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Kulturnachrichten

Dienstag, 23. Januar 2018

Jaroslav Rudis erhält Preis der Literaturhäuser

Das teilte das Netzwerk der Literaturhäuser in Berlin mit.

Der tschechische Schriftsteller, Dramatiker und Drehbuchautor Jaroslav Rudis zeichne mit Ironie und feinem Gespür für die Alltagsängste der Menschen die Gesellschaft anhand von besonderen Typen, die häufig Opfer tragikomischer Ereignisse seien. So heißt es in der Begründung der Jury für die Auszeichnung, die mit 15.000 Euro dotiert ist. Der 1972 in Böhmen geborene Autor studierte Germanistik, Geschichte und Journalistik in Liberec, Zürich und Prag, bevor er mit einem journalistischen Stipendium nach Berlin kam. Dort entstand sein Erstlingsroman "Der Himmel unter Berlin". Die Graphic Novel "Alois Nebel", die Rudis zusammen mit dem Sänger Jaromir Svejdik verfasste, erhielt als Animationsfilm einen Europäischen Filmpreis.

Russland verbietet Stalin-Komödie

"The Death of Stalin" hätte diese Woche Premiere gefeiert

Nur wenige Tage vor der geplanten Premiere hat das russische Kulturministerium eine Komödie über den sowjetischen Diktator Josef Stalin verboten. Der Film "The Death of Stalin" des britischen Regisseurs Armando Iannucci verstoße gegen das Gesetz, teilte die Behörde in Moskau mit. Details nannte das Ministerium nicht. Ursprünglich sollte die britisch-französische Produktion mit Jeffrey Tambor und Steve Buscemi noch in dieser Woche in den russischen Kinos anlaufen. Darin werden die letzte Tage des Diktators im Jahr 1953 und der Machtkampf nach seinem Tod thematisiert. Dumaabgeordnete hatten den Film vorab als untragbar bezeichnet und ein Verbot gefordert. In Deutschland soll das Werk Ende März in die Kinos kommen.

Chile trauert um Schriftsteller Nicanor Parra

Parra galt als Begründer der "Antipoesi"

Chile trauert um einen seiner bekanntesten Dichter. Wie die Zeitung "La Tercera" berichtet, ist der als "Antipoet" weltbekannt gewordene Schriftsteller Nicanor Parra Sandoval im Alter von 103 Jahren gestorben. Zu seinen Auszeichnungen zählt der 2011 in Madrid verliehene Cervantes-Preis, einer der bedeutendsten Literaturpreise in der iberoamerikanischen Welt. Parra gilt als Begründer der sogenannten Antipoesie. Chiles Staatspräsidentin Michelle Bachelet sagte, Chile verliere einen der größten Autoren seiner Literaturgeschichte. Ihr gewählter Nachfolger Sebastian Pinera erklärte: "Das einzige, was ihm noch zur Unsterblichkeit fehlte, war, von dieser Erde zu gehen." International bekannt wurde Parra auch, weil die Werke des am 5. September 1914 in dem Andenstädtchen San Fabian de Alico geborenen Autors auf Initiative seines US-Kollegen Allen Ginsberg ins Englische übersetzt wurden.

Die Oscar-Nominierungen sind da

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat sie bekannt gegeben

Die Monsterromanze "The Shape of Water" von Guillermo del Toro hat von allen Kandidaten die meisten Nominierungen für einen Oscar bekommen. Er kann sich in 13 Kategorien Hoffnung auf die goldene Statue machen, die am 4. März zum 90. Mal vergeben wird. Außerdem hoffen "Dunkirk", "Lady Bird" und "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri", "Darkest Hour", "Phantom Thread", "Blade Runner 2049", "Lady Bird", "Call Me by Your Name", "Get Out", "Mudbound" und "Star Wars: The Last Jedi" auf die Auszeichnung. Als beste Hauptdarstellerinnen sind Frances McDormand und Sally Hawkins nominiert. Gary Oldman und Timothée Chalamet könnten beste Hauptdarsteller werden. Sam Rockwell, Willem Dafoe, Allison Janney und Laurie Metcalf erhielten eine Nominierung als beste Nebendarsteller. Fatih Akins "Aus dem Nichts" schaffte es nicht in die Endrunde für den Ausland-Oscar. Nominiert wurden "A Fantastic Woman" (Chile), "The Insult" (Libanon), "The Square" (Schweden), "Loveless" (Russland) und "On Body And Soul" (Ungarn).

Jazz-Legende Hugh Masekela ist tot

Südafrikanischer Musiker starb im Alter von 78 Jahren

Der legendäre südafrikanische Jazzmusiker Hugh Masekela ist tot. Der Trompeter sei im Alter von 78 Jahren in Folge einer Prostata-Erkrankung gestorben, hieß es in einer Stellungnahme seiner Familie. 1960 verließ der Multi-Instrumentalist, der in einem Township groß geworden war, den Apartheid-Staat, sang aus dem Exil in den USA für Nelson Mandela und kehrte nach dessen Freilassung nach Südafrika zurück. "Das Land hat einen einzigartigen Musiker verloren", erklärte Kulturminister Nathi Mthethwa. Seine zeitlose Musik habe die Herzen der Menschen höher schlagen lassen. Masekela galt als einer der Pioniere des Afro-Jazz.

Franciska Zólyom deutsche Kuratorin für Venedigs Kunst-Biennale

Sie findet 2019 statt

Franciska Zólyom ist für Außenminister Gabriel eine "herausragende Kuratorin". Deshalb wird sie nächstes Jahr den deutschen Beitrag auf der Kunst-Biennale in Venedig verantworten. Sie stehe mit ihrer Vita und ihrem bisherigen Wirken für künstlerische Koproduktion und damit für einen pro-europäischen Kunstbegriff jenseits nationaler Grenzen, so Gabriel. Zólyom ist seit 2012 Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig. Zuvor war sie unter anderem Kuratorin am Ludwig-Museum für zeitgenössische Kunst in Budapest. Im vergangenen Jahr gewann der von Susanne Pfeffer kuratierte und von der Künstlerin Anne Imhof gestaltete deutsche Pavillon den Goldenen Löwen.

Gomringer-Gedicht an Hochschulfassade wird übermalt

Mitarbeiter und Studierende der Alice Salomon Hochschule in Berlin haben abgestimmt

Im Herbst werden Verse der neuen Poetik-Preisträgerin Barbara Köhler die Südwand des Lehrgebäudes zieren. Das hat der Akademische Senat mehrheitlich beschlossen, nachdem alle Angehörigen der Alice Salomon Hochschule online über das Gedicht des Schweizers Eugen Gomringer abgestimmt hatten. Alleen / Alleen und Blumen / Blumen / Blumen und Frauen / Alleen / Alleen und Frauen / Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer" waren als Diskriminierung von Frauen kritisiert worden. Der Protest hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Das Deutsche PEN-Zentrum hatte vor Zensur gewarnt. Der 93 Jahre alte Gomringer bezeichnete die Entscheidung als "Eingriff in die Freiheit von Kunst und Poesie". Er behalte sich rechtliche Schritte vor.

Programm der letzten Ruhrfestspiele von Frank Hoffmann

Das Festival dauert vom 1. Mai bis 17. Juni

"Heimat" ist die Überschrift für die diesjährigen Ruhrfestspiele und beschäftigen sich dabei auch mit Flucht und Vertreibung. Insgesamt sind 111 Produktionen in 298 Veranstaltungen und 19 Spielstätten zu sehen. Der scheidende Intendant Frank Hoffmann zeigt sowohl Altmeister wie Hauptmann, Brecht und Dürrenmatt als auch zeitgenössische Autoren wie Ojake und Küspert. Die Eröffnungsinszenierung übernimmt Hoffmann selbst. In Zusammenarbeit mit dem Wiener Burgtheater zeigt er Friedrich Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame", in der es um die folgenschwere Rückkehr in die Heimat geht. Weil in diesem Jahr die letzten Zechen schließen, wird auch die Geschichte und Bedeutung des Kohlebergbaus noch einmal künstlerisch beleuchtet.

Gratulationen zum 80. Geburtstag von Georg Baselitz

Monika Grütters würdigt den Künstler, der die Welt auf den Kopf stellt

"Ungeachtet der Strömungen der Zeit sind Sie mit schier unerschöpflicher Lust am Experimentellen stilistisch wie thematisch stets Ihrem eigenen Kompass gefolgt", heißt es im Glückwunschschreiben der CDU-Politikerin an den Jubilar Georg Baselitz. Sein einstiger Meisterschüler Norbert Bisky sagte im Deutschlandfunkkultur, Baselitz habe immer versucht, "Künstler zu erziehen und Haltung zu vermitteln". Dabei habe er seine Schüler aufgefordert, vorsichtig mit den Mächtigen zu sein und sich nicht zum Hofnarren machen zu lassen. Der Maler und Bildhauer, geboren am 23. Januar 1938 als Hans-Georg Kern in Deutschbaselitz, flog wegen "gesellschaftlicher Unreife" von der Kunsthochschule in Ost-Berlin. Im Westteil der Stadt sorgte er 1963 mit den Bildern "Nackter Mann" und "Die große Nacht im Eimer" für einen Eklat. 1969 entstand mit "Der Wald auf dem Kopf" sein erstes "Umkehrbild". Für Baselitz ein "dritter Weg" zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, heraus aus der "fatalen Abhängigkeit
zur Wirklichkeit".

Neuer Chef für Brandenburgische Gedenkstätten

Münchner Historiker wechselt nach Oranienburg

Weil Günter Morsch in den Ruhestand geht, wird der 43 Jahre alte Axel Drecoll sein Nachfolger. Das teilte die Staatskanzlei in Potsdam mit. Drecoll leitet seit 2009 den Lern- und Erinnerungsort "Dokumentation Obersalzberg" des Instituts für Zeitgeschichte München - Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind jüdische Geschichte in Bayern, Geschichte der NS-Verbrechen sowie Erinnerungskultur in Deutschland und Europa. Die 1993 gegründete Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten betreut unter anderem die früheren Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück. Das Land Brandenburg fördert die Stiftung in diesem Jahr mit 3,5 Millionen Euro.

Orchester in Deutschland schrumpfen weiter

Die Orchestervereinigung legt neue Zahlen vor

In den vergangenen zwei Jahren sind bei den deutschen Berufsorchestern 70 Stellen nicht wieder besetzt worden. Insgesamt gibt es nun noch 9.746. Die Zahl der Klangkörper sank von 131 auf 129. Das teilte der Berufsverband und die Gewerkschaft für Mitglieder professioneller Ensembles mit. Vor allem die Zusammenlegung der beiden SWR-Orchester aus Baden-Baden/Freiburg und Stuttgart sowie der Thüringen Philharmonie Gotha mit der Landeskapelle Eisenach hätten zum Rückgang beigetragen. Der Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung, Gerald Mertens, betonte, "angesichts des unglaublich langanhaltenden Wirtschaftsaufschwungs und übervoller Staatskassen" müsse mehr Geld auch bei den Berufsorchestern ankommen. "Viele Kollegen verzichten für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze immer noch auf einen Teil der ganz normalen Tarifbezahlung", führte er aus. Lohnverzicht sei aber keine Dauerlösung. Die Vergütungen in einigen Orchestern lägen bis zu 30 Prozent unter Tariflohn und damit nur knapp über dem Mindestlohnniveau. Bundesweit zahlen laut Orchestervereinigung 39 Orchester nicht nach Tarifvertrag, davon 27 Orchester im Osten Deutschlands.

Ernst von Siemens Musikpreis an Beat Furrer

Die Auszeichnung ist mit 250.000 Euro dotiert

Der österreichisch-schweizerische Komponist Beat Furrer erhält in diesem Jahr für sein "Leben im Dienste der Musik" den Ernst von Siemens Musikpreis. Der 63-jährige gestalte seit vielen Jahren die musikalische Gegenwart auf die eindrücklichste Art und Weise, heißt es in der Begründung. Der Einfluss seines sich "über alle musikalischen Gattungen" erstreckenden Werks habe "enormen" Einfluß auf jüngere Generationen von Komponisten und Interpreten. "Seiner eigenen Klangsprache stets unverkennbar treu bleibend, reproduziert Furrer niemals Erprobtes sondern führt musikalische Ideen mit jedem neuen Werk einen Schritt weiter und erkundet unbekanntes ästhetisches Terrain." Die Preisverleihung findet am 3. Mai 2018 im Münchner Prinzregententheater statt. Insgesamt vergibt die Ernst von Siemens Musikstiftung in diesem Jahr über 3,5 Millionen Euro an Preis- und Fördergeldern.

Neil Diamond beendet seine Bühnenkarriere

US-Sänger ist an Parkinson erkrankt und sagt Konzerte ab

Neil Diamond leidet an der Parkinson-Krankheit und wird deswegen nicht mehr auf Tournee gehen. Er wolle aber noch "lange Zeit schreiben, Musik aufnehmen und in anderen Projekten aktiv sein", erklärte der Musiker, der morgen 77 Jahre alt wird. Auf Anraten seines Arztes sagte Diamond Auftritte in Australien und Neuseeland ab, die er im März im Rahmen seiner Welttournee eigentlich geben wollte. Anlass der Tournee war das 50-jährige Bühnenjubiläum des Künstlers. Er habe sich mit "großem Widerwillen und großer Enttäuschung" dazu entschieden, nicht mehr auf Tournee zu gehen, erklärte Diamond, der mit Schmusesongs wie "Sweet Caroline", "Beautiful Noise" und "Girl, You'll Be a Woman Soon" weltbekannt geworden war. Es sei ihm eine Ehre gewesen, 50 Jahre lang vor Publikum aufzutreten. Am Sonntag wird Diamond bei der Grammy-Verleihung für sein Lebenswerk geehrt.

Südkoreas frühere Kulturministerin muss ins Gefängnis

Politikerin wollte kritischen Künstlern staatliche Unterstützung verweigern

Die frühere südkoreanische Kulturministerin Cho Yoon Sun ist wegen einer Liste mit den Namen tausender regierungskritischer Künstler zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem verhängte ein Berufungsgericht gegen den früheren Stabschef im Präsidialamt, Kim Ki Choon, eine Haftstrafe von vier Jahren. Damit verschärfte das Gericht noch einmal die Urteile, die im Sommer 2017 in erster Instanz ergangen waren. Wie südkoreanische Sender berichten, wurden die beiden Politiker beschuldigt, eine Liste mit Namen von fast 10.000 Künstlern und Kulturschaffenden erstellt zu haben, die sich kritisch gegenüber der Regierung in Seoul geäußert hatten. Daher sollte ihnen der Zugang zu staatlicher Unterstützung verweigert werden. Cho war im vergangenen Juli in erster Instanz zu einer Bewährungsstrafe, Kim zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

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