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Mittwoch, 13.12.2017

Konzert zum Nachhören | Beitrag vom 26.11.2017

Konzert des Rundfunk-Sinfonieorchesters BerlinMittendrin und obendrüber: Jörg Widmann

Aufzeichnung aus der Philharmonie Berlin

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Der Komponist und Klarinettist Jörg Widmann spricht am 15.10.2012 auf einer Pressekonferenz in München (Bayern). (dpa / Andreas Gebert)
Der Komponist, Klarinettist und Dirigent Jörg Widmann (dpa / Andreas Gebert)

Der 44-jährige Jörg Widmann ist ein Universalist des Musikmachens und –vermittelns: Klarinettist, Komponist, Dirigent und Hochschullehrer. Beim Konzert mit den Berliner Rundfunk-Musikern ist er in fast allen diesen Rollen zu erleben.

Und dazu, quasi verdeckt, noch in einer weiteren – als Sänger. Das gilt nicht nur für die kantablen (und von Widmann als Solist exzellent beherrschten) Passagen in Carl Maria von Webers Klarinettenkonzert, sondern auch für die nachfolgenden, sinfonisch geprägten Werke des Abends. Beide beziehen sich stark auf die Ausdrucks- und Artikulationsmöglichkeiten der menschlichen Stimme, verlangen also von den Musikern und zuerst natürlich vom Dirigenten so etwas wie ein inneres Mitsingen.

Bei Felix Mendelssohn-Bartholdys "Reformationssinfonie" resultiert diese Vokal- (und manchmal auch Tanz-)Nähe, durchmischt mit eruptiven dramatischen Ausbrüchen, vor allem aus dem Streben des Künstlers, ein lebendiges, malerisch fassbares Klangbild des Volkslebens im frühen 16. Jahrhundert zu formen. Dass dabei der Luther-Choral "Ein feste Burg ist unser Gott" gleichsam in leitmotivischer Funktion erscheint, darf als Bekenntnis des Komponisten zum ebenso glaubensstrengen wie dennoch weltoffen-neugierigen, aufklärerischen Geist der Reformationszeit gelesen und gehört werden.

Auch Widmanns eigene "Messe", vor reichlich zehn Jahren entstanden und mit rund 40 Minuten Dauer zumindest quantitativ das Hauptwerk des Abends, beschwört Vokales, obwohl in Wirklichkeit nur die Orchesterinstrumente spielen. Ist doch die originale Messe in der katholischen Liturgie, deren Dramaturgie und Ausdruckswerten der Komponist folgt, an das Wort und damit an die Möglichkeiten der menschlichen Stimme gebunden. In diesem Sinne inszeniert Widmann so etwas wie einen ungeborenen (oder vielleicht schon wieder in die Stimmlosigkeit zurückgedrängten) Gesang, eine instrumentale Paraphrase über die im Messtext abgehandelten großen Themen des Glaubens und Lebens.

Hier können Sie das Programmheft nachlesen: Programmheft 26.11.

Philharmonie Berlin
Aufzeichnung vom Nachmittag des 26. November 2017

Moderation: Stefan Lang im Gespräch mit Jörg Widmann

Carl Maria von Weber
Konzert für Klarinette und Orchester Nr. 1 f-Moll op. 73

Felix Mendelssohn Bartholdy
Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 107 "Reformationssinfonie"

Jörg Widmann
Messe für Orchester

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Klarinette und Leitung: Jörg Widmann

Konzert

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