und Glauben.

Andreas Beck geht ans Bayerische Staatsschauspiel

Theatermacher Andreas Beck übernimmt Intendanz von Regisseur Martin Kusej

Der Dramaturg und Theatermacher Andreas Beck wird neuer Intendant des Münchner Residenztheaters. Er übernimmt die Leitung des Bayerischen Staatsschauspiels und folgt damit auf Regisseur Martin Kusej, wie der Ministerrat in seiner Sitzung in München beschloss. Der Wechsel findet zum 1. September 2019 statt. Er freue sich darauf, das Residenztheater "konsequent zeitgenössisch zu denken und zu bespielen", erklärte Beck. "Mit Andreas Beck ist es uns gelungen, einen Künstler der Spitzenklasse für München zu gewinnen", lobte Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU). Er sei ein sehr erfahrener Theaterschaffender, der sich an renommierten Häusern einen Namen gemacht habe. Beck ist derzeit Direktor des Theaters Basel. Der Österreicher Kusej, der das Münchner Residenztheater seit 2011 leitet, steigt vorzeitig aus seinem Vertrag aus und wechselt zur Spielzeit 2019/20 ans Wiener Burgtheater.

Goethe-Institut im Ausland stärker nachgefragt

Nutzerzuwächse im zweistelligen Bereich für Sprachkurse und Bibliotheken

Die Angebote der deutschen Goethe-Institute in aller Welt stoßen auf wachsendes Interesse. So seien die Besucherzahlen in den Bibliotheken seit 2012 um 50 Prozent gestiegen, sagte der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann. Die Zahl der Sprachkursteilnehmer im Ausland habe sich im gleichen Zeitraum um 17 Prozent auf zuletzt 242.000 erhöht. Auch die Reichweite im Internet sei um 50 Prozent auf 34,5 Millionen Besuche auf der Homepage pro Jahr gestiegen. Insgesamt gibt es 159 Goethe-Institute in 98 Staaten. Erreicht worden sei dies unter anderem durch Modernisierung der Spracharbeit, gezielte Kampagnen in einzelnen Ländern und Fortbildungsprogramme für Deutschlehrer, hieß es. Ein neues Bibliothekskonzept nehme die Bedürfnisse des analogen und digitalen Arbeitens gleichermaßen in den Blick.

US-Journalist wegen sexuellen Fehlverhaltens gefeuert

Journalist war mit Artikel über Trump-Sprecher Scaramucci bekannt geworden

US-Journalist Ryan Lizza, der mit seiner Berichterstattung den Rauswurf von Trump-Sprecher Anthony Scaramucci mit bewirkt haben soll, ist entlassen worden. Der 43-Jährige habe seinen Job bei der Zeitschrift "The New Yorker" wegen sexuellen Fehlverhaltens verloren, berichten US-Amerikanische Medien. Der "New Yorker" habe kürzlich erfahren, dass Lizza "unangebrachtes sexuelles Verhalten" an den Tag gelegt habe, wird ein Sprecher des "New Yorker" zitiert. Lizza selbst sagte in einer Erklärung, er habe eine "respektvolle Beziehung" zu der Frau gehabt, die die Vorwürfe jetzt erhoben habe. "The New Yorker" war nicht in der Lage, auch nur eine Unternehmensrichtlinie zu nennen, die verletzt wurde", zitiert ihn die "New York Times". Lizza arbeitete seit 2007 als Washington-Korrespondent für das Magazin und trat auch als Analyst im US-Sender CNN auf. Im Juli hatte Lizza einen Artikel geschrieben, der eine mit Schimpfwörtern beladene Kollegen-Beschreibung Scaramuccis dokumentierte. Beobachter vermuten, dass dies mit eine Rolle spielte, als US-Präsident Donald Trump Scaramucci nach nur zehn Tagen als Kommunikationschef feuerte.

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