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Donnerstag, 14.12.2017
 
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Kulturnachrichten

Montag, 20. November 2017

Geschwister-Scholl-Preis für Hisham Matar

Das Buch zeuge von der Widerstandskraft des menschlichen Geistes

Für ein Buch über die Suche nach seinem in Libyen verschollenen Vater erhält Hisham Matar am Abend in München den Geschwister-Scholl-Preis 2017. Matar, Sohn libyscher Eltern und geboren 1970 in New York, wuchs in der libyschen Hauptstadt Tripolis und nach der Emigration seiner Familie in Kairo auf. Als er 20 Jahre alt war, verschwand sein Vater. Der Geschäftsmann und ehemalige Diplomat hatte eine Partisanentruppe gegen den Diktator Muammar al-Gaddafi geleitet und wurde entführt. Das Buch zeuge von der überwältigenden Widerstandskraft des menschlichen Geistes und den Tugenden der Erinnerung, befand die Jury. Damit erinnere das Werk im weitesten Sinn an das Vermächtnis der Geschwister Scholl und sei geeignet, bürgerliche Freiheit sowie moralischen und intellektuellen Mut zu fördern. Hans und Sophie Scholl gehörten in der Nazi-Zeit in München zur studentischen Widerstandsgruppe "Weiße Rose". Sie wurden nach der Verbreitung von Flugblättern gegen Adolf Hitlers Gewaltherrschaft festgenommen und von den Nationalsozialisten ermordet. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis wird von der Landeshauptstadt München gemeinsam mit dem bayerischen Landesverband im Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben.

"Forbes": Beyoncé verdient am meisten

Sängerin nahm 89 Millionen Euro in einem Jahr ein

Sängerin Beyoncé ist laut dem Magazin "Forbes" die Frau mit dem zuletzt höchsten Einkommen im Musikgeschäft. Das Magazin errechnete, dass Beyoncé zwischen Juni 2016 und Juni 2017 umgerechnet insgesamt 89 Millionen Euro verdiente. Ein großer Teil davon stammte aus ihrer Tour vom vergangenen Jahr. Auf Platz zwei landete Adele mit knapp 59 Millionen Dollar Einkommen. Dahinter landeten Taylor Swift, Céline Dion und Jennifer Lopez.

Schauspielerin und Sängerin Della Reese gestorben

Sie wurde vor allem durch ihre Rolle in "Ein Hauch von Himmel" bekannt

Die amerikanische Jazzsängerin und Schauspielerin Della Reese ist tot. Sie starb im Alter von 86 Jahren in Kalifornien, wie ihre Familie mitteilte. Reese wurde als erste weibliche Sängerin für den Grammy nominiert. 1969 erhielt sie als erste afroamerikanische Moderatorin eine eigene Talkshow. Einer breiten Öffentlichkeit wurde sie jedoch als Engel Tess in der Fernsehserie "Ein Hauch von Himmel" bekannt. Die Serie handelte von drei Engeln, die von Gott auf die Erde gesandt wurden, um Menschen in Not beizustehen.

Berlin: Museum der Moderne erst 2023/24

Bund gibt 200 Millionen Euro für Museumsneubau

Die Berliner Kulturverwaltung rechnet mit einer Eröffnung des geplanten Museums der Moderne erst im Jahr 2023 oder 2024. Das machten Kultursenator Klaus Lederer (Linke) und Staatssekretär Torsten Wöhlert im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses deutlich. Ursprünglich war für das ambitionierte Projekt das Jahr 2021 angepeilt. Das Museum soll mit 200 Millionen Euro Bundesgeldern am Berliner Kulturforum zwischen der Neuen Nationalgalerie und der Philharmonie entstehen. Ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sagte auf Anfrage, derzeit überarbeite das beauftragte Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron seinen siegreichen Entwurf. Erst nach dessen Vorlage voraussichtlich im kommenden Jahr sei eine seriöse Zeitplanung möglich.

Ex-Verfassungsrichter leitet Raubkunst-Kommission

Hans-Jürgen Papier tritt die Nachfolge der verstorbenen Jutta Limbach an

Hans-Jürgen Papier ist neuer Vorsitzender der Beratenden Kommission für die Rückgabe von NS-Raubkunst. Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts wurde bereits am 9. November gewählt, wie die Kommission in Berlin mitteilte. Mit Papier werde eine "renommierte und höchst anerkannte Persönlichkeit" den Vorsitz des Gremiums übernehmen, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Der 74-jährige Papier war von 2002 bis 2010 Präsident des Bundesverfassungsgerichts. Als Kommissionsvorsitzender tritt er die Nachfolge der im September 2016 verstorbenen Jutta Limbach an. Zu Papiers Stellvertreter wählte die Kommission Wolf Tegethoff, den Leiter des Münchner Zentralinstituts für Kunstgeschichte. Die Kommission kann in Fällen, bei denen der Verdacht auf Raubkunst besteht, angerufen werden. 1998 hatten sich 44 Staaten, darunter auch Deutschland, in der "Washingtoner Erklärung" verpflichtet, von den Nazis beschlagnahmte Kunstwerke ausfindig zu machen und für deren rechtmäßige Besitzer eine "gerechte und faire Lösung" zu finden. Als Reaktion auf diese Prinzipien wurde die ehrenamtlich arbeitende Beratende Kommission ins Leben gerufen. Im vergangenen Jahr wurde die ursprünglich achtköpfige Kommission um zwei jüdische Vertreter erweitert.

"Dracula"-Filmplakat für 525.800 Dollar versteigert

Das Poster von Bela Lugosi ist damit das teuerste Filmplakat

Ein Original-Plakat des Filmklassikers "Dracula" von 1931 ist in den USA für mehr als eine halbe Million Dollar versteigert worden. Das Poster, von dem weltweit nur noch zwei bekannt sind, habe 525 800 Dollar (knapp 450 000 Euro) eingebracht und sei damit das bislang teuerste je bei einer Auktion versteigerte Filmplakat, teilte das Auktionshaus Heritage Auctions im texanischen Dallas mit. Den bisherigen Rekord hatten den Angaben zufolge ein Poster von "Casablanca" und eins von "London After Midnight" gehalten, die 2017 und 2014 für je 478 000 Dollar versteigert wurden. Das "Dracula"-Poster zeigt Darsteller Bela Lugosi. Es war erst vor kurzem in der Sammlung des kalifornischen Filmexperten George Mitchell wiederentdeckt worden, der es in den 50er Jahren gekauft hatte. Wer das Plakat nun bei der Auktion ersteigerte, teilte das Auktionshaus zunächst nicht mit.

Lederer: Fête de la Musique 2018 garantiert

Künftige Leitung noch unklar

Die Berliner Fête de la Musique soll nach den Worten von Kultursenator Klaus Lederer in den beiden kommenden Jahren aus dem Landeshaushalt finanziert werden. Entsprechende Beträge seien im Etatentwurf 2018/19 eingestellt, sagte der Linke-Politiker im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses. "Wir können garantieren: Es wird eine Fête de la Musique im nächsten Jahr geben." Die bisherige Leiterin des Musikfestes, Simone Hofmann, hatte im Juni aus Protest gegen die "unsystematische Finanzierungspraxis" durch das Land ihren Rückzug angekündigt. Lederer sagte, sein Haus stehe derzeit in Gesprächen über die künftige Organisation. Es mache wenig Sinn, diese direkt über die Kulturverwaltung laufen zu lassen. Einzelheiten wollte er noch nicht nennen. Ziel sei in jedem Fall, auch über das Jahr 2019 hinaus Mittel bereitzustellen.

Lennons Tagebücher in Berlin beschlagnahmt

Sie waren seiner Witwe Yoko Ono 2006 in New York gestohlen worden

Ein Mann, der versucht haben soll, Tagebücher und andere gestohlene Objekte aus dem Nachlass von John Lennon zu verkaufen, ist in Berlin festgenommen worden. Die Gegenstände seien der Lennon-Witwe Yoko Ono 2006 in New York gestohlen worden und bei einem mutmaßlichen Hehler vor drei Jahren aufgetaucht. Gegen den 58-Jährigen werde wegen Betrugs und Hehlerei ermittelt, teilte die Berliner Polizei mit. Ein zweiter Verdächtiger lebe in der Türkei und sei deswegen nicht greifbar, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft.Bei den Durchsuchungen seien weitere Objekte aus dem Nachlass des Beatles-Sängers in einem Auto entdeckt worden. Der Beatles-Star (1940-1980) hatte seinen Besitz seiner Frau Yoko Ono hinterlassen.

Fördermittel frei für Zisterzienser-Kulturerbeprojekt

Das EU-Programm will ländliche Regionen stärken

Der Startschuss für das länderübergreifende Kulturprojekt "Vielfalt in der Einheit - Zisterziensische Klosterlandschaften in Mitteleuropa" ist gefallen. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) übergab in München einen Förderbescheid in Höhe von 120.000 Euro aus EU-Mitteln an den Bamberger Landrat Johann Kalb, wie das Ministerium mitteilte. Damit könnten die bayerischen LEADER-Aktionsgruppen loslegen. Das Förderprogramm LEADER zur Stärkung der ländlichen Regionen setzt gezielt auf Bürgerbeteiligung und Zusammenarbeit. In Bayern stehen bis 2020 insgesamt rund 111 Millionen Euro an EU- und Landesmitteln zur Verfügung.Die im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahrs 2018 geplante Ausstellung soll zeitgleich an sechs für die Geschichte der Entwicklung der Zisterzienserklöster bedeutsamen Orten zu sehen sein. In Bayern gilt dies für die Klostergemeinden Ebrach im Landkreis Bamberg und Waldsassen im Landkreis Tirschenreuth. Dazu kommen das tschechische Plasy, Lilienfeld und Rein in Österreich sowie das französische Morimond. Im Mittelpunkt stünden die Eigenarten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der von Zisterziensern geprägten Kulturlandschaften.

Kinderbiennale in Dresden

Staatliche Kunstsammlungen wollen ab 2018 neue fantastische Welten eröffnen

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden veranstalten im Herbst 2018 eine Kinderbiennale. Künftig werde es alle zwei Jahre um Träume und Geschichten gehen, die aus der Kunst hervorgehen, neue fantastische Welten eröffnen und Gedanken anregen, sagte Generaldirektorin Marion Ackermann. Als weitere Höhepunkte für 2018 nannte sie Ausstellungen zum "Schokoladenmädchen", zu den Dresdner Künstlerinnen des Bauhauses, dem Frauenbild in der DDR oder Werken von Suzan Philipsz. Als Reverenz an ihren früheren, kürzlich gestorbenen Chef sind zudem "Martin Roth Lectures" geplant und 2019 eine Retrospektive zum Maler A. R. Penck. Für das laufende Jahr erwartet der Museumsbund nach dem Besucherrückgang 2016 wieder ein Besucherplus.

Deutsche Klassik-Musiker spielten in China Fußball

Staatskapelle Dresden und Berliner Philharmoniker gewannen gegen Shangai

Eine gemeinsame Auswahl der Berliner Philharmoniker und der Dresdner Staatskapelle spielte in der chinesischen Metropole Schanghai Fußball gegen ein Team des dortigen Symphony Orchestra. Wie die Staatskapelle Dresden zum Abschluss ihrer China-Tour mitteilte, verfolgten fast fünf Millionen Nutzer chinesischer Online-Portale die Partie per Live- Stream. Das Match endete 4:0 für die Sachsen und Berliner. Die Staatskapelle war unter Leitung des Amerikaners Alan Gilbert dort. Die Berliner Philharmoniker gastieren derzeit mit Sir Simon Rattle in China und reisen anschließend nach Japan weiter.

Reemtsma widmet Buch seinem gestorbenen Hund

In dem Band sinniert der Literat über die Rolle des Hundes in der Kunst

Der Hamburger Literatur- und Sozialwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma hat sein neues Buch seinem gestorbenen Hund gewidmet. Unter dem Titel "Einige Hunde" heißt es schlicht "Für Franz". In dem Bändchen aus der Insel-Bücherei des Suhrkamp-Verlags sinniert Reemtsma über die Rolle des Hundes in der Kunst. Warum etwa stellt Rembrandt im Vordergrund seines Stiches "Der barmherzige Samariter" einen Hund dar, der seine Notdurft verrichtet? Auch in anderen bekannten Gemälden tauchen nach Beobachtung von Reemtsma Hunde auf, ohne einen offensichtlichen Zusammenhang mit dem eigentlichen Motiv zu haben. Die Erklärung des Literaten lautet: "Der Hund ist ein Kommentartier." Im Unterschied zum Schimpansen verstehe er die Gesten des Menschen und könne menschliches Verhalten interpretieren. Darum eigne er sich als Projektionsfläche. Reemtsma hatte einst selbst zwei Hunde, die inzwischen verstorben seien. "Einem unserer beiden Hunde habe ich das Buch gewidmet".

Neue Kunstmesse Art Düsseldorf war erfolgreich

80 Galerien aus dem In-und Ausland boten Kunstwerke an

Die neue Kunstmesse Art Düsseldorf hat ihre Bewährungsprobe bestanden. Rund 43 000 Besucher seien zur ersten Ausgabe der Messe gekommen, teilten die Veranstalter mit. Von Donnerstag bis Sonntag hatten rund 80 Galerien aus dem In- und Ausland Kunstwerke im Wert von 1000 Euro bis 2,5 Millionen Euro angeboten. Viele Galerien zeigten sich zufrieden mit ihrem Geschäft. Für die größere Art Cologne gilt die neue Düsseldorfer Kunstmesse als Konkurrenz. Denn an der Art Düsseldorf ist die Schweizer Messegesellschaft MCH beteiligt. Sie veranstaltet auch die weltweit wichtigste Kunstmesse Art Basel.

Hindu-Nationalisten wüten gegen Literaturverfilmung

Indischer Politiker ruf zum Mord auf

Ein Politiker der indischen Regierungspartei hat ein Kopfgeld auf die Hauptdarstellerin und den Regisseur eines ihm missliebigen Films ausgesetzt. Er biete 100 Millionen Rupien (1,3 Millionen Euro) Belohnung für den, der Schauspielerin Deepika Padukone und Filmemacher Sanjay Leela Bhansali den Kopf abschlage, sagte der Chef der hindu-nationalistischen Partei BJP im nordindischen Staat Haryana, Suraj Pal Amu. Außerdem dürfe der Film "Padmavati" nie veröffentlicht werden. Der Film basiert auf einer fiktiven Dichtung aus dem 16. Jahrhundert, in der sich eine von Padukone gespielte Königin lieber selbst tötet, als in die Gefangenschaft des Sultans von Delhi zu geraten. Für den historischen Gehalt der Dichtung gibt es kaum wissenschaftliche Beweise. Die Produzenten erklärten, der für 1. Dezember geplante Filmstart werde verschoben.

American Music Awards vergeben

Diana Ross mit Ehrenpreis für Lebenswerk ausgezeichnet

Bei den "American Music Awards" sind der Popstar Bruno Mars und der Country-Sänger Keith Urban mehrfach ausgezeichnet worden. Mars siegte in der Nacht in Los Angeles unter anderem in der Kategorie Künstler des Jahres. Urban gewann unter anderem in der Sparte bestes Country-Album. Die Sängerin Diana Ross wurde mit dem Ehrenpreis für ihr Lebenswerk gewürdigt. Die Nominierungen bei den "American Music Awards" basieren auf Albumverkaufszahlen der Musiker, über die Gewinner können Fans im Internet abstimmen.

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Filmfestival HavannaKubaner lassen sich den Spiegel vorhalten
Vor einem Kino in der kubanischen Hauptstadt Havanna fährt ein alter grüner Straßenkreuzer. (Deutschlandradio / Burkhard Birke)

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