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Dienstag, 24.04.2018
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 13. Januar 2018

Kermani warnt vor Chaos und Gewalt im Iran

"Freiheit ist billig für uns"

Der deutsch-iranische Schriftsteller und Orientalist Naviod Kermani hält Reformen im Iran für dringend geboten. Andernfalls brächen Gewalt und Chaos aus, sagte er dem Magazin "Der Spiegel". Viele Menschen im Iran befürchteten, dass aus ihrem Land "ein zweites Syrien" oder "ein zweiter Irak" werden könne. Der Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels zeigte sich beeindruckt davon, dass die Menschen trotz Repressionen für ihre Rechte auf die Straße gingen. "Das macht auch demütig, weil wir den Preis der Freiheit kaum noch kennen, so billig ist sie für uns", sagte er. Die Motive für die Proteste seien vielfältig. Es gehe um politische Unfreiheit, fehlende Lebensperspektiven insbesondere für junge Menschen, Korruption und andere Probleme. Der Iran werde nicht nur diktatorisch, sondern einfach auch schlecht regiert.

Deutscher Kabarettpreis 2017 für Mathias Tretter

Auch Lisa Eckhart und ONKeL fISCH wurden ausgezeichnet

Der Künstler Mathias Tretter ist mit dem Deutschen Kabarettpreis 2017 geehrt worden. In Nürnberg nahm der in Leipzig lebende Künstler den mit 6000 Euro dotierten Hauptpreis entgegen. Der 45-Jährige thematisiert laut dem Nürnberger Burgtheater auf ebenso humorvolle wie bissige Weise die massiven Veränderungen in Politik und Gesellschaft, die neue Kommunikationsmittel und eine Medienlandschaft im Wandel mit sich bringen. Den Förderpreis bekam die österreichische Kabarettistin Lisa Eckhart, das Duo ONKeL fISCH den Sonderpreis. Der seit 1991 alljährlich von der Stadt Nürnberg und dem Burgtheater verliehene Preis gilt als eine der renommiertesten Auszeichnungen der deutschen Kabarettszene.

"Variety": DiCaprio will erneut mit Tarantino drehen

Leonardo DiCaprio soll einen arbeitslosen Schauspieler darstellen

Oscar-Preisträger Leonardo DiCaprio ("The Revenant") will nach "Django Unchained" (2012) erneut mit US-Regisseur Quentin Tarantino zusammenarbeiten. Der 43-jährige Hollywood-Star habe für Tarantinos nächsten Film seine Zusage gegeben, wie das Branchenblatt "Variety" berichtete. Darin soll er einen alternden, arbeitslosen Schauspieler darstellen, hieß es. Nach Brancheninformationen soll Tarantinos neunter Film mit dem vorläufigen Arbeitstitel "#9" in Los Angeles im Jahr 1969 spielen. In dem Jahr wurde die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate von den Anhängern des Sektenführers Charles Manson umgebracht. Im Dezember war bekannt geworden, dass der Ensemble-Film im August 2019, zum 50. Todestag von Tate, in die amerikanischen Kinos kommen soll.

Österreichische Radiolegende Erich Schenk gestorben

Der Radiojournalist und Schauspieler wurde 97 Jahre alt

Er interviewte Karol Wojtyla - den späteren Papst Johannes Paul II. -, Showgrößen wie Josephine Baker und wirkte bei der Kult-Krimiserie "Kottan ermittelt" mit: Erich Schenk. Nun starb der bekannte Radiojournalist und Schauspieler im Alter von 97 Jahren. Der ausgebildete Schauspieler begann beim Schulfunk, wirkte in Live-Hörspielen mit. Zum Radio - der "Radio Verkehrs AG" (RAVAG), dem Vorgänger des 1958 gegründeten ORF - kam er 1945. Im ORF wirkte er später als Redakteur in der ORF-Religionsabteilung Radio. Der katholische Publizist Erich Leitenberger würdigte Schenk als "Katholiken der alten Schule", der zugleich offen gewesen sei "für die Buntheit des Lebens und die vielfältigen geistig-kulturellen Strömungen".

"Dittsche" kommt zurück

Sendetag steht noch nicht fest

Olli Dittrich kehrt im April mit seiner Kultserie "Dittsche" auf den Bildschirm zurück. Die Comedy-Serie werde dann wieder im WDR Fernsehen ausgestrahlt, sagte eine WDR-Sprecherin in Köln. Ein genauer Sendetag stehe noch nicht fest. Zuletzt war "Dittsche - Das wirklich wahre Leben" im Mai vergangenen Jahres im Programm. Die Sendungen kommen stets live aus der Eppendorfer Grill-Station in Hamburg. Die Improvisationssendung ist unter anderem mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet worden.

Najafi: Iraner wollen Religion und Politik trennen

Auf den Rapper Shahin Najafi ist im Iran ein Kopfgeld ausgesetzt

Shahin Najafi, iranischer Rapper mit Wohnsitz in Deutschland, sieht verschiedene Gründe für die derzeitigen Proteste im Iran. Es gehe teils um ökonomische Aspekte, die Gesellschaft stehe aber auch "unter massivem Druck des Kontrollstaats", sagte er der "Bild"-Zeitung. Besonders Frauen und junge Menschen kämpften "für ihre Rechte und Freiheit". Auch seien viele Iraner davon überzeugt, "dass man mit Religion als Basis und Gesetz kein Land führen kann". Es brauche eine Trennung von Religion und Politik, so Najafi. Der 37-Jährige verließ seine Heimat im Jahr 2005. Geistliche aus dem Iran erließen mehrere Todesdekrete gegen den Musiker, weil sie den Islam durch ihn beleidigt sehen. Zudem wurde ein Kopfgeld von 100.000 US-Dollar auf ihn ausgesetzt.

Neue Galerie Zwirner von Renzo Piano

Piano baut Ausstellungshalle in Chelsea für rund 41 Millionen Euro

Der deutsche Galerist David Zwirner baut mit dem Architekten Renzo Piano eine neue Ausstellungshalle in New York. "Wir freuen uns darauf, das über die kommenden zweieinhalb Jahre zu machen", sagte Zwirner bei einer Pressekonferenz in New York. Das Gebäude im Stadtteil Chelsea, das nach Medienberichten rund 50 Millionen Dollar (etwa 41 Millionen Euro) kosten soll, werde auf drei Etagen rund 500 Quadratmeter Ausstellungsfläche bieten. Der 53-Jährige betreibt bereits mehrere Galerien in New York, London und demnächst auch Hong Kong, die nach Medienberichten rund eine halbe Milliarde Dollar im Jahr einbringen. Auch der Vater des in Köln geborenen Zwirner war bereits Galerist.

Nordkoreanische Girl-Band bei Olympia?

"Moranbong" singt westliche Hits, Filmmusiktitel und patriotische Lieder

Vertreter Nord-und Südkoreas beraten über einen möglichen Auftritt der nordkoreanischen Girl-Band "Moranbong" bei den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang. Das Treffen von vier Vertretern beider Seiten werde in Panmunjom in der entmilitarisierten Zone an der gemeinsamen Grenze stattfinden, teilte das südkoreanische Wiedervereinigungsministerium mit. Die Gruppe "Moranbong" steht seit 2012 auf der Bühne. Die jungen Frauen werden dem Vernehmen nach von Machthaber Kim Jong Un persönlich für die Mitwirkung in der Band ausgewählt. Die auch in Uniformen auftretende Gruppe bietet eine Mischung aus patriotischen Gesängen, westlichen Hits und Filmmusiktiteln.

Leopold Ahlsen ist tot

Fernseh- und Hörspielautor starb im Alter von 91 Jahren

Der Fernseh- und Hörspielautor Leopold Ahlsen ist tot. Nach Angaben seines Sohnes, Philipp Alzmann, starb Ahlsen bereits am Mittwoch, zwei Tage vor seinem 91. Geburtstag, in seinem Haus in München. Neben anderen gesundheitlichen Problemen litte Ahlsen seit vielen Jahren auch an einer Augenkrankheit, die ihn fast völlig erblinden ließen und ihm das Schreiben unmöglich machten, so Alzmann weiter. Mit mehr als 100 Drehbüchern, darunter einige Folgen für die ZDF-Krimireihe "Der Alte", zählte Ahlsen zu den wegbestimmenden deutschen Fernsehautoren. Seine künstlerische Laufbahn begann Ahlsen als Schauspieler und Regisseur, bevor er als Lektor der Hörspielabteilung über viele Jahre beim Bayerischen Rundfunk wirkte. Der Durchbruch gelang Ahlsen 1956 mit "Philemon und Baucis". In kurzer Zeit wurde das Werk von mehr als 50 in- und ausländischen Bühnen im Anschluss an die Uraufführung in den Münchner Kammerspielen nachgespielt. 1957 wurde das erfolgreiche Drama auch als Fernsehspiel gesendet und 1960 unter dem Titel "Am Galgen hängt die Liebe" mit Carl Wery in der Hauptrolle verfilmt.

Proteste: H&M-Läden in Südafrika geschlossen

Auslöser der Unruhen war eine Werbeanzeige

Nach Demonstrationen gegen H&M in Südafrika hat die Modekette all ihre Läden in dem Land vorübergehend geschlossen. Demonstranten protestierten vor etlichen H&M-Läden und drangen teilweise in sie ein. H&M sei ein "rassistischer" Laden, sagte Benjamin Disoloane von der Partei der Ökonomischen Freiheitskämpfer der Nachrichtenseite News24. Das schwedische Unternehmen hatte für einen Kapuzenpullover mit der Aufschrift "Coolster Affe im Dschungel" einen dunkelhäutigen Jungen modeln lassen und vergangene Woche dafür scharfe Kritik geerntet. Nach Kritik an dem Werbefoto hatte sich H&M entschuldigt und das Bild zurückgezogen. H&M glaube stark daran, dass Rassismus und Vorurteile, ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt, inakzeptabel seien, erklärte die Modekette.

Pflichtbesuche in KZ-Gedenkstätten umstritten

Historiker Rüsen warnt vor zu viel Illusionen

Mit dem Besuch einer KZ-Gedenkstätte ließen sich rechtsradikale Einstellungen nicht heilen, sagt der Historiker Jörn Rüsen. "Das halte ich für eine vollkommene Illusion", sagte er im Deutschlandfunk Kultur. Dennoch sei "die unmittelbare Wahrnehmung dieser Menschheitsverbrechen" gerade für jüngere Leute "unglaublich eindrucksvoll": "Wenn man das mal gesehen hat, so eine Zelle, in der Leute gefoltert worden sind. Oder so eine Anlage, wo man mit Genickschüssen die Leute umbringt, das geht einem doch schon ganz schön an die Nieren", so Rüsen weiter. In der Debatte, ob Besuche von KZ-Gedenkstätten insbesondere auch für Zuwanderer und Flüchtlinge verpflichtend sein sollten, warnte der Historiker vor zu großen Erwartungen.

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Fazit

NS-Verbrechen in GriechenlandErst Joachim Gauck bat um Verzeihung
epa04800298 (05/18) Women, survivors of the Distomo massacre, attend a memorial service for the victims of the Distomo massacre during World War II, in Distomo, Greece, 10 June 2015. In Distomo, Nazi troops slaughtered 218 men, women and children in reprisal for acts of resistance on 10 June 1944. During WWII, Greece lost 10 percent of its population, almost one million people, of which 400,000 starved to death, according to statistics. Greece has never waived its claim for war reparations from Germany, while survivors of Nazi atrocities in Greek towns and villages are currently in court battles to claim compensation. EPA/ORESTIS PANAGIOTOU PLEASE REFER TO THIS ADVISORY NOTICE (epa04800291) FOR FULL PACKAGE TEXT | (ANA-MPA)

Auch in Griechenland verübten die Nationalsozialisten schreckliche Massaker. Doch selbst deutschen Geschichtslehrern sind diese Verbrechen des Zweiten Weltkriegs offenbar nicht immer präsent. Umso wichtiger ist das Zeitzeugenarchiv "Erinnerungen an die Okkupation in Griechenland".Mehr

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