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Literatur / Archiv | Beitrag vom 01.11.2011

Hitlers Revolver

Ein Porträt des amerikanischen Schriftstellers William H. Gass

Von Sven Ahnert

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Aufgeschlagenes Buch (Deutschlandradio / Bettina Straub)
Aufgeschlagenes Buch (Deutschlandradio / Bettina Straub)

30 Jahre hat William H. Gass an seinem Roman "Der Tunnel" gearbeitet, der in diesem Herbst in deutscher Übersetzung erscheint. Gass gilt als Enfant terrible der amerikanischen Postmoderne - und in den USA sind Kritiker und Leser gespalten, ob sein neues Werk brillant ist oder verworren.

Im Mittelpunkt steht ein Historiker, der an einer wissenschaftlichen Arbeit über "Schuld und Unschuld in Hitlers Deutschland" verzweifelt.

Gass hat daraus einen 650 Seiten langen Monolog voller Selbsthass und Weltschmerz gemacht, eine furiose verbale Achterbahnfahrt, die von Amerika bis ins alte Europa führt.

Und nicht zuletzt ist "Der Tunnel" eine zynische Reflexion über das tragische Dasein eines einsamen Schriftstellers: William H. Gass selbst lebt heute im Alter von 87 Jahren in St. Louis, in einem Haus mit fast 20.000 Büchern.

Er übersetzt Rilke ins Englische, grübelt über Heideggers Existenzialismus nach und kommt nicht darüber hinweg, dass die Deutschen unter den amerikanischen Schriftstellern ausgerechnet John Steinbeck und Edgar Allan Poe schätzen.

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