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Lesart | Beitrag vom 16.03.2018

Krimiautor Klaus-Peter WolfAuf Du und Du mit dem Gerichtsvollzieher

Moderation: Frank Meyer

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(Deutschlandradio / Stefan Fischer)
Der Krimiautor Klaus-Peter Wolf (r.) im Gespräch mit Moderator Frank Meyer am Messestand von DLF-Kultur bei der Leipziger Buchmesse (Deutschlandradio / Stefan Fischer)

In bester Laune präsentierte sich uns Krimi-Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf auf der Leipziger Buchmesse. Er berichtet aus seinem "nicht immer einfachen Schriftstellerleben". So auch von den Zeiten, in denen der Gerichtsvollzieher jede Woche vor der Tür stand.

Fünf Millionen verkaufte Bücher im deutschsprachigen Raum, international sogar zehn Millionen - mit seinen Ostfriesenkrimis stürmt Klaus-Peter Wolf regelmäßig die Bestsellerlisten. Auf deren ersten Platz steht er aktuell mit "Ostfriesenfluch", seinem 12. Roman um die Kommissarin Ann Kathrin Klaasen.

"Das ist die Krönung eines langen, nicht immer einfachen Schriftstellerlebens", freute sich Wolf an unserem Leipziger Messestand über den Erfolg. "Es gab Zeiten, da lagen meine Bücher wie Steine im Regal und keiner hat sie gekauft. Und das war noch das Tolle, weil, in vielen Buchhandlungen lagen die nicht mal im Regal."

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Damals habe er zwei Gerichtsvollzieher gehabt, die er beide geduzt hätte, erinnert sich der Schrifsteller. "Wenn einer jede Woche kommt und nett ist, warum soll man dem nicht das Du anbieten? Jetzt könnten sie was holen, jetzt kommen sie nicht mehr."

Seine Figur ist ein Psychopath, der Beziehungen zerstört

Sein kürzlich veröffentlichtes Buch "Ostfriesenfluch" dreht sich um einen Psychopathen, der glückliche Beziehungen zerstören will. Er entführt Frauen, steckt sie nackt in Erdlöcher, stellt aber keine Lösegeldforderung.

Auf die Idee zu dem Buch kam Wolf, als er im Café ten Cate in Norden saß und schrieb.

"Dann saß ein Mann dort, ein ganz netter Familienpapi mit zwei Kindern, die Kinder bekamen einen großen Eisbecher, er war rührend zu denen, aber ich merkte, dass er immer nervöser wurde", erzählt Wolf. "Sie warteten auf die Mama und die kam nicht. Das kriegte ich so mit, und dann dachte ich, was, wenn die gar nicht wiederkommt? Was, wenn die entführt wurde?"

In seinen Gedanken sei die Frau bereits entführt worden, als sie wiedergekommen sei, offensichtlich frisch vom Friseur.

"Alle sahen es, nur einer nicht. Und er begrüßte sie mit der saudummen Frage: Wo warst du denn die ganze Zeit?"

(uko)

Klaus-Peter Wolf: "Ostfriesenfluch"
Fischer Taschenbuch 2018
512 Seiten, 10,99 Euro

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