18. Juli 2018

Kulturnachrichten

Mittwoch, 18. Juli 2018

Teuerster chinesischer Film aller Zeiten floppt

Fantasy-Epos "Asura" nach drei Tagen aus Kinos verbannt

Der teuerste chinesische Film aller Zeiten ist an den Kinokassen grandios gefloppt. Die nach Angaben amtlicher Medien umgerechnet knapp 96 Millionen Euro teure Produktion "Asura" ist am Sonntag aus den Kinos verbannt worden. Nach ihrem Kinostart am Freitag hatte sie gerade einmal rund sechs Millionen Euro eingespielt, wie die chinesische Ticketbörse Maoyan am Dienstag mitteilte. Die Filmemacher hatten daher nun mitgeteilt, der Film werde nun nicht mehr gezeigt. Das Fantasy-Epos mit vielen Spezialeffekten sollte der erste Teil einer Trilogie werden. Er basiert auf der tibetisch-buddhistischen Mythologie und ist Teil der staatlichen Bemühungen, Werke mit Elementen traditioneller chinesischer Kultur zu fördern. Mit einem geschätzten Verlust von rund 90 Million Euro ist "Asura" der fünftteuerste Flopp der Filmgeschichte. Spitzenverlierer ist demnach der US-Zeichentrickfilm "Sindbad - Der Herr der Sieben Meere".

Trauer um Pop-Art-Künstlerin Christa Dichgans

"Schlachtfelder gelebten Lebens" nannte sie ihre Werke

Die Künstlerin Christa Dichgans ist mit 78 Jahren in Berlin gestorben. Sie galt als eine der wichtigsten weiblichen Vertreterinnen der Pop-Art. Wie ihre Galerie Contemporary Fine Arts mitteilte, erlag die Berlinerin am Samstag einer langen, schweren Krankheit. Bekannt wurde Dichgans schon früh durch ihre an der Pop-Art orientierten Bilder von Spielzeuganhäufungen, die in New York entstanden. Später konzentrierte sie sich auf Porträts und oft auf das Thema Stadt. "Aus Spielzeuganhäufungen wurden im Laufe ihrer malerischen Entwicklung Schlachtfelder - auch des gelebten Lebens", so die Galerie. 1940 in Berlin geboren und in Düsseldorf aufgewachsen, hatte Dichgans an der Hochschule der Künste in Berlin studiert. Nach Stipendien-Aufenthalten in New York und Florenz lebte sie wieder in Berlin. 2010 waren ihre Arbeiten in der einflussreichen Ausstellung "Power Up Female Popart" in der Kunsthalle Wien vertreten.

Peruanischer Charango-Musiker Jaime Guardia tot

Er wurde 85 Jahre alt

Der peruanische Charango-Spieler Jaime Guardia, eine Ikone der Andenmusik Südamerikas, ist tot. Der Musiker starb gestern im Alter von 85 Jahren in Lima.
In rund sieben Jahrzehnten Karriere nahm Jaime Guardia mit seiner Band "La Lira Paucina" mehr als 60 Alben auf und stand weltweit auf der Bühne. Guardia sang auf Spanisch und auf Quechua. Er gehörte zu den angesehensten Spielern an der Charango - einer Art Mini-Gitarre, deren halbrunder Korpus früher aus dem Panzer eines Gürteltieres bestand. Die Musik brachte sich Guardia, der in der Region Ayacucho in den Anden Perus geboren wurde, selbst bei. Später bildete er mehrere der wichtigsten Charango-Spieler Perus aus.

Übersetzerpreis für Olivier Mannoni

Der Deutsch-Französische Übersetzerpreis wird seit 2005 verliehen

Der französische Übersetzer Olivier Mannoni erhält den diesjährigen Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis. Mannoni werde für die Übertragung so unterschiedlicher Autoren wie Martin Suter, Frank Witzel oder Milena Michiko Flasar ins Französische ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. In der Begründung der Jury hieß es, Mannonis Übersetzungen zeitgenössischer deutschsprachiger Literatur läsen sich wie französische Originaltexte. Mannoni wurde 1960 geboren. Er hat mehr als 200 Werke ins Französische übertragen, neben Belletristik auch historische und philosophische Texte etwa von Hans Blumenberg und Peter Sloterdijk. Der Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis wird seit 2005 abwechselnd an deutsche und französische Übersetzer verliehen.Träger sind unter anderem der Saarländische Rundfunk und die Stadt Sulzbach.

Enkel von Thomas Mann Ehrenstipendiat

Frido Mann reist 2019 als Ehrenstipendiat nach Kalifornien

Der Psychologe und Schriftsteller Frido Mann (77), Lieblingsenkel von Thomas Mann, wird im kommenden Jahr als Ehrenstipendiat ins Haus seines Großvaters in Kalifornien reisen. Zudem wählte der Beirat sieben renommierte Wissenschaftler und Intellektuelle für ein reguläres Stipendium aus - darunter den Philosophen Armen Avanessian, den Journalisten Andreas Platthaus und den Forscher für Künstliche Intelligenz Damian Borth. Der Schauspieler und Autor Burghart Klaußner wird sein Fellowship aus dem Jahr 2018 nachholen. Das 2016 von Deutschland erworbene Haus Thomas Manns in Los Angeles soll den geistigen und kulturellen Austausch über den Atlantik hinweg stärken. Es war während der NS-Zeit ein wichtiger Treffpunkt für deutsche Intellektuelle im Exil. Seit 2018 läuft dort ein Residenzprogramm, das vom Auswärtigen Amt, der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und mehreren Stiftungen finanziert wird.