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Kulturnachrichten

Dienstag, 10. Mai 2016

Kabarettist von Wagner erhält Dieter-Hildebrandt-Preis

Dieter-Hildebrandt-Preis wird erstmals verliehen und soll politisches Kabarett würdigen

Die Stadt München verleiht am Dienstagabend erstmals einen Preis zu Ehren von Dieter Hildebrandt. Die Auszeichnung geht an den Kabarettisten Claus von Wagner ("Die Anstalt"). Der Preis soll anspruchsvolles politisches Kabarett würdigen. Die Jury begründete ihre Entscheidung mit dem umfassenden Schaffen des Kabarettisten von Wagner. Mit seiner ZDF-Politsatire habe er an der Seite von Max Uthoff, der die Laudatio hält, zur Renaissance des Ensemble-Kabaretts beigetragen. Oberbürgermeister Dieter Reiter überreicht den mit 10 000 Euro dotierten Preis, Hildebrandts Witwe Renate wird ein Grußwort sprechen. Hildebrandt war Ende 2013 im Alter von 86 Jahren an Krebs gestorben.

Erdogan scheitert mit Verfügung gegen Springer-Chef

Landgericht Köln verweist auf Meinungsfreiheit

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist mit dem Versuch einer einstweiligen Verfügung gegen den Vorstandsvorsitzenden des Springer-Verlags, Mathias Döpfner, gescheitert. Das Landgericht Köln erklärte, ein entsprechender Antrag Erdogans werde zurückgewiesen. Zur Begründung verwies das Gericht auf die Meinungsfreiheit. Döpfner hatte sich in einem Artikel in der "Welt" auf die Seite des Satirikers Jan Böhmermann gestellt und erklärt, er schließe sich allen Formulierungen und Schmähungen Böhmermanns gegen den türkischen Präsidenten inhaltlich an. Das Landgericht erklärte, die Äußerung Döpfners sei als Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung in einer kontroversen Debatte zulässig. Der Vorstandsvorsitzende von Axel Springer habe diese Äußerung erkennbar Böhmermann zugeschrieben und setze sich beispielhaft mit ihr auseinander. Er belege den türkischen Staatspräsidenten nicht selbst mit Schmähungen. Erdogan kann nun beim Oberlandesgericht Köln Beschwerde einlegen.

Düsseldorfer Schauspielhaus bleibt länger geschlossen

Intendant muss wegen Bauverzögerung Ersatzspielorte für Spielzeit 2017 suchen

Das Düsseldorfer Schauspielhaus bleibt wegen einer benachbarten Großbaustelle länger geschlossen als geplant. Der neue Intendant Wilfried Schulz muss deshalb auch in seiner zweiten Spielzeit ab Herbst 2017 Ersatzspielorte suchen. Morgen sollen Vertreter der Stadt, des Landes und des Theaters in einer Krisensitzung von den Investoren des Bauprojekts "Kö-Bögen II" über Verzögerungen bei den Bauarbeiten informiert werden. Das bestätigte der Düsseldorfer Kulturdezernent Hans-Georg Lohe auf Anfrage. Das Schauspielhaus ist bereits seit Januar geschlossen. Schulz war zunächst zugesichert worden, dass er zu Beginn seiner zweiten Spielzeit ab Herbst 2017 wieder einziehen könne.

Filmregisseur Niklaus Schilling gestorben

Er wurde 72 Jahre alt

Der Schweizer Filmemacher Niklaus Schilling, ein Vertreter des deutschen Autorenkinos, ist mit 72 Jahren in Berlin gestorben. Das teilten die Deutsche Kinemathek und der Verbrecherverlag unter Hinweis auf die Familie mit. Zu seinen Filmen gehören "Vertreibung aus dem Paradies", "Rheingold" und "Willy-Busch-Report", für den er 1980 den Max-Ophüls-Preis erhielt. "Das deutsche Kino verliert mit ihm einen bildbewußten und avantgardistischen Regisseur, dessen Filme Lust an Formexperimenten und Neugier auf technische Neuerungen gleichermaßen zeigen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Verlag und Deutscher Kinemathek.

München bringt Verfolgung der Armenier auf die Bühne

Residenztheater inszeniert "Die vierzig Tage des Musa Dagh" nach Roman von Franz Werfel

Das Münchner Residenztheater bringt ein Stück über die Verfolgung der Armenier im Osmanischen Reich auf die Bühne. Der Regisseur Nuran David Calis inszeniert "Die vierzig Tage des Musa Dagh" nach dem Roman von Franz Werfel. "Die türkische Staatsraison ist: Das war kein Genozid, kein Völkermord", sagte der armenischstämmige Calis. "Das wird nicht verhandelt, die Armenien-Frage." In seinem Stück soll aber genau das geschehen. Auf der Bühne sollen "Täter- und Opfervolk" versuchen, sich gemeinsam zu erinnern mit dem Ziel einer gemeinsamen Geschichtsschreibung. "Der Abend ist in seinem Zugang erschütternd - und brutal in seinen Mitteln." Calis will dabei auch Bezüge herstellen zur Türkei von heute. "Die Türkei führt im Osten des Landes eines Krieg gegen die Kurden - und wir halten die Klappe", sagte er. Das Land mache "Riesen-Schritte zurück".

Rodin-Skulptur für 20 Millionen Dollar versteigert

Marmorskulptur erzielt in New York Rekordpreis

Eine Skulptur des französischen Künstlers Auguste Rodin ist in New York für die Rekordsumme von 20,41 Millionen Dollar (17,92 Millionen Euro) versteigert worden. Damit wurde der Schätzwert der gerade einmal 80 mal 66 Zentimeter großen Marmorfigur "L'Eternel Printemps" (Der ewige Frühling) bei der Auktion am Montag um mehr als das Doppelte übertroffen. Das Auktionshaus Sotheby's hatte mit mindestens acht Millionen Dollar gerechnet. Rodin schuf das Werk in den Jahren 1901 bis 1903. Es ist eine Variante der Skulptur "Le Baiser" (Der Kuss), die im Rodin-Museum in Paris ausgestellt ist. Der bisherige Rekordpreis für eine Skulptur des französischen Künstlers lag bei 18,97 Millionen Dollar.

Degas-Zeichnung an Erben zurückgegeben

Louvre lagert mehr als 145 von Nazis gestohlene Kunstwerke

Frankreich hat eine von den Nazis gestohlene Zeichnung von Edgar Degas den Erben des jüdischen Besitzers zurückgegeben. Kulturministerin Audrey Azoulay sagte, die "Trois Danseuses en buste" seien 1951 in einem Schrank im deutschen Botschaftsgebäude gefunden worden. Es sei seitdem im Louvre aufbewahrt worden, weil sich die rechtmäßigen Besitzer nicht gemeldet hätten. Das Bild war 1940 gestohlen worden. Viviane Dreyfus nahm die Zeichnung entgegen, die ihrem 1958 verstorbenen Vater Maurice gehört hatte. Sie sagte, er habe nie darüber gesprochen. Sie sei sehr aufgewühlt, besonders, weil sie nichts davon gewusst habe. In französischen Museen lagern 2000 Kunstwerke, deren Besitzverhältnisse ungeklärt sind. Mindestens 145 davon wurden von den Nazis gestohlen.

Mobil-App soll beim Aufspüren von Beutekunst helfen

In zugehöriger Datenbank sind mehr als 63000 Kunstwerke gelistet

Beim Aufspüren von Kunstwerken, die während des Zweiten Weltkriegs gestohlen wurden, will das polnische Kulturministerium nun auch auf eine Mobil-App setzen. "ArtSherlock" ist nach Angaben der Programmierer innerhalb von Sekunden in der Lage, ein Gemälde oder ein anderes Kunstwerk zu erkennen. Kulturminister Piotr Glinski sagte bei der Vorstellung des Programms, er hoffe, dass polnische Botschaften weltweit mit der App arbeiten und sie unter Auslandspolen bekannt machen. "Ich hoffe, dass ArtSherlock beim Auffinden weiterer Werke gestohlener Kunst hilft", betonte Glinski in Warschau. In der Datenbank des Ministeriums sind mehr als 63 000 Kunstwerke aufgelistet, die während des Zweiten Weltkriegs aus polnischen Museen und Privatsammlungen gestohlen wurden. In den vergangenen Jahren konnten Dutzende Werke von Beutekunst nach Polen zurück gebracht werden. Die App ist kostenlos in polnischer und englischer Sprachversion erhältlich. Das Programm prüft, ob Kunstwerke einen "Treffer" in der Datenbank der Raubkunst erzielen.

Unterschriftensammlung zum Erhalt der Kudamm-Bühnen

Theater und Komödie am Kudamm sollen abgerissen werden

Die vom Abriss bedrohten Kudamm-Bühnen in Berlin haben eine Unterschriftenaktion zu ihrer Rettung gestartet. "An diesen beiden von Max Reinhardt gegründeten und von der Familie Woelffer seit mehr als 60 Jahren geführten Häusern wurde ein Stück Berliner Theatergeschichte geschrieben", heißt es in der Petition. Sie richtet sich an den Berliner Regierenden Bürgermeister und Kultursenator Michael Müller. Ein Investor plant, das Theater und die Komödie am Kurfürstendamm bei der Sanierung des dortigen Areals abzureißen und eine neue Bühne im Tiefgeschoss zu errichten. "Es geht um Leben und Tod der Theater und der Institution", erklärte Theaterdirektor Martin Woelffer. Vor zehn Jahren hätten bei einer ähnlichen Aktion 200 000 Menschen für die Rettung der Theater unterschrieben. "Bestimmt können wir diesmal noch mehr Menschen für unsere Sache mobilisieren."

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