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Freitag, 19.01.2018

Hörspiel | Sendung am 25.03.2018 um 18:30 Uhr

Hörspiel als RoadmovieDie Farm

Eine nostalgische Erzählung

Von Raymond Federman

 Raymond Federman (1928 - 2009). (Imago / Gezett )
Raymond Federman (1928 - 2009). (Imago / Gezett )

1942: Raymond war 13 Jahre alt, als er sich in die "unbesetzte Zone" Frankreichs durchschlug und als billige Arbeitskraft auf einem Bauernhof unterkam. Ein "zufällig Überlebender".

Als einziger seiner Familie entging er dem Zugriff von Polizei und Gestapo. Über ein halbes Jahrhundert später reist Federman mit seiner Frau nach Südfrankreich. Als amerikanischer Tourist erlebt er ein komisches Roadmovie, eine seltsame Reise in die Vergangenheit.

Von Raymond Federman
Übersetzung und Bearbeitung: Gaby Hartel
Regie: Norbert Schaeffer
Mit: Matthias Habich, Maren Kroymann
Ton: Lutz Pahl
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2005

Länge: 55'57

Eine Wiederholung vom 08.05.2005

Raymond Federman, 1928 in Paris geboren, lebte seit 1947 in den USA als Autor und Literaturwissenschaftler, er starb 2009 in San Diego. Seine Romane sind in mehrere Sprachen übersetzt und speziell in Deutschland als Hörspiele adaptiert: "Die Nacht zum 21. Jahrhundert" (BR/SR 1989), "Die Stimme im Schrank" (BR/SR 1990), "Take it or leave it" (BR 1999). "My Body in 9 parts/Mein Körper in 9 Teilen" (DKultur 2009) wurde mit dem Prix Italia ausgezeichnet.

Seit den frühen 1960er-Jahren zählt Raymond Federman zu den führenden Vertretern der amerikanischen Avantgarde: Thema seiner, zwischen Englisch und Französisch oszillierenden, reduziert-verspielten und stark gestischen Prosa ist die, in immer neuen Varianten erzählte Geschichte seiner selbst: Wie kam es, dass der französische Jude, dreizehnjährig, als einziger seiner Familie vor dem Zugriff der Nazis gerettet wurde? Wie stieg der "lost boy in America" nach seiner Emigration in die USA 1947 durch eine Kette von Zufällen vom Fließbandarbeiter über den GI im Koreakrieg (1951–1954) zum Studenten und Literaturprofessor (1959–2000) auf. 1965 veröffentlichte er eine der ersten Amerikanischen Studien über seinen Freund Samuel Beckett. Seit 1967 schrieb er fünf Lyrikbände, vier Bände Literaturkritik und zwölf Romane, darunter "Amer Eldorado" (1974), "Take It Or Leave It" (1976), "La Fourrure de ma Tante Rachel" (1997) und "Retour au Fumier" (2005). Für seinen Erstling "Double or Nothing" gewann er den Frances Streloff Fiction Prize, den Panache Experimental Fiction Prize (1971) und für "Smiles on Washington Square" den American Book Award (1985). 1989–1990 war er Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Berlin.

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