Seit 13:05 Uhr Länderreport

Freitag, 23.02.2018
 
Seit 13:05 Uhr Länderreport

Kulturnachrichten

Donnerstag, 15. Februar 2018

Goldene Kamera für Christiane Hörbiger

Schauspielerin erhält Auszeichung für ihr Lebenswerk

Die Schauspielerin Christiane Hörbiger bekommt in diesem Jahr die Goldene Kamera für ihr Lebenswerk. Die Redaktion der Goldenen Kamera bezeichnete die gebürtiger Österreicherin als "eine der renommiertesten Schauspielpersönlichkeiten unserer Gegenwart". Sie vereine "Wiener Schmäh, internationale Grandezza und höchste Schauspielkunst". Hörbiger zeige auf jeder Bühne "ihre unverwechselbare Qualität". Hörbiger ist einem breiten Publikum durch viele Film- und Serienrollen bekannt, trat aber auch auf zahlreichen Theaterbühnen auf. Die Auszeichnung soll der 79-Jährigen am 22. Februar persönlich überreicht werden.

Berlinale eröffnet

Vier deutsche Filme im Rennen um die Bären

Mit einer Gala und der Weltpremiere von Wes Andersons Animationsfilm "Isle of Dogs - Ataris Reise" haben die 68. Berliner Filmfestspiele begonnen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller (SPD), Jury-Präsident Tom Tykwer und Berlinale-Direktor Dieter Kosslick eröffneten das Filmfestival im Berlinale Palast. Neben der Prominenz des deutschen und internationalen Films kam auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Zu den anwesenden Weltstars gehörten unter anderem Bill Murray, Jeff Goldblum und Tilda Swinton, die als Sprecher in Andersons Animationsfilm mitwirkten. Unter den Stars des deutschen Films erschienen neben anderen Mario Adorf, Marie Bäumer, Iris Berben, Moritz Bleibtreu, Lars Eidinger, Hans W. Geißendörfer, Corinna Harfouch auf dem Roten Teppich am Potsdamer Platz. In den kommenden zehn Tagen werden insgesamt 385 Filme, davon 110 deutsche Produktionen in den unterschiedlichen Sektionen gezeigt. Von den 24 Filmen im Wettbewerb konkurrieren 19 um den goldenen und die silbernen Bären. Vier deutsche Beiträge gehen ins Rennen.

Klage gegen Künstlersozialabgabe gescheitert

Deutscher Kulturrat begrüßt Entscheidung des Verfassungsgerichts

Vor dem Bundesverfassungsgericht ist die Klage eines Unternehmers gegen die Künstlersozialabgabe gescheitert. Das Gericht nahm die Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung an, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Unternehmen, die mit freiberuflichen Künstlern und Publizisten zusammenarbeiten, müssen derzeit eine Künstlersozialabgabe in Höhe von 4,2 Prozent auf gezahlte Honorare leisten. Dagegen ging der Unternehmer vor. Die Künstlersozialabgabe sichert zusammen mit einem Bundeszuschuss und dem Eigenbeitrag der Versicherten deren Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Der Deutsche Kulturrat begrüßte die Entscheidung. "Deutschland ist ein Kultur- und ein Sozialstaat" - und die "Künstlersozialversicherung ein fester Bestandteil des Sozialversicherungssystems", erklärte Geschäftsführer Olaf Zimmermann in Berlin.

Dirigent Fischer für humanitäres Engagement geehrt

Fischer teilt sich Preis mit Paul McCartney

Adam Fischer, Chefdirigent der Düsseldorfer Symphoniker, erhält für sein humanitäres Engagement eine hochdotierte Auszeichnung der in Israel ansässigen Wolf-Stiftung. Der 68-Jährige teile sich den Wolf-Preis in der Kategorie Musik mit Beatles-Sänger Paul McCartney, berichtete die Pressestelle der Symphoniker. Die mit umgerechnet über 80 000 Euro dotierte Auszeichnung werde am 31. Mai in einer Feierstunde in Jerusalem in der Knesset, dem israelischen Parlament, verliehen. Die Wolf-Stiftung würdigte den gebürtigen Ungarn als Verteidiger der Menschenrechte sowie seinen Protest gegen die politische Entwicklung in seinem Heimatland. Frühere Preisträger in der Kategorie Musik waren die Dirigenten Riccardo Muti und Simon Rattle. Der Preis wird jedes Jahr in vier wissenschaftlichen Disziplinen und im Bereich der Kunst vergeben.

Belästigung: Film- und Fernsehbranche gründet Beschwerdestelle

Stelle soll Anfang März 2018 ihre Arbeit aufnehmen

Berufs- und Branchenverbände der Film- und Fernsehbranche werden die erste überbetriebliche Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Belästigung, Gewalt und Diskriminierung gründen. Ziel solle außerdem die Aufarbeitung und Prävention sein, teilte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in Berlin mit. Laut ver.di erhalten die Verbände Unterstützung von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mit einer Anschubfinanzierung. Die Stelle soll voraussichtlich Anfang März 2018 ihre Arbeit aufnehmen. An der Initiative nehmen den Angaben zufolge unter anderem der Bundesverband Schauspiel, die Deutsche Filmakademie, die Deutsche Fernsehakademie, der Bundesverband Regie, Pro Quote Film und der Verband der Agenturen teil.

Coburg bekommt Globe Theatre nach Londoner Vorbild

Wegen der Sanierung des Landestheaters wird ein Neubau gebraucht

In Coburg soll ein Globe Theater nach englischem Vorbild entstehen. Wenn das Landestheater renoviert wird, soll der Spielbetrieg in dem besonderen Theater-Neubau weitergehen. Der designierte Intendant Bernhard F. Loges bezeichnete den Neubau als "existenziell". Die Bauweise des Theaters geht auf das Londoner Globe Theatre zurück, das durch Aufführungen von Shakespeare-Werken weltberühmt wurde. "Natürlich ist es nur eine Inspiration, das Globe in London, und wird im Inneren nicht so aussehen." so Loges. Denn sonst könne man kein Musiktheater machen und die Nachnutzung wäre schwierig. Coburg fühlt sich Großbritannien eng verbunden - das Herzoghaus Sachsen-Coburg und Gotha ist mit dem britischen Königshaus verwandt: Königin Elizabeth II. ist die Ururenkelin von Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, dem Ehemann von Queen Victoria. Finanziert wird das Bauvorhaben mit Landes- , Stadt- und Firmengeldern. Das Landestheater hofft, das Globe Theatre ab dem Sommer 2020 nutzen zu können.

Grütters: Filmförderung soll auf 125 Millionen steigen

"Deutschland im Standortwettbewerg ganz vorne mit dabei"

Die Filmförderung des Bundes soll auch unter der neuen Bundesregierung von 75 auf 125 Millionen Euro steigen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagte beim Deutschen Produzententag im Vorfeld der Berlinale, sie habe sich in den Koalitionsverhandlungen für diese Erhöhung eingesetzt. "Damit und mit der Förderung durch Länder und Filmförderungsanstalt ist Deutschland im internationalen Standortwettbewerb ganz vorne mit dabei." Im vergangenen Jahr hatte es für die Förderung von Filmproduktionen zunächst 50 Millionen Euro gegeben. Mitte des Jahres wurde der Topf um 25 Millionen ergänzt, um speziell Großprojekte zu unterstützen. Zusätzlich gibt es 25 Millionen für die kulturelle Filmförderung. Damit stünden dieses Jahr allein aus ihrem Haushalt insgesamt 150 Millionen Euro für die Unterstützung des Films zur Verfügung, so Grütters. Seit dem Start des Deutschen Filmförderfonds 2007 seien 1187 Filme mit rund 651 Millionen Euro gefördert worden.

Morsch fordert mehr Mittel für Erhalt der Gedenkstätten

Brandenburgische Gedenkstätten benötigen Sanierung

Der scheidende Stiftungsdirektor Professor Günter Morsch hat deutlich mehr öffentliche Mittel für den Unterhalt der Brandenburgischen Gedenkstätten gefordert. In den 25 Jahren des Bestehens der Stiftung seien rund 60 Millionen Euro in die Sanierung der ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück sowie weiterer Gedenkorte investiert worden, sagte Morsch in Oranienburg. "Doch viele Anlagen sind inzwischen in die Jahre gekommen und müssen mit deutlich mehr Investitionsmitteln erhalten werden", erklärte der 65-Jährige. Günter Morsch geht Ende Mai in den Ruhestand und übergibt die Leitung der Stiftung an den Münchner Historiker Axel Drecoll.

Berühmte Globuskarte in München gefälscht

Materialwissenschaftliche Untersuchung bestätigt Fälschung

Das Exemplar der historischen Waldseemüllerkarte in der Bayerischen Staatsbibliothek hat sich als Fälschung entpuppt. Bei der Karte handele sich nicht um das Original, sondern um eine wohl vor 1950 entstandene Kopie des Originals in der Universität von Minnesota in den USA, teilte die Staatsbibliothek mit. Die Staatsbibliothek hatte 1990 ein Exemplar der Weltkarte für damals zwei Millionen D-Mark erworben. Der Verdacht einer Fälschung kam auf, als ein weiteres Exemplar beim Auktionshaus Christie's in London bekanntwurde. Vor der Versteigerung wurde eine materialwissenschaftliche Untersuchung durchgeführt mit dem Ergebnis, dass beide Karten Kopien des Exemplars in den USA sind. Die sogenannte Globensegmentkarte des Freiburger Kartographen Martin Waldseemüller gilt als "Geburtsurkunde" Amerikas, weil der neu entdeckte Kontinent dort erstmals unter der Bezeichnung "America" auftaucht. Bei der Namensgebung hat sich Waldseemüller geirrt: Er hielt den Seefahrer Amerigo Vespucci für den Entdecker des Kontinentes, nicht Christoph Kolumbus.

ZDF: Keine Hinweise auf sexuelle Übergriffe durch Wedel

Sender wertete Unterlagen zu Produktionen mit Regisseur aus

Das ZDF hat keine Hinweise auf sexuelle Übergriffe des Regisseurs Dieter Wedel im Zusammenhang mit Auftragsproduktionen des Senders. Das habe eine interne Untersuchung nach den Missbrauchsvorwürfen gegen Wedel ergeben, teilte das ZDF in Mainz mit. Die in den Senderarchiven noch vorhandenen Unterlagen wurden demnach ausgewertet und zudem Gespräche mit allen Mitarbeitern geführt, "die in verantwortlicher Funktion direkt oder indirekt an den Produktionen mit Dieter Wedel beteiligt waren". Daraus hätten sich keine Hinweise zu Übergriffen ergeben. ZDF-Intendant Thomas Bellut betonte, der Sender stehe "für ein Arbeitsklima, das frei ist von Diskriminierung und Belästigung jeglicher Art". Dieter Wedel steht seit Jahresbeginn im Mittelpunkt von Missbrauchsvorwürfen, die von mehreren Schauspielerinnen erhoben werden. Der Filmemacher wies die Vorwürfe per eidesstattlicher Erklärung zurück. Wedel feierte einen großen Teil seiner Erfolge mit Produktionen für die öffentlich-rechtlichen Sender.

Elke Heidenreich feiert 75. Geburtstag

Journalistin kann auf facettenreiche Karriere zurückblicken

Elke Heidenreich wurde bekannt durch die Moderation zahlreicher Fernseh- und Hörfunksendungen. Seit 1975 trat sie als Kabarettistin in der Rolle der Comedy-Figur Else Stratmann auf. Anfang der 90er Jahre debütierte sie als Schriftstellerin und veröffentlicht seither vor allem Sammlungen von Erzählungen. Außerdem war Heidenreich 16 Jahre lang Kolumnistin bei der Frauenzeitschrift "Brigitte". In der ZDF-Literatursendung Lesen! stellte sie von 2003 bis 2008 Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt vor und wurde in dieser Zeit zu einer einflussreichen Literaturkritikerin.

Berlinale: Jury-Präsident Tom Tykwer lobt "Ära Kosslick"

Filmfestival in keiner "Sackgasse"

Der Vorsitzende der diesjährigen internationalen Berlinale-Jury, Tom Tykwer, lobte, dass man der Zeit, in der Dieter Kosslick Direktor der Berlinale gewesen sei, eine "Politisierung des Kinos" zu verdanken habe. "In der Ära Kosslick aus der Berlinale ja erst mal ein dem Kino dermaßen zugewandter Ort geworden ist, den die Stadt liebt und der wirklich eine ganz tolle Energie in diesem eisigen Monat hier verbreitet." sagte der 52-Jährige im Deutschlandfunk Kultur. Der Brief, den viele deutsche Regisseurinnen und Regisseure unterschrieben haben und in dem im Kern eine transparentere Vorgehensweise bei der Suche nach einem Nachfolger für Dieter Kosslick gefordert wurde, sei von den Medien missverstanden worden: "Grundsätzlich ging es ja darum zu sagen, dass man sehr vorsichtig und sehr sorgfältig umgehen muss mit der Neubesetzung dieses Postens, und das reflektiert auch nur den Status, den die Berlinale hat: Sie ist wirklich ein großer kultureller Dreh- und Angelpunkt, in dem sich die Stadt und wenn man so will auch das Land kulturell und ästhetisch spiegeln kann." Der Vertrag von Dieter Kosslick als Direktor der Berlinale läuft 2019 aus.

Cartoonist Art Spiegelman wird 70

Pulitzerpreisträger zeichnete Holocaust als Comic

Sein "Maus"-Comic machte Art Spiegelman berühmt und bescherte ihm als ersten Autor in diesem Genre den Pulitzerpreis. In dem Cartoon arbeitete er die Geschichte seiner Eltern auf, die das Konzentrationslager in Auschwitz überlebt hatten. Der Holocaust blieb für Spigelman immer ein wichtiges Thema. Von 1980 bis 1991 bringt er zusammen mit seiner Ehefrau das Comic Avantgarde-Magazin "RAW" heraus, in dem dann auch "Maus - Die Geschichte eines Überlebenden" erschien. Als Comiczeichner kommentiert er Politik und Weltgeschehen. So wird sein Titelblatt der Zeitschrift "New Yorker" zum Terroranschlag vom 9. September 2001, das schwarze Türme auf schwarzem Grund zeigt, weltberühmt.

Kulturnachrichten hören

Februar 2018
MO DI MI DO FR SA SO
29 30 31 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 1 2 3 4

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

Smarte TechnikRenaissance der Datenbrille?
Eine Volkswagen-Mitarbeiterin testet in Wolfsburg eine Datenbrille, die ihr hilft in der Logistikabteilung das richtige Fach zu finden und die Teilenummer mittels QR-Code zu scannen.  (picture alliance / dpa / Philipp von Ditfurth)

Vor fünf Jahren scheiterte Google mit seiner Datenbrille Google Glass. Jetzt gibt es einige Start-Ups, die diese Technik zur Marktreife bringen wollen. Eine mögliche Renaissance der Datenbrille könnte zu sozialen Verwerfungen führen, glaubt Enno Park vom Cyborg e.V.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur