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Kulturnachrichten

Montag, 19. Juni 2017

Große Mehrheit will Gesetze gegen Fake News

Ergebnis einer Umfrage im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW

86 Prozent der Menschen in Deutschland befürworten Gesetze gegen gezielte Falschnachrichten. Repräsentativ befragte dazu das Forsa-Institut mehr als 1000 Onlinenutzer im ganzen Land. Facebook und andere Social-Media-Plattformen sollten zur rascheren Löschung von Falschnachrichten gezwungen werden. Nur acht Prozent vertraten die Ansicht, Fake News gehörten zur Meinungsfreiheit. Eine deutliche Mehrheit von 61 Prozent hält gezielte Falschnachrichten für demokratiegefährdend. Von der Mehrheit gewünscht: Dass Internetnutzer Falschnachrichten selbst als solche kennzeichnen können.

Hengelbrock verlässt NDR Elbphilharmonie Orchester

Vertrag wird über Spielzeit 2018/19 hinaus nicht verlängert

Der Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters, Thomas Hengelbrock, wird seinen Vertrag über die Saison 2018/19 hinaus nicht verlängern. Nach dann acht Jahren an der Spitze des Residenzorchesters der Elbphilharmonie wolle er wieder mehr Zeit haben, um sich intensiver anderen künstlerischen Herausforderungen widmen zu können, teilte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) in Hamburg mit. Er werde dem NDR jedoch auch nach 2019 weiterhin regelmäßig für spezielle Konzertprojekte zur Verfügung stehen. Am 11. Januar 2017 hatte Hengelbrock mit einem Konzert das spektakuläre Hamburger Konzerthaus eröffnet.

Goethe-Medaille 2017 für drei mutige Frauen

Ausgezeichnet werden Urvashi Butalia, Emily Nasrallah und Irina Scherbakowa

"Sprache ist der Schlüssel": Unter diesem Motto steht in diesem Jahr die Verleihung der Goethe-Medaille, das offizielle Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland für Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben. Am 28. August erhalten in Weimar die indische Verlegerin Urvashi Butalia, die libanesische Schriftstellerin Emily Nasrallah und die russische Bürgerrechtlerin Irina Scherbakowa die Auszeichnung. Mit ihnen, so Goethe-Präsident Klaus-Dieter Lehmann, werden drei Persönlichkeiten geehrt, die mutig Stellung beziehen zu Tabuthemen in ihren Gesellschaften - von Gewalt gegen Frauen bis zur Erinnerungspolitik. Urvashi Butalia engagiert sich seit über vierzig Jahren dafür, marginalisierten Gesellschaftsgruppen in Indien eine Stimme zu geben. Als feministische Verlegerin setzt sie sich für einen Wandel der indischen Gesetzgebung zu Vergewaltigung und Mitgift ein. Emily Nasrallah gehört zu den bekanntesten Schriftstellerinnen der arabischen Welt. In ihren Texten für Erwachsene und Kinder hat sie eine poetische Sprache gefunden, um den Alltag im vom Bürgerkrieg gezeichneten Libanon zu beschreiben. Irina Scherbakowa setzt sich seit Jahrzehnten dafür ein, über die Repressionspolitik der ehemaligen Sowjetunion aufzuklären. Sie war 1988 Gründungsmitglied der ersten sowjetischen Nichtregierungsorganisation "Memorial". Die Goethe-Medaille wurde 1954 vom Vorstand des Goethe-Instituts gestiftet und 1975 von der Bundesrepublik Deutschland als offizielles Ehrenzeichen anerkannt.

Magdeburger Online-Portal zur Provenienzforschung

Service des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste ab sofort abrufbar

Ergebnisse der seit 2008 aus öffentlichen Mitteln geförderten Projekte der Provenienzforschung zu NS-Raubgut in deutschen Einrichtungen sind jetzt online einsehbar. Zu recherchieren sind vornehmlich die Bestände von Museen, Bibliotheken und Archiven. D Stiftungsratsvorsitzende, Kulturstaatsministerin Monika Grütters, erklärte: „Damit stellt das Zentrum nicht nur größere Transparenz her, sondern löst auch die Forderung ein, die Arbeitsergebnisse aus beinahe 10 Jahren öffentlicher Projektförderung im Interesse der Opfer des NS-Kulturgutraubs und deren Nachfahren zur Verfügung zu stellen. Außerdem wird die Forschung zu NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgütern hierdurch deutlich gestärkt." Zunächst kann auf 95 Abschlussberichte zugegriffen werden, deren Veröffentlichung die Projektträger zugestimmt haben. Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist der Zugang zum Portal auf Nutzerinnen und Nutzer mit einem berechtigten Interesse beschränkt.

"Fakultät der Theologien" auf der Kippe

Gründungsbeauftragter Michael Borgolte kritisiert "überhitzte Debatte"

Die für eine "Fakultät der Theologien" an der Humboldt-Universität in Berlin von einer Kommission vorgelegten Empfehlungen für eine wissenschaftliche Kooperation von Protestanten, Katholiken, Muslimen und Juden unter einem Dach, wird immer unwahrscheinlicher. Dem "Tagesspiegel" sagte Gründungsbeauftragter Borgolte, das Für und Wider erschwere es, "die offenen Fragen um das neue Institut zu lösen". Auf Anfrage bestätigte Kommissionsmitglied Rolf Schieder der KNA, dass es im Fakultätsrat und dem Professorenkollegium der evangelischen Theologen der HU keinen Konsens über die Empfehlungen gebe. Die Kommission räumt ein, dass es bei der Verlegung bzw. Zusammenlegung "hochschulrechtlichen Klärungsbedarf" gebe. Ins Zentrum der Debatte rückt unterdessen die Besetzung des Beirats, der beim Institut in religiös relevanten Fragen mitentscheidet. Borgolte erklärte, dass der Berliner Senat die Sitze mehrheitlich konservativen muslimischen Verbänden zuerkannt hat. Ein Motiv zur Institutsgründung ist das Ziel, dass Imame und Religionslehrer eine wissenschaftliche Ausbildung nach
deutschen Standards erhalten.

Vor Bundestagswahl: Deutsche Bands für Demokratie

Initiatorin der Internetplattform "Demotapes" ist Anne de Wolff

Vor der Wahl am 24. September machen sich Musiker in Deutschland für die Demokratie stark. "Es kommen härtere Tage. Zu vieles ist aus den Fugen geraten, in der Welt wie auch vor der eigenen Haustür. Angesichts all der verstörenden Nachrichten, düsteren Aussichten und ramponierten Hoffnungen wird es Zeit, politisch Stellung zu beziehen. Gerade im Wahljahr 2017", heißt es über das Projekt "Demotapes". Den Auftakt macht BAP-Chef Wolfgang Niedecken. Für die Initiative wurde die "Kristallnaach" erstmals auf Hochdeutsch eingespielt. In dem Song von 1982 geht es um aufkeimendem Neonazis, Homophobie und Rassismus. Zum Start sind unter anderem auch Tonbandgerät, von Brücken, Henning Wehland oder Pohlmann mit dabei. Die Initiatoren wollen zudem, dass "junge Nachwuchs-Musiker uns ihre Songs und Videos schicken".

Deutscher Sprachpreis erstmals für Übersetzerin

Rosemarie Tietze erhält die Auszeichnung am 29. September

Sie ist diplomierte Übersetzerin und Dolmetscherin. Sie war Redakteurin der Zeitschrift "Der Übersetzer", setzte sich 1997 für die Gründung des Deutschen Übersetzerfonds ein, den sie bis 2009 leitete. Sie bildete am Europäischen-Übersetzer-Kollegium in Straelen den Nachwuchs fort, Für ihre Übersetzungen russischer Literatur wurde sie mehrfach ausgezeichnet: Rosemarie Tietze. Nun erhält den Deutschen Sprachpreis 2017 der Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache. Die Auszeichnung wird seit 1984 vergeben. Die Laudatio in Weimar wird die Schriftstellerin Katja Lange-Müller halten.

"Icecool" ist das Kinderspiel des Jahres

Das Geschicklichkeitsspiel kommt aus Lettland

160 Spiele wurden in Kindergärten, Schulen und Familien getestet: Das Geschicklichkeitsspiel "Icecool" machte das Rennen. Das gab der Verein "Spiel des Jahres" bekannt. Es überzeuge mit einer originellen Geschichte und eindrucksvoller Ausstattung sowie detailverliebten Illustrationen, urteilte die Jury. Mit geschickten Fingerübungen müssen die Spieler ab sechs Jahren bunte Pinguin-Figuren über ein 3D-Spielfeld bewegen. Die Auszeichnung wurde zum 17. Mal vergeben.

Assange soll sich mit britischen Behörden treffen

Fünfter Jahrestag von Assanges Flucht in die Botschaft

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat laut einem Medienbericht einen geplanten Auftritt in London wegen eines "unmittelbar bevorstehenden" Treffens mit britischen Behörden verschoben. Assange habe die Entscheidung auf Anraten seines Rechtsbeistands getroffen, meldete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Kreise. Assange wollte ursprünglich am Montagnachmittag zum fünften Jahrestag seiner Flucht in die Botschaft Ecuadors vom Balkon der Vertretung sprechen und hatte dafür eine "besondere Ankündigung" in Aussicht gestellt. Er hoffe, dass es für ihn bald eine Lösung geben werde, sagte Assange zuvor der PA. Der 45-jährige Australier war in die Botschaft geflüchtet, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Das Land hat die Ermittlungen gegen ihn inzwischen zwar eingestellt, die britischen Behörden erklärten aber, dass sie ihn wegen anderer Vergehen beim Verlassen der Botschaft trotzdem festnehmen würden. Assange erklärt, er befürchte am Ende eine Auslieferung in die USA, weil er brisante Dokumente veröffnetlich hatte.

Google will mit KI gegen Terror-Inhalte einsetzen

Der Konzern folgt der Ankündigung von Facebook

Künstliche Intelligenz im Kampf gegen Terror: Auch Google will diese Möglichkeit verstärkt nutzen. Dafür werde der Internet-Konzern mehr Entwickler und seine modernste Technologie bei selbstlernenden Maschinen einsetzen, heißt es. Gleichzeitig sollen verstärkt Experten zu Rate gezogen werden. Google setzt dabei auf "Trusted Flagger", das sind Einzelpersonen und Organisationen, denen Google vertraut, wenn sie anstößige oder rechtswidrige Inhalte anzeigen. Das können auch Strafverfolgungsbehörden sein. In Deutschland gehören das staatliche jugendschutz.net sowie der Verein Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter zu den "Trusted Flaggern".

"Cars 3" an der Spitze der US-Kinocharts

"Wonder Woman" auf den zweiten Platz abgedrängt

Die sprechenden Autos von "Cars 3" sind am Wochenende an die Spitze der nordamerikanischen Kinocharts geprescht. Die Fortsetzung aus der Animationsschmiede Pixar spielte nach Schätzungen am Sonntag gut 53 Millionen Dollar (47 Millionen Euros) ein. "Cars 3" soll Ende September in Deutschland anlaufen. Nach zwei Wochen auf dem Spitzenplatz rutschte "Wonder Woman" auf den zweiten Rang ab. "All Eyez on Me", ein Biopic über den Gangsterrapper Tupac Shakur, legte mit rund 27 Millionen Dollar auf Platz Drei einen überraschend guten Start hin. Auf den weiteren Plätzen folgen Tom Cruise in dem Actionfilm "Die Mumie" (knapp 14 Millionen Dollar) und Mandy Moore in dem Haifisch-Thriller "47 Meters Down", der an seinem Startwochenende 11 Millionen Dollar einspielte.

Art Basel meldet zum Abschluss starke Verkäufe

"Wir hatten die erfolgreichste Art Basel aller Zeiten"

Die bedeutendste Kunstmesse der Welt in Basel ist zu Ende gegangen - nach Angaben der Veranstalter mit außergewöhnlich starken Verkäufen. Ein Gesamtergebnis gibt die Messeleitung nicht bekannt, da nicht alle Galerien ihre Verkäufe melden. In den sechs Tagen wechselten Hunderte Kunstwerke den Besitzer, einzelne Werke mit einem Wert von bis zu 15 Millionen Euro. "Wir hatten die erfolgreichste Art Basel aller Zeiten", werden sowohl Galerist Dominique Lévy, von Lévy Gorvy aus New York als auch Marc Payot von Hauser & Wirth in Zürich zitiert. Insgesamt kamen rund 95 000 Besucher aus mehr als 100 Ländern. Fast 300 Galerien präsentierten Gemälde, Skulpturen, Fotografien und Installationen aus den vergangenen zwölf Jahrzehnten von rund 4000 Künstlern.

Abschied von Sir Jeffrey Tate 

"Großartiger Mensch und Künstler"

Mit einem bewegenden Konzert haben die Symphoniker Hamburg in der Laeiszhalle Abschied von ihrem Chefdirigenten Sir Jeffrey Tate genommen. Der gebürtige Engländer, der das Orchester seit 2009 leitete, war am 2. Juni mit 74 Jahren in Italien an einem Herzinfarkt gestorben. "Musiker, Freund und Partner. Das ist die Quintessenz dessen, was Jeffrey Tate für uns alle war", sagte Burkhard Schwenker, Aufsichtsratsvorsitzender der Symphoniker Hamburg. Tate sei ein "großartiger Mensch und Künstler" gewesen, der die Musikwelt bewegt habe und die Symphoniker Hamburg zu dem gemacht habe, was sie heute sind. Intendant Daniel Kühnel hielt eine sehr persönliche und bewegende Trauerrede und würdigte Tate als Menschen, "dem alle Herzen ins Reine folgten". Auf dem Programm standen Franz Schuberts "Unvollendete", Gustav Mahlers "Neunte" (4. Satz Adagio) und das Finale von Johann Sebastian Bachs "h-Moll-Messe". Die Leitung des Konzerts übernahm Ion Marin, Erster Gastdirigent der Symphoniker Hamburg.

Mülheimer Dramatikerpreis an Anne Lepper

Preis gilt als eine der begehrtesten Theaterauszeichnungen im deutschsprachigen Raum

Grotesk, surreal und komisch - Die Bühnen- und Hörspielautorin Anne Lepper ist am Sonntag für ihr Stück "Mädchen in Not" in der Inszenierung des Nationaltheaters Mannheim mit dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wurde der Autorin im Rahmen des Mülheimer Theaterfestivals "Stücke" überreicht. Lepper sei "eine wirkliche Entdeckung", sagte Jurymitglied Kathrin Röggla, Vizepräsidentin der Berliner Akademie der Künste. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der Virtuosität, mit der Lepper auf literarische Vorbilder wie Ibsen oder E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann" anspielt. Lepper schreibe in einer Comic-artigen Sprache, nahezu ohne Satzzeichen. Der Publikumspreis des Mülheimer Theaterfestivals "Stücke" ging an Konstantin Küspert für sein Stück "europa verteidigen" mit dem ETA Hoffmann Theater Bamberg. Bei den Mülheimer Theatertagen werden seit 1976 jährlich sieben bis acht Theaterstücke gezeigt, die um den Mülheimer Dramatikerpreis konkurrieren.

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