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Kulturnachrichten

Montag, 11. September 2017

Historikerin und Afghanistan-Expertin Dupree gestorben

Dupree widmete ihr Leben der Kultur und Geschichte Afghanistans

Die US-Historikerin Nancy Hatch Dupree ist tot. Dupree widmete mehr als fünf Jahrzehnte ihres Lebens dem Land am Hindukusch und setzte sich für die Erhaltung des kulturellen Erbes ein. Die im indischen Kerala geborene Historikerin starb in der Nacht auf Sonntag in Kabul, teilte das von ihr gegründete Afghanistan-Zentrum der Universität Kabul (ACKU) mit. Die auch als "Großmutter Afghanistans" bekannte Historikerin sammelte mehr als 80 000 historische Dokumente. Die Duprees mussten das Land nach dem Einmarsch der Sowjetunion 1979 verlassen. Die von Dupree und ihren Unterstützern gesammelten - und oftmals aus Afghanistan geschmuggelten - Bücher und Unterlagen sind oft die einzigen, die von den Plünderungen und Zerstörungen verschont blieben. Erst 2005 kehrte Dupree wieder nach Afghanistan zurück. Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah schrieb auf Twitter über den Respekt der Afghanen für Duprees Arbeit. "Nancy wird uns fehlen", fügte er hinzu. Das ACKU wurde durch ihre Arbeit zum größten Forschungszentrum im Land.

US-Comicautor Len Wein ist tot

Er schuf "Wolverine" und "Thunderbird"

Der US-Comicautor Len Wein ist tot. Mit Figuren wie "Das Sumpfding" und "Wolverine" hatte er sich einen legendären Ruf in der Branche erworben. Wein sei am Sonntag im Alter von 69 Jahren gestorben, bestätigten die US-Comicverlage DC und Marvel. Die Todesursache war zunächst nicht bekannt. Beide Verlage würdigten Weins Schaffen. Er habe fast alle großen Comicfiguren von DC erschaffen oder an ihnen mitgewirkt, teilte die Präsidentin von DC Entertainment, Diane Nelson, mit. "Lens Beitrag zum Marvel-Universum als Autor, Herausgeber und Mitglied der Marvel-Familie wird niemals in Vergessenheit geraten", erklärte Marvel Comics. "Wir vermissen ihn." Wein hatte bei Marvel unter anderem der Serie "X-Men" mit Figuren wie "Wolverine" oder "Thunderbird" zu neuem Leben verholfen. Auch wirkte er erfolgreich als Redakteur und Herausgeber, unter anderem der einflussreichen DC-Miniserie "Watchmen".

Vorpremiere "Matilda" in Moskau verschoben

Film in Russland umstritten

Nach einem Feuer ist in Moskau eine Vorpremiere des umstrittenen russischen Films "Matilda" mit dem deutschen Schauspieler Lars Eidinger in der Rolle des letzten russischen Zaren verschoben worden. Wenige Stunden vor der Vorführung waren am Büro des Anwalts von Regisseur Alexej Utschitel zwei Autos in Brand geraten. Der Anwalt sagte, dass drei junge Männer in den Morgenstunden die Autos angezündet und Flugblätter mit der Aufschrift "Brennen für Matilda" hinterlassen hätten. Die Vorführung in Moskau wurde nach Angaben des Kinos wegen "technischer Probleme" abgesagt. Seit Monaten sieht sich Regisseur Utschitel wütenden Protesten von Monarchisten wie konservativen Orthodoxen ausgesetzt. Sie kritisieren, dass in dem Film die Liebesbeziehung des von der russischen Kirche heiliggesprochenen Zaren Nikolaus II. mit der Tänzerin Matilda Kschessinskaja thematisiert wird. Kinobesitzern wurde Brandstiftung und Gewalt angedroht, falls sie Utschitels Film zeigen sollten.

Stärkung der Öffentlich-Rechtlichen gefordert

Wissenschaftler legen Zehn-Punkte-Papier vor

Medienwissenschaftler und Politiker haben den Erhalt eines starken öffentlich-rechtlichen Rundfunks gefordert, sich gleichzeitig aber für eine Reform der Anstalten ausgesprochen. "Gäbe es den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht, müsste man ihn gerade jetzt erfinden", heißt es in einem Offenen Brief, den knapp 50 Experten und Medienpolitiker unterzeichnet haben. Die Reformen dürften allerdings nicht vom Sparzwang geleitet werden. "Der Auftrag bestimmt den Beitrag, nicht umgekehrt", schreiben die Experten. Schon heute leide mitunter deswegen die Qualität des Programms. Manche Stimmen wollten den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf eine Nischenfunktion reduzieren, heißt es in dem Papier. Dabei seien in der digitalen Medienwelt die Öffentlich-Rechtlichen wichtiger den je. In ihrem Zehn-Punkte-Papier schlagen die Unterzeichner unter anderem ein Ende der Einschränkungen für die öffentlich-rechtlichen Mediatheken sowie eine digitale Plattform für alle Angebote vor.

Mehr Geld für Berliner Kulturfestivals

Zusagen für vier Jahren

Vier Kulturfestivals in Berlin bekommen mehr Geld. Den größten Zuwachs kann das Internationale Literaturfestival verzeichnen, das künftig mit 600 000 statt wie bisher mit 350 000 Euro aus dem Hauptstadtkulturfonds unterstützt wird. Auch das Festival Tanz im August (plus 150 000 Euro), Young Euro Classic (plus 85 000 Euro) und das Poesiefestival (plus 50 000 Euro) werden besser ausgestattet. Das teilten Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) nach einer Gremiensitzung mit. Die Förderzusagen gelten für vier Jahre, um den Organisatoren mehr Planungssicherheit zu geben. Aus dem Hauptstadtkulturfonds werden Projekte gefördert, die für Berlin und den Bund gleichermaßen wichtig sind.

"New York Times" erhält Marion-Dönhoff-Preis

"Investigative Stärke" und "analytische Klarheit"

Die "New York Times" wird mit dem Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung und Versöhnung ausgezeichnet. Die US-Tageszeitung "New York Times" sei ein Leuchtturm der Vernunft und der Aufklärung in einer Zeit der "alternativen Fakten" und des Vorwurfs der "Fake News", begründete die Jury ihre Entscheidung. Sie setze dem Populismus wie keine andere Zeitung ihre investigative Stärke und analytische Klarheit entgegen. Gestiftet wird der 15. Preis von der "Zeit", der "Zeit"-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und der Marion Dönhoff Stiftung. Marion Gräfin Dönhoff war "Zeit"-Chefredakteurin und Herausgeberin. Der Förderpreis geht in diesem Jahr an die überparteiliche und unabhängige Bürgerbewegung Pulse of Europe. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 20.000 Euro dotiert und werden am 3. Dezember in Hamburg verliehen.

Nach Venedig: Regisseur in Beirut festgenommen

Filmemacher muss vor Militärgericht

Nach der Auszeichnung seines jüngsten Films beim Filmfestival von Venedig ist der französisch-libanesische Regisseur Ziad Doueiri bei der Rückkehr am Flughafen von Beirut festgenommen worden. "Sie haben mich zwei Stunden lang festgehalten und meine französischen und libanesischen Pässe eingezogen", sagte Doueiri nach seiner Freilassung der Nachrichtenagentur AFP. Am Montag sei er vor einem Militärgericht vorgeladen. Er wisse nicht, was ihm vorgeworfen werde. Die Jury des Filmfestivals hatte den Palästinenser Kamel El Basha als besten Schauspieler für seine Rolle in Doueiris jüngstem Film "The Insult" ausgezeichnet, das Drama hatte zudem glänzende Kritiken bekommen. Libanesische Aktivisten fordern seit Tagen eine "Entschuldigung" Doueiris für seinen vorletzten Film "The Attack". In Doueiris Adaption von Yasmina Khadras Bestseller-Roman "Die Attentäterin" geht es um einen israelisch-arabischen Arzt, dessen Frau einen Selbstmordanschlag begangen hat. Der Film ist im Libanon verboten, da er zum Teil in Israel und mit israelischen Schauspielern gedreht wurde.

Melissa McCarthy mit Emmy ausgezeichnet

Für ihre Imitation von Sean Spicer

Wenige Tage vor der Verleihung der Emmy Awards ist Schauspielerin Melissa McCarthy schon mit dem US-Fernsehpreis in der Kategorie beste Gastschauspielerin in einer Comedy-Sendung ausgezeichnet worden. Sie bekam den Emmy unter anderem für ihre Verkörperung des früheren Pressesprechers im Weißen Haus, Sean Spicer, in der Sendung "Saturday Night Live". In der gleichen Kategorie wurde auch Dave Chappelle gekrönt, der die erste "SNL"-Sendung nach der US-Präsidentenwahl im November moderierte. Die eigentliche Verleihung der Emmys findet am kommenden Sonntag statt und wird von Satiriker Stephen Colbert moderiert. "Saturday Night Live" und die Science-Fiction-Serie «Westworld» führen mit jeweils 22 die diesjährigen Emmy-Nominierungen an.

Studie: Musizieren eher was für Wohlhabende

Soziale Ungleichheit setzt sich auch in der musikalischen Bildung fort

Ob Jugendliche Musik machen, hängt entscheidend von Bildungsgrad und Einkommen der Eltern ab. So lautet das Fazit einer Studie der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, die am Montag in Gütersloh vorgestellt wurde. Besonders wenig musikalisch aktiv sind demnach Jugendliche aus einkommensschwachen Haushalten, mit niedrigem Bildungsstatus und Migrationshintergrund. Dabei sei Musik ein wichtiger Teil der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen, so die Stiftung. Der Erhebung zufolge macht rund ein Viertel der 17-jährigen Jugendlichen in Deutschland Musik (24 Prozent). Mehr als die Hälfte (53 Prozent) von ihnen pflegen hauptsächlich Rock-, Pop-, Hip-Hop- und Technomusik, 27 Prozent klassische Musik und 20 Prozent Unterhaltungs- und Volksmusik.

Niederländischer Theologe Harry Kuitert tot

Theologe Kuitert bezweifelte Existenz Gottes und die Bibel als "Wort Gottes"

Der international bekannte frühere Theologieprofessor starb nach Angaben seiner Familie bereits am Freitag in der Nähe von Amsterdam im Alter von 92 Jahren. Kuitert galt vor allem in den 1960er und 70er Jahren als Erneuer der protestantischen Kirchen und trat international mit zahlreichen Büchern hervor. Kuitert wurde bekannt als Theologe, der die Bibel als "Gottes Wort" und die Existenz Gottes bezweifelte. Dadurch war er bei orthodoxen Protestanten in den Niederlanden heftig umstritten. Er hatte auch mehrfach zu ethischen Fragen publiziert wie Suizid und aktiver Sterbehilfe und war einer der Berater der niederländischen Regierung.

"Tag des offenen Denkmals" mit 3,5 Millionen Besuchern

7.500 Einrichtungen hatten ihre Türen geöffnet

Rund 3,5 Millionen Menschen haben am "Tag des offenen Denkmals" historische Bauten, Parks und archäologische Stätten in Deutschland besucht. 7.500 Einrichtungen hatten dazu ihre Türen geöffnet, wie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mitteilte. Der Tag stand unter dem Motto "Macht und Pracht". Bundesbauministerin Barbara Hendricks nannte in Oldenburg Denkmäler in Deutschland "Ausdruck unserer Identität und Geschichte". In einer schnelllebigen Zeit böten sie einen Anker der Selbstreflektion. Seit 1993 koordiniert die Stiftung Denkmalschutz den Tag bundesweit. Sie setzt sich nach eigenen Angaben für den Erhalt bedrohter Baudenkmale in Deutschland ein. Seitdem konnte sie demnach rund 5.000 Denkmäler mit mehr als 580 Millionen Euro vor dem Verfall retten helfen.

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