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Lesart / Archiv | Beitrag vom 11.04.2016

Kinderbuchautorin Ute KrauseEine missglückte Flucht und ihre Folgen

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Die Autorin Ute Krause (Deutschlandradio - Andreas Buron)
Die Autorin Ute Krause nach dem Interview in der Sendung "Lesart" von Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio - Andreas Buron)

Die Kinderbuchautorin, Zeichnerin und Regisseurin Ute Krause vertieft sich in ihrem neuen Werk in deutsch-deutsche Geschichte. "Im Labyrinth der Lügen" erzählt von einer missglückten Flucht aus der DDR in den Westen – und was das für ein Kind bedeutete.

Die Kinderbuchautorin Ute Krause hat eine turbulente Vita vorzuweisen: Ihr Vater war Entwicklungshelfer und arbeitete überall auf der Welt – die kleine Ute wuchs deswegen in der Türkei, Nigeria, Indien und den USA auf.

An der Berliner Kunsthochschule studierte sie später Visuelle Kommunikation, in München Film- und Fernsehspiel. Erfolge hat sie inzwischen als Schriftstellerin, Illustratorin, Drehbuchautorin und Regisseurin gefeiert. Ihre Kinderbücher werden in viele Sprachen übersetzt und sind auch schon verfilmt worden.

Krauses neues Werk beruht auf einer Geschichte, die ihr einst eine Freundin erzählte. Deren Familie lebte in der DDR und versuchte, in den Westen zu fliehen.

Die Freundin, zum Zeitpunkt der Flucht gerade mal zwölf Jahre alt, erfuhr erst auf dem Flughafen Schönefeld vom Plan ihrer Eltern. In Budapest wartete dann bereits die Polizei, jemand hatte sie verraten. Die Eltern kamen in der DDR ins Gefängnis und das Mädchen ins Heim.

Krause kann sich noch gut in die Vorwendezeit hineinversetzen

Diese Geschichte sei zu Pauls Geschichte geworden – dem Helden ihres neuen Buchs, sagte Krause im Deutschlandradio Kultur. Beim Schreiben konnte sich Krause noch gut an die Vorwendezeit erinnern – sie hatte ehemals selbst Verwandte in der DDR, die sie auch immer wieder besuchte.

Die Berichte ihrer Freundin waren erschütternd: Zehn Kinder in einem Zimmer, nachts eingesperrt in absoluter Dunkelheit, Morgenappell, Toilettenputzen, Umerziehung und nachmittags Flugzeuglampen zusammenschrauben, die Erzieherinnen wie Feldwebel. Wie erzählt man so etwas Kindern?

Krause hatte viele Jahre später die Idee, das Ganze mit der Handlung eines Thrillers zu verbinden - es durfte für die jungen Leser nicht "zu schwer werden". Die Geschichte selbst, berichtet sie, sei für sie im Laufe der Zeit zu einem echten "Herzensprojekt" geworden.

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