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Kulturnachrichten

Donnerstag, 20. Juli 2017

Madame Tussauds: Beyoncé zu weiß

Museum weist Kritik zurück

Der New Yorker Ableger des Londoner Wachsfigurenmuseums "Madame Tussauds" macht mit einer angeblich zu weißen Beyoncé-Figur von sich reden. Die neue Figur der Popsängerin gleiche ihrer Hautfarbe nach eher Lindsey Lohan, Jessica Simpson, Britney Spears oder Mariah Carey, schrieben Nutzer auf Twitter. Einige verwendeten den Hashtag #TussaudsSoWhite in Anspielung an das Stichwort #OscarsSoWhite, das in der Kontroverse um überwiegend weiße nominierte Schauspieler bei der Oscar-Verleihung genutzt worden war. Das Museum wies die Kritik zurück und erklärte, die Beleuchtung sowie Blitzlichter beim Fotografieren könnten Gründe für abweichende Hauttöne sein. "Unser talentiertes Bildhauer-Team tut alles, um sicherzustellen, dass wir unsere Wachsfiguren mit den dargestellten Prominenten farblich abstimmen", sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Notfallboxen im Landtag Rheinland-Pfalz eingeführt

Schnelle Sicherung von Dokumenten bei Feuer und Wasserschaden

Die rund 20 Millionen Dokumente des Landtags Rheinland-Pfalz können bei Feuer, Hochwasser oder Regenschaden nun schnell gesichert werden. Die Mitarbeiter von Archiv und Bibliothek erhielten Notfallboxen mit zahlreichen Hilfsmitteln. In den Kästen liegen Schwämme, Bürsten, Tüten und Folien für die Archivalien genauso wie Gummistiefel, Overalls, Handschuhe und Masken für die Mitarbeiter. "Wir sind vorbereitet, falls mal ein Unglück passieren sollte", sagte Landtagspräsident Hendrik Hering bei der Übergabe. Er erinnerte an den Einsturz des Kölner Stadtarchivs. In solch einem Fall fehle es oft am Nötigsten wie Taschenlampen und Erste-Hilfe-Sets. Auch seien Aufkleber wichtig, um zu wissen, was sich in welchen Tüten befinde. Der Landtag beherberge zum Beispiel Originalausfertigungen aller Gesetze sowie Dokumente zur Entstehung des Landes.

Centre Pompidou plant Filiale in China

Vertrag für Museum in Schanghai soll demnächst unterzeichnet werden

Das Pariser Centre Georges-Pompidou unterzeichnet demnächst einen Vertrag für eine Filiale in Schanghai. Laut der britischen Zeitung "Guardian" soll das "Centre Pompidou Shanghai (West Bund)" in den ersten fünf Jahren nach seiner Fertigstellung rund 20 Ausstellungen zeigen. Ausgeführt wird der Bau nach Plänen des britischen Stararchitekten David Chipperfield als Seitenflügel des neuen "West Bund Art Museum", das derzeit im ehemaligen Industrieviertel Xuhui entsteht. 2019 soll das chinesische Pompidou seine Tore öffnen. Das Pompidou besitzt bereits eine Filiale, das Centre Pompidou Metz in der lothringischen Hauptstadt, und plant laut "Guardian" weitere in Südkorea und Belgien.

Eisenman-Kunstwerk in Münster beschädigt

"Sketch for a Fountain" ist Teil der "Skulptur.Projekte 2017" 

Unbekannte Täter haben Teile eines Werkes der Skulptur Projekte 2017 in Münster zerstört. In der Nacht zum Donnerstag wurde eine Gipsfigur der Skulptur "Sketch for a Fountain" von Nicole Eisenman beschädigt, wie der Veranstalter mitteilte. Nach Angaben einer Sprecherin werde das Werk jetzt nach Absprache mit der Künstlerin an der beschädigten Stelle ausgebessert. Das Eisenman-Ensemble zeigt am Rande der Promenade in Münster fünf überlebensgroße Figuren aus Gips und Bronze an einem Wasserbecken. Bereits im Juni hatten Unbekannte ein LED-Kunstwerk des japanischen Künstlers Ei Arakawa beschädigt. Bei den nur alle zehn Jahre laufenden Skulptur Projekten werden bis zum 1. Oktober über das ganze Stadtgebiet verteilt 35 Werke von internationalen Künstlern gezeigt.

Denkmalschutzkomitee lädt zu Kulturerbejahr ein

Internetportal www.sharingheritage.de freigeschaltet

Am Europäischen Kulturerbejahr 2018 wollen sich auch in Deutschland zahlreiche Institutionen und Projekte beteiligen. Dazu wurde das Internetportal www.sharingheritage.de mit Informationen zum Europajahr und den ersten rund 30 Projekten in der Bundesrepublik in Potsdam von der Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch, freigeschaltet. Ein im März gestarteter Aufruf zur Beteiligung wurde inzwischen von mehr als 200 Institutionen unterzeichnet. Auf dem Internetportal können auch weitere Vorhaben für das Kulturerbejahr angemeldet werden. Ziel sei, das Verbindende der europäischen Geschichte und Gegenwart über die nationalen Grenzen hinweg in den Mittelpunkt zu stellen und der europäischen Idee so neue Impulse zu geben, betonte Münch. Das Europajahr 2018 steht unter dem englischen Motto "Sharing Heritage", gemeinsam am Erbe teilhaben.

Sängerin Andrea Jürgens gestorben

Ehemaliger Kinderstar erlag akutem Nierenversagen

Die als Kinderstar in den 70er Jahren bekannt gewordene Sängerin Andrea Jürgens ist tot. Sie sei nach kurzer schwerer Krankheit gestorben, teilte ihre Münchner Plattenfirma Telamo mit. Jürgens wurde 50 Jahre alt. Die vom Erfolgsproduzenten Jack White entdeckte Sängerin wurde in den Siebzigern zum Kinderstar. Zu ihren erfolgreichsten Liedern zählten "Und dabei liebe ich euch beide", "Ein Herz für Kinder" oder "Ich zeig dir mein Paradies". Nachdem Jürgens als Erwachsene einige Jahre keine neuen Lieder veröffentlicht hatte, gelang ihr vor einigen Jahren ein Comeback in der Schlagerszene. Ihr im vergangenen Jahr erschienenes Album "Millionen von Sternen" schaffte es in die Top Ten. Eine im vergangenen Herbst gestartete Tournee musste Jürgens aus gesundheitlichen Gründen abbrechen.

Türkisches Gericht ordnet U-Haft für Regisseur an

Ali Avci hatte einen Film über den Putschversuch in der Türkei gedreht

Ein türkisches Gericht hat laut einem Bericht der Zeitung "Hürriyet" Untersuchungshaft für einen prominenten Regisseur angeordnet, der einen Spielfilm über den gescheiterten Putschversuch vor einem Jahr gedreht hat. Dem in der vergangenen Woche in Istanbul festgenommenen Filmemacher Ali Avci werde von dem Gericht die "Leitung einer bewaffneten Terrorgruppe" zur Last gelegt, berichtete die Zeitung "Hürriyet". Avcis Filmprojekt hatte in der Türkei hohe Wellen geschlagen. In einer Vorschau zu dem Spielfilm "Uyanis" ("Erwachen") war zu sehen, wie die Familie von Präsident Recep Tayyip Erdogan getötet wird, während der Staatschef mit einer Waffe bedroht wird. Tatsächlich waren Erdogan und seine Familie bei dem fehlgeschlagenen Umsturzversuch unbeschadet davongekommen. Die Behörden verdächtigen nun Avci, Anhänger des islamischen Predigers Fetullah Gülen zu sein. Die türkische Regierung wirft der Gülen-Bewegung vor, für den Putschversuch am 15. Juli 2016 verantwortlich zu sein. Avci hatte auch eine filmische Biografie Erdogans gedreht: "Reis" ("Oberhaupt") war im April in die Kinos gekommen, kurz vor dem Verfassungsreferendum über das Präsidialsystem in der Türkei. Der Film erregte weltweit mediale Aufmerksamkeit. Kritiker hielten Avci damals vor, er habe einen Propagandafilm für Erdogan gedreht.

Malaysia verbietet Song "Despacito"

Islamische Partei Amanah Negara hatte Beschwerde eingelegt

Malaysia hat die Ausstrahlung des äußerst populären Songs "Despacito" in staatlichen Radio- und Fernsehsendern verboten. Das Verbot bezieht sich nicht auf private Sender, YouTube oder die Musikstreaming-Dienste, die den Erfolg des spanischsprachigen Lieds der puerto-ricanischen Künstler Luis Fonsi und Daddy Yankee ankurbeln. Der Song sei wegen einer öffentlichen Beschwerde, der Liedtext sei obszön, überprüft und verboten worden, sagte Kommunikationsminister Salleh Said Keruak. Er will, dass private Radiosender den Song aus Rücksicht auf die örtliche Kultur selbst zensieren. Die islamische Partei Amanah hat den Song angeprangert und gefordert, dass er nicht von malaysischen Sendern ausgestrahlt werde, da viele junge Kinder das Lied sängen, ohne den Text zu verstehen. Das Lied wurde im Januar veröffentlicht. Das Original und ein Remix mit Justin Bieber bilden zusammen den am häufigsten gestreamten Song aller Zeiten.

Leichnam von Dalí wird exhumiert

Mögliche Vaterschaft soll aufgeklärt werden

Der Leichnam des legendären spanischen Surrealismus-Künstlers Salvador Dalí wird heute exhumiert. Knapp drei Jahrzehnte nach seinem Tod werde Dalí um 20 Uhr abends aus seiner letzten Ruhestätte geholt, teilte die Gala-Salvador-Dalí-Stiftung mit. Eine Richterin in Madrid habe diese Maßnahme angeordnet, um eine Vaterschaftsklage zu klären. Eine Frau aus dem katalanischen Gerona hatte die Klage eingereicht. Sie versichert, ihre Mutter habe Mitte der 1950er Jahre eine heimliche Liebesbeziehung zu Dalí gehabt. Durch ein DNA-Abstammungs-Gutachten soll geklärt werden, ob der Künstler wirklich der Vater ist. Die Dalí-Stiftung zweifelt an den Angaben der Frau. Medienberichten zufolge soll sie an psychischen Problemen leiden. Die Richterin hingegen argumentiert, dass die Exhumierung notwendig sei, da "keine anderen biologischen oder persönlichen Überreste existieren, um einen Abgleich vorzunehmen".

Radiohead gibt trotz Boykottaufrufs Konzert in Israel

In offenem Brief hatten Künstler aufgerufen das Konzert abzusagen

Trotz eines Boykottaufrufs von Künstlerkollegen hat die britische Rockband Radiohead ein Konzert in Israel gegeben. Die Musiker um Sänger Thom Yorke traten am Mittwochabend vor zehntausenden Fans in Tel Aviv auf. In einem offenen Brief hatten zahlreiche Künstler, darunter Pink-Floyd-Musiker Roger Waters, Radiohead aufgerufen, das Konzert abzusagen. Zahlreiche Künstler weigern sich aus politischen Gründen, in Israel aufzutreten. Sie protestieren damit gegen die israelische Besatzung der Palästinensergebiete. Vergangene Woche hatte Radiohead-Sänger Yorke die Entscheidung für das Konzert verteidigt. Die Band trete seit mehr als 20 Jahren in Israel auf, in dieser Zeit habe es viele Regierungen gegeben, schrieb er auf Twitter. Dies gelte auch für die USA. "Wir unterstützen Netanjahu nicht mehr als Trump, aber wir spielen immer noch in den USA."

Frau entgeht Anklage wegen Mini-Rock-Video

Saudische Frau nach mehrstündiger Befragung auf freiem Fuß

Eine Frau in Saudi-Arabien ist nach einer mehrstündigen Befragung wegen eines Internet-Videos, das sie in einem Minirock in der Öffentlichkeit zeigt, Behördenangaben zufolge wieder frei. "Die saudische Polizei entließ eine Frau, die für einige Stunden befragt worden war", heißt es in einer Stellungnahme des Informationsministeriums in Riad. Sie hatte demnach ausgesagt, dass das Video ohne ihr Wissen veröffentlicht worden sei. Anklage werde nicht erhoben. Im ultrakonservativen Saudi-Arabien hatte das nur wenige Sekunden lange Video, das laut Polizei und Berichten in der alten Stadt Uschaikir entstand, für Aufregung gesorgt. Es zeigt eine junge Frau in Minirock und knappem Top, die einen Weg entlang geht - ohne das für Frauen in dem Land vorgeschriebene wallende Gewand. Das Video verbreitete sich viral und löste viele Reaktionen zwischen Ablehnung und Jubel aus. Das Staatsfernsehen hatte daraufhin am Dienstag berichtetet, die Frau sei in Gewahrsam genommen worden.

Facebook plant Bezahlfunktion

Erste Testläufe sollen im Oktober beginnen

Facebook verfolgt einem Medienbericht zufolge Pläne, journalistische Inhalte hinter eine Bezahlschranke zu bringen. Erste Tests sollen im Oktober beginnen, zitiert das Finanzmagazin "The Street" die Facebook-Managerin Campbell Brown. Demnach könnten Facebooks Instant Articles für Nutzer bald nur noch im Abo verfügbar sein, bis zu zehn Artikel sollen aber frei zugänglich bleiben. Bei Instant Articles bleiben die Nutzer auf der Facebook-Plattform und werden nicht auf die Seiten der jeweiligen Medien weitergeleitet. Das soll einen schnelleren und einfacheren Zugriff ermöglichen. Das Interesse an einem Bezahlmodell für journalistische Inhalte sei bei vielen Zeitungen und digitalen Verlagen sehr groß, sagte Brown, die seit Januar das Geschäft mit Medienpartnern bei Facebook leitet. Zeitungen wie die "Washington Post" oder die "New York Times" bieten ihren Lesern über die Social-Media-Plattform bereits bis zu zehn Artikel gratis an und fordern dann zum Abschluss eines Abos auf. Facebook wird von einer Allianz von Medienhäusern in den USA seit längerem vorgeworfen, von den journalistischen Inhalten auf der Plattform zu profitieren, während die Verlage kaum Einfluss auf die Art der Nutzung hätten.

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