Seit 01:05 Uhr Tonart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 01:05 Uhr Tonart
 
 

Kulturnachrichten

Samstag, 27. Mai 2017

Ökumenischer Jury-Preis in Cannes geht an "Hakari"

Japanischer Film ist auch für die Goldene Palme nominiert

Das japanische Liebesdrama "Hakari" (Radiance) hat beim 70. Filmfestival in Cannes den Preis der Ökumenischen Jury gewonnen. Der Film ermutige zur Wahrnehmung der Welt, zum Dialog und zu offener Begegnung mit anderen Menschen, heißt es in der Begründung der Juroren. Das Drama der japanischen Regisseurin und Drehbuchautorin Naomi Kawase handelt von der Verbindung zwischen einem Kameramann mit Sehschwäche (Masatoshi Nagase) und einer jungen Frau, die sich von der Welt abkapselt (Ayame Misaki). Der Film ist auch für die diesjährige Goldene Palme nominiert. Seit 1974 zeichnet die von den kirchlichen Filmorganisationen SIGNIS und INTERFILM getragene Ökumenische Jury Filme aus dem Programm des Cannes-Festivals aus, die sich in besonderer Weise den christlich-spirituellen Dimensionen menschlicher Existenz widmen.

Schauspieler Toni Bertorelli gestorben

Bertorelli spielte zahlreichen Rollen als Mafioso in TV-Serien und Filmen

Der italienische Schauspieler Toni Bertorelli ist tot. Er habe bereits seit Anfang Mai in einem Krankenhaus in Rom gelegen und sei am Freitag im Alter von 69 Jahren gestorben, berichteten italienische Medien unter Berufung auf Bertorellis Ehefrau Barbara. Der im Piemont geborene Darsteller war vor allem für seine zahlreichen Rollen als Mafioso in TV-Serien und Filmen bekannt. Zuletzt war er in der Fernsehserie "The Young Pope" mit Jude Law in der Hauptrolle zu sehen, wo Bertorelli den Cardinale Caltanissetta spielte. Weitere Auftritte hatte er etwa in Mel Gibsons "Die Passion Christi" und in Marco Bellocchios "Der Prinz von Homburg". Die Beerdigung soll der Witwe zufolge am Montag in Rom stattfinden.

Moritz Rinke kritisiert Luther-Bild

Evangelische Kirche weiche einer Auseinandersetzung mit der Reformation aus

Der Berliner Schriftsteller Moritz Rinke geht mit den Feiern zum Reformationsgedenken hart ins Gericht. Die Evangelische Kirche in Deutschland weiche "einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Reformation einfach aus und feiert die Widersprüche Martin Luthers weg", sagte der Dramatiker der Zeitung "Die Welt". Rinke erhielt nach eigenen Angaben einen Auftrag der EKD, ein Luther-Festspiel zu schreiben, das in diesem Sommer auf dem Wittenberger Marktplatz uraufgeführt werden sollte. Rinke beschäftigte sich ein Jahr mit Luther. Dann jedoch habe die Stiftung Luthergedenkstätten das Projekt ohne Angabe von Gründen abgesagt und den Vertrag mit seinem Verlag aufgelöst. In Rinkes Luther-Festspiel tritt laut der Zeitung unter anderen eine Muslimin als Luthers Mutter auf. Rinke, der von 2012 auch in einem Kuratorium saß, das im Auftrag der EKD Kulturereignisse für die Stadt Wittenberg anregen und organisieren sollte, kritisierte: "Man weiß gar nicht, was bei der EKD größer ist: die Inkompetenz oder die Unfähigkeit, mit einer etwas anderen Sicht auf Luther umzugehen."

Zahlreiche Prominente bei Beerdigung von Chris Cornell

Sänger war vor einer Woche tot in einem Hotelzimmer aufgefunden worden

In Los Angeles haben zahlreiche Prominente dem verstorbenen Soundgarden-Sänger Chris Cornell das letzte Geleit gegeben. An der Beerdigung des Musikers nahmen unter anderem die Schauspieler Brad Pitt und Josh Brolin teil, sowie die Tochter von Elvis Presley, Lisa Marie Presley. Der 52-jährige Cornell war vor gut einer Woche nach einem Konzertauftritt tot in einem Hotelzimmer in Detroit aufgefunden worden. Als offizielle Todesursache nannte der örtliche Gerichtsmediziner Suizid durch Erhängen. Seine Witwe bezweifelt jedoch einen Selbstmord. Der in der US-Westküstenstadt Seattle geborene Sänger zählte zu den Pionieren des sogenannten Grunge. 1984 gründete er die Band Soundgarden, die zusammen mit Nirvana, Alice in Chains und Pearl Jam zu den führenden Bands dieser Bewegung in den späten 80er und frühen 90er Jahren gehörte.

Neuer BE-Intendant Reese plant zeitgenössische Dramen

Claus Peymann verlässt das Haus im Sommer nach 18 Jahren als Intendant

Der designierte Intendant des Berliner Ensembles, Oliver Reese, will aktuelle Stoffe und zeitgenössische Dramen an dem renommierten Theater präsentieren: Dabei sollen auch "die Umwälzungen in Europa" reflektiert werden, kündigte Reese laut Nachrichtenmagazin Focus an. Ihm seien bislang am BE unter Vorgänger Claus Peymann zu viele Klassiker gespielt worden, sagte Reese. Peymanns letzte Inszenierung, Kleists "Prinz Friedrich von Homburg", wolle er aber weiterspielen. Darüber hinaus plane er, Autoren zu beauftragen, "in enger Zusammenarbeit mit dem Haus Stücke zu relevanten Themen der Gegenwart zu schreiben". Der Dramaturg und Autor war zuvor acht Jahre Leiter des Schauspiels Frankfurts. Um den Intendantenwechsel am Berliner Ensemble hatte es in den vergangenen Monaten heftige Kontroversen gegeben. Kritiker warnten unter anderem vor einen starken Personalabbau. Reese übernimmt ab 1.August die Leitung des BE. Peymann verlässt im Sommer nach 18 Jahren als Intendant das von Bertolt Brecht und Helene Weigel gegründete Theater.

Bulgarische Polizei zerschlägt Kunst-Schmugglerbande

Schmuggler handelten mit archäologischen Funden

Die bulgarische Polizei hat 22 mutmaßliche Schmuggler gefasst, die wertvolle antike Kunstgegenstände an Sammler in Westeuropa verkauft haben sollen. Wie das bulgarische Innenministerium mitteilte, wurden bei mehreren Razzien mehr als 5600 Objekte beschlagnahmt, darunter Münzen, Schmuck, Keramik- und Metallgefäße und andere archäologische Funde. Sie stammten teilweise aus der Antike. Die Schmuggler hätten die Objekte ausgegraben, geschmuggelt und verkauft, erklärte das Ministerium. Die meisten stammten demnach von Fundstätten in Bulgarien und der Türkei und sollten an Sammler in Westeuropa verkauft werden, hauptsächlich in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Nach Angaben von Ermittlern erfolgten auch Festnahmen in Frankreich und der Türkei. Bulgarien ist das ärmste EU-Land. Weil den Behörden das Geld für professionelle Ausgrabungen fehlt, werden viele der bedeutsamen archäologischen Fundstätten geplündert. Experten zufolge werden die meisten Objekte ins Ausland geschmuggelt und weltweit in großen Auktionshäusern verkauft.

Schauspieler Fritz Lichtenhahn gestorben

Schweizer TV-und Theaterschauspieler verstarb bereits am Mittwoch

Der Schweizer TV- und Theaterschauspieler Fritz Lichtenhahn ist tot. Der 85-jährige Künstler verstarb am Mittwoch in Hamburg, bestätigte sein Bruder Ernst der dpa. Das Schweizer Radio SRF hatte zuvor von dem Todesfall berichtet. Fritz Lichtenhahn landete mit seiner allerersten Fernsehrolle einen großen Erfolg: Im Dreiteiler "Einmal im Leben - Geschichte eines Eigenheims" von 1972 spielte er den Vater der vom Hausbau geplagten Familie Semmeling. Im Jahr 2002 strahlte das ZDF eine Fortsetzung aus, und wieder spielte der Schweizer die Hauprolle. In der Zwischenzeit wandte sich Lichtenhahn intensiv der Bühne zu, unter anderem am Berliner Schillertheater und dem Thalia Theater in Hamburg. Vor vier Jahren nahm er mit Nadja Tiller das preisgekrönte Hörspiel "Traumrollen" auf, in dem sich die beiden als zwei Bühnen- und Filmlegenden in einem Seniorenheim noch einmal durch die Theatergeschichte spielen. In einer Hamburger Seniorenresidenz starb Lichtenhahn diese Woche, nachdem er dort am 6. Mai mit einem Hauskonzert noch seinen 85. Geburtstag gefeiert hatte, sagte sein Bruder.

Serebrennikow weist Vorwurf der Veruntreuung zurück

Ex-Mitarbeiterin des Regisseurs unter Arrest gestellt

Der russische Starregisseur Kirill Serebrennikow hat die Untreuevorwürfe gegen eines seiner Kunstprojekte als "monströse Ungerechtigkeit" kritisiert. In seiner ersten Äußerung auf die stundenlange Vernehmung durch die Justiz bedankte er sich für die große öffentliche Unterstützung. Am Dienstag hatten maskierte Kräfte des Inlandsgeheimdienstes FSB und der Polizei seine Wohnung und sein Theater in Moskau durchsucht. Sie suchten nach Beweisen für die angebliche Zweckentfremdung von 200 Millionen Rubel öffentlicher Gelder bei einem mehrjährigen Projekt. Serebrennikow gilt in dem Verfahren als Zeuge, er kam wieder frei. Eine Ex-Mitarbeiterin wurde festgenommen, ihr wird Hnterziehung von mehr als 1,2 Millionen Rubel vorgeworfen. Die Frau soll bis Mitte Juli in Gewahrsam bleiben. Kritische russische Medien deuteten das Vorgehen der Staatsmacht als Druck auf den international renommierten, aber unbequemen Künstler. Andere Moskauer Theatermacher solidarisierten sich mit Serebrennikow. Sie trugen den Fall Präsident Wladimir Putin vor, der die Ermittler angeblich als "Idioten" bezeichnete.

Ariana Grande plant Benefizkonzert in Manchester

Reguläre Tour soll am 7. Juni in Paris wieder aufgenommen werden

Die US-Popsängerin Ariana Grande hat angekündigt, zu einem Benefizkonzert für die Opfer des jüngsten Anschlags nach Manchester zurückzukehren. Am Montag hatte sich ein Selbstmordattentäter nach dem Ende eines Konzerts von Grande in die Luft gesprengt und 22 Menschen mit in den Tod gerissen. "Wir werden den Hass nicht siegen lassen", erklärte Grande in New York. «Unsere Antwort auf diese Gewalt muss sein, einander näherzukommen, einander zu helfen, mehr zu lieben, lauter zu singen und freundlicher und großherziger zu leben, als wir es vorher getan haben", erklärte sie weiter. Ein Datum für das Benefizkonzert nannte sie nicht. Nach dem Bombenanschlag hatte Grande ihre Dangerous-Woman-Tour unterbrochen und mehrere Auftritte in Europa abgesagt. Die Tour soll am 7. Juni in Paris wieder aufgenommen werden.

Heinrich-Böll-Preis für Ilija Trojanow

Jury würdigt sein Engagement gegen den Überwachungsstaat und für verfolgte Autoren

Der diesjährige Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln geht an den in Bulgarien geborenen Schriftsteller Ilija Trojanow. Kaum ein anderer Autor setze das politische Engagement von Böll so konsequent und literarisch ambitioniert fort, begründete die Jury ihre Entscheidung, wie die Stadt Köln mitteilte. Die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 24. November im Historischen Rathaus der Stadt Köln verliehen. Ilija Trojanow wurde 1965 in Bulgarien geboren und floh 1971 mit seiner Familie nach Deutschland. In seinem ersten Roman "Die Welt ist groß und Rettung lauert überall" verarbeitete er die Erfahrungen seiner Familie als politische Flüchtlinge.

Kulturnachrichten hören

Januar 2018
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31 1 2 3 4

Fazit

Der Maler und sein berühmter SchülerWürdigung eines Übergangenen
Arno Rink Atelier II, 2011 Öl auf Leinwand 180 x 140 cm Foto Uwe Walter, Berlin courtesy Galerie Schwind, Leipzig, Frankfurt, Berlin VG Bild-Kunst, Bonn 2017 (Uwe Walter / Galerie Schwind Leipzig / VG Bild-Kunst)

Als Maler und Professor hatte Arno Rink die Neue Leipziger Schule maßgeblich geprägt. Mit der Wende sank jedoch der Stern des heute an Krebs erkrankten Künstlers - zu Unrecht, findet dessen berühmtester Schüler Neo Rauch. Der verbeugt sich nun in einer gemeinsamen Ausstellung tief vor seinem Meister.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur