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Konzert / Archiv | Beitrag vom 15.12.2015

Händels "Messias" mit der Deutschen RadiophilharmonieEin Erlöser für alle

Aufzeichnung aus Saarbrücken

Die Sopranistin Johanna Winkel (Tatjana Dachsel/Website Johanna Winkel)
Die Sopranistin Johanna Winkel singt eine Solopartie im "Messias" (Tatjana Dachsel/Website Johanna Winkel)

Das zweitbeliebteste "Weihnachtsoratorium" ist Händels Messias - in einer aktuellen Aufnahme mit renommierten Solisten wie Johanna Winkel, Gerhild Romberger, Ian Bostridge und Alastaire Miles unter Leitung des Alte-Musik-Fachmanns Andreas Spering ist dieses Werk hier zu erleben.

Händel statt Brahms und Schostakowitsch – das ist die Folge einer leider kurzfristig notwendig gewordenen Programmänderung am 15. Dezember. Der hochkarätige Ersatz für eine Aufnahme mit dem Pianisten Emanuel Ax und dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin ist eines der berühmtesten und populärsten Oratorien der Musikgeschichte, Georg Friedrich Händels "Messiah", in einem Mitschnitt aus Saarbrücken.

Gerade einmal drei Wochen brauchte Händel im Sommer 1741, um sein Oratorium "Messiah" zu schreiben. Am 13. April 1742 wurde das Oratorium erstmals aufgeführt – nicht in London, sondern in Dublin. Die Passionszeit ist bis heute die Hochsaison für Händels populäres Werk, aber schon bald gab es auch verstärkt Aufführungen zum Advent. An diese Tradition knüpft also auch die Aufführung in der Congresshalle in Saarbrücken an, die am vergangenen Sonntag, dem dritten Advent, stattfand.

Ein geistliches Oratorium in einer Congresshalle? Der religiöse Charakter dieses Werks ist unverkennbar. Händel und sein Textdichter Charles Jennens (mit dem er schon mehrere Oratorien und Opern konzipiert hatte) erzählen das Leben des Messias auf der Basis von Bibelversen, aber in neuer, dramaturgisch geschärfter Form. Von der Verheißung des Messias im Alten Testament über die Geburt, die Passion und die Himmelfahrt bis zur Erlösung der Menschheit reicht der Spannungsbogen. Über seinen geistlich-religiösen Gehalt hinaus ist gerade dieses Oratorium aber seit langem auch in der säkularen Sphäre zu Hause. Das berühmte "Hallelujah" ist seit dem19. Jahrhundert so manches Mal auch zu höchst weltlichen Zwecken gesungen worden. So ist "Messiah" also ein Werk, dessen musikalischer Reichtum Hörer jeglicher Provenienz packt und in Bann zieht.

Die Aufführung in Saarbrücken bringt das Werk in einer gekürzten Fassung in der Originalsprache Englisch auf die Bühne und wartet mit einer hochkarätigen Besetzung auf. Das Solistenquartett besteht aus Johanna Winkel, Sopran, Gerhild Romberger, Alt, Ian Bostridge, Tenor, und Alastaire Miles, Bass. Der NDR Chor und die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern werden geleitet von dem Alte-Musik-Spezialisten Andreas Spering.

Das eigentlich geplante Konzert mit dem Pianisten Emanuel Ax und dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Tugan Sokhiev werden wir später senden.

Congresshalle Saarbrücken
Aufzeichnung vom 11. Dezember 2015

Georg Friedrich Händel
"Messiah" Oratorium in drei Teilen für Soli, Chor und Orchester HWV 56 (gekürzte Fassung)

Johanna Winkel, Sopran
Gerhild Romberger, Alt
Ian Bostridge, Tenor
Alastaire Miles, Bass
Deutsche Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern
NDR Chor
Leitung: Andreas Spering

 

Konzert

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