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Fazit | Beitrag vom 16.01.2018

Hightech-ModeWenn die Sportkleidung zu dir spricht

Katja Bigalke im Gespräch mit Eckhard Roelcke

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Eine junge Frau richtet am 18.01.2017 in Berlin bei der Modemesse Fashiontech im Rahmen der Berliner Modewoche eine Kreation des Designers Anouk Wipprecht aus den Niederlanden. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa | Verwendung weltweit (picture alliance/dpa/Britta Pedersen)
Um Hightech-Mode geht es auch in diesem Jahr wieder auf der Konferenz #Fashiontech (das Foto zeigt die Veranstaltung 2017). (picture alliance/dpa/Britta Pedersen)

Tragen wir Hightech-Kleidung der Zukunft, kann jeder sofort an Lichtsignalen erkennen, ob wir nervös, freudig erregt, wütend oder traurig sind. Vorgestellt wurden solche Kreationen auf der Fashiontech. Für Lifestyle-Journalistin Katja Bigalke sind sie mehr als nur lustige Spielereien.

Ulkige Vorstellung: Wenn wir die entsprechende Hightech-Kleidung tragen, weiß jeder sofort, wie wir uns fühlen und kann in uns lesen, wie in einem offenen Buch. Zu besichtigen waren solche Kreationen heute in Berlin. Dort fand im Rahmen der Fashionweek die #Fashiontech statt. Diese Konferenz bringt visionäre Köpfe aus der Modebranche, der Technologie- und Kommunikationssparte an einen Tisch, um unter dem Motto "Fashioning the Future" neue Entwicklungen aus dem Bereich "smart textiles" zu präsentieren. Das Ziel: die Branche fit zu machen für die digitale Zukunft.

Eine junge Frau geht am 18.01.2017 in Berlin bei der Modemesse Fashiontech im Rahmen der Berliner Modewoche mit Hilfe einer VR-Brille auf digitale Shoppingtour. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa | Verwendung weltweit (picture alliance/dpa/Britta Pedersen)Hightech nicht nur am Körper, sondern auch - wie diese VR-Brille - als Helferlein bei der Shoppingtour (auf der Fashintech 2017). (picture alliance/dpa/Britta Pedersen)

Lifestyle-Journalistin Katja Bigalke hat sich das genauer angeschaut und erläutert eine der Kreationen:

"Der Clou in diesem Fall, war, dass diese Kleider über Bluetooth  miteinander kommunizieren können – sich also das Leuchtmuster und die Farbe ändert, wenn Menschen in diesen Kleidern aufeinander treffen. Das ist eine Variante.  Die andere ist die, dass das Kleid auf Stimmungen der Trägerin reagieren kann, also zum Beispiel entsprechend der Aufgeregtheit und Entspanntheit unterschiedlich leuchtet."

Wer braucht so etwas?

Natürlich frage man sich erstmal, wer so etwas brauche. Aber schließlich solle Mode nicht nur nützlich sein, sondern auch Spaß machen.

"Und zweitens kommt man ja auch nur durch das Ausprobieren auf Ideen, wie man das einsetzen und weiterentwickeln kann. Lichter zum Beispiel können in Verbindung mit speziellen Sensoren Warnsignale sein – das kann in der Altenpflege eine Rolle spielen oder auch zum Beispiel bei einem Feuerwehreinsatz."

FashionTech Hardware: Schaltkreise, Mikrocontroller, biegsame Leiter (Esther Zahn / UX.FTT)Berechtigte Frage: Wie wäscht man Kleidung, in die Platinen und Chips eingebaut werden? (Esther Zahn / UX.FTT)

Das birgt auch Herausforderungen für die Verarbeitung solcher Kleidungsstücke, in die so viel Hightech integriert ist: Wie kann man diese zum Beispiel waschmaschinenfest machen? 

Auch die Lufthansa interessiert sich für smarte Uniformen

Auch Sportkleidung ist ein ideales Versuchsfeld für digitale Spielereien: Wenn sich eine Art Virtual Personal Trainer einbauen lässt, kann sie Rückmeldung darüber geben, ob der Träger eine Übung richtig ausführt. Oder ob er beim Laufen den Fuß richtig abrollt.

Auch auf dem Transport- und Dienstleistungssektor wird eifrig probiert:  So werde gerade in Kooperation mit der Lufthansa an neuen Uniformen gearbeitet, "die es dem Bordpersonal ermöglichen sollen über die Kleidung direkt über Wünsche oder Fragen der Fluggäste informiert zu werden", berichtet Katja Bigalke weiter. In Zukunft seien auch Spezialschuhe denkbar, mit denen Passagiere das Unterhaltungsprogramm an Bord bedienen könnten. Oder die der Thrombosegefahr während des Fluges vorbeugen könnten.

(mkn)

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