Seit 06:20 Uhr Wort zum Tage
 

Samstag, 16.12.2017
 
Seit 06:20 Uhr Wort zum Tage

Kulturnachrichten

Sonntag, 26. November 2017

"Kritischer Journalismus" ausgezeichnet

Lew-Kopelew-Preis an Can Dündar und Lew Gudkow

Der frühere Chefredakteur der türkischen Zeitung "Cumhuriyet", Can Dündar, ist in Köln mit dem Lew-Kopelew-Preis geehrt worden. Der Journalist teilt sich die undotierte Auszeichnung mit dem russischen Soziologen Lew Gudkow. Die Preisträger setzten sich für einen kritischen Journalismus und eine unabhängige Wissenschaft ohne Angst vor den zu befürchtenden Repressionen ein, begründete das Lew-Kopelew-Forum die Entscheidung. Der frühere Bundespräsident Gauck würdigte die beiden Preisträger als Persönlichkeiten, die für die Freiheit des Wortes und die Freiheit der Forschung stünden.

US-Schauspieler Rance Howard ist tot

Das Oberhaupt einer bekannten Hollywood-Familie ist mit 89 Jahren gestorben

Der US-amerikanische Schauspieler Rance Howard war Patriarch einer der bekanntesten Schauspielfamilien Hollywoods. Sein ältester Sohn ist der Regisseur und Oscarpreisträger Ron Howard. Rance Howard spielte in Dutzenden Filmen mit - darunter allein 15 unter der Regie seines Sohnes Ron, beispielsweise auch in "A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn", einem oscarprämierten Meisterwerk von Ron.

"Dark"-Regisseur kritisiert nischenloses Denken

bo Odar: Serien müssen in Nischen spielen

"In Deutschland wird zu wenig in Nischen gedacht", sagte der Regisseur Baran bo Odar der "Welt am Sonntag". Alle erfolgreichen Serien seien Nischenserien, sagte er weiter. "Mad Men" etwa spiele im Milieu der New Yorker Werbebranche in den 60er Jahren. "Breaking Bad" sei "wahnsinnig nischig". Dagegen sei es das Grundproblem bei deutschen Filmprodukten, "dass sie nie nischig genug denken": "Das Fernsehen versucht immer, so viel abzudecken, statt zu sagen, lass uns ganz speziell sein, am Anfang nur wenige anzusprechen und darauf zu vertrauen, dass es sich, wenn's gut ist, schon rumsprechen wird", so bo Odar weiter. Die erste deutsche Netflix-Serie "Dark" läuft am 1. Dezember an. Über die Zusammenarbeit mit Netflix schwärmte der Regisseur, er habe in seinem ganzen Arbeitsleben noch nie so gute Erfahrungen gemacht. "Das einzige Kriterium, an dem sie festhalten - und manchmal scheitern sie auch -, ist Qualität", sagte bo Odar.

Deutscher Nachwuchsfilmpreis verliehen

Junge Filmemacher aus Hamburg, Köln und Freiburg ausgezeichnet

Junge Filmemacher aus Hamburg, Köln und Freiburg haben in diesem Jahr den Deutschen Nachwuchsfilmpreis erhalten. Sie wurden beim internationalen Filmfestival "Up and Coming 2017" in Hannover ausgezeichnet. Der Preis ging an "Artist Talk" von Bela Brillowska und Rudi Zylka aus Hamburg, an "Am Tag die Sterne" von Simon Schneckenburger aus Freiburg und an "Blake" von Shamila Lengsfeld aus Köln. Die Auszeichnungen sind mit je 2000 Euro dotiert und mit einer Produzentenpatenschaft verbunden. Mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1000 Euro dotierten Bundes-Schülerfilm-Preis wurden Zoë Steingaß aus Baden-Württemberg und ihr Film "TAGIIR" geehrt.

Mittelschicht in Deutschland verbittert

Soziologe Bude: "Menschen fühlen Schutzlosigkeit"

Der Soziologe Heinz Bude sieht in den Gesellschaften der westlichen Industriestaaten einen gravierenden Stimmungswandel. Der Wunsch nach Zugehörigkeit zu Gruppen sei stark gewachsen, sagte er der "Welt am Sonntag". Eine Mehrheit der Menschen fühle sich der Schutzlosigkeit preisgegeben, sagte der Wissenschaftler weiter. Es herrsche ein breites Gefühl dafür, dass der Neoliberalismus nicht seriös gewesen sei. Bude verwies auf eine große Gruppe in der Gesellschaft, die das Gefühl habe, dass ihre Stimme nicht zähle: "Das sind Leute mit einer 'kleinen Habe', die sich um ihre Anstrengungen betrogen fühlen." Die künftige Bundesregierung müsse sich vor allem um die Verbitterten in der Mittelschicht kümmern, "deren Fähigkeiten und Erfahrungen nicht mehr nachgefragt werden", betonte der Soziologe. Die Menschen fühlten sich von der Globalisierung, der kommenden Digitalisierung und einer vermeintlichen Deindustrialisierung bedroht.

"Tschechische Nachtigall" zum 42. Mal an Karel Gott

Der wichtigste Publikumspreis der tschechischen Musikbranche verliehen

Der Schlagerstar Karel Gott hat den Publikumspreis "Tschechische Nachtigall" zum 42. Mal gewonnen. Er nahm die Auszeichnung in der Kategorie "Bester Sänger" im Prager Musiktheater Karlin entgegen. Zu Beginn seiner Dankesrede scherzte der 78-Jährige: "Wer mich kennt, weiß, dass ich mich nicht gerne wiederhole" und zeigte sich damit für die überstandene Krebserkrankung dankbar. Gott wurde bekannt durch Hits wie "Biene Maja" und "Schicksalsmelodie". Für ihr Lebenswerk wurde die Sängerin Marta Kubisova geehrt. Mit "Gebet für Marta" hatte sie in den Tagen nach dem Warschauer-Pakt-Einmarsch im August 1968 die Hymne der Demokratiebewegung "Prager Frühling" gesungen. "Du hast nie versucht, dich anzubiedern, und das war dein Zauber", sagte Karel Gott.

Umstrittenes Mediengesetz in Russland in Kraft

Internationale Medien von Registrierung als "ausländische Agenten" bedroht

Die umstrittene Änderung des Mediengesetzes, wonach in Russland ansässige internationale Medien als "ausländische Agenten" registriert werden können, ist in Kraft. Das Gesetz wurde nach der Unterschrift von Präsident Wladimir Putin im Amtsblatt veröffentlicht. Medien, die Geld aus dem Ausland erhalten, müssen ihre Finanzierung offenlegen und den russischen Behörden vollständigen Einblick in ihre Aktivitäten gewähren. Unter anderem von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte es Kritik an der geplanten Gesetzesänderung gegeben. Sie bezeichnete die Registrierung als "Angriff auf die Meinungsfreiheit", um "Stimmen zum Schweigen zu bringen". Auslöser für die Änderung des russischen Mediengesetzes war ein entsprechender Schritt der USA, die den russischen Fernsehsender RT (früher Russia Today) Anfang November zur Registrierung als "ausländischer Agent" gezwungen hatten.

Kulturnachrichten hören

November 2017
MO DI MI DO FR SA SO
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 1 2 3

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur