Seit 04:05 Uhr Tonart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 04:05 Uhr Tonart
 
 

Interview / Archiv | Beitrag vom 02.08.2016

Konflikt zwischen EU und TürkeiMediationsforscher empfiehlt neutralen Vermittler

Stefan Kracht im Gespräch mit Christopher Ricke und Anke Schaefer

Podcast abonnieren
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit EU-Kommisionspräsident Jean-Claude Juncker in Brüssel. (AFP / Emmanuel Dunand)
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit EU-Kommisionspräsident Jean-Claude Juncker in Brüssel. (AFP / Emmanuel Dunand)

Zwischen der EU und der Türkei knirscht es immer mehr. Es drohen Verhärtung und weitere Eskalation. Der Mediationsforscher Stefan Kracht empfiehlt beiden Parteien, einen neutralen Vermittler hinzuziehen: Warum nicht den amerikanischen Präsidenten?

Das Verhältnis zwischen der EU und dem türkischen Präsidenten Erdogan wird immer schwieriger. Dabei gehe es nicht mehr nur um Sachfragen, sondern auch um die sogenannte Beziehungsebene, sagt Stefan Kracht, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mediation und Mediationsforscher an der Fernuniversität Hagen:

"Auch auf der Ebene der internationalen Politik eskalieren eben Konflikte, wie das auch bei Privatpersonen zu beobachten ist."

Politik der Nadelstiche von beiden Seiten

Zunächst werde nur verbal aufgerüstet und der Tonfall verschärft, danach folgten Taten. Das sehe man jetzt bereits, zum Beispiel wenn deutsche Abgeordnete nicht den Luftwaffenstützpunkt in Incirlik besuchen dürften und umgekehrt eine Live-Schaltung Erdogans zur Demonstration in Köln untersagt würde.

"Man merkt, es gibt schon so eine kleine Politik der Nadelstiche. Das heißt, man ärgert sich schon gegenseitig, und damit ist eigentlich schon der Konflikt auf der Stufe, wo man schon anfängt, den Konflikt zu verhärten."

Ein neutraler Vermittler könnte die Situation auflösen

Man solle jetzt seitens der Politik daran arbeiten, die Eskalationsspirale nicht weiterzudrehen, mahnt der Mediationsforscher.

"Je weiter der Konflikt eskaliert ist, desto schwieriger ist es dann auch natürlich, wieder zu konstruktiven Verhandlungen zurückzuführen."

Kracht empfiehlt dazu einen neutralen Vermittler, der für beide Seiten Ansprechpartner sei und dem beide Seiten vertrauten.

"Warum sollte es nicht der amerikanische Präsident sein, der im Moment doch relativ weit aus den Querelen zwischen Türkei und EU herausgehalten wird?"

Interview

Tag der Arbeit"Digitalisierung im Selbstlauf ist nicht die Antwort"
Mitarbeiter der Deutschen Bank arbeiten in der Filiale "Quartier Zukunft" in Berlin im Kundenbereich. In dieser Filiale sollen neue Entwicklungen für den Privat- und Geschäftskundenmarkt entwickelt werden. (Foto: Sebastian Gollnow)

Der schnelle Strukturwandel in der Arbeitswelt müsse gestaltet werden, fordert Hans-Jürgen Urban, Vorstandsmitglied der IG Metall. Auch wenn die steigende Produktivität manchen Arbeitsplatz wegrationalisiert – der Soziologe ist gegen eine "Roboterprämie" oder das bedingungslose Grundeinkommen.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur