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Dienstag, 19.06.2018
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 19. Juni 2018

US-Autor Diaz darf an Hochschule MIT zurückkehren

Keine Hinweise auf sexuelles Fehlverhalten

Der US-Schriftsteller und Pulitzer-Preisträger Junot Diaz darf trotz Vorwürfen des sexuellen Fehlverhaltens zur Lehre an das Massachusetts Institute of Technology (MIT) zurückkehren. Es seien keine Hinweise gefunden worden, die Anlass gäben, Diaz' Rolle als Mitglied der Fakultät für Vergleichende Medienwissenschaft und Schreiben einzugrenzen, teilte die Hochschule mit. Seine Rückkehr werde im Herbst zu Beginn des neuen akademischen Jahres erwartet. Die Autorin Zinzi Clemmons und andere Schreiberinnen waren zuletzt mit Berichten über Diaz' Verhalten an die Öffentlichkeit getreten. Clemmons erklärte, er habe sie gewaltsam in die Enge getrieben und geküsst. Anschließend schrieben auch die Autorinnen Carmen Maria Machado und Monica Byrne, sie seien Zielscheibe unangemessenen und aggressiven Verhaltens geworden. Diaz hatte gesagt, die Verantwortung für sein Verhalten in der Vergangenheit zu übernehmen.

"Black Panther" räumt bei MTV-Awards ab

Hauptpreis bei MTV Movie & TV Awards

Der schwarze Superhelden-Hit "Black Panther" hat den Hauptpreis bei den MTV Movie & TV Awards gewonnen und drei weitere Auszeichnungen abgeräumt. Schauspieler Chadwick Boseman, der in dem Film die Rolle des gleichnamigen Superhelden spielt, gewann die Trophäen als bester Held sowie für die beste schauspielerische Leistung in einem Film. Sein Kollege Michael B. Jorden, der in "Black Panther" die Figur Killmonger spielt, gewann den Preis als bester Bösewicht. Der Marvel-Hit war mit sieben Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangen. Die Show im kalifornischen Santa Monica, bei der Fans die Gewinner per Abstimmung wählen, stand ganz im Zeichen von Vielfalt: Als erste schwarze Frau führte Komikerin Tiffany Haddish durch die Verleihung, die dieses Jahr zum 27. Mal stattfand.

Kassel stimmt Kauf von documenta-Obelisk zu

Einigung über Standortfrage ist Voraussetzung

Nach monatelangen Verhandlungen in Kassel über den Ankauf des documenta-Kunstwerks Obelisk hat das Stadtparlament entschieden: Die 16 Meter hohe Steinsäule des nigerianisch-amerikanischen Künstlers Olu Oguibe wird gekauft, sofern es eine Einigung mit ihm über den Standort gibt. Eine Mehrheit im Stadtparlament habe dafür gestimmt und eine Frist für das Ende der Verhandlungen gesetzt, sagte eine Sprecherin der Stadt am Montagabend. Wenn bis Ende Juni keine Einigung mit dem Künstler gefunden wird, soll der Obelisk in Kassels Innenstadt abgebaut werden. Kein Einvernehmen im Parlament gab es allerdings bei der eigentlich entscheidenden Frage, wo das Kunstwerk stehen soll. Oguibe bestand lange Zeit darauf, dass der Obelisk in der Innenstadt auf dem Königsplatz bleibt. Die Stadt lehnte dies ab. Sie will den Platz für weitere documenta-Ausstellungen freihalten.

Kulturpolitiker und Publizist Hermann Glaser gestorben

Glaser wurde 89 Jahre alt

Der Kulturpolitiker und Publizist Hermann Glaser ist tot. Er starb nach Angaben seines Sohnes überraschend in der Nacht zum Montag. Der in Nürnberg geborene Glaser war 26 Jahre lang bis 1990 Kulturdezernent seiner Heimatstadt. 15 Jahre lang hatte er auch den Vorsitz des Kulturausschusses im Deutschen Städtetag inne. Glaser setzte sich für eine demokratische, um die Teilhabe möglichst vieler Menschen bemühte Kulturpolitik ein. 1973 war er Mitbegründer des selbst verwalteten Nürnberger Jugendzentrums KOMM, um den aus seiner Sicht gegängelten Jugendlichen mehr Freiraum zu geben. Das KOMM machte 1981 bundesweit Schlagzeilen, als nach einer Hausbesetzer-Demonstration 140 Jugendliche verhaftet wurden. Am Ende wurden sämtliche Verfahren eingestellt. In den vergangenen Jahrzehnten war Glaser vor allem als Publizist tätig. Er verfasste etwa die "Kulturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland". 2009 erhielt er das Verdienstkreuz am Bande.

Steinmeier eröffnet Thomas-Mann-Haus in Los Angeles

Villa wird transatlantische Begegnungsstätte

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet in der kalifornischen Metropole Los Angeles das Thomas-Mann-Haus als transatlantische Begegnungsstätte. Die ehemalige Villa des Schriftstellers soll künftig als Ort der Debatte und Domizil für Stipendiaten genutzt werden. Die Bundesregierung hatte das Anwesen 2016 gekauft, um es vor dem Abriss zu bewahren. Bei der feierlichen Einweihung soll auch Frido Mann, ein Enkel des Dichters, zugegen sein. Thomas Mann hatte hier zwischen 1942 und 1952 gelebt. Das Anwesen war Treffpunkt Intellektueller wie Theodor Adorno, Albert Einstein oder Lion Feuchtwanger. Hier entstanden auch zahlreiche Rundfunkbeiträge für die BBC, in denen Thomas Mann die deutschen Hörer gegen die Nazi-Diktatur mobilisieren wollte.

Christo stellt Kunstwerk in London vor

Trapezförmige Skulptur aus Ölfässern ist im Hyde Park zu sehen

Der Künstler Christo hat im Londoner Hyde Park sein erstes großes Außenprojekt in Großbritannien vorgestellt: Mitten auf der Serpentine, einem künstlichen See im zentralen Hyde Park, schwimmt "The Mastaba" - eine gigantische Skulptur aus 7506 gestapelten Ölfässern. Das Kunstwerk ist 20 Metern hoch, 30 Meter breit und 40 Meter lang. Das trapezförmige Kunstwerk in Form einer Pyramide mit abgeschnittener Spitze, wurde von den Grabbauten der altägyptischen Kultur inspiriert. Es ist bis zum 23. September auf einer schwimmenden Plattform in der Serpentine zu sehen. Der in Bulgarien geborene Künstler und amerikanische Staatsbürger ist unter anderem mit der Verhüllung des Berliner Reichstags 1995 berühmt geworden, die er mit seiner 2009 gestorbenen Frau Jeanne-Claude verwirklicht hatte. Sein jüngstes Projekt wird von einer Ausstellung der Arbeiten des Künstlerehepaares über die letzten 60 Jahre in der nahe gelegenen Serpentine Galerie begleitet.

Bildhauer Friedrich Werthmann gestorben

Er war der Schöpfer der "Mercator-Kugel" in Duisburg

Der Düsseldorfer Bildhauer Friedrich Werthmann ist tot. Er starb bereits am 9. Juni im Alter von 90 Jahren. Das teilte das Lehmbruck Museum in Duisburg mit, das mehrere seiner Werke besitzt. Werthmann habe eine enge Verbindung zum Museum und zur Stadt Duisburg gepflegt. Eine seiner Skulpturen ist seit langem in der Innenstadt zu sehen: Die "Hommage à Mercator" heißt im Volksmund "Mercator-Kugel" und steht im Zentrum der Stadt. Plastiken von Werthmann stehen auch in den Zentren von Düsseldorf und Wuppertal. Zu seinem 75. Geburtstag hatte ihm das Von der Heydt-Museum in Wuppertal eine Retrospektive in der Kunsthalle Barmen gewidmet. Das Lehmbruck Museum zeigte 1978 eine Einzelausstellung mit dem Titel "Skulpturen".

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