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Feiertag - Kirchensendung / Archiv | Beitrag vom 29.06.2014

InterpretationHättest du mich angesehn, Jochanaan, du hättest mich geliebt

Salome und Johannes der Täufer

Von Hans-Jürgen Benedict

The character of Salome, played by Cheryl Barker, looks at the head of Jokanaan (John the Baptist) during Opera Australia's production of Salome, at the Opera House in Sydney, Australia, 10 October 2012. Salome, by Richard Strauss, will play at the Sydney's Opera House from 12 October to 03 November. EPA/PAUL MILLER (dpa / Paul Miller)
Die australische Schauspielerin Cheryl Barker in einer Salome-Inszenierung in Sydney 2012 (dpa / Paul Miller)

Beim Evangelisten Markus wird die Geschichte von Johannes dem Täufer so erzählt: Salome fordert für ihre Mutter von König Herodes den Kopf von Johannes. Bei Oscar Wilde wird 1891 enttäuschte Liebe zu ihrem Motiv. Diese Fassung reizte dann auch Richard Strauß.

"Warum hast du mich nicht angesehn, Jochanaan? Du legtest über deine Augen die Binde eines, der seinen Gott schauen wollte .Wohl, du hast deinen Gott gesehen, Jochanaan, aber mich, mich hast du nie gesehen. Hättest du mich gesehn, du hättest mich geliebt. Ich weiß es wohl, du hättest mich geliebt. Und das Geheimnis der Liebe ist größer als das Geheimnis des Todes."

So spricht die Prinzessin Salome in der gleichnamigen Tragödie Oscar Wildes zu dem abgeschlagenen Kopf Johannes des Täufers, der hier Jochanaan genannt wird. Eine abstoßende und zugleich berührende Szene. Eine junge Frau im Dialog mit einem Toten, für dessen Tod sie verantwortlich ist. Und den sie aus Liebe hat töten lassen. So jedenfalls die Deutung von Oscar Wilde. Anders noch steht es in der Bibel beim Evangelisten Markus , der diese merkwürdige Geschichte vom Tod Johannes des Täufers zuerst erzählt hat. Ausgangspunkt der Erzählung ist die Wundertätigkeit Jesu in Galiläa, die dem König Herodes Antipas zu Ohren kommt. Wer ist dieser neue Wundertäter? fragen sich die Leute.

Verschiedene Erklärungen machen die Runde. Einige sagen, Johannes der Täufer sei auferstanden. Andere meinen, es sei Elia, dessen Wiederkunft erwartet wurde. Oder einer der alten Propheten sei erschienen. Herodes selbst aber meint, Johannes, den er habe töten lassen, sei auferstanden. Und dann wird erzählt, warum der König Johannes töten ließ. Seine prophetische Kritik war zu einer Gefahr für die Herrschenden geworden, zumal er in seiner Bußpredigt auch den Hof des Herodes Antipas nicht verschonte. Denn Johannes kritisierte dessen Heirat mit Herodias, der Frau seines Bruders, als Blutschande. Herodias stellt Johannes deswegen nach und will seinen Tod. Auf Befehl des Königs Herodes Antipas wird Johannes verhaftet und in den Kerker geworfen. Zugleich aber verhindert er seinen Tod, denn er fürchtet Johannes, den er für einen Propheten Gottes hält. „Wenn er ihn hörte, heißt es bei Markus, wurde er sehr unruhig, und doch hörte er ihn gern." Hier kommt nun die Tochter der Herodias ins Spiel, die später Salome genannt wird.

"Und es kam ein günstiger Tag, als Herodes an seinem Geburtstag seinen Großen und Vornehmsten von Galiläa ein Festmahl gab. Da trat die Tochter der Herodias herein und tanzte und gefiel Herodes und denen, die mit am Tisch saßen, sehr: Da sagte der König zu dem Mädchen. Erbitte von mir, was du willst, ich will's dir geben. Und er schwor ihr feierlich: was du von mir erbittest, will ich dir geben, bis zur Hälfte meines Reichs. Und sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Worum soll ich bitten. Die sagte: Um den Kopf Johannes des Täufers."

Und so kommt es. Obwohl der König betrübt ist, hält er seinen Eid, erfüllt der Prinzessin ihren Wunsch und gibt dem Henker den Befehl, Johannes töten.

"Der ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis, brachte seinen Kopf auf einer Schüssel und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn seiner Mutter. Als die Jünger des Johannes das hörten, kamen sie, nahmen seinen Leib und legten ihn ein Grab."

Eine eigenartig fremde Geschichte im Neuen Testament

Soweit die grausame Geschichte über den Tod des Johannes und seine merkwürdigen Umstände. Es ist in jeder Hinsicht eine im Neuen Testament eigenartig fremde Geschichte: nirgends sonst spielt das Hofleben eines jüdischen Königs eine Rolle, seine Feste, der verführerische Tanz einer Prinzessin. Die Evangelien handeln von den kleinen Leuten, von Kranken und Armen, denen das Reich Gottes zugesagt wird; in diesem Reich findet eine Umkehrung der Herrschaftsverhältnisse statt. Dort werden sie sein wie Könige. Und nun diese Szene von einem dekadenten Königshof, dessen Intrigen zum Tod Johannes des Täufers, des Vorläufers Jesu, führen.

Ob sich das wirklich so abgespielt hat, wie Markus es erzählt, ist nicht mehr festzustellen. Wie auch immer, ob Legende oder historisches Geschehen – dieser Tanz der Tochter der Herodias und ihr tödlicher Wunsch hat die Phantasie der Menschen immer wieder stark beflügelt. Salome taucht wie ihre Mutter Herodias in mittelalterlichen Passionsspielen als Schuldige am Tod des Johannes auf. Auch in der bildenden Kunst spielt das Motiv eine wichtige Rolle. Da wird in einem Portal der gotischen Kathedrale zu Rouen das Festmahl des Herodes dargestellt: Salome, eine schöne junge Frau, tanzt mit verführerisch gebogenem Leib vor dem König Herodes. Gleich daneben schlägt der Henker Johannes dem Täufer den Kopf ab. So wird das tanzende Mädchen als die Verantwortliche für seinen Tod dargestellt. In der Zeit der Renaissance wird der Tanz der Salome wie der Tod Johannes des Täufers zu einem beliebten Sujet. Die Nachbarschaft von Schönheit und Schrecken ist es, was die Maler an der Darstellung dieser Szene reizt.

Der französische Romancier Gustave Flaubert nimmt sich in seiner Erzählung „Herodias" 1877 des Stoffs an. Er schildert historisch genau die Pracht des Königshofs und die politische Konstellation. Ins Zentrum stellt er aber Herodias, die Frau des Herodes. Sie verkörpert das heidnische Prinzip; beim Fest tritt sie auf wie eine orientalische Muttergöttin. Und wie in der biblischen Erzählung ist hier ihre Tochter, sie wird nur das Mädchen genannt, williges Werkzeug ihrer Rachepläne. Sie soll sowohl die Leidenschaft des Königs neu entfachen wie den Kopf des Johannes fordern.

Der bislang eher mit geistreichen Gesellschaftskomödien hervorgetretene Oscar Wilde liest Flauberts Novelle und hat die Idee, daraus eine Tragödie zu machen. Er entfernt das Drama aber von der geschichtlichen Realität und taucht alles in das silberne Licht des Mondes. Das Stück beginnt mit dem Ausruf des jungen Syrers „Wie schön ist die Prinzessin Salome heut Nacht!" - und der Page antwortet:

"Sieh die Mondscheibe, wie seltsam sie aussieht. Wie eine Frau, die aus dem Grab aufsteigt."

Das kalte und glänzende Licht des Mondes wird auf je eigene Weise den Ängsten und Sehnsüchten der Personen zugeordnet. Deutlich ist hier der Einfluß des Symbolismus zu erkennen. Oscar Wildes größte Neuerung aber ist es, die verschmähte Liebe Salomes zu Jochanaan zum Motiv des Tötungswunsches zu machen.

Zunächst ist sie noch die verwöhnte Prinzessin, die aus einer Laune sich dem Propheten nähert. Doch in der Folge verfällt sie dem Objekt ihrer Neugier. Gerade dessen Verachtung von Schönheit und Lust, seine Predigt von Buße und Askese reizt sie, den Propheten umso stärker zu begehren. Und als er sie abweist, letztlich seinen Kopf zu fordern.

Salome ist nicht mehr das Werkzeug ihrer Mutter, sondern eigenständig handelnde Person. Eine junge Frau, noch unberührt, von einer starken Sehnsucht nach dem großen Liebeserlebnis getrieben, angezogen von der totalen Andersartigkeit des gefangenen Bußpredigers im Kerker ihres Stiefvaters.

Neuinterpretation durch Richard Strauß

Oscar Wildes "Salome" wurde 1896 in Paris uraufgeführt. Ins Deutsche wurde der Text kongenial von Hedwig Lachmann übersetzt. Der deutsche Komponist Richard Strauß wurde auf dieses Drama aufmerksam, las den Text und war von der nervösen Zerfaserung dieser Sprache wie von ihrer Lust an der oft parallelen Beschreibung von kostbaren Gegenständen und Vorgängen fasziniert. Das kam der vibrierenden Dramatik seiner Tonsprache entgegen.

Um das orientalische Kolorit musikalisch umzusetzen, erweiterte Strauß das Orchester: neben 19 Holzbläsern und 15 Blechbläsern wirken Celesta, Glockenspiel, Xylophon, Orgel und Harmonium mit. So gelingt es Strauß, mittels seiner differenzierten Tonsprache faszinierende Klangvisionen zu erzeugen. Der gelegentlich überladene, artifizielle Text von Wilde erhält durch die Musik eine größere Überzeugungskraft. Die Uraufführung der Oper 1905 in Dresden war ein großer Erfolg.

Die Tragödie beginnt, als Salome die Festgesellschaft des Herodes verlassen hat und draußen im Hof die Stimme des noch jungen Propheten hört. Sie ist fasziniert und verlangt mit ihm zu sprechen. Jochanaan wird aus seinem Verließ geholt. Salome, die sich ihm nähert, wird von ihm, als sie sich als Tochter der Herodias zu erkennen gibt, brutal zurückgewiesen. Trotzdem kommt es zwischen den beiden zu einem Dialog. Salome preist seinen Leib in gewagten Vergleichen und Natur-Bildern:

"Ich bin verliebt in deinen Leib, Jochanaan. Dein Leib ist weiß wie die Lilien auf einem Felde, von der Sichel nie berührt. Dein Leib ist weiss wie der Schnee auf den Bergen Judäas. Die Rosen im Garten von Arabiens Königin sind nicht so weiß wie dein Leib, nicht die Rosen im Garten der Königin, nicht die Brüste des Mondes auf dem Meere, nichts in der Welt ist so weiß wie dein Leib."

Jochanaan weist sie derb zurück, woraufhin Salome seinen Leib als den eines Aussätzigen bezeichnet. Doch dann unternimmt sie einen neuen Versuch der Annäherung, preist sein Haar, das wie Büschel schwarzer Trauben an den Weinstöcken Edoms sei. Wieder wird sie zurückgewiesen.

Salome versucht es ein drittes Mal, preist seinen Mund, der röter sei als die Füße der Tauben, die in den Tempeln wohnen und versucht ihn zu küssen.Jochanaan wehrt auch diesen Versuch ab. In einem schwelgerisch-werbenden Gesang weist er auf Jesus hin, ohne seinen Namen zu nennen.

"Geh, such ihn. Er ist in einem Nachen auf dem See von Galiläa und redet zu seinen Jüngern. Knie nieder am Ufer des Sees, ruf ihn, ruf ihn beim Namen. Wenn er zu dir kommt, und er kommt zu allen, die ihn rufen, dann bücke dich zu seinen Füßen, daß er dir deine Sünden vergebe."

Sanft und einladend ist die Rede Jochanaans geworden. Kann dieser neue werbende Ton die Prinzessin überzeugen? Kommen sie sich näher? Gibt es bei aller Verschiedenheit der beiden einen Punkt, wo sie sich verstehen, der asketische Prophet und die eigensinnige Prinzessin? Doch Salome beharrt darauf seinen Mund zu küssen. Jochannan verflucht sie dreimal und geht in sein Verließ zurück.

Der Tanz der Salome

Inzwischen sind Herodes und Herodias mit ihrem Gefolge auf dem Hof eingetroffen. Der König ist beunruhigt über den Mond, er sehe wie ein wahnwitziges Weib aus. Die Stimme des Propheten ertönt, der Verwünschungen gegen Herodias, das lüsterne Weib, die Tochter Babylons, ausstößt. Herodias verlangt, dass er schweigt, der König ist genervt, er umgarnt Salome und bittet sie, für ihn zu tanzen.

"Herodes: Salome, tanz für mich, ich bitte dich. Ich bin traurig heute nacht, drum tanz für mich. Salome, tanz für mich. Wenn du für mich tanzt, kannst du begehren, was du willst, ich werde es dir geben.

Salome: Willst du mir wirklich alles geben, was ich von dir begehre, Tetrarch?

Herodias: Tanze nicht, meine Tochter.

Herodes: Alles, alles, was du von mir begehren wirst, und wär's die Hälfte meines Königreichs.

Salome: Wobei willst du das beschwören, Tetrarch?

Herodes: bei meinem Leben, bei meiner Krone, bei meinen Göttern..."

Salome beginnt ihren Tanz, zu dem die Musiker wild losspielen, dann aber auf Geheiß der Prinzessin zu einer sanft wiegende Weise übergehen. Es ist ein Ausdruckstanz, kein Striptease, sondern eher ein Tanzgedicht, ein Seelengemälde, das von der Bereitschaft der Hingabe kündet.

Salome hat ihren Tanz vor König Herodes Antipas beendet. „Herrlich", ruft der König aus. „Wundervoll. Komm her Salome, ich will dich königlich belohnen. Ich will dir alles geben, was dein Herz begehrt. Was willst du haben? Sprich." Und was sagt Salome?

"Ich möchte, dass sie mir gleich in einer Silberschüssel bringen... den Kopf des Jochanaan."

Der König ist entsetzt; er versucht alles, um Salome von ihrem Vorhaben abzubringen. Er bietet ihr alle Schätze seines Reichs an, den schönsten Smaragd, die weißen Pfauen, alle möglichen Juwelen, Perlen, Topase, Opale, Türkise, Rubine. Strauß führt das alles in irisierenden Klängen vor. Alles vergeblich. Eigensinnig beharrt Salome auf ihrem mörderischen Wunsch. Herodes gibt seinen Widerstand auf. Der Befehl zur Hinrichtung wird erteilt. Es ist still auf der Bühne, grauenvoll still.

Schließlich kommt der Henker mit dem Kopf des Jochanaan und reicht ihn Salome auf einer Silberschüssel. Sie ergreift ihn, umarmt ihn fast. Und jetzt beginnt das Zwiegespräch mit dem abgeschlagenen Kopf des Jochanaan. Eine merkwürdige Ambivalenz bestimmt diese Szene. Sie ist anrührend und abstoßend zugleich. Von Faszination und Schrecken bestimmt. Einerseits wirkt es pervers, dieses Tête-à-Têtemit dem Kopf eines Toten. Andererseits ist es anrührend, wenn die Prinzessin mit dem Haupt des Geliebten spricht. Jetzt endlich kann sie seinen Mund küssen, den sie zuvor nicht berühren durfte. Jetzt kann sie fragen, warum er sie nicht ansieht, warum seine Zunge schweigt: Jetzt kann sie noch einmal seine Schönheit, seinen Leib, sein Haar, seine Stimme loben, ohne dass er sie verflucht. Erst in der Perversion der intimen Nähe mit dem Toten scheint das Glück auf, das ihr im Leben verwehrt blieb.

#Warum hast du mich nicht angesehn, Jochanaan? Du legtest über deine Augen die Binde eines, der seinen Gott schauen wollte. Wohl, du hast deinen Gott gesehen, Jochanaan, aber mich, mich hast du nie gesehen. Ich dürste nach deiner Schönheit. Ich hungere nach deinem Leib. Nicht Wein noch Äpfel können meine Verlangen stillen. Was soll ich jetzt tun, Jochanaan? Hättest du mich angesehn, du hättest mich geliebt. Ich weiß es wohl, du hättest mich geliebt. Und das Geheimnis der Liebe ist größer als das Geheimnis des Todes."

„Das Geheimnis der Liebe ist größer als das Geheimnis des Todes." Das ist anrührend, weil unerfüllte Liebe aus diesen Worten spricht. Salome führt Klage darüber, dass um eines hohen Zieles willen das Wichtigste im Leben, die Liebe, versäumt wurde. Sie bestreitet, dass Gottsehen und erkennen, eine Frau sehen und erkennen nicht zusammen gehe. Salome wollte von Jochanaan gesehen werden – in ihrer Liebe, in ihrer Bedürftigkeit, auch in ihrer Entschiedenheit. Doch er hat sie nicht angesehen in seiner Fixierung auf das Transzendente, das kommende Reich Gottes.

Grausam und ekelerregend, verstörend – und doch wahrhaftig und faszinierend

Zwei Prinzipien scheinen sich hier unversöhnlich gegenüber zu stehen – das Prinzip der weltflüchtigen Askese und das Prinzip radikaler Liebesverwirklichung. Beide scheuen den Tod nicht. In der üblichen Interpretation werden Jochanaan und Salome gegensätzlichen Welten zugeordnet – Jochanaan als weltflüchtiger Prophet und Asket, der das Leibliche verneint, und Salome als Vertreterin lasterhafter Erotik, als femme fatale. Doch sie sind sich in ihrer Verschiedenheit auch sehr nahe. Salome ist bei Oscar Wilde und Richard Strauß, wenn man genau hinschaut, eher eine Gegenfigur zu dem dekadenten Hof des lüsternen Herodes und der machtgeilen Herodias. Salome repräsentiert die verlorengegangene Unschuld der Natur. Ihre starken Wünsche nach Zuwendung, nach Gesehenwerden kann sie zuletzt nur auf nekrophile Weise äußern. Salome küsst den toten Jochanaan. Das ist grausam und ekelerregend, verstörend – und doch wahrhaftig und faszinierend.

Der König Herodes bemerkt mit Entsetzen, wie sie mit dem abgeschlagenen Kopf Jochanaans ein ihr ganz eigenes Liebesspiel betreibt. Getrieben von bösen Ahnungen will er in den Palast gehen. Da sieht er, wie Salome den Mund des Jochanaan küsst. Er befiehlt den Soldaten, Salome zu töten. Sie stürzen sich auf Salome und begraben sie unter ihren Schilden. Harte Orchesterschläge beenden die Oper. Das schreckliche Liebesdrama ist zu seinem grausamen Ende gelangt.

Aus einer merkwürdigen Erzählung über das Ende Johannes des Täufers im Markus-Evangelium ist in einer langen Wirkungsgeschichte bis zu Wildes Tragödie und der Oper von Richard Strauß ein Seelendrama geworden, das in die Abgründe menschlichen Verhaltens vorstößt und doch bei aller Extremität anrührend menschlich bleibt. Der Satz Salomes klingt nach: „Hättest du mich angesehn, Jochanaan, du hättest mich geliebt. Das Geheimnis der Liebe ist größer als das Geheimnis des Todes."

 

Musik dieser Sendung:

Alle Titel aus: Salome, Richard Strauß, Wiener Philharmoniker, Birgit Nilsson, Sir Georg Solti

(1) CD II, 3: Tanz der sieben Schleier
(2) CD I, 9: Wird dir nicht bange, Tochter der Herodias?
(3) CD I, 8: Jochanaan! Ich bin verliebt in deinen Leib
(4) CD I, 8: Jochanaan! Ich bin verliebt in deinen Leib
(5) CD I, 9: Wird dir nicht bange, Tochter der Herodias?
(6) CD I, 9: Wird dir nicht bange, Tochter der Herodias?
(7) CD I, 9: Wird dir nicht bange, Tochter der Herodias?
(8) CD II, 3: Tanz der sieben Schleier
(9) CD II, 4: Ah! Herrlich! Wundervoll, wundervoll!
(10) CD II, 8: Es ist kein Laut zu vernehmen
(11) CD II, 9: Ah! Du wolltest mich nicht deinen Mund
(12) CD II, 11: Ah! Ich habe deinen Mund geküsst, Jochanaan
(13) CD II, 3: Tanz der sieben Schleier

"Die redaktionelle und inhaltliche Verantwortung für diesen Beitrag liegt bei Pfarrer Reinhold Truß-Trautwein, Senderbeauftragter für Deutschlandradio, Rundfunkarbeit im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), für den Medienbeauftragten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland."

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