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Mittwoch, 22.11.2017

Kulturnachrichten

Sonntag, 5. November 2017

Halbe Million Euro für Aids-Stiftung

Neuer Rekord der Berliner Operngala

Eine halbe Million Euro sammelte die Deutsche Aids-Stiftung bei der 24. Operngala in der Deutschen Oper Berlin. Das seien 50 000 Euro mehr als bei der Gala im vergangenen Jahr, teilten die Veranstalter mit. International renommierte Künstlerinnen und Künstler traten ohne Gage zugunsten von Menschen mit HIV/AIDS auf. Begleitet wurden sie von Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin. Rund 2000 Gäste besuchten die diesjährige Gala in Berlin. "Die große Anzahl der Gäste beweist Jahr für Jahr wieder, wie wichtig der Kampf gegen HIV und AIDS ist", teilte Mitinitiator Alard von Rohr nach der Benefizveranstaltung mit.

DJV sieht Pressefreiheit in Osteuropa kritisch

Journalistenverband verabschiedet Resolution

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat eine Resolution zur Pressefreiheit in Osteuropa verabschiedet. In dem Papier appelliert der Verband "an die Organe der EU und die betroffenen Regierungen, die Freiheit der Medien zu respektieren und ihre Durchsetzung aktiv zu verfolgen", wie der DJV vom Verbandstag in Würzburg mitteilte. "In unserer direkten Nachbarschaft, in Polen, wurde der öffentlich-rechtliche Rundfunk zu einem Staatsfunk umgebaut", sagte Bundesvorsitzender Frank Überall. Kritische Journalisten hätten es in dem Land schwer, würden mundtot gemacht. Ungarn, Bulgarien, Rumänien und Mazedonien werden in der DJV-Resolution als weitere Negativbeispiele aufgeführt. Die EU-Kommission müsse mit geeigneten Maßnahmen gegensteuern. Auch in der Türkei muss sich aus Sicht der 220 DJV-Delegierten die Situation der Journalisten dringend verbessern. Deshalb werde die Bundesregierung aufgefordert, sich mit Nachdruck für die Journalisten in der Türkei einzusetzen.

Thiemann neuer Präsident der Zeitschriftenverleger

Vorgänger Stephan Holthoff-Pförtner war im Juni als Minister in die NRW-Regierung gewechselt

Der Verleger Rudolf Thiemann ist neuer Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). Thiemann, geschäftsführender Gesellschafter der Liborius-Verlagsgruppe und langjähriger VDZ-Vizepräsident, wurde einstimmig in Potsdam von den Verbandsdelegierten gewählt, wie der VDZ in Berlin mitteilte. Der neue VDZ-Spitzenmann ist Nachfolger von Stephan Holthoff-Pförtner, Mitgesellschafter des Medienhauses Funke, der nach acht Monaten im Amt im Juni als Minister in die neue nordrhein-westfälische Landesregierung gewechselt war. Der promovierte Jurist sei in der Branche und ihrem Umfeld bestens vernetzt, hieß es unter anderem als Begründung.

The Yes Men provozieren im Vorfeld der Klimakonferenz

US-Aktivisten treten bei ihrer ersten Aktion in Deutschland in Bonn auf

Auf Einladung des "Save the World"-Festivals des Theaters Bonn provozierten The Yes Men mit einem Guerilla-Auftritt auf der Crossroads Conference. Die US-Aktivisten gaben sich sich als Vertreter der United States Environmental Protection Agency aus. Die Crossroads Conference fand im Vorfeld der Klimakonferenz 2017 in Bonn statt. In ihrem Vortrag vor einem internationalen Fachpublikum aus Wirtschaft, Wissenschaft und Regierungsorganisationen präsentierten die Yes Men das fiktive Unternehmen "Refugreenergy", das die Geschäftsidee hat, Flüchtlinge zur emissionsfreien Energiegewinnung einzusetzen. "Ich bin stolz darauf, dass es uns gelungen ist, die Yes Men erstmalig für eine Intervention nach Deutschland zu holen," sagt Nicola Bramkamp, Schauspieldirektorin des Theater Bonn und künstlerische Leiterin von "Save the World". Mit ihrer Aktionskunst weisen die Yes Men auf globale Missstände und ihre politischen und ökonomischen Verknüpfungen hin.

Rolle einer Antikorruptions-NGO im Fall Serebrennikow

Transparency International Russia beförderte möglicherweise Strafverfolgung von Serebrennikow

Die Vorlage für die Anklage des Starregisseurs Kirill Serebrennikow sei möglicherweise von der Antikorruptions-NGO Transparency International Russia geliefert worden, behauptet der Publizist Nikolai Klimeniouk in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Im Januar habe sich Transparency mit dem Antrag an die Staatsanwaltschaft gewandt, die Rechtmäßigkeit von Serebrennikows Verträgen mit seinem Theater zu überprüfen. Dem Regisseur wird jetzt vorgeworfen, staatliche Zuwendungen veruntreut zu haben. Da die russische Verfassung die Zensur verbiete, würden die Kunst- und Meinungsfreiheit mit indirekten Mitteln eingeschränkt, meint Klimeniouk: "Die verächtliche Haltung gegenüber den Menschenrechten und die aggressive, selbstgefällige Kulturfeindlichkeit passen sehr gut zusammen, schließlich ist die Schaffensfreiheit auch nur ein Menschenrecht." Darüber hinaus zitiert der Publizist den PR-Chef von Transparency International Russia Gleb Gawrisch: "Wir sind kein Menschenrechtsverein, es ist nicht unsere Aufgabe, die Interessen des Regisseurs Serebrennikow zu verteidigen."

Neue Wache wird nach Sanierung wieder geöffnet

Gedenkstätte für Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft jetzt auch barrierefrei

Nach fünfmonatigen Bau- und Sanierungsarbeiten wird die Neue Wache Unter den Linden am Montag wieder eröffnet. Die zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft sei jetzt auch barrierefrei zugänglich, teilte das Deutsche Historische Museum mit, das für die Gedenkstätte zuständig ist. Während der Sanierungsphase wurde unter anderem die Feuchtigkeit bekämpft. Im vergangenen Jahr wurden rund eine Million Besucher gezählt. Die Neue Wache neben dem Zeughaus war 1816 bis 1818 nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel gebaut worden. Im Zweiten Weltkrieg war die Wache fast vollständig zerstört worden. Die DDR-Führung ließ das Gebäude zu einem Mahnmal für die Opfer des Faschismus und des Militarismus umgestalten.

Petra Morsbach erhält Wilhelm Raabe-Literaturpreis

Auszeichnung für ihren Roman "Justizpalast"

Die Schriftstellerin Petra Morsbach ist für ihren Roman "Justizpalast" mit dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet worden. Morsbach erzähle in ihrem Buch von Verbrechen und Strafe, Delinquenz und Gesetz, erklärte die Jury. Das Buch sei ein "episodenreicher Lobgesang" auf die Justiz und das Verhältnis zwischen Recht und Gerechtigkeit, hieß es in der Laudatio. Das Recht werde als "ein filigranes Meisterwerk" gezeigt. Die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde Morsbach in Braunschweig verliehen. Die Stadt Braunschweig vergibt den Preis zusammen mit dem Deutschlandradio.

Kulturrat fordert mehr Präsenz behinderter Künstler

Neue Facette in der inklusiven Kulturpolitik gefordert

Der Deutsche Kulturrat hat eine größere Präsenz von Menschen mit Behinderungen auf der Bühne und in den Medien gefordert. "Es muss auch darum gehen, angehenden Künstlerinnen und Künstlern mit körperlichen und nicht-körperlichen Einschränkungen die Türen von Ausbildungseinrichtungen zu öffnen", so der Geschäftsführer Olaf Zimmermann in der aktuellen Ausgabe von "Politik & Kultur". Dabei müssten sie sich wie alle Bewerberinnen und Bewerber dem künstlerischen Wettbewerb stellen. Inklusive Kulturpolitik dürfe sich nicht darauf beschränken, den Weg zu ebnen, dass Menschen mit körperlichen oder nicht-körperlichen Einschränkungen Kultureinrichtungen nutzen: "Zum Glück sind Menschen nicht perfekt. Dies zu zeigen, Berufschancen zu eröffnen und damit der Diskussion um Inklusion eine neue Facette hinzuzufügen, ist Aufgabe einer inklusiven Kulturpolitik", erklärte Zimmermann.

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Fazit

Lagos BiennaleKulturelle Zwänge hinter sich lassen
Eine Perfomance des Künstlers Tito Aderemi-Ibitola (Hakeem Jimo)

Auf dem Gelände eines Eisenbahnschuppens für Dampflokomotiven im nigerianischen Lagos findet die erste Kunst-Biennale Lagos statt. 37 Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt zeigen ihre sehr politischen und gesellschaftkritischen Werke.Mehr

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