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Montag, 20.11.2017

Fazit / Archiv | Beitrag vom 18.09.2010

Jimi Hendrix

Kreatives Genie, Drogensüchtiger, Management-Opfer

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Jimi Hendrix im Jahr 1970 (AP Archiv)
Jimi Hendrix im Jahr 1970 (AP Archiv)

Heute wird weltweit an Jimi Hendrix gedacht, denn sein Todestag jährt sich zum 40. Mal. Er war ein Genie auf der E-Gitarre, Gitarristen jeglicher Couleur verehren ihn. Am 18. September 1970 wurde er mit nur 27 Jahren tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden.

Wer war dieser Mann, der, seine Gitarre nicht nur mit den Fingern, sondern auch mit den Zähnen und dem Mund spielte, Rückkoppelungen mit den Gitarrenverstärkern in seine Musik einschloss, und einmal mit einer ganzen Wand aus Gitarrenverstärkern auftrat und von dem mehr Alben posthum erschienen sind, als zu seinen Lebzeiten?

Seine Auftritte waren verrückt, er ging über alle damals bestehenden musikalischen Grenzen und opferte seine Gitarre dem Feuer, statt sie wie andere damals zu zerbrechen. Seine Musik war jedoch gleichzeitig tief verwurzelt im Blues. Seit seinen Junior Highschooltagen sah man ihn fast immer mit Gitarre, er übte in dem er zu den R & B und Blues Songs im Radio spielte, Anfang der sechziger Jahre begleitete er u.a Little Richard und einige andere Stars der R& B Szene auf ihren ausgedehnten Touren vor allem durch den Süden der USA. 1964 ging er nach New York und trat in Clubs in Greenwich Village auf, Musiker und die Szene waren begeistert, für den kommerziellen Markt ist es in den USA zu früh für Jimi Hendrix.

Erfolg hat er erst als Chas Chendler von den Animals ihn 1966 nach England holt. Schon bei seinem ersten Gig sind viele Musiker anwesend und so erstaunt wie begeistert. Schon am ersten Abend lernte Jimi Hendrix seine Freundin Kathy Etchingham kennen.

"Wir haben nicht viel gehört, aber sofort erkannt, das ist ein guter Musiker."

Einmal überredete Chas Chendler Eric Clapton von Cream Jimi Hendrix mit auf die Bühne zu lassen, fünf Minuten lang spielten sie zusammen, dann gab Clapton auf, zum großen Vergnügen der Menge. Egal ob Jeff Beck oder Pete Townshend von the Who, Jimi Hendrix beeindruckte sie alle.
Die "Jimi Hendrix Experience" mit Mitch Mitchell und Noel Redding wurde seine erste Band, "Hey, Joe" seine erste Single und "Are you experienced" die erste LP. Nach erfolgreichen Konzerten in Europa tourte Hendrix auch erstmals in den USA, das Festival in Monterey wurde zu einem Meilenstein seiner Karriere, in Woodstock hat er Musikgeschichte geschrieben.

Als Jugendlicher hat Jimi Hendrix gerne und gut mit Farben gemalt, mit Klängen geht er um wie mit Farben, er türmt sie aufeinander, lässt sie ineinanderfließen und verliert dennoch nie den Groove. Science-Fiction-Filme gehörten zeitlebens zu seiner liebsten Unterhaltung, den Soundtrack dazu lieferte auf seiner Gitarre. Damit konnte er kreischen, schreien oder weinen, immerhin ist es auch die Zeit des Vietnamkrieges und der Ermordung von Martin Luther King und Robert Kennedy.

Jimi Hendrix selbst hat eine grausame und oft bitterarme Kindheit erlebt, von seiner liebevollen Mutter war er oft getrennt und sie starb, als er 15 war. Alle die ihn gekannt haben, bescheinigen ihm einen sanftmütigen, fast scheuen Charakter, Jimi Hendrix glaubte an Love & Peace. Er wollte gar nicht immer nur laut sein und liebte durchaus auch die leisen Töne.

Es waren nicht zuletzt seine gnadenlosen Manager, die ihm andere kreative Wege, beispielsweise mit seiner post-Woodstock "Band of Gypsies" verwehrten, ihn zu einer brutalen Konzertagenda überredeten, 60 Konzerte in 30 Tagen, damit beförderten sie auch seinen Drogenkonsum. Amphetamine zum Wachhalten und Barbiturate zum Einschlafen.

Trotz dem fand Jimi Hendrix im letzten Jahr Zeit und Raum für Kreativität. In New York richtet er sich das Electric Lady Studio ein und dort entstand auch sein letztes Album "Electric Ladyland", Jimi Hendrix pflegte eine religiöse Beziehung zu seiner …

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