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Fazit | Beitrag vom 13.09.2017

Intendanten zur Bundestagswahl"Wir Theatermacher dürfen nicht schweigen"

Alexander Netschajew im Gespräch mit Eckhard Roelcke

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Alexander Netschajew, damals designierter Intendant des Theaters der Altmark in Stendal, während einer Pressekonferenz am 30.5.2012 (picture-alliance / dpa / Jens Wolf)
Alexander Netschajew, Intendant des Theaters der Altmark in Stendal (picture-alliance / dpa / Jens Wolf)

"Theater sind Erfahrungsräume der Demokratie": So beginnt eine Anzeigenkampagne namhafter Theaterintendanten zur Bundestagswahl. Es sei keine Wahlempfehlung, sagt Alexander Netschajew vom Theater der Altmark in Stendal. Mit Blick auf die AfD sei es aber wichtig sich zu positionieren.

Mit der AfD werde wahrscheinlich eine Partei in den Bundestag einziehen, "die doch in gewissen Tendenzen als verfassungsfeindlich einzustufen" sei, so Netschajew. Es gehe nun darum zu zeigen, "dass wir als Theatermacher (…) nicht den Kopf einziehen und schweigen, sondern dass wir auch sehr klar und deutlich formulieren, wofür wir stehen." Das sei der Zweck der Anzeige, zu deren Initiatoren neben Netschajew auch Ulrich Khuon und Hasko Weber zählen, die Intendanten des Deutschen Theaters Berlin und des Nationaltheaters Weimar. Mehr als 70 Kollegen hätten sich beteiligt, so Netschajew: "Es ist notwendig, (…) dass wir uns positionieren."

"Lass uns die demokratischen Werte verteidigen"

Dass die Anzeige für die Wochenzeitung "Die Zeit" geplant ist und nicht in der "Bild" erscheint, begründet Netschajew so:

"Mir war es ganz persönlich wichtig, eigentlich den Leuten zu begegnen, die meine Leute sind, wo ich eher vermute, dass sie öfter ins Theater gehen, dass sie ähnlich denken und fühlen wie ich, dass sie sehr stolz darauf sind, was wir mit unserem Grundgesetz haben, um ihnen zu signalisieren: Du bist nicht allein. Ich fühle genauso wie du und lass uns die demokratischen Werte verteidigen."

Ein respektvoller Diskurs sei in einer politischen Kultur sehr wichtig: "Dieses Licht möchte ich jetzt einfach mal anzünden, nicht mehr, aber auch nicht weniger."

Diesem Thema widmet sich das Theater der Altmark am 23. September auch mit der Veranstaltung "Theater mit den Grundrechten". (bth)

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