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Sonntag, 19.11.2017

Jazz / Archiv | Beitrag vom 01.05.2017

HighlightsJazz im Mai

Von Matthias Wegner

Die koreanische Sängerin Youn Sun Nah. (Sung Yull Nah)
Die koreanische Sängerin Youn Sun Nah (Sung Yull Nah)

Im Mai geht es mal wieder in die Vollen: Wir begleiten zwei Berliner Festivals mit überregionaler Bedeutung: X-Jazz und Jazzdor Strasbourg-Berlin. Und wir senden Live-Mitschnitte aus dem Brucknerhaus in Linz sowie vom Jazzfestival Münster.

Dienstag, 02. Mai  / Tonart Jazz, 01:05 – 05:00 Uhr
Konzert-Höhepunkte 2016 aus dem Brucknerhaus Linz 2016

Jazzmeia_Horn. (Jacob_Blickenstaff)Die Sängerin Jazzmeia Horn. (Jacob_Blickenstaff)

Seit der Eröffnung des Brucknerhauses im österreichischen Linz im Jahr 1974 hat der Jazz hier einen festen Platz. Auch in der letzten Spielzeit gab es wieder einige beeindruckende Konzerte, darunter einen der bislang seltenen Auftritte der US-amerikanischen Sängerin Jazzmeia Horn. Die erst 25-Jährige hat in ihrer noch kurzen Karriere schon einige wichtige Preise gewonnen (Sarah Vaughan Vocal Competition / Thelonious Monk Jazz Competition) und knüpft mit ihrer starken Live-Präsenz sehr schön an die große afroamerikanische Gesangstradition an. Außerdem in der Sendung zu hören: das "Trio Rouge" und das Trio "Campato in Aria".
Autor: Lothar Jänichen

Mittwoch, 03. Mai  /  Tonart Jazz, 11:07 Uhr 
Jazz ohne Scheuklappen: das Phänomen X-Jazz Berlin

Der Trompeter Mathew Halsall und der Sänger Dwight Trible. (Halsall / Trible)Der Trompeter Mathew Halsall und der Sänger Dwight Trible. (Halsall / Trible)
Das X-Jazz-Festival in Berlin, das in diesem Jahr vom 03. bis 07. Mai stattfindet, hat sich in nur wenigen Jahren als eines der wichtigsten und größten Jazzfestivals in Deutschland etabliert. Der Begriff Jazz wird hier erfrischend offen interpretiert und die Bands spielen nicht in klassischen Jazzclubs, sondern dort, wo sonst Pop- und elektronische Musik im Mittelpunkt stehen. Das sorgt für interessante Reibungen und kreative Energie. Auch in diesem Jahr wird die vitale und immer besser werdende Berliner Szene vielfältig präsentiert. Es gastieren aber auch zahlreiche internationale Musikerpersönlichkeiten in Berlin, darunter Schlagzeug-Legende Tony Allen, Trompeter Mathew Halsall und Sänger Dwight Trible. Partnerland von X-Jazz ist in diesem Jahr Polen, wo der Jazz bekanntlich eine enorme Popularität hat. Zu Gast in der Tonart ist der künstlerische Leiter des Festivals, der Trompeter Sebastian Studnitzky.
Moderation: Matthias Wegner

Donnerstag, 04. Mai  /  Tonart Jazz, 11:07 Uhr 
Jazz-Gentleman mit über 2000 Studio-Alben - der Bassist Ron Carter wird 80 

Der Bassist Ron Carter. (Takehiko Tokiwa)Der Bassist Ron Carter. (Takehiko Tokiwa)

Ron Carter gehört zu den meist aufgenommenen Musikern der Jazzgeschichte. Kein Wunder: Der afroamerikanische Bassist spielt sein Instrument so präzise, gleichzeitig so beseelt und variabel, wie kaum jemand sonst. Das hat schon in den 1960er Jahren der Trompeter Miles Davis erkannt, der Carter in sein legendäres zweites Quintett holte. Davon ausgehend standen dem stets elegant gekleideten und bis heute unglaublich souverän auftretenden Bassisten, alle Türen weit offen.  
Autor: Jan Tengeler

Montag, 08. Mai  /  Tonart Jazz, 11:35 Uhr 
Die Renaissance des Sci-Fi Jazz

Niels Klein Quartet. (Ulla C. Binder)Niels Klein Quartet. (Ulla C. Binder)
Der Begriff Sci-Fi Jazz fliegt immer wieder durch die Jazzgemeinde, z.B. als Beschreibung der jüngsten CD des Kölner Saxofonisten Niels Klein. In seinem Quartett verbindet er gekonnt elektronische und akustische Klangelemente und landet bei einem durchaus futuristisch anmutenden Bandsound. Sci-Fi-Jazz hat in Deutschland eine lange Geschichte:

als vor einem halben Jahrhundert die TV-Serie "Raumschiff Orion" die deutschen Wohnzimmer eroberte, lieferte Peter Thomas mithilfe jazziger Big Band Klänge den passenden Soundtrack.
Autor: Jan Tengeler

Montag, 08. Mai /  In Concert, 20:03 – 21:30 Uhr 
Pulsierende Leichtigkeit und besondere Klangfarben in Münster

Die Schlagzeugerin Allison Miller. (Shervin Lainez)Die Schlagzeugerin Allison Miller. (Shervin Lainez)
Der Pianist Jacky Terrasson und der Trompeter Stéphane Belmondo haben ein ausgezeichnetes Gespür für besondere Melodien und lieben den Umgang mit der Reduktion. Ihr gemeinsames Album "Mother" war eines der zartesten und eindrucksvollsten Alben des Jahres 2016  und wird mit Sicherheit noch lange nachwirken. Beim 26. Internationalen Jazzfestival Münster haben sie das Repertoire erweitert und die gemeinsame Musik noch weiter ausdifferenziert. Im zweiten Teil des Konzertes wird noch der marokkanische Multi-Instrumentalist Majid Bekkas in das Bandgefüge integriert.  Auch wenn dadurch stärkere rhythmische Akzente gesetzt wurden, bleiben Intimität und Klarheit in dieser wunderbaren Musik erhalten.

Die US-amerikanische Schlagzeugerin Allison Miller hat in ihrem Heimatland schon lange den Status eines Geheimtipps abgelegt. In Europa ist das noch anders. Gastspiele, nicht zuletzt auch in Deutschland, sind äußerst selten. Vor acht Jahren hat Miller ihr Ensemble "Boom Tic Boom" ins Leben gerufen und erzeugt mit diesem seitdem eine faszinierende Klangsprache. Diese Musik ist durchaus komplex, aber zugleich leicht und zugänglich. Sie ist pulsierend, aber voller Zwischentöne und sehnsuchtsvollen Melodien. Im Grunde so eine Art melodische Avantgarde. 

Terrasson-Belmondo-Bekkas
Allison Miller's Boom Tic Boom
26. Internationales Jazzfestival Münster
Theater Münster, Aufzeichnung vom 07.01.2017

Moderation: Matthias Wegner

Dienstag, 09. Mai  / Tonart Jazz, 01:05 – 05:00 Uhr
Die Jazzliebe der britischen Mods 

1963 rollt die Beatlemania durch England und der Londoner Jazz-Szene geht es allmählich an den Kragen, weil die angesagten Clubs im West-End immer häufiger "Rhythm and Blues"- Bands verpflichten. Viele Musiker passen sich an und spielen clubtauglich. Die aufkommende Jugendbewegung der Mods liebt diese Musik u.a. als Distinktionsmittel gegenüber dem als "prollig" verstandenen Rock and Roll. 1964 verschwindet der Jazz dennoch aus den meisten Clubs im Vergnügungsviertel Soho. Gleichzeitig aber legt die BBC ein TV-Programm mit Jazz auf. Einiges davon ist auf Tonträgern erhalten.

Jazz goes Mod mit Musik u.a. von Tubby Hayes, Ronnie Ross, Ronnie Scott, sowie von den US-amerikanischen Vorbildern Ahmad Jamal, Les McCann und vielen anderen.
Autor: Andreas Müller

Montag, 15. Mai  /  Tonart Jazz, 11:35 Uhr 
Gitarren-Virtuose mit ungarischer Seele: Ferenc Snetberger

Gitarren-Virtuose mit ungarischer Seele: Ferenc Snetberger. (privat)Gitarren-Virtuose mit ungarischer Seele: Ferenc Snetberger (privat)
Der ungarische Wahl-Berliner Ferenc Snetberger hat sich schon lange seinen eigenen Klangkosmos geschaffen. Er ist ein virtuoser Gitarrist, der auch bei Solo-Konzerten wie ein ganzes Orchester klingt. Zusammen mit dem schwedischen Bassisten und dem US-amerikanischen Schlagzeuger Joey Baron schlägt Snetberger nun ein neues Kapitel in seiner Karriere auf. Kammermusikalischer Jazz der Extra-Klasse wird hier abgeliefert und die drei  beteiligten Musiker finden zu einer gemeinsamen Klangsprache, die Snetbergers Kompositionen strahlen lassen.
Moderation: Haino Rindler

Dienstag, 16. Mai  / Tonart Jazz, 01:05 – 05:00 Uhr
Legendärer Live-Jazz aus dem Onkel Pö’s (Hamburg)

mit Aufnahmen u.a. von Al Jarreau, Peter Herbolzheimer, Chet Baker und Dizzy Gillesspie

Chet Baker (Jazz Archiv Hamburg / Isabel Schiffler)Chet Baker (Jazz Archiv Hamburg / Isabel Schiffler)
"Onkel Pö’s Karnickelhalle" nannten die Fans sie scherzhaft: die Höhle von Eppendorf. "Onkel Pö’s" in Hamburg war der Treffpunkt der internationalen Jazz-Szene in der Hansestadt. Stars wie Dexter Gordon oder Freddie Hubbard machten während ihrer Tourneen hier Station,  Al Jarreau startete hier seine Weltkarriere und Udo Lindenberg war hier noch als Schlagzeuger in Peter Herbolzheimers "Rhythm Combination & Brass" zu erleben. Später widmete er dem Konzertort sein Lied "Andrea Doria". Die tolle Atmosphäre und das begeisterte Publikum machten "Onkel Pö’s" weit über Hamburg hinaus berühmt. 
Autor: Lothar Jänichen

Montag, 22. Mai  /  Tonart Jazz, 11:35 Uhr 
Zeit für eine neue Herausforderung – die Sängerin Youn Sun Nah goes USA

Die koreanische Sängerin Youn Sun Nah. (Sung Yull Nah)Die koreanische Sängerin Youn Sun Nah. (Sung Yull Nah)
Die koreanische Sängerin und langjährige Wahl-Französin Youn Sun Nah ist die Erfolgsleiter in den letzten Jahren steil nach oben geklettert. Sie war immer häufiger Headliner auf großen Festivals und hat kleine Clubs mittlerweile gegen große Konzerthallen eingetauscht. Die Zusammenarbeit mit dem schwedischen Gitarristen Ulf Wakenius hat sich dabei als sehr glücklich und konstruktiv erwiesen. Für ihr neues Album hat Youn Sun Nah ihre  Komfortzone verlassen und ist diesmal mit amerikanischen Musikern ins Studio gegangen. Eine große persönliche Herausforderung, wie die Sängerin betont. Die eingespielten Songs (u.a. Cover von Joni Mitchell und Jimi Hendrix) kommen aber so selbstverständlich daher, dass man die Koreanerin zu diesem Schritt nur beglückwünschen kann.   
Autor: Matthias Wegner

Dienstag, 23. Mai  / Tonart Jazz, 01:05 – 05:00 Uhr
Die neue Wiener Schule - Vincent Pongracz und sein Synesthetic Octet

Vincent Pongracz Synesthetic Octet. (Astrid Knie)Vincent Pongracz Synesthetic Octet. (Astrid Knie)

Der Wiener Klarinettist Vincent Pongracz, der bislang federführend bei der Jazz-Hip Hop-Soul Formation "No Home For Johnny" mitwirkte, trat 2013 zum ersten Mal als Arrangeur und Bigband-Leiter in Erscheinung und war ein Jahr lang im Wiener Jazzclub "Porgy and Bess" engagiert. Dort präsentierte der unkonventionelle Musiker und Komponist dann auch erstmals sein "Synesthetic Octet". 2015 erschien das Debutalbum "Rastlos", als eine famose Mischung aus lässigen Hip-Hop Grooves der 90'er Jahre und einem Bläser Klang, der an alte Gil Evans-Aufnahmen der 60'er Jahre erinnert. Ein Sound, der vor allem bei jungen Jazzfans große Begeisterung auslöste. Jetzt folgt der zweite Streich. Eine Sammlung von Miniaturen, die sich zwischen Jazz, Hip Hop und zeitgenössischer Klassik bewegt.
Moderation: Manuela Krause

Montag, 29. Mai  /  Tonart Jazz, 11:35 Uhr 
Kreativ und voller Überraschungen: das 11.Jazzdor-Festival Strasbourg-Berlin

Vom 30. Mai bis 2. Juni findet die 11. Ausgabe des deutsch-französischen Festivals Jazzdor Strasbourg-Berlin erneut im Kesselhaus der Berliner Kulturbrauerei statt.  Zahlreiche Deutschlandpremieren (z.B. der Auftritt der Band Post K) und Festivalproduktionen prägen auch diesmal wieder das Programm, dass Deutschlandfunk Kultur komplett mitschneidet. Traditionell sorgen vor allem die Allianzen zwischen deutschen und französischen Musikern für besondere Momente. In diesem Jahr treffen u.a. die beiden Franzosen Émile Parisien und Vincent Peirani auf den deutschen Pianisten Michael Wollny und den Schweizer Sänger und Beatboxer Andreas Schaerer, was ein hohes musikalisches Niveau und große Kreativität garantiert.
Autor: Matthias Wegner

Dienstag, 30. Mai  / Tonart Jazz, 01:05 – 05:00 Uhr
"Your feet's too big" – Nonsens-Texte und Humor im Swing der 1930er und 40er Jahre

Cab Calloway - Aufnahme Mitte der 1930er Jahre. (imago)Cab Calloway - Aufnahme Mitte der 1930er Jahre. (imago)

Die schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in den USA der Swing-Zeit brachten einen besonderen Humor hervor. In Zeiten der Depression, der Diskriminierung und des sich anbahnenden Krieges kommentierten afro-amerikanische und weiße Swing-Musikerinnen  und Musiker trocken und lakonisch die Welt, die sie umgab. Komische Texte und sinnfreies Geblödel kündeten vor allem von der hohen Kunst, über sich selbst lachen zu können. Cab Calloway, Fats Waller und Louis Jordan strapazierten die Lachmuskeln. Aber auch Danny Kaye, die Hoosier Hot Shots, Betty Hutton, Keely Smith und viele andere sorgten für schräge Klangerlebnisse. 
Moderation: DJ Swingin' Swanee

Der Jazz-Pianist Fats Waller (undatierte Aufnahme). (imago)Der Jazz-Pianist Fats Waller (undatierte Aufnahme). (imago)

Konzert

Heinrich Schütz MusikfestSchütz Schein Scheidt u.a.
(Museen Schloss Moritzburg Zeitz / Mark Ritchie)

Es ist ein Abend des Lobpreises und der Anbetung: die direkte Hinwendung zum Vatergott war für den jungen Protestantismus und damit auch für seine Komponisten ein zentrales Anliegen. Zu hören sind Werke von Heinrich Schütz und vier seiner Zeitgenossen.Mehr

musicadia BremenDas goldene Zeitalter der Gambe
Das Bild zeigt die Gartenfassade des Schlosses von Versailles, im Vordergrund der Apollo-Brunnen. (picture-alliance / dpa / Olivier Boitet)

Ein Abend der oft leisen, aber dennoch eindringlichen Klänge: die Stücke von Marin, Couperin und Forqueray kommen aus einer Zeit, wo Aufführungsräume häufig viel kleiner als heute und Konzerte manchmal sehr private Vergnügungen waren.Mehr

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