Seit 01:05 Uhr Tonart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 01:05 Uhr Tonart
 
 

Interview / Archiv | Beitrag vom 22.07.2016

Katholische Kirche Erstmals wird die Heilige Maria Magdalena als 13. Apostel gefeiert

Marie-Theres Wacker im Gespräch mit Frank Meyer und Katja Schlesinger

Podcast abonnieren
Erst seit der Restaurierung erstrahlen die Farben des berühmten Frescos "Das letzte Abendmahl" von Leonardo da Vinci wieder so bunt und schön, wie der Maler es einst erschaffen hatte. (picture alliance / dpa)
Eigentlich müsste der Maler Leonardo da Vinci sein berühmtes Bild "Das letzte Abendmahl" nun um Maria Magdalena erweitern. Seit Papst Franziskus sie in den Rang einer Apostelin erhoben hat, gibt es in der Katholischen Kirche 13 Apostel. (picture alliance / dpa)

Die Aufwertung von Maria Magdalena als 13. Apostel ist für die feministische Theologin Marie-Theres Wacker vor allem Symbolpolitik der Katholischen Kirche. Sie wartet darauf, dass Frauen mehr Mitsprache bekommen.

Der Namenstag der Heiligen Maria Magdalena wird in der Katholischen Kirche an diesem Freitag zum ersten Mal als Festtag einer Apostelin gefeiert. Papst Franziskus hat die Weggefährtin Jesu Christi schon vor einiger Zeit in diesen Rang erhoben. Seither gibt es also 13 Apostel statt bisher zwölf. Die Vereinigung der österreichischen Frauenorden begrüßte diese Veränderung ausdrücklich in einer Erklärung.  

Die böse Fee

Die 13. Apostelin klinge für sie ein wenig wie die böse Fee, sagte die feministische Theologin Marie-Theres Wacker im Deutschlandradio Kultur. Eigentlich gelte Maria Magdalena schon seit der alten Kirche als Apostelin. Insofern sei eigentlich nichts neues passiert. "Das zweite ist, dass mit der Apostelfrage in der Katholischen Kirche die ganze Ämterfrage verbunden ist", sagte Wacker, die an der Universität Münster die Arbeitsstelle feministische Theologie und Genderforschung vertritt.

Leeres Zeichen an die Frauen

"Es ist passiert, dass der Festtag der Maria Magdalena von einem gebotenen Gedenktag zu einem Fest promoviert wurde, erhöht wurde und damit liturgisch aufgewertet wurde", sagte sie. "Aber ansonsten sehe ich noch nicht so ganz viel dessen, was passiert ist." Die Kirche könne im Bereich ihrer Symbolpolitik immer sehr viel machen, sagte Wacker. "Insofern ist dieses Zeichen an die Frauen natürlich sehr schön." Aber so lange diesem liturgischen Zeichen jetzt nicht praktische Schritte folgten, die möglich machten, dass Frauen mehr Mitspracherechte bekämen, handele es sich zunächst um ein leeres Zeichen. "Ich warte eigentlich auf das, was darauf folgen könnte."   

Mehr zum Thema

Katholikentag in Leipzig - Maria fürs Bauchgefühl
(Deutschlandradio Kultur, Religionen, 29.05.2016)

Zum Katholikentag 2016 - "Seht, da ist der Mensch"
(Deutschlandradio Kultur, Feiertag, 29.05.2016)

Katholische Kirche - Frauen hoffen beim Diakonat auf Franziskus
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 24.05.2016)

Interview

20 Jahre Elchtest"Lieber Geld verlieren als Vertrauen"
Der "Elchtest" jetzt auch im Schaufenster: Die Modellausgabe des umstrittenen Fahrversuchs mit dem neuen Mercedes A 1 im Maßstab 1:87 ist derzeit Blickfang der Auslage eines Spielwarengeschäfts in Aachen (aufgenommen am 18.11.1997). Für rund 16 Mark kann der Modelliebhaber den gekippten "Baby-Benz" mit einer Elchfigur in seine Spielszene einbauen.... (picture-alliance / dpa / Roland Scheidemann)

Fehler zugegeben – und dann besser gemacht: Für den Automobilexperten Willi Diez zeigt die Reaktion von Mercedes auf den "Elchtest", wie gutes Krisenmanagement sich auszahlt. Davon könnten die Automobilkonzerne in der Dieselaffäre lernen.Mehr

15 Jahre Cyberangriff auf das DNS"Man hat daraus gelernt"
Besucher des Kongresses des Chaos Computer Clubs (CCC) spielen mit ihrem digitalem Spiegelbild. (picture alliance / dpa / Axel Heimken)

Vor 15 Jahren kam es zu einem der bis dahin gefährlichsten Hacker-Angriffe auf das Internet. Dabei wurde ein Großteil der weltweiten DNS-Root-Server lahmgelegt. Der Cyber-Experte Sandro Gaycken erklärt, wie hoch das Risiko für solche Angriffe heute ist. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur