Seit 20:03 Uhr Konzert
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 20:03 Uhr Konzert
 
 

Kulturnachrichten

Donnerstag, 7. September 2017

Feministische Autorin Kate Millett gestorben

Sie wurde 82 Jahre alt

Die feministische Autorin und Aktivistin Kate Millett ist tot. Sie sei am Mittwoch im Alter von 82 Jahren während einer Reise in Paris an einer Herzattacke gestorben. Milletts französischer Verlag bestätigte den Tod der Autorin, nannte aber keine Einzelheiten. Die 1934 in St. Paul im US-Staat Minnesota geborene Millett wurde vor allem durch ihr Buch "Sexual Politics" bekannt. Darin beschrieb sie die jahrtausendelange rechtliche, politische und kulturelle Ablehnung und Benachteiligung von Frauen. Das Werk kam 1970 heraus, wurde intensiv diskutiert und gilt bis heute als einer der Gründungstexte für Kultur- und Genderstudien. In Deutschland erschien es unter dem Titel "Sexus und Herrschaft. Die Tyrannei des Mannes in unserer Gesellschaft".

Remarque-Preis-Jury fordert Ausreise für Asli Erdogan

Türkische Schriftstellerin kann Friedenspreis sonst nicht entgegennehmen

Die Akteure des Osnabrücker Remarque-Friedenspreises appellieren in einem Brief an den türkischen Präsidenten Erdogan, die Schriftstellerin Asli Erdogan zur Preisverleihung ausreisen zu lassen. Die türkische Autorin war mit einem mittlerweile aufgehoben Reiseverbot belegt worden, und kann nicht ausreisen, da die türkischen Behörden die Rückgabe ihres Reisepasses verweigern. Im vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels veröffentlichten Brief erinnern die Unterzeichner den türkischen Präsidenten an seine Aussage, dass die Türkei ein Rechtsstaat sei: "Bitte setzen Sie dazu ein Zeichen! Sorgen Sie dafür, dass die Bänder zwischen unseren Ländern nicht abreißen, indem Sie den Bürgerinnen und Bürgern der Türkischen Republik die Freiheit gewähren, unser Land besuchen zu können." Der Brief ist unterzeichnet von den beiden Jurymitgliedern Wolfgang Griesert, Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück und Wolfgang Lücke, Präsident der Universität Osnabrück, sowie Alexander Skipis, dem Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und Laudator für Asli Erdogan. Asli Erdogan soll am 22.September den Erich-Remarque-Friedenspreis in Osnabrück entgegennehmen.

Wissenschaftler erforschen europäische Kirchenportale

Einzigartiges Projekt vereint Geisteswissenschaftler und Techniker

Forscher der Universität Bamberg untersuchen die Portale von fünf großen Kathedralen. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Kunsthistorikern, Bauforschern und Restaurierungswissenschaftlern soll mehr über die Baugeschichte, Glauben und Religiosität im Mittelalter herausgefunden werden. Diese Kooperation sei weltweit einzigartig, sagte Projektleiter Stephan Albrecht und erläuterte: "Zusammen erfahren wir viel mehr als einer alleine". Die Kirchen, deren Portale untersucht werden, sind Notre Dame in Paris, das Bischofs- und Singertor des Wiener Stephandoms, das Petersportal am Kölner Dom, das Gerichtsportal der Kathedrale von Laon in Frankreich und die Gnadenpforte des Bamberger Doms. Ergebnisse der Forschungsarbeiten sollen 2018 unter anderem in Köln und Freiburg gezeigt werden. Das Vorhaben wird vom Bundesforschungsministerium mit 800.000 Euro gefördert.

Medienkunstprojekt mit China in Karlsruhe geplant

Zentrum für Kunst und Medien will internationale Kunstsammlung aufbauen

Das Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) will mit dem chinesischen Bauunternehmer Chai Zhikun aus Peking eine internationale Sammlung von Medienkunst aufbauen. "Globalisierung bedeutet, dass Europa nicht mehr das Zentrum der Welt bildet", sagte ZKM-Vorstand Peter Weibel bei der Vorstellung der Kooperation. Mit der neuen Partnerschaft will die Kulturinstitution ihr internationales Profil schärfen und ihre Handlungsfähigkeit als sammelnde Institution stärken. Geplant ist, dass das ZKM sein Know-how mit einer der größten europäischen Medienkunstsammlungen beisteuert und die chinesische New Media Arts Foundation den Ankauf neuer Kunstwerke bezahlt. Das Zentrum für Kunst und Medien umfasst bisher zwei Museen, drei Forschungsinstitute und eine Mediathek und verbindet so und mit Ausstellungen und Veranstaltungen die Medienforschung und Medienproduktion.

Werle erhält deutsch-französischen Übersetzerpreis

Simon Werle wird für Neuübersetzung von "Les Fleurs du Mal" geehrt

Der Schriftsteller und Übersetzer Simon Werle erhält den deutsch-französischen Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis. Der aus dem saarländischen Freisen stammende Autor werde für sein Lebenswerk und seine kürzlich erschienene Neuübersetzung des Gedichtszyklus "Les Fleurs du Mal" von Charles Baudelaire ausgezeichnet, teilten die Stadt Sulzbach, der Saarländische Rundfunk und die Stiftung der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes mit. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird mittlerweile zum 13. Mal vergeben. Die Auszeichnung wird in Erinnerung an den Sulzbacher Schriftsteller und Übersetzer Eugen Helmlé vergeben. Der Preis zeichnet die Übersetzungsleistung aus dem Deutschen ins Französische beziehungsweise aus dem Französischen ins Deutsche aus.

Künstler für Erhalt von Gomringer-Gedicht

Hochschule hat bereits Wettbewerb für Fassadenneugestaltung ausgeschrieben

Nach der Fürsprache des Autorenverbandes PEN plädieren weitere Künstler und Wissenschaftler in einem offenen Brief für den Erhalt des Gedichtes „Avenidas" von Eugen Gomringer an der Fassade der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin.
„Wer hätte jemals gedacht, dass großartig vereinfachte, eine schwerelose Atmosphäre erzeugende Wortkunst feministischer Ideologie zu Opfer fallen würde", schreiben die Unterzeichner des Briefes. Zudem mangele es den Kritikern des Gedichtes an einer sachlichen Betrachtung auf Leitideen progressiver Poesie der fünfziger Jahre. Der schweizerische Dichters Eugen Gomringer hatte sein Gedicht 1953 veröffentlicht. Nachdem der Asta der Alice-Solomon-Hochschule ndas Gedicht öffentlich als sexistisch bezeichnet hatte, will die Hochschulleitung es entfernen lassen. Der Akademische Senat der Hochschule hat bereits einen Wettbewerb zur Neugestaltung der Fassade ausgeschrieben.

Private Denkmalbesitzer wollen mehr Unterstützung

Denkmalbesitzer: Bundesländer drücken sich vor Verantwortung

Vor dem bundesweiten Tag des Offenen Denkmals haben private Denkmalbesitzer mehr Unterstützung gefordert. Private Denkmalbesitzer würden mit den Problemen des Erhaltungsaufwands nur allzu oft allein gelassen, erklärte die Aktionsgemeinschaft Privates Denkmaleigentum (APD) in Berlin. Der Sanierungsaufwand übersteige die finanziellen Möglichkeiten der Besitzer zumeist um ein Vielfaches. "Die für die Unterstützung der Denkmalerhaltung zuständigen Bundesländer drücken sich vor ihrer Verantwortung", kritisierte APD-Geschäftsführer Hubertus von Dallwitz. Die Denkmalfördertöpfe seien viel zu klein. Nur Bayern und Baden-Württemberg hätten Förderetats im zweistelligen Millionenbereich.

Ehren-Oscars für Donald Sutherland und Agnès Varda

Auszeichnungen werden im November in Los Angeles verliehen

Der kanadische Schauspieler Donald Sutherland und die in Belgien geborene Regisseurin Agnès Varda werden im November mit einem Ehren-Oscar ausgezeichnet. Wie die Filmakademie Academy Of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles mitteilte, sollen auch der amerikanische Kameramann Owen Roizman und US-Filmemacher Charles Burnett geehrt werden. Die feierliche Gala findet am 11. November in Hollywood statt. Sutherland ("Wenn die Gondeln Trauer tragen", "MASH", "Die Tribute von Panem") ist eine Legende im Filmgeschäft. Weit über 170 Rollen hat der Vater von "24"-Star Kiefer Sutherland gespielt, einen Oscar gewann er bislang nicht. Varda gilt als Pionierin des französischen Autorenkinos. Mit Filmen wie "La Pointe Courte" und "Cléo de 5 à 7" wurde sie zur "Mutter der Nouvelle Vague". Roizman war für seine Kameraarbeit fünfmal Oscar-nominiert, hat den Preis aber nie gewonnen. Zu seinen gefeierten Filmwerken zählen "French Connection - Brennpunkt Brooklyn", "Der Exorzist" und "Wyatt Earp". Der schwarze Filmemacher Burnett machte sich durch Filme wie "Schafe töten" und "Zorniger Schlaf" einen Namen.

Kulturnachrichten hören

September 2017
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur