Seit 05:05 Uhr Studio 9
 

Freitag, 19.01.2018

Konzert / Archiv | Beitrag vom 02.04.2017

Kammermusik mit ThereminKontaktlos konzertieren

Aufzeichnung aus dem Theater Osnabrück

Die Theremin-Spielerin und Komponistin Carolina Eyck (Christian Hüller/Website Carolina Eyck)
Die Theremin-Spielerin und Komponistin Carolina Eyck (Christian Hüller/Website Carolina Eyck)

Das Theremin steht im Mittelpunkt dieses Osnabrücker Kammerkonzerts - Carolina Eyck spielt Werke von Bohuslav Martinů, Joe Schittino und sich selbst. Mit dabei sind Musiker vom Osnabrücker Theater um den Oboisten Lukas Brandt. Sie spielen außerdem Musik für Oboe und Klaviertrio von Joseph Rheinberger und Martinů.

Über den Reiz des Exotischen ist dieses Instrument nie hinausgekommen - das Theremin. Dabei war es wohl das erste ernstzunehmende und transportable elektronische Klangerzeugungsmittel überhaupt, das eine Person spielen konnte. Bis heute wirkt es geheimnisvoll und sehr organisch. Staunen lässt Zuhörer und Beobachter, wie durch kontaktloses Bewegen beider Hände eine Musikerin oder ein Musiker Melodien in allen weltweit üblichen Modi und Tonarten erzeugen kann.

Ein Kammerkonzert im Theater Osnabrück zeigte nun auf beeindruckende Weise auf, wie unterschiedlich man das Theremin in einen traditionellen Rahmen integrieren kann. Neben einem der wenigen klassischen Stücke des 20. Jahrhunderts, der Fantasie für Theremin, Oboe und Klavierquintett von Bohuslav Martinů standen zwei neue Werke auf dem Programm - ein Stück der Leipziger Theremin-Virtuosin Carolina Eyck selbst und eine Uraufführung des sizilianischen Komponisten Joe Schittino. Der Oboist Lukas Brandt, Solist des Osnabrücker Symphonieorchester, hat das Programm zusammengestellt. Bei Schittino hat er ein Referenzwerk für das von Bohuslav Martinů in Auftrag gegeben - für dieselbe Besetzung.

Solistisch tritt die Oboe auch in zwei anderen Werken hervor, die im Rahmen des Kammerkonzerts im Theater Osnabrück der Theremin-Spielerin eine Auszeit ermöglichen. Der vor allem für seine Chorkompositionen bekannte Joseph Rheinberger schrieb einst ein Klavierquartett, in dem die Oboe die Rolle der Violine übernimmt. Ein wenig anders hat der tschechische Komponist Bohuslav Martinů wiederum die Stimmen in seinem Klavierquartett besetzt, die Oboe hat mit der Violine ein weiteres hohes Instrument zur Seite gestellt, dafür muss das Cello den mittleren und tieferen Streicherklang allein beisteuern. Bohuslav Martinů hat in diesem Programm das erste und letzte Wort - der Meister war einer der kreativsten und vielseitigsten des 20. Jahrhunderts, dessen Zeitläufte es ihm nicht einfach gemacht haben.

Theater Osnabrück
Aufzeichnung vom 2. April 2017

Bohuslav Martinů
Quartett für Oboe, Violine, Violoncello und Klavier H 315

Joe Schittino
Kleines Konzert für Theremin, Oboe und Klavierquintett

Carolina Eyck
2. Leyohmi (Luminescence) aus "Fantasias for Theremin & String Quartet"

Joseph Rheinberger
Quartett in F-Dur für Oboe, Viola, Violoncello und Klavier

Bohuslav Martinů
Fantasie für Theremin, Oboe und Klavierquintett H 301

Carolina Eyck, Theremin
Lukas Brandt, Oboe
Anton Govorun, Violine
Priscila Vargas-Pellanda, Violine
David Boyd, Viola
Kathrin Bogensberger, Violoncello
Denys Proshayev, Klavier

Konzert

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur