Seit 06:07 Uhr Studio 9
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 06:07 Uhr Studio 9
 
 

Fazit | Beitrag vom 20.04.2017

Josef HaslingerWarum der PEN-Präsident nicht weitermacht

Josef Haslinger im Gespräch mit Andrea Gerk

Beitrag hören Podcast abonnieren
Der österreichische Schriftsteller Josef Haslinger (dpa / picture-alliance / Jens Wolf)
Der österreichische Schriftsteller Josef Haslinger stand die letzten vier Jahre an der Spitze den PEN-Zentrums Deutschland und will aufhören (dpa / picture-alliance / Jens Wolf)

Der Präsident des PEN-Zentrums Deutschland, Josef Haslinger, will nicht mehr antreten. Der österreichische Schriftsteller sagte, angesichts der Verfolgung von Autoren in Ungarn oder in der Türkei sei der Aufwand für deren Unterstützung sehr groß geworden.

"Als ich das Amt vor vier Jahren antrat, war  das doch alles etwas weiter weg", sagte der Präsident des PEN-Zentrums Deutschland, Josef Haslinger, im Deutschlandradio Kultur. "Das ist uns alles sehr nahegerückt mittlerweile." Der deutsche PEN habe in seiner Arbeit heute viel mehr zu tun als noch zu Beginn seiner Amtszeit. "Zum Glück ist es aber auch gelungen, stärker in die Öffentlichkeit zu treten, auf die Schicksale der Autoren aufmerksam zu machen."

Mehr Aufmerksamkeit für Anliegen des PEN

Der deutsche PEN habe immer schon viel mit der Türkei zu tun gehabt, aber früher große Schwierigkeiten, in der Öffentlichkeit durchzudringen. Seit dem gescheiterten Militärputsch und dem geltenden Ausnahmezustand habe sich das grundlegend verändert. "Letztlich sind wir dafür zuständig, verfolgten Autoren weltweit zu helfen", sagte der 61 jährige Haslinger. "Das hat heute viel mehr mit uns und Europa zu tun als das am Anfang der Fall war."

Weniger Freiheiten in der Kulturpolitik

Es gehe häufig darum, dass sich Regierungen bildeten, die sich anmaßten, auch die Kulturpolitik mit eigenen Leuten zu besetzen, sagte Haslinger. "Alle Ämter und alle Vereine und alles, was in die Gesellschaft hineinwirkt in einer bestimmten Richtung zu formen und damit eigentlich die Freiheiten und die demokratischen Grundrechte einzuschränken." Aufgrund solcher Entwicklungen selbst in EU-Staaten wie Ungarn und Polen sagte Haslinger: "Die Arbeit des PEN ist wichtiger geworden als je." (gem)

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsWenn Berlin baut
Der Rohbau des Berliner Schlosses (M), das den Namen Humboldt-Forum trägt, ist am 09.06.2015 in Berlin am Schinkelplatz zwischen dem eingerüsteten Neubau von Nobelappartements (l-r), der Humboldt-Box, dem Hotel Park Inn, dem Fernsehturm und der Schaufassade der Schinkelschen Bauakademie (r) zu sehen. Das Humboldt-Forum soll ab 2019 als Museum und für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden.  (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)

In Berlin beschäftigt man sich gern ausführlich mit einem Bauwerk, ohne dass es dadurch wirklich gut oder wenigstens fertig wird - siehe Flughafen BER oder Humboldt-Forum. Letzteres ist Anlass für eine Grundsatzkritik in der "Süddeutschen Zeitung". Mehr

weitere Beiträge

Fazit

Kunstfälschungen"Heute juristisch nicht mehr relevant"
Eine Doppelbelichtung der Dada-Künstlerin Hannah Höch (Auszug der Fotografie um 1930).  (picture-alliance / Stephanie Pilick)

Offenbar sind gerade wieder etliche renommierte Kunstmuseen von Fälschungen betroffen. Im Zentrum steht die Sammlerfamilie Koretzky und eine Galerie, von der nicht feststeht, ob es sie wirklich gegeben hat. Kunstjournalist Carsten Probst erklärt die Zusammenhänge.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur