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Samstag, 16.12.2017

Kulturnachrichten

Freitag, 8. Dezember 2017

Sophie Rois verlässt die Volksbühne

Schauspielerin kritisiert Ernennung Chris Dercons zum Intendanten

Die Schauspielerin Sophie Rois verlässt nach 25 Jahren die Berliner Volksbühne. Das berichtet der Tagesspiegel, der sich auf eine Interviewaufzeichnung des Senders HR2 Kultur beruft. Im HR-Interview kritisiert sie die Ernennung Chris Dercons durch den damaligen Kulturstaatssekretär Tim Renner, dessen Entscheidungsfindung nicht seriös verlaufen sei. Einen Intendantenwechsel an sich halte sie für absolut legitim, so Rois. Aber sie sei nicht sicher "wie seriös oder unseriös es ist, einen Menschen als Theaterdirektor zu installieren, der ja nicht nur Verantwortung für sein eigenes Seelenheil hat, sondern auch für 250 Mitarbeiter und ein Riesenpublikum, und der nicht weiß, was eine Requisite ist – und das unterstelle ich ihm nicht, er hat das selbst gesagt“. Gerade erst war bekannt geworden, dass Sophie Rois im März 2018 mit dem renommierten, mit 10.000 Euro dotierten Gertrud-Eysoldt-Ring ausgezeichnet wird, für ihre Rolle als Hexe in Castorfs Abschieds-Inszenierung des "Faust“ an der Volksbühne.

James Levine bestreitet alle Missbrauchsvorwürfe

Ex-Balletchef Peter Martins nimmt wegen ähnlicher Vorwürfe Auszeit

Der Star-Dirigent und langjährige Musikdirektor der Metropolitan Opera, James Levine, hat sich nach tagelangem Schweigen zu den Vergewaltigungs-und Missbrauchsvorwürfen gegen ihn geäußert. In einem Schreiben, das der New York Times vorliegt, bestreitet Levine alle Vorwürfe. Jeder, der ihn kenne, könne bestätigen, dass er sein Leben nicht als Unterdrücker und Aggressor geführt habe, schrieb Levine. Vier Männer hatten dem Dirigenten öffentlich sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung vorgeworfen. Einige waren zum Tatzeitpunkt minderjährig. Deshalb hatte die Metropolitan Opera die Zusammenarbeit mit James Levine vorerst beendet. Der ebenfalls mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs konfrontierte langjährige Chef des New York City Ballet, Peter Martins, legte seinen Job unterdessen vorübergehend nieder. Nach anonym per Brief überbrachten Vorwürfen hatte ihn die School of American Ballet vorerst von seiner Lehrtätigkeit entbunden. Beide Einrichtungen hatten eine Untersuchung eingeleitet. Bis diese abgeschlossen sei, nehme der 71-Jährige nun eine Auszeit, berichtete die "New York Times".

Spotify und Tencent tauschen Anteile

Nach Insiderberichten will der Musikstreamingdienst Spotify 2018 an die Börse

Der schwedische Musik-Streamingdienst Spotify und sein Konkurrent Tencent Music aus China kaufen Anteile am jeweils anderen. Es gehe um Minderheitsbeteiligungen, teilten beide Unternehmen mit. Genauere Angaben machten die Firmen nicht. Der Deal dürfte beiden Anbietern auch strategisch bei Lizenzverhandlungen mit großen Plattenfirmen helfen. Insidern zufolge will die mit rund 16 Milliarden Dollar bewertete Spotify in der ersten Jahreshälfte 2018 an die Börse gehen. Spotify wie auch Tencent Music konkurrieren unter anderem mit Streaming-Angeboten von Amazon und Apple, aber auch mit Deezer aus Frankreich und dem strauchelnden Dienst Soundcloud aus Deutschland. Einem Medienbericht zufolge will auch Googles Onlineportal Youtube bald einen eigenen Musik-Bezahldienst anbieten.

Autobahnüberdachung in Berlin unter Denkmalschutz

Wilmersdorfer "Schlange" ist wichtiges Dokument der Stadtplanung

Ein Wohnkomplex mit über 1700 Wohnungen in Berlin-Wilmersdorf ist auf die Denkmalliste der Stadt gerückt, wie die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa mitteilte. Das 1980 fertiggestellte Gebäude in der Schlangenbader Straße überbrückt einen Teil der Stadtautobahn und bekam kurz nach der Entstehung seinen Spitznamen "Schlange". Die Straße verläuft etwa 600 Meter lang unter Haus in einem Tunnel. Laut der Senatsverwaltung ist das "terrassierte Wohngebirge (...) über Berlin hinaus eines der wichtigsten Zeugnisse der Megastrukturen, die in den 1960er und 1970er Jahren die internationale Stadtplanung bestimmten."

Bayerischer Rundfunk will 2018 Millionen einsparen

Der Sender setzt seinen Sparkurs fort

Der neue Wirtschaftsplan des Bayerischen Rundfunks sieht für das kommende Jahr Einsparungen in Höhe von zehn Millionen Euro vor, wie der Sender mitteilte. Gespart werden solle 2018 vor allem bei Verwaltung und Technik. Nötig sei das unter anderem wegen hoher Ausgaben für die Sportgroßereignisse Olympische Winterspiele und Fußballweltmeisterschaft sowie für die Landtagswahl in Bayern. Die Beitragszahler müssten jedoch nicht befürchten, dass an der Qualität des Programms gespart werde, erklärte der Vorsitzende des BR-Rundfunkrats, Lorenz Wolf. Bereits in den Vorjahren war der Etat um jeweils zweistellige Millionenbeträge gesenkt worden. Insgesamt verfügt der BR im kommenden Jahr über rund eine Milliarde Euro.

Wort des Jahres 2017: "Jamaika-Aus"

Das „Wort des Jahres" wurde erstmals 1971 gekürt

"Jamaika-Aus" ist zum Wort des Jahres 2017 gekürt worden. Dies teilte die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden mit. Zur Begründung heißt es, der Begriff stehe nicht nur für die schwierige Regierungsbildung, sondern sei auch sprachlich interessant. Auf dem zweiten Platz landete „Ehe für alle", auf Platz drei „#MeToo". Auf den weiteren Plätzen der Zehner-Liste landeten unter anderem "Obergrenze", "Diesel-Gipfel" und "Videobeweis". Auch ein Begriff ohne erkennbare Bedeutung ist darunter: "covfefe". US-Präsident Donald Trump nutzte das Wort in einem Tweet. In die Liste schaffen es Begriffe, die nach dem Urteil der Sprachexperten für 2017 gesellschaftlich und politisch besonders relevant sind. Die Häufigkeit der Wörter ist weniger entscheidend.

Macron erhält Aachener Karlspreis 2018

Französischer Präsident wird für "Vision von einem neuen Europa" geehrt

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron erhält "für seine kraftvolle Vision von einem neuen Europa" den Karlspreis 2018. Macron bekommt die Auszeichnung am 10. Mai 2018, dem Fest Christi Himmelfahrt, im Krönungssaal des Aachener Rathauses verliehen. Das Direktorium hebt besonders die "Leidenschaft" in Macrons Engagement für den Zusammenhalt Europas hervor. Zudem kämpfe er entschieden "gegen jede Form von Nationalismus und Isolationismus zur Überwindung der europäischen Krise". Direktoriumssprecher Jürgen Linden verwies zudem auf Macrons pro-europäischen Präsidentschaftswahlkampf und seine wertvollen Impulse für die europäische Reformdebatte.

Saudischer Kronprinz Käufer von "Salvator Mundi"

Das berichten US-amerikanische Medien

Das für eine Rekordsumme versteigerte Gemälde "Salvator Mundi" von Leonardo da Vinci ist Medienberichten zufolge vom saudischen Kronprinz Mohammed bin Salman gekauft worden. Das meldeten das "Wall Street Journal" und die "New York Times". Sie berufen sich dabei auf nicht näher genannte amerikanische Offizielle. Mohammed bin Salman habe das Kunstwerk über einen Freund erworben, schreibt die "New York Times". Das Gemälde von Jesus Christus war für 450 Millionen Dollar bei Christie's in New York versteigert worden. Damit ist es nach Angaben des Traditionshauses zum teuersten jemals bei einer Auktion verkauften Kunstwerk. Der vor einem Monat eröffnete Louvre Abu Dhabi wird das Bild nach eigenen Angaben bald ausstellen.

Kulturrat: Kirche soll sich in Kulturpolitik einmischen

Kulturrat fordert bessere soziale Absicherung von Künstlern

Der Deutsche Kulturrat hat die Kirchen zu einem stärkeren kulturpolitischen Engagement aufgerufen. So sollten sie sich für eine bessere soziale Absicherung von Künstlern einsetzen, forderte der Geschäftsführer der Dachorganisation von 258 Kulturverbänden, Olaf Zimmermann. Die Kirchen seien ebenso wichtige Akteure im Kulturbereich wie Bundesländer und Kommunen, betonte Zimmermann. Sie verwendeten mehrere Milliarden Euro jährlich für Museen, Kirchenmusik oder den Erhalt von Sakralbauten. Deshalb müssten die Kirchen ihre Rolle als "unverzichtbare Kulturanbieter" mehr annehmen und sich weniger mit sich selbst beschäftigen.

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