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Sonntag, 24.06.2018
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 16. März 2018

Historiker: Islam hat hiesige Kultur grundlegend geprägt

Das westliche Europa habe dem Islam "Unschätzbares" zu verdanken

Mit Blick auf die Äußerungen des neuen Innenministers Horst Seehofer (CSU) hat der Mittelalterhistoriker Michael Borgolte den Beitrag des Islams zur hiesigen Kultur betont. Dieser Beitrag sei "geradezu grundlegend", sagte der emeritierte Mediävist der Berliner Humboldt-Universität. "Es waren Araber und Syrer muslimischen Glaubens, die große Teile der Werke antiker griechischer Naturwissenschaft und Philosophie retteten, übersetzten und kommentierten und diese damit der lateinischen Welt des westlichen Europa überlieferten." Der wissenschaftliche Aufbruch des hohen Mittelalters, der die Voraussetzungen für die moderne Welt geschaffen habe, beruht nach Ansicht Borgoltes auf diesen Leistungen muslimischer Gelehrter. Deutschland als Teil des westlichen Europas habe dem Islam seit dem Mittelalter "Unschätzbares" zu verdanken, sagte der Historiker, der auch mit der Gründung des Instituts für Islamische Theologie an der Berliner Humboldt-Universität beauftragt ist.

Salvador Dalí zurück in seiner Ruhestätte

Maler war wegen Vaterschaftsstreit exhumiert worden

Der langjährige Vaterschaftsstreit um den 1989 verstorbenen spanischen Maler Salvador Dalí ist endgültig beendet. Die Gebeine des Künstlers befinden sich wieder in seinem Grab in seiner katalanischen Heimatstadt Figueres. Bei der Grablegung waren ein Rechtsanwalt und ein Gerichtsmediziner anwesend. Im vergangenen Sommer war der Surrealist auf Anordnung eines Gerichts aus seiner Ruhestätte geholt worden, weil die 62-jährige Wahrsagerin Pilar Abel Martínez behauptete, seine Tochter zu sein. Die Erbguttests ergaben zweifelsfrei, dass dem nicht so ist. Die Kosten für die Exhumierung muss sie übernehmen. Dalís Erbe wurde in seinem Todesjahr 1989 auf 136 Millionen Dollar geschätzt. Der Wert dürfte seither deutlich gestiegen sein. Aktuell gehört das gesamte Erbe dem spanischen Staat und wird von der Dalí-Stiftung verwaltet.

Sieben Neuzugänge beim Immateriellen Kulturerbe

"Further Drachenstich", Bauhüttenwesen und "Pfingsttanz" gehören dazu

Der Further Drachenstich, das historische Dokumentarspiel "Landshuter Hochzeit 1745" und das Bauhüttenwesen gehören jetzt zum Immateriellen Kulturerbe in Deutschland. Wie die deutsche Unesco-Kommission in Bonn mitteilte, wurden zudem die künstlerischen Drucktechniken, die Spergauer Lichtmeß, die Pflege der Amateurmusik in Baden-Württemberg und der "Pfingsttanz" als Basis der kommunalen Entwicklung in der Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturbesitzes aufgenommen. Die Neueinträge in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes zeigten den kulturellen Reichtum in Deutschland, sagte der Vizepräsident der Deutschen Unesco-Kommission und Vorsitzende des Expertenkomitees Immaterielles Kulturerbe, Christoph Wulf. Beschlossen wurde ebenfalls die Nominierung des Hebammenwesens und des Bauhüttenwesens für die internationale Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes im kommenden Frühjahr. Eine Entscheidung zur Aufnahme in die Liste fällt Ende 2020.

Kurt-Wolff-Preis für Elfenbein Verlag

Auszeichnung möchte vielfältige Verlags- und Literaturszene fördern

Der Berliner Elfenbein Verlag ist mit dem Kurt-Wolff-Preis 2018 ausgezeichnet worden. Verlagsgründer Ingo Drzecnik nahm die mit 26.000 Euro dotierte Auszeichnung auf der Leipziger Buchmesse entgegen. Ein mit 5.000 Euro dotierter Förderpreis ging an den ursprünglich in Schweden und seit 2010 in Berlin ansässigen Verlag Edition Rugerup. Die Preisgelder werden aus dem Etat von Kulturstaatsministerin Monika Grütters finanziert. Der Elfenbein Verlag machte sich vor allem durch Lyrik, antike Klassiker und Übertragungen fremdsprachiger Publikationen einen Namen. Die Edition Rugerup widmet sich schwerpunktmäßig der Veröffentlichung von skandinavischer und angelsächsischer Lyrik und Prosa. Die Kurt-Wolff-Stiftung versteht sich als Förderin einer vielfältigen Verlags- und Literaturszene. Ihr Name erinnert an den bedeutenden Verleger des deutschen Expressionismus, Kurt Wolff (1887-1963).

Verband beklagt Sexismus in der Buchbranche

Etwa zehn Prozent der Frauen haben Erfahrungen zu sexueller Belästigung

Der Verband Bücherfrauen hat den Sexismus in der Buchbranche kritisiert. "Auf jeden Fall haben wir in der Buchbranche ein Machtgefälle zwischen Männern und Frauen", sagte die Vorsitzende Jana Stahl. "Unsere Mitgliederinnen haben uns geschildert, dass dieses Machtgefälle teilweise auch ausgenutzt wird. Da ging es vom unerwünschten Körperkontakt - da sind so Sachen gemeint wie ein sehr ausgedehnter Händedruck, der nicht mehr dem normalen entspricht, bis zum Po-Grapscher - über verbale Anzüglichkeiten bis hin zu sexuellen Andeutungen und zur Nötigung", sagte Stahl. Die Bücherfrauen sind ein Netzwerk für Frauen aus Buchhandel, Verlagen, Agenturen und anderen Bereichen des Literaturbetriebs. In einer internen Umfrage unter den rund 1000 Verbandsangehörigen meldeten sich demnach etwa 10 Prozent mit Erfahrungen zu sexueller Belästigung zu Wort.

Neil Young stellt bislang unbekannte Alben online

Älteste Aufnahmen reichen bis in die 1960er-Jahre zurück

Der Musiker Neil Young will eine größere Zahl bislang unveröffentlichter Musikalben ins Internet stellen. Er habe zwischen den späten 1960er-Jahren und 2012 zwölf bis 14 Alben aufgenommen, die der Öffentlichkeit bisher nicht bekannt seien, sagte der 72-Jährige am Donnerstag. Er wolle das Material publizieren, um zu sehen, "wie es den Leuten gefällt." Auf der kürzlich freigeschalteten Archivseite von Young können seit Dezember alle offiziell veröffentlichten Studioalben kostenlos in hoher Tonqualität angehört werden. Bei seinen Fans hatte Young für Spannung gesorgt, indem er auf der neuen Internetseite von unveröffentlichten Alben sprach, wie zum Beispiel "Homegrown" von 1974, "Chrome Dreams" von 1976 und "Toast" von 2001. Außerdem will die kanadische Musiker-Legende mehrere bisher unbekannte Live-Mitschnitte online stellen.

James Levine verklagt Met Opera nach Rauswurf

Stardirigent fordert Schadenersatz von mindestens 5,8 Millionen Dollar

US-Dirigent James Levine hat die Metropolitan Opera in New York nach seiner Entlassung wegen sexuellen Fehlverhaltens verklagt. Das Opernhaus habe haltlose Anschuldigungen genutzt, um ihn zu beschädigen und ihn dann einfach zu feuern, hieß es in der bei einem Gericht in Manhattan eingereichten Klageschrift. Der Met und deren Generaldirektor Peter Gelb wird Verleumdung und Vertragsbruch vorgeworfen, zudem wird Schadenersatz in Höhe von mindestens 5,8 Millionen Dollar gefordert - und die "Wiederherstellung von Levines Namen, Ruf und Karriere." Kürzlich hatte die Met den Starmusiker mit Verweis auf "glaubwürdige Beweise" gefeuert, wonach sich Levine gegenüber schutzlosen Künstlern in den Anfangsstadien ihrer Karrieren sexuell missbräuchlich und belästigend verhalten habe. Levine war eine zentrale Figur in der Geschichte der Metropolitan Opera. Seit 1976 hatte er als musikalischer oder künstlerischer Leiter über Programm, Orchester und Sänger des Hauses bestimmt.

Neue Banksy-Arbeit in New York aufgetaucht

Rennende Ratte auf einer Fassade

Fast fünf Jahre nach seiner Graffiti-Serie in New York ist der britische Street-Art-Künstler Banksy offenbar wieder dort unterwegs gewesen. An der Fassade eines zum Abriss bestimmten Gebäudes im Süden Manhattans tauchte eines von Banksys bekannten Bildern einer Ratte auf, die im Ziffernblatt einer Uhr an der Hauswand zu rennen scheint. Ein Foto der Arbeit beim Instagram-Konto des Künstlers schien dessen Echtheit zu bestätigen. Das einstöckige Gebäude soll einem 13 Stockwerke hohen Wohnungsbau weichen. US-Medien spekulierten, was es mit der Ratte auf sich haben könnte. Gemeint sein könnte etwa ein "rat race", was im übertragenen Sinn für "Hamsterrad" oder einen gnadenlosen Konkurrenzkampf steht. Als Kapitalismuskritik würde diese Deutung für Banksy durchaus passen.

Jörn Hinkel neuer Intendant in Bad Hersfeld

Hinkel tritt Nachfolge des zurückgetretenen Regisseurs Dieter Wedel an

Joern Hinkel ist neuer Intendant der Bad Hersfelder Festspiele. Er tritt die Nachfolge des zurückgetretenen Regisseurs Dieter Wedel an. Der Magistrat habe Hinkel zum Intendanten berufen, berichtete die Stadt. Sein Vertrag läuft bis zum 30. September 2019. Nach dem Rücktritt Wedels hatte Hinkel den Posten zu Jahresbeginn kommissarisch übernommen. Der 47-jährige Berliner Hinkel hat bereits als Schauspieler gearbeitet, Kurz- und Dokumentarfilme gedreht und zahlreiche Opern und Theaterstücke inszeniert - darunter auch zwei Stücke in Bad Hersfeld. Die Festspiele 2018 werden am 6. Juli mit dem Stück "Peer Gynt" von Henrik Ibsen eröffnet. Wedel war zurückgetreten, nachdem mehrere Schauspielerinnen seit Jahresbeginn schwere Anschuldigungen gegen ihn erhoben hatten. Sie reichen von Schikane und Machtmissbrauch bis hin zu sexuellen Übergriffen und Vergewaltigung. Das alles soll viele Jahre zurückliegen. Wedel hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt.

Esther Kinsky bei Leipziger Buchmesse ausgezeichnet

Schriftstellerin erhält Belletristik-Preis für ihren Roman "Hain"

Die Autorin Esther Kinsky hat den Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse 2018 gewonnen. Sie wurde für ihren Roman "Hain" über drei Italienreisen ausgezeichnet, wie die Messe bekannt gab. "Was für ein stilles, kaum bewegtes, menschenarmes Buch", hieß es in der Begründung. In der Kategorie "Sachbuch/Essayistik" gewann demnach Karl Schlögel mit "Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt". Sabine Stöhr und Juri Durkot wurden für die Übersetzung von "Internat" ausgezeichnet. Die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse unter der Leitung von Kristina Maidt-Zinke wählte aus insgesamt 403 Einreichungen die Sieger aus.

Deutscher Musikautorenpreis für Klaus Doldinger

Doldinger komponierte "Tatort"-Titelmelodie und Filmmusik von "Das Boot"

Klaus Doldinger, Filmmusik-Komponist und Jazz-Legende, erhält den Deutschen Musikautorenpreis 2018 der Musikrechte-Gesellschaft GEMA. Mit der undotierten Auszeichnung werde er am 15. März in Berlin für sein Lebenswerk geehrt, wie die GEMA am Mittwoch in München mitteilte. Aus der Feder des Künstlers stammen unter anderem die berühmte "Tatort"-Titelmelodie sowie die Musik zum legendären Film "Das Boot" und "Die unendliche Geschichte". Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat sich vor der Preisverleihung für ein wirksames Urheberrecht stark gemacht. "Sie müssen von ihrer Arbeit leben können und verdienen einen fairen und angemessenen Anteil am Ertrag aus ihrer kreativen Leistung", sagte Grütters. Der Deutsche Musikautorenpreis wird seit 2009 von der Musikrechte-Gesellschaft Gema verliehen. Unter dem Motto "Autoren ehren Autoren" wird der Preis in zehn Kategorien vergeben. Die Preisträger bestimmt eine unabhängige Fachjury, die aus Komponisten und Textdichtern der verschiedenen Musikrichtungen besteht.

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