21. Oktober 2018

Kulturnachrichten

Sonntag, 21. Oktober 2018

Feier in Naumburg zur Übergabe der Unesco-Urkunde

Naumburger Dom zählt zu den bedeutendsten Kathedralbauten des Hochmittelalters

Die Aufnahme des Naumburger Doms in die Unesco-Welterbeliste wird heute in der Stadt an der Saale mit einem Bürgerfest und Festakt gefeiert. Anlass ist die Übergabe der Anerkennungsurkunde der Unesco. Dazu werden unter anderem die Staatsministerin für internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering (SPD), und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) erwartet. Im Juli hatte das Welterbekomitee den Dom als 44. Unesco-Welterbestätte in Deutschland ausgezeichnet. Der Naumburger Dom zählt zu den bedeutendsten Kathedralbauten des Hochmittelalters. Die spätromanisch-frühgotische Architektur ist bis heute weitgehend unverändert geblieben. Weltbekannt sind etwa die Stifterfiguren des sogenannten Naumburger Meisters im Westchor des Doms, darunter die Uta von Naumburg.

Stiftung begrüßt Kompromiss bei Benin-Bronzen

Bronzen werden in Nigeria gezeigt

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, hat den Kompromiss im langjährigen Streit um die Benin-Bronzen begrüßt. "Es zeigt sich, wie wichtig das gemeinsame Gespräch ist, die Offenheit, aufeinander zuzugehen und lösungsorientiert zu denken", erklärte Parzinger laut Homepage der Stiftung. Eine Gruppe von neun europäischen Museen hatte sich nach Gesprächen mit nigerianischen Partnern darauf verständigt, einige der in der Kolonialzeit geraubten Bronzen in einem künftigen Museum in der nigerianischen Stadt Benin City auszustellen. Die Preußenstiftung, die auch umstrittene Stücke in ihrer Sammlung hat, unterstützt laut Parzinger das Projekt. Die Benin-Bronzen, wichtige Kunstwerke aus dem heutigen Nigeria, waren in der Kolonialzeit von den Briten geraubt und später an Museen in aller Welt verkauft worden. Seit Jahren wird um eine mögliche Rückgabe an Nigeria gestritten.

Nationaltheater Mannheim: Land gibt 40 Millionen Euro

Betrag reicht aber nicht für die Sanierung

Zur Generalsanierung des Mannheimer Nationaltheaters plant das Land Baden-Württemberg 40 Millionen beizutragen. Das habe die Haushaltskommission, in der Vertreter der Regierung und der Regierungsfraktionen sitzen, beschlossen, teilte die Mannheimer Landtagsabgeordnete Elke Zimmer mit. Damit klafft nun eine Lücke in den Finanzplanungen. SPD-Landtagsfraktionschef Andreas Stoch hatte die grün-schwarze Landesregierung im August aufgefordert, sich mit 80 Millionen Euro zu beteiligen. In dieser Höhe will sich nämlich der Bund an den geschätzten Kosten für die Sanierung des Theaters und die Ersatzspielstätten beteiligen. Ebenfalls 80 Millionen plant die Stadt zu zahlen. Insgesamt werden etwa 240 Millionen Kosten veranschlagt.

Kritik an Konzert-Absage im Bauhaus reißt nicht ab

Band will auf jeden Fall am 6. November in Dessau-Roßlau auftreten

Nach der Absage des Konzerts der linken Punkband Feine Sahne Fischfilet im Bauhaus Dessau reißt die Kritik an der Entscheidung nicht ab. "Es darf niemals der Eindruck entstehen, dass der Druck der rechtsextremistischen Szene ausreicht, ein Konzert zu verhindern", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Der diesjährige Vorsitzende des Bauhaus Verbundes, Berlins Kultursenator Klaus Lederer, schrieb in einem Brief an die Mitglieder des Museumsverbandes, er widerspreche entschieden den Äußerungen der Stiftung Bauhaus Dessau, das Bauhaus sei ein "bewusst unpolitischer Ort". Die Kunstschule fordere nach ihren eigenen Erfahrungen in der Nazi-Zeit und der DDR zu einer klaren Haltung gegen alle Einschüchterungsversuche auf. Feine Sahne Fischfilet kündigte an, auf jeden Fall am 6. November in Dessau-Roßlau aufzutreten.

Hälfte der Lehrer hält digitale Medien für überschätzt

"Entscheidend für den Lernerfolg bleibt die Persönlichkeit des Lehrers"

Die Hälfte der Lehrer in Deutschland hält einer Studie zufolge den Einsatz digitaler Medien an Schulen für überbewertet. In ihren Kollegien gebe es zu 50 Prozent Vorbehalte gegen digitale Medien, erklärten 1471 Schulleiter im Schulleitungsmonitor der Universität Essen-Duisburg, wie die "Rheinische Post" berichtete. Auftraggeber der Studie war demnach die Wübben-Stiftung, die sich die Förderung benachteiligter Kinder auf die Fahnen schreibt. Die Stiftung sieht die Einstellung der Lehrer dem Bericht zufolge als Problem. "Dass der Schulleitungsmonitor diese Diskrepanz aufdeckt, halte ich für bedenklich, zeigt er doch, dass zu viele Schulleiterinnen und Schulleiter die Herausforderungen der Gegenwart nicht realisiert haben", sagte Hauptgeschäftsführer Markus Warnke dem Blatt. Dagegen sagte der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meininger, die Lehrerschaft sei sich einig, eine bessere digitale Ausstattung der Schulen zu wollen. Die Schulen könnten sich bei der Digitalisierung nicht rausnehmen. Skepsis gebe es aber in der Frage, ob die Schüler durch digitale Stoffvermittlung besser abschnitten. "Entscheidend für den Lernerfolg bleibt die Persönlichkeit des Lehrers", sagte Meidinger.

Rollenverteilung für Passionsspiele steht fest

Nur Oberammergauer dürfen mitspielen

Die angekündigte Überraschung ist perfekt. Mit Cengiz Görür wird erstmals ein Oberammergauer Muslim mit türkischen Wurzeln eine Hauptrolle im weltberühmten Passionsspiel übernehmen. Er teilt sich die Rolle des Judas mit Martin Schuster, wie bei der Vorstellung der Hauptdarsteller für die Passion 2020 bekanntgegeben wurde. Zudem wird der türkischstämmige Muslim Abdullah Karaca, der zugleich zweiter Spielleiter ist, als Nikodemus zu sehen sein. Er teilt sich diese Rolle mit Jonas Konsec. Als Jesus wird wie bereits 2010 Frederik Mayet auftreten, der Pressesprecher des Münchner Volkstheaters. Mitmachen darf nur, wer in Oberammergau geboren und aufgewachsen ist oder seit mindestens 20 Jahren im Dorf wohnt.