Sonntag, 19.11.2017

Kulturnachrichten

Dienstag, 12. September 2017

J.J. Abrams übernimmt wieder Regie bei "Star Wars"

Regisseur Abrams ersetzt Colin Trevorrow, der kürzlich gekündigt hatte

J.J. Abrams übernimmt wieder die Regie bei einem Film der "Star Wars"-Reihe. Abrams werde Colin Trevorrow ersetzen, der als Drehbuchautor und Regisseur für die 2019 erscheinende "Episode IX" des Science-Fiction-Epos vergangene Woche hingeschmissen hatte, verkündete das Filmstudio Disney. Abrams hatte mit "Star Wars: Das Erwachen der Macht" der Kultreihe neues Leben eingehaucht. Der Film spielte 2015 mehr als zwei Milliarden Dollar ein. Abrams hatte damals gesagt, es werde sein einziger "Star Wars"-Film bleiben. "Episode IX" ist der dritte Film der mittlerweile bereits dritten "Star Wars"-Trilogie und soll im Mai 2019 in die Kinos kommen.

Mahnmal für Terroranschlag in Berlin entschieden

Mit Goldlegierung gefüllter Riss soll in Breidscheidplatz eingelassen werden

Für die Opfer des Terroranschlags auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wird am Jahrestag im Dezember ein Mahnmal enthüllt. Die Entscheidung einer Jury für einen der sieben eingereichten Vorschläge fiel am Dienstag, wie der Senat mitteilte. Der Entwurf des Stuttgarter Designerbüros Merz Merz sieht einen mit einer Goldlegierung aufgefüllten Riss auf dem Breitscheidplatz vor. Die Namen der Opfer und ihre Herkunftsländer sollen auf der Vorderseite der Stufen vor der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche stehen. Der Bau des Mahnmals soll schnell beginnen. Bei dem Anschlag tötete der tunesische Terrorist Anis Amri am 19. Dezember 2016 zwölf Menschen und verletzte mehr als 60.

Russlands größte Kinoketten lehnen "Matilda" ab

Wegen "ungesetzlicher Handlungen" soll Zaren-Film nicht in großen Kinos laufen

Die beiden größten russischen Kinoketten werden aus Sicherheitsbedenken den umstrittenen Film "Matilda" von Regisseur Alexej Utschitel nicht zeigen. Die Kinoketten Cinema Park und Formula Kino verwiesen dabei auf "ungesetzliche Handlungen" und Drohungen der Filmgegner. Weil der Film die Beziehung des heiliggesprochenen Zaren Nikolaus II. mit der Tänzerin Matilda Kschessinskaja zeigt, sieht sich Regisseur Utschitel seit Monaten Protesten von Monarchisten und konservativen Orthodoxen ausgesetzt. Die Rolle des letzten Zaren spielt der deutsche Schauspieler Lars Eidinger. Der Regisseur sagte, er rechne eigentlich nicht mehr mit Protesten, wenn der Film am 26. Oktober offiziell anläuft. Am Montag musste eine Vorstellung in Moskau abgesagt werden, nachdem Unbekannte am Büro von Utschitels Anwalt zwei Autos in Brand gesetzt hatten.

Centre Pompidou eröffnet in Shanghai 2019

Zusammenabeit mit chinesischen Behörden sei schwierig gewesen, so Museumsdirektor

Die seit mehreren Jahren diskutierte Zweigstelle des Centre Pompidou in Shanghai soll nun Anfang 2019 eröffnet werden. Das Projekt habe lange gebraucht, sagte heute der Direktor des Pariser Museums, Serge Lasvignes. Die Arbeit mit den zuständigen chinesischen Behörden sei nicht immer leicht gewesen, so Lasvignes. Schon 2010 war von einer Dependance in Shanghai die Rede gewesen. Die Zweigstelle wird in einen Teil des neuen "West Bund Art Museums" nach Plänen des britischen Stararchitekten David Chipperfield einziehen. Sie soll nach dem Beispiel der 2015 eröffneten Zweigstelle im spanischen Málaga zunächst auf eine Dauer von fünf Jahren mit Werken aus der Sammlung des Pariser Museums bespielt werden.

Streit um Affen-Selfie beigelegt

Tierrechtsorganisation und Fotograf haben sich geeinigt

Der Streit um das Urheberrecht eines Affen an seinem Selfie ist außergerichtlich mit einem Vergleich beigelegt worden. Das bestätigten die Tierrechtsorganisation Petra und der britische Naturfotograf David J. Slater. Der zweijährige Rechtsstreit drehte sich um Bilder, die ein Makake auf der indonesischen Insel Sulawesi 2011 von sich gemacht hatte. Der Affe Narrte drückte damals auf den Auslöser von Slaters Kamera. Slater vermarktete die Aufnahmen. Doch bald schon wurde angezweifelt, ob der Fotograf überhaupt die Rechte an den Bildern besitzt. Petra klagte 2015 im Namen des Affen erfolgreich auf die Bildrechte. Nach einer Erklärung beider Parteien wird Slater jetzt 25 Prozent seiner künftigen Einnahmen von den Selfie-Bildern gemeinnützigen Organisationen stiften, die sich für den Schutz von Affen in Indonesien einsetzen.

Rechnungshof rügt Kunstsammlung NRW

Fehlendes Konzept und mangelnde Wirtschaftlichkeit

Der Landesrechnungshof von Nordrhein-Westphalen hat ein fehlendes Konzept und mangelnde Wirtschaftlichkeit bei der landeseigenen Kunstsammlung gerügt. Die Kunstsammlung verfüge "über kein umfassendes Museums­ und kein Sammlungskonzept", kritisieren die Rechnungshüter in ihrem Jahresbericht 2017. Das bisherige Konzept des Hauses entspreche "nicht vollständig den Empfehlungen des Deutschen Museumsbundes". Der Landesrechnungshof empfiehlt der Kunstsammlung, ein umfassendes Museums- und Sammlungskonzept schriftlich zu erstellen. Auch solle das Land mit seinem Kunstmuseum "konkrete Ziele vereinbaren" - etwa für die Besucherzahl oder die Zahl der Ausstellungen.

Finanzielle Engpässe bei der documenta

Defizit von Sieben Millionen Euro

Die Kunstausstellung documenta steckt nach Angaben der Stadt Kassel in finanziellen Schwierigkeiten. "Als Aufsichtsratsvorsitzender kann ich bestätigen, dass mich die Geschäftsführung der documenta und Museum Fridericianum gGmbH Ende August 2017 über drohende finanzielle Engpässe informiert hat", teilte Oberbürgermeister Christian Geselle mit. Die "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" hatte zuvor berichtet, dass Stadt und Land Bürgschaften über jeweils 3,5 Millionen Euro für Darlehen übernommen haben. Geselle sagte, auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrats habe die Geschäftsführung die finanzielle Lage dargestellt und einen "aktualisierten Liquiditätsplan" vorgelegt. Dadurch habe der Betrieb der documenta 14 bis zu ihrem Abschluss an diesem Wochenende gesichert werden können. Die Gesellschafter - Stadt Kassel und Land Hessen - hätten zudem vereinbart, dass die documenta auch darüber hinaus zahlungsfähig bleiben soll. "Dazu werden derzeit Sicherheitszusagen der Gesellschafter vorbereitet, damit die finanzielle Ausstattung der Gesellschaft wieder sichergestellt wird." Die Geschäftsführung müsse einen Bericht zur wirtschaftlichen Lage vorlegen. Parallel sei eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt worden.

Praemium Imperiale für Moneo und Baryshnikov

Hochdotierter japanischer Kunstpreis in Berlin bekanntgegeben

Stararchitekt Rafael Moneo und Tanzikone Mikhail Baryshnikov werden für ihr Lebenswerk mit dem Praemium Imperiale ausgezeichnet. Der höchste japanische Kunstpreis geht dieses Jahr zudem an die aus dem Iran stammende Künstlerin Shirin Neshat, den ghanaischen Bildhauer El Anatsui und den senegalesischen Musiker Youssou N'Dour. Das teilte Goethe-Institutspräsident Klaus-Dieter Lehmann heute in Berlin im Namen der Japan Art Association mit. Der renommierte Preis steht unter der Schirmherrschaft des japanischen Kaiserhauses. Er ist mit insgesamt gut 600 000 Euro dotiert und wird am 18. Oktober in Tokio verliehen.

OECD Sudie lobt deutsches Berufsbildungssystem

Frauen in sogenannten Mint-Studienfächern unterrepräsentiert

In Deutschland entscheiden sich besonders viele junge Menschen für ein Studium in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik. Im Jahr 2015 hatten 37 Prozent der Hochschulabsolventen ein sogenanntes Mint-Fach studiert, wie aus einer von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vorgelegten Studie hervorgeht. Dies war demnach der höchste Anteil im internationalen Vergleich. Allerdings sind Frauen in den meisten Mint-Fächern "unterrepräsentiert". Sie stellen in diesem Bereich nur 28 Prozent der Studienanfänger. Die OECD hebt in dem Bildungsbericht zudem die große Bedeutung der Berufsbildung in Deutschland hervor. Das deutsche System stelle eine "hohe Beschäftigungsfähigkeit" sicher, erklärte die Organisation. In Deutschland befänden sich zudem lediglich 10,8 Prozent der 20- bis 24-Jährigen weder in Beschäftigung noch in Ausbildung. Dies sei einer der niedrigsten Anteile in den OECD-Ländern.

Britischer Theatermacher Sir Peter Hall ist tot

Hall war Direktor des London Theater und Gründer der Royal Shakspeare Company

Der britische Theatermacher Sir Peter Hall ist tot. Er starb am Montag im Alter von 86 Jahren im Beisein seiner Familie. Das teilte heute das National Theatre mit. Hall war langjähriger Direktor des Londoner Theaters und Gründer der Royal Shakespeare Company. Bei den Bayreuther Festspielen hatte er 1983 Richard Wagners "Ring des Nibelungen" inszeniert. Nach Angaben des National Theatre wurde 2011 bei Hall Demenz diagnostiziert.

Bericht: documenta zwischenzeitlich kurz vor Insolvenz

Kasseler Oberbürgermeister will Stellung nehmen

Die Kunstausstellung documenta14 stand nach einem Bericht der "Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen" (HNA) Ende August kurz vor einer Insolvenz. Auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrats am 28. August sei beschlossen worden, dass die Stadt Kassel und das Land Hessen als Gesellschafter jeweils eine Bürgschaft von 3,5 Millionen Euro übernähmen, berichtet das Blatt. Der Gesamtetat der documenta für die laufende Ausstellung liegt bei 37 Millionen Euro. Der genaue Grund für das finanzielle Loch war zunächst unklar. Durch die Bürgschaften sei der laufende Betrieb zunächst gesichert worden. Um Licht in die Vorgänge zu bringen, seien inzwischen unabhängige Wirtschaftsprüfer bestellt worden, heißt es in dem Bericht. Die Stadt Kassel kündigte eine Stellungnahme des Aufsichtsratsvorsitzenden der documenta gGmbH, dem Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD), im Lauf des Tages an.

Shortlist für Deutschen Buchpreis veröffentlicht

"Kühnes Denken" zeichne die Texte aus

Die Autoren Gerhard Falkner, Franzobel, Thomas Lehr, Robert Menasse, Marion Poschmann und Sasha Marianna Salzmann haben es auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis geschafft. "Kühnes Denken: das ist es, was die Texte der Shortlist miteinander verbindet", sagte Jury-Sprecherin Katja Gasser. Nach der Lektüre bestehe kein Zweifel: die Idee Europa stehe auf dem Spiel. "Das Floß der Medusa" des Österreichers Franzobel erzählt vom Überlebenskampf auf See, Lehrs "Schlafende Sonne" entwirft ein Geschichts-Labyrinth, Menasse erzählt in "Die Hauptstadt" von Europa als Institution, Salzmanns Debütroman "Außer sich" begleitete eine Familie auf der Flucht von Moskau nach Deutschland. Auch auf der Liste stehen Poschmanns poetische "Kieferninseln" und Falkners Schriftsteller-Abenteuer "Romeo oder Julia". Vergeben wird der Buchpreis am 9. Oktober zu Beginn der Frankfurter Buchmesse.

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