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Donnerstag, 22.02.2018
 
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Kulturnachrichten

Montag, 22. Januar 2018

H&M erhält Nachhilfe aus Südafrika

Gegen ein Werbeplakat des Unternehmens gibt es Demonstrationen

Der schwedische Textil-Großhändler H&M erhält nach dem jüngsten Werbeskandal und Rassismusvorwürfen kultursensiblen Unterricht in Südafrika. Lokale Bürgerrechtsaktivisten sollen die Mitarbeiter für die Belange der schwarzen Bevölkerung schulen. Das berichten südafrikanische Medien. In Südafrika war es zuletzt zu gewalttätigen Protesten gegen das Bekleidungsunternehmen gekommen; mehrere Läden der Handelskette wurden von Aktivisten zerstört. 70 Anhänger der linksradikalen Partei "Wirtschaftliche Freiheitskämpfer" demonstrierten am Sonntag vor einem H&M-Shop in Durban. Die Partei wirft dem Unternehmen vor, keine Konsequenzen aus dem jüngsten Werbeskandal gezogen zu haben. Weltweit wurde H&M für seine Anzeige kritisiert, die einen schwarzen Jungen in Kapuzenpullover mit der Aufschrift "Coolster Affe im Dschungel" zeigte. Der Konzern entfernte die Werbung von seiner Website und entschuldigte sich.

Dieter Wedel: Ermittlungen wegen Verdachts einer Sexualstraftat

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen den Regisseur

Es gehe um den Anfangsverdacht einer möglicherweise nicht verjährten Sexualstraftat, sagte eine Behördensprecherin. Am selben Tag hatte Wedel bekannt gegeben, als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele zurückzutreten. Nach Angaben seiner Sprecherin habe Wedel eine Herzattacke erlitten und liege im Krankenhaus. In seiner persönlichen Erklärung heißt es, die Anfeindungen gegen ihn hätten "ein für meine Gesundheit und natürlich auch für meine Familie erträgliches Maß weit überschritten". Er wolle die Festspiele "aus der diffamierenden Diskussion um meine Person heraushalten". Ausgangspunkt für die Ermittlungen sei, so die Sprecherin der Münchener Staatsanwaltschaft, ein Bericht im "Zeit-Magazin". Dort hatten am 3. Januar drei Ex-Schauspielerinnen Wedel beschuldigt, er habe sie in den 90er Jahren sexuell bedrängt. Eine bezichtigt ihn dabei der Vergewaltigung. Wedel, der zu den bekanntesten deutschen Regisseuren zählt, hatte den Vorwürfen per eidesstattlicher Erklärung widersprochen. Die von den Schauspielerinnen geschilderten Übergriffe sollen vor mehr als zwei Jahrzehnten stattgefunden haben.

Neue Leiterin für Haus der Weimarer Republik

Anne Meinzenbach soll nationalen Erinnerungsort schaffen

Anne Meinzenbach ist die Leiterin des künftigen Hauses der Weimarer Republik in Weimar. Die Museologin, Kulturwissenschaftlerin und Historikerin soll bis zum 100jährigen Jubiläum der Weimarer Nationalversammlung im kommenden Jahr einen nationalen Erinnerungsort der ersten deutschen Demokratie schaffen. Meinzenbach hat in der Vergangenheit u.a. die sehr erfolgreichen „Porzellanwelten auf der Leuchtenburg bei Kahla gestaltet. Das Haus der Weimarer Republik wird in das klassizistische Kulissenhaus gegenüber dem Deutschen Nationaltheater einziehen, das bis vor kurzem das Weimarer Bauhausmuseum beherbergt hat. Das Haus soll Dauer- und Wechselausstellungen beherbergen und auch zu einem Ort der lebendigen historisch-politischen Bildung werden. Der Bund unterstützt das Projekt mit drei Millionen Euro.

Stiftung gibt Werke aus Oppenheim-Sammlung zurück

Fünf Werke wurden zurück gekauft

Aus der Sammlung Margarete Oppenheims (1857-1935) sind in Berliner Museen elf Kunstwerke identifiziert und an die rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben worden. Wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin erklärte, gelangten die Werke auf unterschiedliche Weise ins Kunstgewerbemuseum und in die Skulpturensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin. Für alle elf Werke sei mittlerweile eine faire und gerechte Lösung auf Basis der "Washingtoner Erklärung" gefunden worden. Fünf wurden von der Stiftung zurückerworben. Margarete Oppenheim besaß eine der größten und wertvollsten Kunstsammlungen Deutschlands.

Nicole Kidman gewinnt erstmals SAG-Award

US-Schauspielerin für Rolle in "Big Little Lies" ausgezeichnet

Nach zehn Nominierungen hat Nicole Kidman zum ersten Mal den begehrten SAG-Award gewonnen. Die US-Schauspielerin wurde für ihre Darstellung in der TV-Serie "Big Little Lies" ausgezeichnet. Darin geht es um eine Beziehung, in der der Mann regelmäßig körperliche Gewalt gegen die Frau anwendet. In ihrer Dankesrede sagte die 50-Jährige, sich angesichts ihres Alters besonders über den Preis zu freuen. Früher sei man damit in Hollywood als zu alt für Hauptrollen betrachtet worden. Auch Kidmans Filmpartner Alexander Skarsgard erhielt für seine Rolle in "Big Little Lies" einen Preis. Das Rachedrama "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" wurde gleich dreimal mit der begehrten Trophäe der Schauspieler-Gewerkschaft "Screen Actors Guild" ausgezeichnet: Frances McDormand wurde als beste Hauptdarstellerin, Sam Rockwell als bester Nebendarsteller geehrt. Außerdem wurde der US-Film für die beste Besetzung ausgezeichnet. Morgan Freeman nahm den SAG-Award für sein Lebenswerk entgegen. Im Zeichen der #MeToo-Debatte präsentierten in diesem Jahr fast nur Frauen die Auszeichnungen, Schauspielerin Kristen Bell moderierte die Gala.

Filmfestival Max Ophüls Preis beginnt

Ehrenpreis geht an Doris Dörrie

Heute startet die 39. Ausgabe des Filmfestivals Max Ophüls Preis in Saarbrücken. Junge deutschsprachige Filmemacher konkurrieren im Wettbewerb mit 62 Filmen um 16 Preise im Gesamtwert von 113.500 Euro. Erstmals wird der Preis für den besten Schauspieler oder die beste Schauspielerin nicht mehr nach Geschlecht unterschieden. Die Auszeichnung geht vielmehr an die beste Haupt- und Nebenrolle. Den Ehrenpreis erhält in diesem Jahr die Regisseurin Doris Dörrie. Als Ehrengast wird Schauspiellegende Mario Adorf erwartet. Der Max Ophüls Preis gilt als eines der bedeutendsten Filmfestivals für Nachwuchsfilmer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg. Benannt ist es nach dem in Saarbrücken geborenen Regisseur Max Ophüls (1902-1957).

Abschied von Cranberries-Sängerin O'Riordan

Beerdigung findet am Dienstag statt

Tausende von Menschen haben im irischen Limerick von der kürzlich gestorbenen Cranberries-Sängerin Dolores O'Riordan Abschied genommen. Der Sarg der Frontfrau der irischen Rockband war in einer Kirche in der Hafenstadt aufgebahrt. Die Menschen warteten in Schlangen vor dem Gotteshaus. O'Riordans Mutter und sechs Geschwister waren in der Kirche anwesend, wie der irische Sender RTÉ berichtete. Am Dienstag wird die Sängerin in ihrem Geburtsort Ballybricken bei Limerick neben ihrem Vater beerdigt. O'Riordan, die zeitweise unter psychischen Problemen litt, war vor einer Woche überraschend im Alter von 46 Jahren in einem Londoner Hotelzimmer gestorben. Die Todesursache ist noch nicht bekannt gegeben worden. Der größte Hit der Sängerin war "Zombie", in dem es um den jahrzehntelangen blutigen Nordirlandkonflikt ging.

Hedi Slimane wird Chef von Modelabel Céline

Slimane folgt auf die britische Designerin Phoebe Philo

Der französische Designer und Fotograf Hedi Slimane wird ab Februar die kreative Leitung des Modehauses Céline übernehmen. Dies kündigte der Luxus-Konzern LVMH, zu dem Céline gehört, an. Der 49-jährige Slimane hatte von 2012-2016 die kreative Leitung des Modehauses Yves Saint Laurent inne, zuvor war er von 2000 bis 2007 Chefdesigner bei Dior Homme. Er folgt bei Celine auf die britische Designerin Phoebe Philo. Unter Slimane soll das Label, das bislang vor allem für Damenmode und Leder-Accessoires bekannt ist, auch eine Herren- und Couturekollektion bekommen. Ein Parfüm werde es ebenfalls geben, so LVMH. Der in Paris geborene Slimane veröffentlichte auch mehrere Fotografie-Bände, für die er Mode oder Rockstars ablichtete.

documenta bleibt gemeinnützig

Bessere Ausstattung der Kunstschau werde geprüft

Die Weltkunstausstellung documenta wird auch in Zukunft ein gemeinnütziges Unternehmen bleiben. Dies gab Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle bekannt. Es werde zudem geprüft, wie das als gemeinnützige GmbH aufgestellte Unternehmen finanziell, organisatorisch und personell besser ausgestattet werden könne. Geselle ist auch Aufsichtsratsvorsitzender der documenta gGmbH, Gesellschafter sind die Stadt Kassel und das Land Hessen. Die documenta 14 im vergangenen Jahr hatte einen Gesamtetat von 34 Millionen Euro. Vor allem bedingt durch den zweiten Standort Athen war ein Defizit von voraussichtlich 5,4 Millionen Euro entstanden.

Can Dündar hat Hamburger Lessingtage eröffnet

9. Ausgabe steht unter dem Motto "Demokratie und ihre aktuelle Gefährdung"

Der im deutschen Exil lebende türkische Journalist, Dokumentarfilmer und Autor Can Dündar hat die Lessingtage des Hamburger Thalia Theaters eröffnet. "Die Grenze verläuft heute nicht zwischen Türken und Deutschen", sagte Dündar vor etwa 1000 Zuhörern im Thalia Theater, "sondern zwischen Türken und Deutschen, die die Demokratie unterstützen und denen, die den Faschismus unterstützen". In einer Welt voller Diktatoren, Extremisten und anderer Verwerfungen reiche es nicht, alle vier Jahre zur Wahl zu gehen und die Dinge national zu sehen. Vielmehr müssten die Bürger sich informieren und sich einmischen können und beides auch tun - nicht zuletzt mittels unabhängiger Medien. Die neunte Ausgabe des Theaterfestivals Lessingtage bietet bis 4. Februar unter dem Motto "Demokratie und ihre aktuelle Gefährdung" Aufführungen aus Frankreich, Griechenland, Ungarn, Polen, Österreich und Berlin sowie Eigenproduktionen des Thalia Theaters. Prominente Interpreten sind etwa Nina Hoss und Joachim Meyerhoff.

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