Seit 04:00 Uhr Nachrichten
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 04:00 Uhr Nachrichten
 
 

Kulturnachrichten

Samstag, 29. Juli 2017

Götz-George-Stiftung soll älteren Schauspielern helfen

Neue Stiftung startet außerdem Projekt für Nachwuchskünstler

Die zur Erinnerung an "Tatort"-Star Götz George gegründete Stiftung will vor allem ältere Schauspielerinnen und Schauspieler unterstützen. "Die Stiftung wird weiterführen, was Götz George zu Lebzeiten so wichtig war", sagte seine Frau Marika der Deutschen Presse-Agentur. "Besonders ältere Künstler berührten seine Aufmerksamkeit. Ihnen gilt in erster Linie die Stiftungsarbeit." Die Götz-George-Stiftung ist im Juni in Berlin gegründet worden. Das erste Projekt der Stiftung richtet sich allerdings an junge Schauspieler. Wie die Organisatoren des deutschen Nachwuchspreises First Steps kürzlich mitteilten, wird im September erstmals ein Götz-George-Nachwuchspreis verliehen. Die Stiftung hat ihn mit 10000 Euro dotiert. Weitere Projekte seien in Planung und würden zu gegebener Zeit bekannt gemacht, sagte Marika George. "Die Aufgabenstellung wird vielfältig sein." Gemeinnütziger Zweck der Stiftung sei allgemein die Förderung und Unterstützung von Kunst und Kultur, besonders von Schauspielerinnen und Schauspielern.

Gothaer Tafelaltar nach Restaurierung wieder zu sehen

Jahresaustellung im Schloss Friedenstein in Gotha eröffnet

Die Stiftung Schloss Friedenstein in Gotha präsentiert in ihrer Jahresausstellung den um 1540 geschaffenen Gothaer Tafelaltar. Bis zum 5. November kann das jüngst aufwendig restaurierte Kunstwerk in der Säulenhalle des Herzoglichen Museums besichtigt werden, wie die Stiftung mitteilte. Der Gothaer Tafelaltar gilt mit seinen 162 Bildtafeln mit unzähligen fein gearbeiteten Figuren und dekorativen Kartuschen mit Bibeltexten in deutscher Sprache als bildreichstes Kunstwerk der Reformationszeit. Er wird nach Abschluss der Arbeiten erstmals wieder in Deutschland gezeigt. Entstanden ist der Tafelaltar in der Werkstatt des Künstlers Heinrich Füllmaurer (1500-1548). Das Kunstwerk, auf dem auch Teufelsgestalten in Mönchskutten und Heilige ohne Heiligenschein dargestellt sind, spiegele als einzigartige Bilderbibel die konfessionellen Auseinandersetzungen der Reformationszeit vor 500 Jahren wider, hieß es. Wie zuletzt in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg wird das Kunstwerk in Einzelteilen ausgestellt. Dadurch sei die Betrachtung jeder Einzeltafel möglich, teilte die Stiftung mit.

US-Fotopublizist John G. Morris gestorben

Als Foto-Redakteur für zahlreiche bekannte Kriegsfotos verantwortlich

Der berühmte US-Fotopublizist John G. Morris ist tot. Er verstarb im Alter von 100 Jahren in Paris, wie die Agentur Magnum mitteilte. Morris war lange Jahre in führender Position für die Agentur tätig. Als Fotoredakteur leitender US-Medien veröffentlichte er zahlreiche weltbekannte Fotografien vom Ende des Zweiten Weltkriegs und aus Vietnam. "Eine Legende ist gestorben", erklärte der Verband World Press Photo. "John Morris hat eine sehr wichtige Rolle in den ersten Jahren von Magnum gespielt", schrieb Direktor David Kogan auf der Webseite der 1947 gegründeten Agentur. Morris war ein Freund des Mitgründers und Fotografen Robert Capa und schloss sich der Agentur 1953 an. Er schickte die Mitarbeiter zu wichtigen Krisenherden rund um die Welt. Von Capa stammen auch die weltberühmten Bilder der US-Landung in der Normandie 1944, die Morris für das Magazin "Life" bearbeitete. In den 60er Jahren arbeitete er für die Zeitungen "Washington Post" und "New York Times" und setzte durch, dass es umstrittene Fotos aus Vietnam auf die Titelseiten schafften - darunter die Bilder eines nackten Mädchens, das schreiend nach einem Napalm-Angriff davonrennt und eines mutmaßlichen Vietcong-Kämpfers, der durch Kopfschuss getötet wird. Beide Fotos wurden mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

40.000 Jahre alter Schmuck entdeckt

Fundort erst kürzlich von der Unesco zum Welterbe erklärt

Wissenschaftler haben in einer Höhle bei Ulm 40 Perlen aus der Eiszeit entdeckt. Die handgearbeiteten Stücke aus Mammut-Elfenbein seien in ihrer Machart weltweit einmalig, sagte der Tübinger Archäologe Professor Nicholas Conard bei der Präsentation der Funde in Blaubeuren bei Ulm. Die Perlen seien bis zu 40.000 Jahre alt und damit der früheste Nachweis für die komplexe Herstellung von Elfenbeinperlen weltweit. Sie stammen aus dem "Hohle Fels" bei Schelklingen, wo vor zehn Jahren auch die berühmte Venus gefunden worden war, die als älteste figürliche Darstellung eines Menschen gilt. Einzelne Perlen aus dem "Hohle Fels" sind ihm zufolge zwei- und dreifach durchlocht. Dafür gebe es keine Parallele aus anderen Regionen, erklärte der Wissenschaftler. Verwendet wurden die im vergangenen Jahr ausgegrabenen Schmuckstücke vermutlich als Knöpfe. Da die Funde einen Zeitraum von 6.000 Jahren abdeckten, sehe man eine Tradition des Herstellens und Tragens solchen Schmucks. Es müsse in der Region über mehrere tausend Jahre eine gemeinsame Kultur gegeben haben. Sechs Eiszeithöhlen der Schwäbischen Alb, darunter der "Hohle Fels", waren am 9. Juli von der Unesco zum Welterbe erklärt worden.

Hopper-Dokumente für Whitney-Museum

New Yorker Museum bekommt Teile aus dem Nachlass

Das New Yorker Whitney-Museum hat rund 4000 Archivdokumente aus dem Nachlass des Malers Edward Hopper geschenkt bekommen. Darunter seien mehr als 300 Briefe und Zettel, Notizbücher von ihm und seiner Frau sowie Fotos und persönliche Dokumente, teilte das Museum mit. Die Stücke wurden von der Familie Sanborn gespendet, die mit Hopper befreundet war. Sie sollen nun katalogisiert werden und stehen Forschern danach zur Einsicht zur Verfügung. Das Whitney-Museum, das sich ausschließlich US-amerikanischer Kunst widmet, besitzt bereits mehrere Kunstwerke von Hopper - mehr als jede andere Institution.

Michael Moore spielt zum ersten Mal am Broadway

Theater gegen Trumps Amerika

Dokumentarfilmer Michael Moore hat am New Yorker Broadway sein Solostück "Terms of my Surrender" präsentiert. Rund 1000 Zuschauer feierten am Abend die Vorpremiere des Polit-Stücks. Auf reduzierter Bühne mit US-amerikanischer Flagge im Hintergrund hatte der weitgehend satirische Abend viele Elemente einer TV-Late-Night-Show und eines Comedysolo-Auftritts. Moore wetterte aber auch gegen Trumps Aufstieg im Reality-TV und setzte mit Geschichten über den Trinkwasserskandal in seiner eigenen Heimatstadt Flint, bei dem Tausende Menschen vergiftet wurden, auch ernstere Töne. Das Stück läuft noch einige Wochen als Preview, offizielle Premiere ist am 10. August. Moore spielt bis zum 22. Oktober acht Mal pro Woche.

Axel Preuß übernimmt Schauspielbühnen Stuttgart

Derzeitiger Direktor Manfred Langer wechselt nach Trier

Axel Preuß, bislang Schauspieldirektor am Badischen Staatstheater in Karlsruhe, wird neuer Intendant der Schauspielbühnen Stuttgart. Die Findungskommission hatte seit April einen Nachfolger für Manfred Langer gesucht, der im Sommer 2018 als Intendant nach Trier wechselt. Der 54-Jährige Preuß war in Baden-Württemberg auch schon in leitenden Funktionen am Landestheater Tübingen und beim Heidelberger Stückemarkt tätig. Bis 2016 war er Chefdramaturg und Stellvertretender Generalintendant in künstlerischen Fragen am Staatstheater Braunschweig. Schauspieldirektor in Karlsruhe ist er seit einem Jahr.

Erste Forschungsstelle Antiziganismus gegründet

Zeithistoriker Edgar Wolfrum übernimmt Leitung

Mit Geschichte, Ursachen und Wirkung der Ausgrenzung von Sinti und Roma in Deutschland und Europa befasst sich die neue Forschungsstelle Antiziganismus an der Universität Heidelberg. Es ist das bundesweit erste Wissenschaftszentrum mit diesem Schwerpunkt. Landeswissenschaftsministerin Theresia Bauer von den Grünen sagte, die neue Forschungseinrichtung wolle ein Zeichen gegen das Schweigen und für die Aufklärung setzen: "Damit wird das Land auch seiner historischen Verpflichtung gegenüber Sinti und Roma gerecht." Baden-Württemberg finanziert die Forschungsstelle mit jährlich 220.000 Euro. Das Zentrum leitet der Heidelberger Zeithistoriker Edgar Wolfrum.

Kulturnachrichten hören

Juli 2017
MO DI MI DO FR SA SO
26 27 28 29 30 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur