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Studio 9 - Der Tag mit ... | Beitrag vom 20.11.2017

Keine Groko mit der SPD"Wir brauchen eine Sozialdemokratie auf der Höhe der Zeit"

Mathias Greffrath im Gespräch mit Anke Schaefer

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SPD-Chef Martin Schulz, SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles und Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz. (picture alliance / Kay Nietfeld/dpa)
Die SPD-Spitze bleibt hart: keine Beteiligung an einer Groko. (picture alliance / Kay Nietfeld/dpa)

Die SPD bleibt beim Nein zur Großen Koalition. Die Entscheidung dürfte dem Publizisten Mathias Greffrath gefallen: Die Partei brauche Zeit, um sich aus der Umklammerung durch die CDU zu befreien und sich inhaltlich neu zu sortieren, meint der Publizist.

Auch nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierung bleibt die SPD bei ihrem Nein zur Großen Koalition. Einen entsprechenden Beschluss fasste der SPD-Vorstand am Montag in Berlin einstimmig.

Eine Entscheidung, die ganz im Sinne des Publizisten und "leidenden SPD-Verstehers" Mathias Greffrath sein dürfte. In unserer Sendung "Studio 9 am Mittag" hatte er die Sozialdemokraten davor gewarnt, sich doch noch an einer Großen Koalition zu beteiligen.

Auf dem Weg zu holländischen Verhältnissen?

In diesem Fall sei die SPD auf einem "guten Weg", in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren in holländische Größenordnungen zu geraten, sagte der Publizist mit Blick auf die niederländischen Sozialdemokraten, die bei den Wahlen im März gerade einmal noch 5,7 Prozent der Stimmen erzielt hatten. 

(imago/Horst Galuschka)Der Publizist Matthias Greffrath beim Großen Abend über Karl Marx auf der Phil.Cologne 2017. (imago/Horst Galuschka)

In der Opposition hingegen sieht Greffrath eine Chance für die SPD, sich inhaltlich neu zu sortieren:

"Da brauchen die eine ganze Zeit. Vor allem brauchen sie eine ganze Zeit, um sich aus dieser Umklammerung der CDU zu befreien und zu überlegen: Was wäre denn eine moderne Sozialdemokratie fürs 21. Jahrhundert?"

Eine Sozialdemokratie fürs 21. Jahrhundert 

Zum Beispiel müsste die SPD Vorstellungen dafür entwickeln, wie sie mit den anstehenden Veränderungen der Arbeitswelt - Stichwort Arbeit 4.0 - umgehen soll. "Auch wenn das heißt, die nächsten vier Jahre sind wir nicht regierungsfähig", so Greffrath.

"Aber wir schaffen ein Diskussionsklima, wo, sagen wir mal, die Äußerungen der Politiker nicht dümmer sind als das Bewusstsein der Bevölkerung." 

Denn die Menschen wüssten sehr wohl von den Engpässen, auf die wir zusteuerten:

"Die haben auch ein klares Bewusstsein davon, dass die fetten Jahre vorbei sind, dass es so nicht weitergeht, und dass man da jetzt eigentlich eine Sozialdemokratie bräuchte, die auf der Höhe der Zeit ist." 

(uko)

Hier die ganze Sendung mit Mathias Greffrath zum Nachhören:

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