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Kulturnachrichten

Donnerstag, 12. Juni 2014

FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher gestorben

Der Buchautor und Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Frank Schirrmacher, ist tot.

Wie der Verlag mitteilte, starb Schirrmacher im Alter von 54 Jahren. Zur Todesursache machte der Verlag keine Angaben. Schirrmacher war seit Mitte der 80er Jahre Mitglied der Feuilleton-Redaktion der FAZ und wurde später ihr Leiter. Seit 1994 war er einer der Herausgeber der Zeitung. Bekannt wurde Schirrmacher auch als Autor. Zu seinen Werken zählen unter anderem "Das Methusalem-Komplott" aus dem Jahr 2004 sowie im vergangenen Jahr "Ego: Das Spiel des Lebens".

NS-Raubkunst: Antragsrekord für Hilfe bei Provenienzforschung

Der Fall Gurlitt bewegt offenbar auch die Museen, ihre Bestände auf NS-Raubkunst prüfen zu lassen.

In den ersten Monaten des Jahres stellten 29 Museen einen Antrag auf staatliche finanzielle Unterstützung bei der Suche. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sprach von einem Rekord. Die Arbeitsstelle für Provenienzforschung wolle 20 der Anträge bewilligen. Unterstützt werden unter anderem das Jüdische Museum Berlin, die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen und das Würzburger Museum im Kulturspeicher. In Grütters´ Etat stehen dafür insgesamt zwei Millionen Euro zur Verfügung.

ZDF-Staatsvertrag: Ministerpräsidenten setzen Gerichtsurteil um

Die Politik darf nicht zu viel Einfluss auf das ZDF haben.

So hatte das Bundesverfassungsgericht im März geurteilt und damit den ZDF-Staatsvertrag in Teilen für verfassungswidrig erklärt. Die Ministerpräsidenten der Länder haben nun Beschlüsse gefasst, um das Urteil umzusetzen. Nach Angaben von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann werden beide Gremien - sowohl der ZDF-Fernsehrat also auch der Verwaltungsrat - insgesamt verkleinert. Außerdem sollen in den Räten in Zukunft weniger Politiker und "staatsnahe Personen" sitzen. Das Bundesverfassungsgericht hatte gefordert, dass ihr Anteil von derzeit mehr als 40 Prozent auf maximal ein Drittel reduziert wird.

Intendant Kosminski will mit Soli Kultur- und Bildungsausgaben decken

Der Solidaritätszuschlag solle für Kultur und Bildung verwendet werden.

Das fordert der Mannheimer Schauspielintendant Burkhard C.
Kosminski in einem offenen Brief. Das Schreiben richtet sich unter anderem an Bundesbildungsministerin Johanna Wanka und Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Darin erklärt Kosminski, wenn der Soli für Kultur- und Bildungszwecke genutzt werde, könnten auch die drängendsten bildungspolitischen Aufgaben erfüllt werden. Am Mannheimer Nationaltheater tagt bis Samstag die Jahreshauptversammlung des Deutschen Bühnenvereins.

Historiker Engels: Korruption lässt sich nicht komplett abschaffen

"Ich kann mir schwer vorstellen, dass man moderne Politik ohne Klientelismus und ohne Netzwerke führen kann."

Dieser Meinung ist der Historiker Jens Ivo Engels. Im "Deutschlandradio Kultur" sagte Engels, ein gewisses Maß an Korruption müsse eine Gesellschaft in Kauf nehmen, weil sie ansonsten nicht funktionieren könne. Die Frage ist dabei laut Engels das Ausmaß. Wenn es, wie bei der Fifa, um Millionenbeträge gehe, sei das nicht mehr positiv für Politik und Gesellschaft. Kritisch sieht der Historiker den Drang einiger Medien, bereits bei vermeintlichen Kleinigkeiten Skandalisierungskampagnen anzustoßen. Dadurch bestehe die Gefahr, dass die gesamte Politik und Verwaltung ins Zwielicht gerate.

Münchner Philharmoniker: Lorin Maazel tritt zurück

Eigentlich sollte Lorin Maazel noch bis zu seinem 85. Geburtstag Chefdirigent der Münchner Philharmoniker bleiben.

Jetzt gibt der 84-Jährige sein Amt nach nur zwei Jahren auf - aus gesundheitlichen Gründen, wie das Orchester mitteilte. Maazel hatte bereits im Mai mehrere Auftritte absagen müssen. Münchens Kulturreferent Hans-Georg Küppers sagte, die laufende Saison werde nun entsprechend umgeplant. Maazel war nach Stationen in New York, Wien und Berlin nach München gekommen. Ursprünglich sollte er noch bis 2015 Chef des renommierten Orchesters bleiben und dann von dem russischen Dirigenten Waleri Gergijew abgelöst werden.

Martin Luther: Elternhaus wird als Museum eröffnet

Nach den Worten von Sachsen-Anhalts Kultusminister Stefan Dorgerloh wird durch das Haus die Zeit der Reformation lebendig.

In Mansfeld in Sachsen-Anhalt widmet sich ein neues Museum der Kindheit und Jugend Martin Luthers. Es entstand für rund 3,5 Millionen Euro gegenüber von Luthers Elternhaus. In der Ausstellung geht es um den familiären Alltag Luthers, seine Schulzeit und die Beziehungen der Familie zu Stadt und Kirche. Nach Angaben der Stiftung Luthergedenkstätten verbrachte Luther in Mansfeld nach Wittenberg die zweitlängste Zeit seines Lebens - nämlich 13 Jahre. Ab Samstag ist das Museum für Besucher geöffnet. Es ergänzt die Luther-Gedenkstätten in Wittenberg und seiner Geburtsstadt Eisleben.

Türkei: Jetzt Online-Netzwerk Google+ gesperrt

Nach Twitter und Youtube folgt jetzt Google+.

Das Online-Netzwerk ist seit heute in der Türkei blockiert. Zu den Gründen gab es zunächst keine Angaben. Erst in der vergangenen Woche hatte die Türkei den Zugang zu Youtube nach zwei Monaten Sperre wieder freigegeben. Das Verfassungsgericht hatte die Blockade für gesetzeswidrig erklärt, weil sie das Recht auf freie Meinungsäußerung verletze. Die türkische Regierung hatte Twitter und Youtube vor den Kommunalwahlen im März sperren lassen. Die Twitter-Sperre hatte das Gericht bereits Anfang April wieder aufgehoben.

Neues Netzwerk "Courage" will Snowden unterstützen

Das Projekt "Courage" soll zunächst Edward Snowden und später auch anderen Whistleblowern helfen.

Unterstützer des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters haben ein Netzwerk gegründet, um rechtlichen Beistand für Menschen zu organisieren, die sensible Informationen an die Öffentlichkeit bringen. Angeführt wird das Projekt von Wikileaks-Mitarbeiterin Sarah Harrison. Nach ihren Worten sind im Fall Snowden mittlerweile über 100.000 Dollar Anwaltskosten angefallen. Die Organisation sammle nun Spenden dafür.

Prozess gegen Gezi-Aktivisten in Istanbul begonnen

Der Vorwurf lautet: Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Seit heute stehen die mutmaßlichen Anführer der Gezi-Park-Proteste in Istanbul vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft fordert zum Teil lange Haftstrafen. Die 26 Angeklagten sind Mitglieder der Organisation "Taksim Solidarität", eines Dachverbandes der Protestbewegung. Bei den Demonstrationen wandten sich die Menschen gegen ein Bauprojekt auf dem Istanbuler Gezi-Park. Das Vorgehen der Polizei gegen die protestierenden Menschen löste landesweite Unruhen aus. Damals starben mindestens acht Menschen, rund 8.000 wurden verletzt. - Die türkische Justiz hat das Bauprojekt in Istanbul in der Zwischenzeit gestoppt.

Fußball-WM: Papst ruft zu Toleranz auf

"Nein zu Rassismus!"

Dazu ruft Papst Franziskus anlässlich der Fußball-WM in Brasilien auf. In einer Videobotschaft sagte er, das Sportereignis dürfe keine Bühne für Rassismus und Gier werden, sondern vielmehr ein Beispiel für Teamgeist und Solidarität. Laut Franziskus enthält der Fußball drei Lehren, die Frieden und Solidarität stiften könnten: hartes Training, Fair Play und den Respekt für den Gegner. - Die Botschaft soll heute vor der Eröffnung der Weltmeisterschaft ausgestrahlt werden.

Erben von Martisse-Gemälde aus Gurlitts Sammlung ausfindig gemacht

Es ist nicht klar, wie das Gemälde in die Hände von Cornelius Gurlitt geraten konnte.

Eines aber ist sicher: Das Werk mit dem Titel "Woman sitting in an Armchair", das Henri Matisse 1921 geschaffen hat, gehört den Nachfahren des französischen Kunsthändlers und Juden, Paul Rosenberg, in Paris. Das teilte die Task-Force mit, die die rechtmäßigen Erben aus Gurlitts Sammlung ausfindig machen soll. Das Werk war von den Nationalsozialisten geraubt worden. Die genauen Umstände habe die Task-Force bislang aber nicht rekonstruieren können, hieß es. - Zur Münchener Sammlung gehören rund 1.500 Werke. Der verstorbene Kunsterbe Gurlitt hat seine Sammlung dem Kunstmuseum Bern vermacht.

Startänzer Malakhov verlässt Berliner Staatsballett

Jahrelang hat er die Berliner Theaterszene geprägt.

Am Samstag nun gibt der Gründungsintendant und Erste Solotänzer am Berliner Staatsballett, Vladimir Malakhov, seine letzte Vorstellung. Der 46-Jährige wird sich im Schiller-Theater mit einer Inszenierung des Stücks "Tschaikowsky" verabschieden. Schon vor einem Jahr hatte Malakhov seinen Weggang angekündigt. In den Jahren zuvor hatte es immer wieder Streitigkeiten zwischen ihm und der Berliner Kulturverwaltung gegeben. Der Star-Tänzer wird demnächst als künstlerischer Berater nach Japan wechseln und am Tokoyo Ballett arbeiten.

Nahost-Experte: Isis-Vormarsch zeigt Schwäche Bagdads

Der Vormarsch der irakischen Extremisten im Irak zeigt vor allem eines: dass die Regierung in Bagdad einen falschen Weg eingeschlagen hat.

Das sagte der Nahost-Experte Guido Steinberg im Deutschlandradio Kultur. Ministerpräsident Nuri al-Maliki habe in den vergangenen Jahren alles versucht, um die Sunniten aus der Politik fernzuhalten. Deshalb stünde diese Bevölkerungsgruppe nun im Abseits. Bei der Organisation Isis handelt es sich seiner Einschätzung nach aber um eine schwache Gruppe mit schätzungsweise 10.000 Kämpfern. Sie stehe auch dem Terrornetzwerk Al-Quaida nicht mehr nahe. Zwischen den Gruppen gebe es wegen einer Auseinandersetzung eine klare Grenzziehung. Steinberg sprach hier von einem Machtkampf in der Dschihadistischen Bewegung.

Namensstreit um Rock am Ring vor Gericht

"Rock am Ring" ist ein Fall fürs Gericht.

Das Festival in der Eifel ist in seiner bisherigen Form seit diesem Jahr Geschichte. Jetzt will die Nürburgring GmbH verhindern, dass Veranstalter Marek Lieberberg mit dem Festival einfach an einen anderen Ort umzieht. Dazu ist beim Landgericht Koblenz ein Antrag auf einstweilige Verfügung eingegangen. Lieberberg hatte "Rock am Ring" in diesem Jahr zum letzten Mal verantwortet. Er konnte sich mit dem neuen Nürburgring-Eigentümer nicht auf eine weitere Zusammenarbeit einigen. In Zukunft will er deshalb sein Festival unter gleichem Namen in Mönchengladbach ausrichten.

Polen: Kritiker der Glaubenskonkregation fordern Einhaltung geltenden Rechts

Amnesty International warnt vor Menschenrechtsverletzungen; die polnische Bischofskonferenz beklagt hingegen die Aggressivität der Kritiker.

Damit sorgt die Debatte um die Glaubenskongregation in Polen weiter für heftige Debatten. Ende Mai verschrieben sich gut 3.000 polnische Mediziner der katholischen Moral und kündigten an, keine Verhütungsmittel mehr zu verschreiben oder Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen. Der Gynäkologe und Professor Bogdan Chazan teilte jetzt mit, auch keine Überweisungen mehr an andere Fachärzte auszustellen und sorgte damit für Empörung bei Patienten. Der Professor für Ethik an der Katholischen Universität Lublin, Andrzej Szostek, forderte die Ärzte auf, geltendes Recht in Polen zu respektieren. Abtreibungen seien unter bestimmten medizinischen Umständen erlaubt, zum Beispiel, wenn der Embryo keine Überlebenschancen habe und das Leben der Mutter gefährdet sei.

Holocaust-Leugner Williamson darf nicht nach Australien reisen

Er hatte den Holocaust der Nationalsozialisten geleugnet.

Aus diesem Grund darf der britische Bischof Richard Williamson nicht zu einer Vortragsreise nach Australien fahren. Die Regierung in Canberra entzog dem 74-Jährigen die Einreiseerlaubnis, wie die Online-Zeitung "Australian Jewish News" berichtet. Die Redaktion habe die Behörde auf die umstrittenen Aussagen Williamsons hingewiesen. Der Brite hatte mit seinen Äußerungen in einem Interview für internationales Aufsehen gesorgt. Das Gespräch war 2009 veröffentlicht worden.

Umstritten ist auch, warum Papst Benedikt die Ex-Kommunikation von Williamson kurz nach Bekanntwerden des Interviews wieder aufhob. Nach Angaben des Vatikan hatte Benedikt keine Kenntnis von Williamsons Leugnungen.

Deutscher Burschentag darf nicht mehr auf die Wartburg

Die Entwicklung in der Burschenschaft und einiger Abspaltungen sind für die Wartburg nicht mehr akzeptabel.

Mit dieser Begründung darf der Deutsche Burschentag, der heute beginnt, erstmals nicht auf der Wartburg gefeiert werden. Ein Sprecher der Wartburg-Stiftung sagte MDR Thüringen, innerhalb der Burschenschaft hätten sich politische Gruppen herausgebildet; das Burggelände stehe aber grundsätzlich nicht für parteinahe Veranstaltungen zur Verfügung. Die Eisenacher Oberbürgermeisterin und Linken-Politikerin, Katja Wolf, begrüßte die Entscheidung. Die Stadt stehe für Toleranz und Weltoffenheit; nationalistisches Gedankengut habe dort keinen Platz.

Historiker: Namensgebung von Bundeswehrkasernen überdenken

Viele deutsche Kasernen tragen Namen von Offizieren aus dem Ersten Weltkrieg.

Das sollte überdacht werden, fordern rund 30 deutsche und internationale Historiker in einem Appell an Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Einige Namensgeber hätten sich Kriegsverbrechen schuldig gemacht oder extrem nationalistische Ansichten vertreten. So habe Generalfeldmarschall Hindenburg Hitler zum Kanzler ernannt. Andere Generäle hätten nach der Niederlage des Ersten Weltkriegs einen neuen Feldzug gefordert oder Ausschreitungen gegen die Zivilbevölkerung zu verantworten.

Der Erste Weltkrieg brach vor 100 Jahren aus.

Bundesfamilienministerium will erstmals Regenbogen-Fahne hissen

Eine Regenbogen-Fahne wehte vor dem Bundesfamilienministerium noch nie.

Das soll sich jetzt ändern: Familienministerin Manuela Schwesig will das Symbol der Homosexuellen-Bewegung heute Nachmittag vor ihrem Amtssitz in Berlin hissen. Anlass sind nach Angaben der Behörde die Umzüge zum Christopher Street Day am 21. Juni. Der Lesben- und Schwulenverband Berlin sprach von einem wichtigen Zeichen der Solidarität. - Die Regenbogen-Fahne gilt als Symbol für Vielfalt und Engagement gegen Homophobie. In Berlin und anderen Städten wurde sie bereits mehrfach vor Rathäusern gehisst.

Hilfswerke beklage soziale Missstände in Brasilien

Für die brasilianische Gesellschaft gibt es im Moment wichtigere Dinge als die Fußball-Weltmeisterschaft.

Das sagte der Hauptgeschäftsführer der katholischen Hilforganisation Adveniat, Bernd Klaschka, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Diese WM koste umgerechnet knapp neun Milliarden Euro. Dringend nötig seien aber Verbesserungen bei Arbeitsbedingungen sowie im Bildungs- und Gesundheitswesen. Das Kinderhilfswerk UNICEF beklagte zudem die anhaltende Kinderarbeit in Brasilien. Mehr als 600.000 Mädchen und Jungen müssten mindestens 28 Stunden pro Woche arbeiten, etwa in der Landwirtschaft. Viele von ihnen gingen nicht zur Schule.

Thailändisches Militär ordnet kostenfreie Übertragung der Fußball-WM an

In Thailand soll niemand die Fußball-Weltmeisterschaft verpassen.

Die Armeeführung hat die Rundfunkaufsicht des Landes angewiesen dafür zu sorgen, dass alle WM-Spiele im Free-TV zu sehen sind. Das teilte die Behörde in Bangkok mit. Kurz zuvor hatte ein Gericht entschieden, dass der Privatsender RS mehr als die Hälfte der Begegnungen im Bezahlfernsehen zeigen darf. Die Rundfunkaufsicht will nun nach eigenen Angaben eine Möglichkeit finden, ihn für die erworbenen Rechte zu entschädigen. - In Thailand hatte das Militär im Mai die Macht übernommen und das Kriegsrecht verhängt.

Flaggenkult ist Ausdruck für ein Gemeinschaftsgefühl

Deutschland in schwarz-rot-gold: zur WM wehen im ganzen Land wieder viele Fahnen.

Der Flaggenkult sei Ausdruck für ein Gemeinschaftsbedürfnis, auch für große Rauscherfahrungen, sagte der Schriftsteller Michael Ebmeyer im Deutschlandradio Kultur. Natürlich bestehe die Gefahr, dass die Gemeinschaft durchdrehe. Andererseits müsse man für das kollektive Gefühl einen Rahmen schaffen - und das könnten im Sport die Spielregeln leisten, sagte Ebmeyer. Dazu gehöre in allererster Linie der Gedanke der Fairness. - Den Flaggenkult sollte man zudem nicht nur mit den negativen Erinnerungen an den Nationalsozialismus verbinden. Ebmeyer betonte, gerade in Einwanderungsländern wie den USA, Kanada und Argentinien seien besonders viele Fahnen zu sehen. Auch in Deutschland gebe es ein neues Selbstverständnis als Einwanderungsland.

Training für tamilische Journalisten auf Sri Lanka verhindert

Sie wollten an einer Fortbildung für Journalisten teilnehmen - und wurden vertrieben.

Dabei handelte es sich um eine Veranstaltung von Transparency International auf Sri Lanka. Wie die Organisation mitteilte, sollte es um investigative Korruptionsberichterstattung gehen. Das Programm sei eigens für Journalisten aus der Volksgruppe der Tamilen organisiert worden. Während der Weiterbildung hätten jedoch Angehörige des Militärs die Teilnehmer gestört und sie nachts aus ihrem Hotel vertrieben. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums wies die Vorwürfe zurück. - Sri Lankas Militär wird seit Ende des Bürgerkriegs vor fünf Jahren eine weitreichende Einmischung in zivile Angelegenheiten des Landes vorgeworfen.

Gegen sexuelle Gewalt: Konferenz verabschiedet Richtlinien für Konfliktgebiete

Der Kampf gegen sexuelle Gewalt in Konfliktgebieten kommt voran - zumindest auf dem Papier.

Auf einer internationalen Konferenz in London ist ein Protokoll verabschiedet worden - mit Richtlinien, wie sexuelle Gewalt in bewaffneten Konflikten erkannt, erfasst und verfolgt werden kann. Außerdem enthält es Ratschläge zur Sammlung von Beweismaterial und zum Schutz von Opfern und Zeugen. Die Schauspielerin Angelina Jolie erklärte, mit Hilfe des Protokolls könne die Straflosigkeit in Konfliktgebieten wirksam beendet werden. Jolie ist Sondergesandte des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Das Papier ist Ergebnis einer zweijährigen Kampagne, die sie zusammen mit dem britischen Außenminister Hague geleitet hat.

Internationaler Haftbefehl gegen deutschen Pfarrer: mutmaßlicher sexueller Missbrauch

Gegen einen Pfarrer liegt ein internationaler Haftbefehl vor.

Jetzt soll der Geistliche von Südafrika nach Deutschland ausgeliefert werden. Die Staatsanwaltschaft Krefeld wirft ihm vor, während seiner Dienstzeit im Bistum Aachen zwei Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Der Pfarrer war mehr als zehn Jahre in verschiedenen Gemeinden am Niederrhein tätig. Anfang 2007 ging er für die Auslandsseelsorge ins südafrikanische Johannesburg. Wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe ist er dort seit 2008 von jeglichen Aufgaben entbunden.

Estnische Nationaloper eröffnet schalldichte Gästewohnung für Künstler

Wer an der Estnischen Nationaloper gastiert, hat es künftig nicht mehr weit zu seinem Arbeitsplatz.

Intendant Aivar Mäe sagte, man habe im Opernhaus eine schalldichte Wohnung eingerichtet. Dort könnten die Gaststars vor allem eines: sich ungehindert einsingen und in Ruhe üben. Die eingeladenen Künstler wohnten sonst bis zu zwei Monate in einem Hotel; diese Zeit sei für die Oper sehr kostspielig gewesen, ergänzte Mäe. Den Geräuschtest habe die Wohnung bereits bestanden. Die Räume wurden von der Sopranistin Heli Veskus feierlich eingesungen. Zu den ersten Übernachtungsgästen gehören nun die eingeladenen Solisten, die an Domizettis "Liebestrank" mitwirken werden.

Autorin Akyün fühlt sich Deutschland und Türkei verbunden

Das Beste wäre, alle heirateten zwischen den Kulturen wild durcheinander und bekämen Kinder.

Dann gebe es keine Probleme mehr mit Nationalitäten, sagte die deutsch-türkische Autorin Hatice Akyün der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Sie selbst fühle sich Deutschland und der Türkei gleichermaßen verbunden. Akyün sprach von einer 'Und'-Identität - sie müsse sich nicht zwischen Deutsch oder Türkisch entscheiden.

ORF startet "Medienarchiv Christentum" im Internet

Der Österreichische Rundfunk hat ein "Medienarchiv Christentum" gestartet.

In dem Internetportal stehen ab sofort 240 ORF-Beiträge zur Verfügung. Wie der Sender in Wien mitteilte, macht das Archiv Reportagen, Dokumentationen, Diskussionssendungen und Interviews zugänglich, die die Geschichte und die Bedeutung des Christentums für die heutige Gesellschaft verdeutlichen. Das Angebot besteht aktuell aus neun Kategorien wie Caritas und Diakonie, Christen und Gesellschaft, Feste, Päpste oder Heiße Eisen und Themen im Zeitwandel. Die Beiträge werden fortlaufend ergänzt und erweitert. - Bereits im Jahr 2011 hatte der ORF in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Wien ein "Medienarchiv Judentum" gestartet.

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