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Deutschlandrundfahrt / Archiv | Beitrag vom 04.09.2016

In verrückter Tradition Schleswig an der Schlei

Von Paul Stänner

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Das wirklich Einzigartige, das es in Schleswig zu besichtigen gibt: der Gottorfer Globus! (Paul Stänner)
Das wirklich Einzigartige, das es in Schleswig zu besichtigen gibt: der Gottorfer Globus! (Paul Stänner)

Schleswig als Heimat für Menschen, die nicht in die Gesellschaft passen - seit Joachim Meyerhoffs Bestseller ist die Stadt so populär wie lange nicht mehr.

Der Name des kleinen Städtchens heißt übersetzt "Hafen an der Schlei". Das klingt schon sehr entlegen und gemütlich, und trotzdem ist Schleswig so populär wie seit Jahrzehnten nicht. Der Grund ist Joachim Meyerhoffs Bestseller "Wann wird es endlich wieder so wie es nie war", in dem der Schauspieler und Schriftsteller seine Kindheit auf dem Hesterberg beschreibt – einer von zwei Psychiatrien in dem 25.000-Einwohner-Ort.

"Es war behütet, aber natürlich schon vom ersten Moment an immer behütet innerhalb dieses Krankenhauses." - klar, sein Vater war Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Fotos von dieser DeutschlandrundfahrtDer Schauspieler und Buchautor, Joachim Meyerhoff machte Schleswig populär."Danewerkmauer" - Typische Landschaft rund um Schleswig an der Schlei, hier direkt an dem Verteidigungswall zwischen Dänemark und Deutschland - und dem größten Denkmal der Wikingerzeit.Haithabu vor den Toren Schleswigs ist eine rekonstruierte historische Siedlung mit sieben Häusern in Wikinger-Anmutung. Ein Museum besonderer Art.Jörn Ross, Fischer und Eldermann der Holmer Fischerzunft. Direkt am Ufer, im ältesten Teil der Stadt, kann man auch heute noch den Holm besuchen – eine wunderschöne Fischersiedlung mit geduckten Häusern und Hochstammrosen davor. "Holmer Friedhof" - Das Besondere am Holm ist sein Zentrum: eine kleine blendend weiße Kirche und drumherum, in der Mitte des Stadtteils, der Friedhof.Neben der Psychiatrie gab es noch mehrere Jugendknäste - es scheint, als habe sich die Stadt darauf spezialisiert, Menschen, die aus welchen Gründen auch immer nicht präzise in die Gesellschaft passen, eine Heimat zu geben.
Steht Schleswig also tatsächlich in verrückter Tradition?

Immerhin hat es auch einen begehbaren Globus, was ebenfalls eine populäre, aber schon schräge Idee ist. Sie geht auf Herzog Friedrich III. zurück, der von damals von einem literarischen Text inspiriert worden war:    

"Er hat den Adam Olearius, seinen Hofgelehrten und Bibliothekar, einen kongenialen Partner an seiner Seite gehabt, und beide haben dieses - ja - für die damalige Zeit Hochtechnologieprojekt umgesetzt, und so hat man hier im 17. Jahrhundert das erste Planetarium, das erste seitenrichtige, dreidimensionale Modell des Sternenhimmels, für das man nicht mehr Astronom sein muss, um astronomische Dinge verstehen zu können. Der Laie muss nur schauen und dann versteht er, wie der Himmel funktioniert."

Und es gibt einen Garten, in dem die Bibel durch Blumen erzählt wird - auch sehr schräg, aber schön. Und einen Stadtteil Holm, der im Zentrum um die Kirche keinen Marktplatz hat, sondern einen Friedhof. Was schön ruhig ist, aber irgendwie auch wieder schräg!

Das Original-Manuskript als PDF und im barriearmen txt-Format

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