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Kulturnachrichten

Freitag, 8. September 2017

Gomringer lehnt Übermalung seines Gedichts ab

"avenidas" wurde als sexistisch und partriarchalisch kritisiert

In der Debatte um ein angeblich sexistisches Gedicht an der Fassade einer Berliner Hochschule meldet sich jetzt der Dichter selbst zu Wort. Eugen Gomringer sagte, er neige im Moment nicht dazu nachzugeben. Anlass der Diskussion ist Gomringer Gedicht "avenidas" an der Alice Solomon Hochschule in Berlin-Hellersdorf. Die Fassade soll neu gestaltet werden, nachdem Studierende das dort angebrachte Gedicht als sexistisch und partriarchalisch kritisiert hatten.

Raif Badawi Award für Ahmet Sik

Stellvertretend für alle Journalisten, die in türkischen Gefängnissen sitzen

Der türkische Journalist Ahmet Sik erhält den "Raif Badawi Award 2017 for courageous journalists". Damit wird der seit Ende 2016 in der Türkei inhaftierte Investigativ-Reporter "als Mann klarer Worte" ausgezeichnet. Sik erhält den Preis stellvertretend für alle Journalisten, die in türkischen Gefängnissen sitzen. Sik schreibt unter anderem für die regierungskristische Zeitung "Cumhuriyet". Ihm wird vorgeworfen, Terror-Propaganda verbreitet und staatliche Organe beleidigt zu haben. Die Friedrich-Naumann-Stiftung vergibt den undotierten Preis, der an den inhaftierten saudischen Blogger Raif Badawi erinnert, am 11. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse.

Schriftstellerin Juli Zeh appelliert an Europa

"Sonst können wir den Laden dicht machen"

Die Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh hat sich in die Debatte um die Verteilung von Flüchtlingen in Europa eingeschaltet. Nach der Ankündigung Ungarns, auch nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs keine Flüchtlinge aufzunehmen, warnte Zeh die Europäische Union vor Nachlässigkeit. Es dürfe nicht einreißen, dass Gesetze und Urteile der EU nicht mehr gelten, sagte Zeh im Deutschlandfunk. Bei allem Wunsch, das Staatliche zu verachten, müssten wir anerkennen, "dass die meisten Gesetze äußerst sinnvoll sind zur Regelung unseres Zusammenseins und ich hoffe jedenfalls, dass auch Positives gelernt wurde aus einer gewissen Flapsigkeit im Umgang mit dem Europäischen Recht in der Vergangenheit. Und ich wäre sehr dafür, dass wir uns gerade in diesen Zeiten eigentlich permanenter Krisen aufraffen, uns umso stärker an die Gesetze zu halten, sonst können wir den Laden einfach dicht machen."

Asli Erdogan kann doch nach Osnabrück

Am 22. September bekommt sie dort den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis

Die türkische Journalistin und Schriftstellerin Asli Erdogan kann doch zur Verleihung des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises am 22. September nach Osnabrück kommen. Die Autorin habe überraschend ihren Reisepass zurückerhalten, so dass sie die Türkei verlassen könne, teilte die Stadt Osnabrück mit. Dafür hatte sich unter anderem der Börsenverein des Deutschen Buchhandels eingesetzt. In einem Brief hatte er die türkische Regierung aufgefordert, die Repressalien gegen die Autorin zu beenden. Asli Erdogan war im August 2016 nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei zusammen mit weiteren Journalisten verhaftet worden. Sie wurde im Dezember unter Auflagen entlassen. Allerdings behielten die Behörden ihren Reisepass ein. Sie hatte deshalb vor einigen Tagen ihr Kommen abgesagt und angekündigt, lediglich per Live-Schaltung an der Verleihung teilzunehmen.

Deutscher Jazzpreis für Saxofonistin Angelika Niescier

Der Albert-Mangelsdorff-Preis ist mit 15 000 Euro dotiert

Die Kölner Saxofonistin und Komponistin Angelika Niescier wird mit dem Deutschen Jazzpreis ausgezeichnet. Die 1970 in Polen geborene Musikerin sei mit ihrer enormen Vielseitigkeit seit vielen Jahren eine der interessantesten Figuren der europäischen Jazzszene, teilte die Union Deutscher Jazzmusiker in Berlin mit. Der Verband will den nach dem Posaunisten Albert Mangelsdorff benannten Preis am 3. November im Rahmen des Jazzfest Berlin verleihen. Er ist mit 15 000 Euro dotiert und gilt als wichtigste Auszeichnung für Jazz im deutschsprachigen Raum.

Soziales Netzwerk StudiVZ ist pleite

StudiVZ war mal größtes Freundes-Netzwerk

Der einstige Facebook-Konkurrent StudiVZ ist bankrott. Die Firma Poolworks, die hinter dem ehemals größten deutschen Freunde-Netzwerk steht, meldete beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Jesko Stark bestellt. Poolworks wie auch Stark waren zunächst nicht zu erreichen. Das Online-Magazin "Gründerszene" hatte zuerst von der Pleite erfahren. "Gründerszene" gegenüber zeigte sich Stark zuversichtlich, dass der Betrieb mit derzeit sieben Mitarbeitern fortgeführt werden kann. Poolworks spricht auf seiner Internetseite von zehn Millionen Menschen, die bei den VZ Netzwerken angemeldet sind. Facebook wird monatlich von mehr als zwei Milliarden Menschen genutzt.

Yves Saint Laurents Gefährte Pierre Bergé ist tot

Bis zuletzt arbeitete er an der Eröffnung zweier Museen

Der französische Geschäftsmann und Kunstsammler Pierre Bergé, ehemaliger Lebensgefährte des Modedesigners Yves Saint Laurent, ist tot. Der 86-Jährige sei in seinem Haus in der Provence an den Folgen einer langen Krankheit gestorben, teilte die Stiftung Pierre Bergé - Yves Saint Laurent mit. Bergé hatte den 2008 gestorbenen Saint Laurent über Jahrzehnte als Lebensgefährte, Manager und Vertrauensperson begleitet. Gemeinsam gründeten die beiden 1961 das berühmte Modehaus, das den Namen des Designers trägt. Zuletzt hatte Bergé an der für Oktober geplanten Eröffnung zweier Museen in Paris und Marrakesch gearbeitet. Sie sollen einen Teil der rund 5000 Kreationen und unzähligen Skizzen des Modeschöpfers Saint Laurent zeigen. Bergé war auch Mitbesitzer der renommierten Tageszeitung "Le Monde".

"Vanity Fair": Chefredakteur Carter geht nach 25 Jahren

Nachfolge noch ungeklärt

Graydon Carter, Chefredakteur des amerikanischen Magazins "Vanity Fair", wird im Dezember nach 25 Jahren sein Amt abgeben. In einem Interview mit der "New York Times" sagte der 68-jährige, er wolle zurücktreten, solange seine Zeitschrift noch so an der Spitze stehe wie derzeit. Über seine Nachfolge wollte er sich nicht konkret äußern. Das US-Monatsmagazin berichtet über Hollywood, Entertainment, Mode und Gesellschaft, aber auch über Politik. Carter prägte einst den Begriff, Donald Trump sei ein vulgärer Mensch mit kurzen Fingern (short-fingered vulgarian). Laut "Times" hatte Carter früher gehen wollen, sich aber dann entschieden, seinen langen Streit mit dem heutigen US-Präsidenten noch eine Weile fortzuführen.

Mexikanischer Künstler baut Mauer mitten in New York

Ersten Stein entfernte der Bürgermeister

Aus Protest gegen US-Präsident Donald Trump hat ein mexikanischer Künstler mitten in New York eine temporäre Mauer gebaut. Passanten durften die Ziegelsteine der Installation im Washington Square Park entfernen und mitnehmen. Der Künstler Bosco Sodi hatte sich nach Trumps Amtsantritt zu dem Projekt entschlossen. Im Gegensatz zu Trumps Mauerbau-Plänen an der mexikanischen Grenze habe er zeigen wollen, "wie Menschen, wenn sie zusammenkommen, jede Mauer einreißen können - sei sie mental, politisch oder psychologisch". Die 1600 Ziegel der zwei Meter hohen und acht Meter langen Kunstinstallation wurden in Mexiko handgefertigt und tragen die Signatur des Künstlers. Den ersten Stein entfernte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio.

Ganz New York schaut einen Film

Aktion will Gemeinschaftssinn der Einwohner fördern

Ein Film für ganz New York: Die Bewohner der Millionenmetropole sind zu einem stadtweiten gemeinsamen Kinobesuch eingeladen. Tausende Menschen stimmten zuvor im Internet über den Film ab. Aus fünf Angeboten gewann "Crooklyn" vom in New York lebenden Regisseur Spike Lee. Am kommenden Mittwoch wird der Film kostenlos in dutzenden Parks, Gemeindezentren und Kinos gezeigt. Mit der "One Film, One New York" will Bürgermeister Bill de Blasio den Gemeinschaftssinn der mehr als acht Millionen Einwohner der Stadt fördern.

Deutscher Radiopreis in Hamburg vergeben

Veranstalter melden Bewerberrekord mit 381 Beiträgen

Bei der Verleihung des Deutschen Radiopreises die besten Radiomacher und Hörfunkproduktionen ausgezeichnet worden. In der Kategorie "Bestes Interview" gewann die Sendung "Die blaue Couch" des Senders Bayern 1. Die Jury befand, es sei Moderatorin Gabi Fischer in dem prämierten Interview mit TV-Moderator Rudi Cerne gelungen, ihrem Gast "nahe zu kommen, ohne ihm zu nahe zu treten und zu unterhalten, ohne auch nur eine Minute oberflächlich zu werden". Wolfgang Leikermoser von Antenne Bayern ist Preisträger in der Kategorie "Bester Moderator". Günther Jauch lobte den Rundfunk in seiner Laudatio für die "Beste Reportage". "Im Radio wird noch improvisiert, da kommt es auf die Texte an", sagte Jauch. Den Preis erhielt Susann Krieger vom Sender MDR Kultur für ihre Reportage "Gedoptes Gold - Wie aus Heidi Andreas wurde". R.SH-Moderator Carsten Kock erhielt die Trophäe für das "Beste Nachrichten- und Informationsformat" für seine Sendung "Politik am Sonntag". "Beste Sendung" wurde in diesem Jahr die "radioeins Radio Show" vom rbb aus Berlin. Mit 381 Beiträgen gab es in diesem Jahr einen Bewerberrekord.; 33 Nominierte durften in elf Kategorien auf einen der Preise hoffen.

Bildhauer und Grafiker Heinz Scharr gestorben

Scharr hat u.a. das Kupferrelief in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora geschaffen

Der Bildhauer, Grafiker und Zeichner Heinz Scharr ist tot. Er starb bereits am Dienstag im Alter von 93 Jahren in seinem Wohnort nahe Sondershausen in Thüringen, wie der Kunsthistoriker Peter Arlt mitteilte. Scharrs Arbeiten zeichneten sich vor allem in seiner zweiten Lebenshälfte durch Kraft, Dynamik und Fantasie aus. Zu seinen herausragenden Arbeiten gehörte das 3 mal 40 Meter große Kupferrelief "Der Zug der Gefangenen" in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora bei Nordhausen von 1979. In 14 Bildern schildert er dort das Leiden und Sterben der Häftlinge. Das Denkmal am ehemaligen Appellplatz steht unter Denkmalschutz.

Toronto International Film Festival eröffnet

Über zehn Tage werden in der kanadischen Metropole 340 Filme gezeigt.

In Toronto ist am Abend das 42. Internationale Film Festival eröffnet worden. Den Auftakt bildete die Weltpremiere des Tennis-Dramas „Borg/McEnroe. Die Hauptrollen der beiden Tennisstars der 70er und 80er Jahre spielen Sverrir Gudnason und Shia LaBeouf. Auf dem Festival in Toronto werden in zehn Tagen etwa 340 Filme gezeigt, darunter 147 Weltpremieren.

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Fazit

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