Seit 05:05 Uhr Studio 9
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9
 
 

Kulturnachrichten

Donnerstag, 30. Juli 2015

"Irgendwas mit Medien": Branche bei Studenten beliebt

Aber Angst vor Arbeitslosigkeit ist hoch

Rund 17 Prozent aller angehenden Hochschulabsolventen möchten nach dem Studium am liebsten in der Medien- und Verlagsbranche arbeiten. Damit ist die Branche die beliebteste von allen, wie aus einer repräsentativen Befragung der Universität Maastricht und der Jobvermittlung Studitemps hervorgeht, an der 20 000 Studenten teilnahmen. Ein Job-Wunsch in der Medienbranche geht allerdings mit Angst vor Arbeitslosigkeit einher: 44 Prozent der Studenten haben bei dieser Berufswahl laut der Befragung große Sorgen, am Anfang ihres Berufslebens arbeitslos zu sein - mehr als in jedem anderen untersuchten Wirtschaftsbereich.

Ai Weiwei in Deutschland eingetroffen

Erste Auslandsreise mit neuem Pass

Der berühmte chinesische Künstler Ai Weiwei ist in München angekommen. Es ist seine erste Auslandsreise, nachdem Ai Weiwei vor einer Woche seinen Pass wiederbekommen hatte. Seit seiner Festnahme vor vier Jahren hatten ihm die chinesischen Behörden das Reisedokument vorenthalten. Sein sechsjähriger Sohn lebt in Berlin. Großbritannien hatte Ai Weiwei unter Hinweis auf seine Inhaftierung ein sechsmonatiges Geschäftsvisum verweigert und ihm nur einen dreiwöchigen Aufenthalt erlaubt. In dem Ablehnungsschreiben, das der regimekritische Künstler heute auf dem Fotodienst Instagram veröffentlichte, wird ihm vorgeworfen, falsche Angaben über seine Straffälligkeit gemacht zu haben. "Es ist öffentlich bekannt, dass Sie früher eine kriminelle Verurteilung in China erhalten haben", heißt es darin. Ai Weiwei hob hingegen in einer Stellungnahme hervor, "niemals wegen eines Verbrechens angeklagt oder verurteilt worden" zu sein. Er war 2011 am Flughafen festgenommen worden. Nach 81 Tagen in Einzelhaft kam er wieder auf freien Fuß. Seither war sein Pass einbehalten worden.

Bolschoi-Theater trennt sich von Ballettchef

Keine Vertragsverlängerung für Sergej Filin

Der bei einem Säureanschlag verletzte Ballettchef des Moskauer Bolschoi Theaters, Sergej Filin (44), erhält keinen neuen Vertrag als künstlerischer Leiter. Sein im März 2016 auslaufende Engagement werde nicht verlängert, sagte Bolschoi-Direktor Wladimir Urin in Moskau. Er habe Filin die Zusammenarbeit in einer anderen Sparte angeboten.
Der scheidende Ballettchef nannte den Vorschlag "eine schöne Geste". Allerdings wolle er sich nach fünf Jahren beruflich weiterentwickeln und etwas Neues anfangen. Das Bolschoi verfügt mit mehr als 200 Tänzern über die weltgrößte Balletttruppe. Sergej Filin war im Januar 2013 vor seinem Wohnhaus mit Säure attackiert worden. Bei Operationen in Aachen konnte ein Teil seiner Sehkraft erhalten werden. Wegen des Anschlags wurden drei Männer verurteilt. Der Skandal enthüllte zahlreiche Intrigen und Affären beim Bolschoi. Filins Nachfolger soll im September bekanntgegeben werden und über weniger Vollmachten verfügen. Der Posten eines künstlerischen Leiters werde umgewandelt, sagte Direktor Urin.

Alex Farquharson wird Chef der Tate Britain

45-jähriger Kunsthistoriker folgt auf Penelope Curtis

Die Londoner Tate-Galerien haben bekanntgegeben, dass der Kunsthistoriker Alex Farquharson neuer Chef der Tate Britain wird. Der 45-jährige habe zuvor die Nottingham Contemporary zu einem der führenden regionalen Museen für zeitgenössische Kunst gemacht, begründete der Direktor der Tate-Galerien, Nicholas Serota, die Entscheidung. Farquharson hatte zuletzt mit einer ambitionierten Ausstellung des Künstlers Pablo Bronstein auf sich aufmerksam gemacht. Bevor er nach Nottingham kam, war er unter anderem Gastdozent am Londoner Royal College of Art. Alex Farquharson folgt damit auf Penelope Curtis, die nach 5 Jahren von der Tate Britain nach Lissabon wechselt.

Ukraine erstellt Liste "befreundeter" Künstler

Wim Wenders, George Clooney und Arnold Schwarzenegger stehen drauf

Nach einem Einreiseverbot für den französischen Filmstar Gérard Depardieu ("Green Card") wegen prorussischer Äußerungen hat die Ukraine nun eine Liste "befreundeter" Künstlern veröffentlicht. Unter anderem seien Filmregisseur Wim Wenders ("Der Himmel über Berlin") und der Scorpions-Rocksänger Klaus Meine ("Wind Of Change") in der früheren Sowjetrepublik stets willkommen, teilte das Kulturministerium in der Hauptstadt Kiew mit. Die mehr als 30 Künstler würden die Ukraine in ihrem Kampf gegen prorussische Separatisten unterstützen, hieß es. "Aus Dankbarkeit" sollten ihnen die Behörden des Landes "maximale Unterstützung bei der schöpferischen Tätigkeit" zukommen lassen. Klaus Meine und auch die Schauspieler George Clooney und Arnold Schwarzenegger, die ebenfalls auf der "Weißen Liste" stehen, hatten während der proeuropäischen Proteste in Kiew vor gut einem Jahr Unterstützungs-Clips aufgenommen.

Vatikan erstmals bei Filmfestspielen in Venedig

Mit einer Doku über die Schweizer Garde

Der Vatikan ist erstmals mit einem eigenen Beitrag bei den Filmfestspielen in Venedig vertreten. Im September wird dort ein vom vatikanischen Fernsehzentrum produzierter Dokumentarfilm über die päpstliche Schweizergarde gezeigt, wie "Radio Vatikan" berichtet. Er laufe jedoch außerhalb der Konkurrenz. Der italienische Dokumentarfilmer und Regisseur Gianfranco Pannone beschreibt unter dem Titel "Die kleinste Armee der Welt" Alltag und Geschichte der Schweizergarde. Die 72. Filmfestspiele in Venedig finden vom 2. bis 12. September statt.

Gemälde von Heisig als Dauerleihgabe für zwei Museen

Bilder stammen aus dem Nachlass der Privatsammlerin Vera Schreck

22 Gemälde von Bernhard Heisig (1925-2011) gehen als Dauerleihgabe an zwei brandenburgische Museen. Der Maler gilt als einer der wichtigsten Repräsentanten der Kunst aus der DDR-Zeit. Das Potsdam Museum und das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus teilen sich die Kunstwerke, geplant ist für 2019 auch eine Ausstellungskooperation. Die Gemälde stammen aus dem Nachlass der Privatsammlerin Vera Schreck, die in Köln und Lugano lebte. "Schreck ist durch Ateliers in der DDR gezogen und war mit Heisig befreundet", sagte die Leiterin des Cottbuser Museums, Ulrike Kremeier, bei der Vorstellung der Gemälde.

Großvater Hesses ist Namensgeber für Gastprofessur

Hermann Gundert gilt als der "Luther Indiens"

An der Universität Tübingen gibt es künftig eine Gastprofessur für die indische Sprache Malayalam. Benannt ist sie nach dem Großvater des Literaturnobelpreisträgers Hermann Hesse, Hermann Gundert (1814 - 1893), wie die Universität am Donnerstag mitteilte. Gundert gilt als der "Luther Indiens", weil er im 19. Jahrhundert als Missionar das Neue Testament in die Malayalam-Sprache übertrug. Gestiftet wird die Gastdozentur von der Regierung und einer Wissenschaftsorganisation Indiens. Dozenten der Thunchath Ezhuthachan Malayalam University aus dem Bundesstaat Kerala werden ab Oktober 2015 in Tübingen regelmäßig ihre Sprache lehren. Sie wird von 33 Millionen Indern gesprochen. Namensgeber Gundert hat in Kerala ein Wörterbuch und eine Grammatik erarbeitet, die bis heute als Standardwerke gelten. Auch ein Gesangsbuch und ein Malayalam-Englisch-Wörterbuch wurden immer wieder neu aufgelegt.

Richard-Wagner-Festspiele Bayreuth: Neuer "Siegfried"

Stefan Vinke singt die Partie

Heute ist in Bayreuth der dritte und vorletzte Teil des Opernzyklus "Der Ring des Nibelungen" zu sehen. Zum dritten Mal in der umstrittenen Inszenierung von Frank Castorf, aber mit einem neuen Siegfried. Statt Lance Ryan wird Stefan Vinke die Partie singen. Dirigent Kirill Petrenko hatte öffentlich sein Unverständnis über diese Umbesetzung geäußert. Auch beim morgigen Abschluss der Tetralogie,der Oper Götterdämmerung, wird Vinke den Siegfried geben. Die Bayreuther Festspiele gehen noch bis zum 28. August.

"Sturm im Wasserglas": Streit um Kulturgutschutzgesetz

Katholische Kirche reglementiert Kunstverkauf schon seit langem

Der stellvertretende Direktor des Kölner Diözesanmuseums Kolumba, Marc Steinmann, hat den Streit um das geplante Kulturgutschutzgesetz als "Sturm im Wasserglas" bezeichnet. Das Gesetz solle eine alte Regelung in eine zeitgemäße Form bringen, so Steinmann. "Den Händlern droht lediglich ein Verwaltungsakt: Was früher schmerzlos verkauft wurde, wird nach dem neuen Gesetz etwas weniger schmerzlos abgewickelt werden." Es sei jedoch ein positives Zeichen, dass die Kunst eine hohe Wertschätzung durch die Politik genieße. Nach Kirchenrecht dürften Kunstwerke im kirchlichen Besitz schon lange nur nach Absprache und unter sehr rigiden Bedingungen in ein neues Besitzverhältnis gelangen. Das Kulturgutschutzgesetz soll den grenzüberschreitenden Handel mit Kunst- und Kulturgütern strenger regeln. Hintergrund ist unter anderem der Handel mit geraubten Kunstschätzen aus dem Nahen Osten. Bei Künstlern und Sammlern stößt die geplante Regelung jedoch auf Kritik. So ließ etwa der Künstler Georg Baselitz Dauerleihgaben an deutsche Museen abziehen.

Per Crowdfunding zum Festival "Young Euro Classic"

Kiewer Jugendorchester sammelt Geld für die Reise nach Berlin

Nachdem die ukrainische Regierung die Reisekosten für das Kiewer Jugendorchetser gestrichen hat, um das Geld der Armee zuzuführen, versuchen die 80 Nachwuchsmusiker nun per Crowdfunding im Internet, die benötigten 7000 Euro zusammenzubekommen (http://igg.me/at/hierspieltdiezukunft). Die Musikstudenten, deren Konservatorium direkt am Kiewer Majdan liegt, waren 2014 mittendrin in den politischen Ereignissen. Das Symphonieorchester der Tschaikowsky Musikakademie wäre zum dritten Mal beim Festival der besten Jugendorchester der Welt dabei. Mit eigens gedrehten Videogrüßen aus Kiew machen die jungen Orchestermusiker im Internet auf ihre Situation aufmerksam. Unterstützer werden mit speziellen Ticketpaketen, privaten Lunchkonzerten und individuellen Konzerteinführungen belohnt. Das Jugendorchester möchte in Berlin die 2. Symphonie ihres Namensgebers Peter Tschaikowsky spielen, sowie zwei neue Werke ukrainischer Komponisten.

Literaturnobelpreisträger Patrick Modiano wird 70

Kunst des Erinnerns zeichnet auch sein neues Buch aus

Der französische Literaturnobelpreisträger Patrick Modiano kommt an seinem heutigen 70. Geburtstag mit seinem jüngsten Roman auf den deutschen Buchmarkt. "Damit Du Dich im Viertel nicht verirrst" (Carl Hanser Verlag) heisst diese Erinnerungsreise, in der einmal mehr die Nachwehen des Zweiten Weltkriegs in seiner Kindheit rekonstruiert: Paris, Besatzung, Auschwitz. Seit über 40 Jahren setzt Modiano in seinen Büchern Namen und Straßen zusammen, knüpft an Fakten und Träume an, um der Geschichte seines Lebens auf die Spur zu kommen. Er wurde 1945 als Sohn eines jüdischen Kaufmanns und einer flämischen Schauspielerin in der Nähe von Paris geboren. In Frankreich erschien der Roman "Damit Du Dich im Viertel nicht verirrst" zeitgleich mit der Nobelpreisbekanntgabe im vergangenen Herbst. Mit mehr als 700 000 verkauften Exemplaren gehört er dort zu den erfolgreichsten Büchern 2014.

Datenschützer fordert Pseudonyme bei Facebook

Zum Schutz vor Stalkern und Ausspähung

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar fordert, dass sich Facebook-Nutzer künftig ein Pseudonym zulegen dürfen. Caspar möchte die bisher geltende sogenannte Klarnamenpflicht mit einer Verwaltungsanordnung kippen. "Die Klarnamenpflicht ist ein Eingriff, der hoch zu bewerten ist", sagte er in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Es kann viele gute Gründe geben, seine Identität hinter einem Pseudonym zu verbergen." Als Beispiel nannte Caspar den Schutz vor Spähangriffen. Und weiter: "Pseudonyme sind der Schlüssel zur Meinungsfreiheit, insbesondere zum Schutz gegen politische oder rassistische Verfolgung, ebenso für Personen, die gestalkt werden." Der Datenschutzbeauftragte plädierte dafür, dass Nutzer zwischen Pseudonymen und ihren tatsächlichen Namen wählen dürften. Facebook habe allerdings ein Interesse an Klarnamen, weil diese "ökonomisch besser verwertbar" seien.

Kulturnachrichten hören

Juli 2015
MO DI MI DO FR SA SO
29 30 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31 1 2

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur