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Kulturnachrichten

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Konzeptkünstler Pawlenski in Psychatrie verlegt

Der Russe hatte Feuer an der Banque de France in Paris gelegt

Der russische Konzept- und Performancekünstler Pjotr Pawlenski ist nach Angaben seines Verlegers in die Psychatrie verlegt worden. In der Nacht zu Montag hatte er Feuer an der Banque de France in Paris gelegt und in einem Kommuniqué auf Twitter seine Aktion erklärt: Die Bank habe, alles andere als zufälligerweise an der Place de la Bastille errichtet, auch deren Platz als Symbol der Macht und Unterdrückung eingenommen und die Banker den Platz der Monarchen in einem System der Versklavung. Die Wiederbelebung eines revolutionären Frankreich soll laut Pawlenski das globale Revolutionsfeuer auslösen. Er wurde nach der Aktion von der Polizei verhaftet. Seit Januar genießt Pawlenski politisches Asyl in Frankreich, nachdem er aus Russland geflohen ist.

Wildlife-Fotografie des Jahres gekürt

Die Wahl fiel auf das Bild eines gewilderten Nashorns mit abgehackten Hörnern

Das Bild eines gewilderten Spitzmaulnashorns mit abgehackten Hörnern ist zur Wildlife-Fotografie des Jahres 2017 gekürt worden. Fotograf Brent Stirton erhielt dafür im Londoner Natural History Museum den "Wildlife Photographer of the Year Award". Der Preis gilt als eine der renommiertesten Auszeichnungen für Naturfotografie. In der Begründung der Jury hieß es, Stirton habe die tragische Szene "beinahe majestätisch" dargestellt. Das Foto sei "symbolhaft für eines der verschwenderischsten, grausamsten und unnötigsten Verbrechen an der Natur". Die Aufnahme stammt aus einem Wildreservat in Südafrika.Das Bild des Nashorns wird von Freitag an zusammen mit 99 weiteren Fotografien in einer Ausstellung in dem Museum in London zu sehen sein. Der Jugendpreis "Wildlife Photographer of the Year 2017" ging an Daniel Nelson für sein Porträt eines Flachlandgorillas aus der Republik Kongo.

Pro Quote Bühne fordert Frauenquote von 50 Prozent

"Die herrschenden Geschlechterverhältnisse sind ein Trauerspiel"

Der Verein Pro Quote Bühne fordert mehr Frauen in künstlerischen Führungspositionen an deutschen Theatern. "Die seit Jahrzehnten herrschenden Geschlechterverhältnisse sind ein Trauerspiel", sagte Angelika Zacek, die gerade am Staatstheater Cottbus inszeniert und eine der Vereinsgründerinnen ist, laut Mitteilung. Zwei aktuellen Studien zufolge - unter anderem in Auftrag gegeben von Kulturstaatsministerin Monika Grütters - werden demnach 78 Prozent der Theater von Direktoren und Intendanten geleitet. Mit über 70 Prozent aller Inszenierungen dominierten Regisseure die großen Bühnen, während das Abonnement-Publikum zu zwei Dritteln aus Frauen bestehe.Der Niedriglohnjob des Soufflierens an deutschen Stadt- und Staatstheatern sei dagegen zu 80 Prozent weiblich besetzt. Regisseurinnen seien zum Großteil auf Nebenspielstätten zu finden und zudem für die Kinder- und Jugendstücke zuständig. Pro Quote Bühne fordert eine Frauenquote von 50 Prozent in allen künstlerischen Theater-Ressorts.

George Saunders erhält Man-Booker-Preis

Wichtigster britischer Literaturpreis geht zum zweiten Mal an US-Amerikaner

In seinem ersten Roman "Lincoln in the Bardo" erzählt der 58-jährige Autor George Saunders von der Nacht, in der der damalige US-Präsident Abraham Lincoln seinen 11-jährigen Sohn zu Grabe tragen musste. Die Jury lobte die Innovation des Romans, der auf paradoxe Weise die eigentlich toten Charaktere zum Leben erwecke. Saunders lässt mehrere Verstorbene zu Wort kommen und reiht geistreiche, zotige, poetische und aufregende Episoden aus dem Leben Lincolns und dem US-Bürgerkrieg, Passagen von Historikern und fiktionalen Charakteren aneinander. Nach der Verleihung der Auszeichnung sagte Saunders, er habe 20 Jahre lang mit sich gehadert, die Geschichte von Lincoln zu erzählen. Der Roman, an dem er vier Jahre lang geschrieben habe, passe nun jedoch punktgenau in die gesellschaftlich gespaltenen USA.

Hausarrest für Serebrennikow verlängert

Premiere in Stuttgart wird ohne russischen Star-Regisseur stattfinden

Ein Moskauer Gericht hat den Hausarrest gegen den unter Betrugsverdacht stehenden Regisseur Kirill Serebrennikow um drei Monate verlängert. Die Maßnahme gelte weiter bis 19. Januar, hieß es am späten Dienstagabend nach Angaben der Agentur Tass. Er wird nicht an der Premiere der Märchenoper "Hänsel und Gretel" an der Stuttgarter Staatsoper am kommenden Sonntag teilnehmen. Der 48-Jährige zählt zu den bekanntesten russischen Regisseuren. Er ist auch international sehr angesehen. Dem Leiter des Moskauer Gogol-Theaters wird in Russland die Veruntreuung staatlicher Förderungen in Höhe von 68 Millionen Rubel, umgerechnet knapp eine Million Euro vorgeworfen. Serebrennikow bestreitet dies. Er wurde im August bei Dreharbeiten in St. Petersburg festgenommen. Auch die Premiere der umstrittenen Ballettaufführung "Nurejew" über den russischen Tänzer Rudolf Nurejew wird ohne den Starregisseur stattfinden. Sie soll am 9. und 10. Dezember im Moskauer Bolschoi-Theater uraufgeführt werden.

Weitere Konsequenzen aus Weinstein-Affäre

Belästigungsvorwürfe führen zu Rücktritten in US-Filmbranche

Der wegen sexueller Belästigungen in Ungnade gefallene US-Filmproduzent Harvey Weinstein hat seinen letzten Posten in seiner früheren Firma aufgegeben. Der 65-Jährige trat gestern aus dem Verwaltungsrat der von ihm mitgegründeten Produktionsfirma zurück, wie aus seinem Umfeld verlautete. Demnach erfolgte der Rücktritt bei einem Treffen von Weinsteins Anwälten mit dem Verwaltungsrat der Weinstein Company in New York. - Der ebenfalls mit Vorwürfen sexueller Belästigung konfrontierte Chef der Amazon-Unterhaltungssparte, Roy Price, zog ebenfalls Konsequenzen: Price sei zurückgetreten, sagte eine Amazon-Sprecherin gestern. Der 51-Jährige war vergangene Woche bereits beurlaubt worden. Gegen ihn erhebt eine Filmproduzentin Belästigungsvorwürfe.
Die US-Schauspielerin Rose McGowan hatte auch Amazon-Chef Jeff Bezos öffentlich angegriffen: Sie habe Price "wieder und wieder" gesagt, dass "HW" sie vergewaltigt habe, ohne dass dieser reagiert habe. "Ich rufe Sie dazu auf, Vergewaltiger, mutmaßliche Pädophile und sexuelle Belästiger nicht weiter zu finanzieren", schrieb die 44-Jährige an Bezos.

Trainer Christian Streich ist "Bücherfreund" 2017

Coach des SC Freiburg wirbt für das Lesen

Fußballtrainer Christian Streich wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels als "Bücherfreund" des Jahres 2017 ausgezeichnet. Der Coach des SC Freiburg sei dafür bekannt, nicht nur im Fußball, sondern auch bei gesellschaftlichen Themen engagiert Position zu beziehen, heißt es in der Begründung der Jury. Außerdem werbe der 52-Jährige in der Öffentlichkeit für das Lesen. Streich wird der Preis am 26. November im Freiburger Literaturhaus verliehen.Das Preisgeld in Höhe von 5000 Euro wird auf Wunsch des SC Freiburg Schulen zur Förderung von Buch- und Leseprojekten zukommen. Der Landesverband Baden-Württemberg des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels hatte den Preis ins Leben gerufen, Streich ist der erste Preisträger.

Joachim Gauck und Siemens-Chef werden geehrt

Sie bekommen den „Preis für Verständigung und Toleranz"

Der „Preis für Verständigung und Toleranz wird in diesem Jahr Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG, und Joachim Gauck, Bundespräsident a.D., verliehen. Die Jury würdigt Joe Kaesers „Engagement zur Förderung von Toleranz, Respekt und Vielfalt bei Siemens; Werte, für die er auch in seinem privaten Umfeld einsteht. Diese Glaubwürdigkeit ist für ihn ein hohes Gut.", heißt es in der Begründung. Joachim Gauck habe sein ganzes öffentliches Wirken unter die Prämisse der Toleranz gestellt, schrieb die Jury. "Dass eine gemeinsame Zukunft durch jeden Einzelnen von uns gestaltet werden muss, dafür sind Sie Beispiel und Vorbild zugleich." Mit dem "Preis für Verständigung und Toleranz" werden seit 2002 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und Politik ausgezeichnet.

Ruf gibt Direktorenposten im Stedelijk Museum ab

Ihre Position war wegen umstrittener Nebentätigkeit unhaltbar geworden

Direktorin des renommierten Amsterdamer Stedelijk Museums, Beatrix Ruf, tritt wegen umstrittener Nebentätigkeiten zurück. Ruf gebe ihren Posten mit sofortiger Wirkung auf, teilte das Museum für moderne Kunst mit. Ihre Position war unhaltbar geworden, nachdem Medien über unerlaubte Nebentätigkeiten berichtet hatten. Die Direktorin hatte verschwiegen, dass sie auch ein eigenes Beratungsunternehmen für Kunstsammler leitet. Zu ihren Kunden gehörten Leihgeber des Museums. Ruf war seit 2014 Direktorin des Stedelijk Museums, das sich mit Schwerpunkt auf Avantgarde europaweit ein Renommee erarbeitet hat. Zuvor war die aus Singen stammende Kunsthistorikerin seit 2001 Leiterin der Kunsthalle in Zürich. Sie gilt als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der internationalen Kunstwelt.

DOK Leipzig mit Rekordzahl an Premieren

113 Filme feiern ihre Welt- oder internationale Premiere

Beim diesjährigen Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm, dem DOK Leipzig, feiern 113 Streifen ihre Welt- oder internationale Premiere. Das ist Rekord. Insgesamt kommen 340 Werke aus 57 Ländern zur Aufführung, wie die Veranstalter mitteilten. Das Filmfest steht unter dem Motto "Nach der Angst". Themenschwerpunkte sind unter anderem die Entwicklung der USA unter Präsident Donald Trump, die Bildsprache des Kommunismus und die Realitätsflucht junger Menschen. Schwerpunktland ist Georgien. Festivalleiterin Leni Paasanen bezeichnete das diesjährige Programm als eine "großartige Kombination" aus Rückschau und Aktualität. Das Festival findet zum 60.Mal statt und dauert vom 30. Oktober bis 5. November.

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Fazit

Filmfestival in SüdkoreaFilme, die Türen öffnen
Filmstars laufen 2016 bei der Eröffnung des 21. Filmfestivals in Busan über den roten Teppich. (imago / stock&people / Yonhap)

Während die USA und Südkorea Kriegsschiffe ins Japanische und Gelbe Meer senden, treffen sich in der südkoreanischen Hafenstadt Busan die Stars der internationalen Filmbranche. Das dortige Filmfestival zeigt, wie das südkoreanische Kino die Trauma der Vergangenheit verarbeitet.Mehr

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