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Montag, 20.11.2017

Kulturnachrichten

Mittwoch, 15. November 2017

Gerhard Richter weiter weltweit wichtigster Künstler

Deutscher Maler auch 2017 an der Spitze des "Kunstkompass"

Gerhard Richter wird im Ranking "Kunstkompass 2017" weiterhin als wichtigster Künstler geführt. Auf den Plätzen zwei und drei stehen unverändert der US-Künstler Bruce Nauman und die Deutsche Rosemarie Trockel. Vier der zehn einflussreichsten Künstler der Welt sind laut Kunstkompass Deutsche. Neben Richter und Trockel gehören Georg Baselitz (Platz 4) und Anselm Kiefer (Platz 6) dazu. Bewegung gibt es dagegen im Index "Die Stars von morgen": Anne Imhof rückte von Rang 229 auf die Spitzenposition vor. Der von ihr gestaltete deutsche Pavillon bei der Biennale von Venedig hatte in diesem Jahr den Goldenen Löwen gewonnen. Der "Kunstkompass" wird am Donnerstag im Magazin "Capital" veröffentlicht.

Documenta-Defizit entstand am Standort Athen

Termin für nächste Documenta 2022 festgelegt

Der Aufsichtsrat der documenta in Kassel hat sich heute erneut mit der finanziellen Schieflage der weltweit bedeutendsten Ausstellung für moderne Kunst beschäftigt und bestätigt, dass das Millionendefizit der Schau allein am Veranstaltungsort Athen entstanden ist. In der griechischen Hauptstadt seien Budgets bei Personal-, Transport-, Raum- und Sicherheitspersonalkosten überschritten worden, hieß es. Dies seien die wesentliche Gründe für das erwartete Defizit im Geschäftsjahr 2017 von voraussichtlich 5,4 Millionen Euro. Einem Sonderbericht von Wirtschaftsprüfern zur documenta 14 zufolge habe die Kunstschau ohne den Ableger in Athen mit einem "positiven Ergebnis" abgeschlossen. Die Stadt Kassel und das Land Hessen als Gesellschafter der documenta-Gesellschaft wollen nun ein externes Beratungsunternehmen damit beauftragen, die derzeitigen Strukturen unter die Lupe zu nehmen. Die nächste Documenta wird vom 18. Juni bis zum 25. September 2022 stattfinden.

Gemälde von Chagall zu Rekordpreis versteigert

28,5 Millionen Dollar für "Les Amoureux"

Das Gemälde "Les Amoureux" von Marc Chagall ist in New York zum Rekordpreis von 28,5 Millionen Dollar (24,1 Millionen Euro) versteigert worden. Wie das Auktionshaus Sotheby's mitteilte, handelt es sich um den höchsten Preis, der je für ein Werk des russisch-französischen Malers erzielt wurde. Der vorherige Rekordpreis für einen Chagall lag bei 14,9 Millionen Dollar - dafür wurde im Mai 1990 das Ölgemälde "Anniversaire" von 1923 in New York verkauft. Nach Angaben der "New York Times" setzte sich gestern ein anonymer Bieter durch, der von der Leiterin der Sotheby's-Niederlassung in Moskau vertreten wurde.

Spanien ist Gastland der Frankfurter Buchmesse 2021

Zweiter Gastland-Auftritt nach 1991

Spanien wird 2021 der Ehrengast der Frankfurter Buchmesse sein - genau 30 Jahre nach seinem ersten Auftritt als Partnerland der weltweit wichtigsten Buchmesse. Eine entsprechende Vereinbarung sei heute mit dem spanischen Ministerium für Bildung, Kultur und Sport unterzeichnet worden, teilte Buchmessen-Direktor Juergen Boos mit. Für spanische Autoren und Kulturschaffende sei es derzeit eine besondere Herausforderung, die aktuelle Gegenwart nicht nur auszuleuchten und zu dokumentieren, sondern auch konstruktiv umzudeuten und Brücken zu bauen. Mit rund 500 Millionen Muttersprachlern zählt Spanisch nach Angaben der Buchmesse zu den "lebendigsten Sprachen weltweit".

Bonn plant für 2020 Großprojekt mit Beethovens Sechster

Beethoven-Jubiläum verbindet Umweltschutz und Musik

Auch wenn es noch zwei Jahre hin sind - der 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens (1770-1827) wird bereits genau geplant: Ein erster Höhepunkt des Jubiläums soll am 5. Juni 2020 die Aufführung von Beethovens sechster Symphonie "Pastorale" durch möglichst viele internationale Orchester sein, wie Beethovens Geburtsstadt Bonn mitteilte. Die Stadt habe Künstler eingeladen, sich im Rahmen des "Beethoven Pastoral Projects" zu vernetzen und "auf kreative Weise ein kraftvolles Statement für Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung" zu gestalten. So verbinde die Stadt den alljährlichen Weltumwelttag der Vereinten Nationen mit dem Geburtstagsjubiläum. Bei diesem ersten großen Projekt der Beethoven Jubiläumsgesellschaft zum Beethovenjahr 2020 gehe es um "eine bessere Welt für uns alle". Unterstützt werde die Stadt dabei von UN-Generalsekretär Antonio Guterres.

Hans Abich Preis für Casting-Agentin Braker

Künstlerin verantwortet Besetzung von mehr 160 Filmen

Der Hans Abich Preis des Fernsehfilmfestivals Baden-Baden geht in diesem Jahr erstmals an eine Persönlichkeit aus dem Bereich Casting: Die Agentin An Dorthe Braker erhalte den Preis in Würdigung ihrer Leistungen bei der Besetzung von mehr als 160 Filmen, teilte die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste mit. Mit dem Hans Abich Preis werden im Rahmen des alljährlich Ende November stattfindenden Festivals Personen für ihre besonderen Verdienste um den Fernsehfilm geehrt. Seit den 80er Jahren habe Braker viele Schauspieler entdeckt, die man sich heute auf der Leinwand nicht mehr wegdenken könne, hieß es. So verantwortete die Agentin unter anderem die Besetzung der Helmut-Dietl-Filme "Schtonk!" und "Rossini" sowie Heinrich Breloers "Die Manns" und "Die Buddenbrooks".

Touristen im "Borat"-Look in Kasachstan festgenommen

60 Euro Strafe für Auftritt im Badeanzug

Der britische Komiker Sacha Baron Cohen hatte in dem Kinofilm "Borat" 2006 einen frauenfeindlich und antisemitisch eingestellten kasachischen Fernsehreporter gespielt und damit in Kasachstan für Empörung gesorgt. Borat-Fans haben nun - mehr als zehn Jahre nach der Aufregung um den Film - in der kasachischen Hauptstadt Astana erneut die Behörden gegen sich aufgebracht: Bekleidet nur in spärlichen neongrünen "Borat"-Badeanzügen und aufgesetzten schwarzen Lockenperücken wandelten sechs tschechische Touristen durch die Stadt und stießen auf behördlichen Widerstand. Wie der tschechische Fernsehsender Nova berichtet, erwischten kasachische Polizisten die nahezu nackten Touristen in der Stadt und nahmen sie fest. Wegen öffentlicher Ruhestörung mussten sie umgerechnet knapp 60 Euro zahlen.

400 Bewerbungen für Preis der Leipziger Buchmesse

Jury muss Buchtitel bis Mitte Februar sichten

Um den renommierten Preis der Leipziger Buchmesse bewerben sich 403 Titel aus 132 Verlagen. Die siebenköpfige Jury werde die Bücher nun bis Mitte Februar 2018 sichten, teilte die Buchmesse mit. Der Preis der Leipziger Buchmesse wird seit 2005 jedes Jahr in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung verliehen und ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert. Die Leipziger Buchmesse findet vom 15. bis 18. März 2018 statt. Schwerpunktland ist Rumänien.

Initiative fordert Denkmal für polnische NS-Opfer

Politiker und Historiker veröffentlichen Aufruf an den Bundestag

Prominente Politiker und Historiker haben sich für ein Denkmal ausgesprochen, das an die von den Nationalsozialisten in Polen ermordeten Menschen erinnert. In einem in Berlin veröffentlichten Aufruf an den Bundestag betonen die Unterzeichner, es gebe kaum eine polnische Familie, die nicht von der deutschen Besatzungsherrschaft zwischen 1939 und 1945 betroffen sei. In Deutschland sei dieses barbarische Unrecht nur unzureichend bekannt. Zu den Unterzeichnern gehören frühere Spitzenpolitiker Politiker wie Kurt Beck, Wolfgang Thierse, Rita Süßmuth und Lothar de Maiziere, die Historiker Timothy Garton Ash und Andreas Nachama sowie Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Für die katholische Kirche schloss sich der Berliner Erzbischof Heiner Koch dem Aufruf an.

Cello ist "Instrument des Jahres 2018"

Wahl durch Landesmusikräte seit 2008

Das Violoncello ist zum "Instrument des Jahres 2018" gekürt worden. Landesmusikräte aus mehreren Bundesländern einigten sich auf dieses Instrument, wie der Landesmusikrat Brandenburg in Potsdam mitteilte. Das Cello löst die Oboe ab, die für das Jahr 2017 gekürt worden war. 2008 entstand das Projekt "Instrument des Jahres". Dieses Mal beteiligten sich an der Auswahl des Instruments die Landesmusikräte Brandenburg, Berlin, Baden-Württemberg, Bremen, Hessen, Thüringen, Saar, Sachsen und Schleswig-Holstein. Ziel ist es, mit vielen begleitenden Aktionen Interesse für das Instrument und seine Bedeutung zu wecken.

Händel-Festspiele 2018 feiern "Fremde Welten"

Mezzosopranistin Joyce DiDonato erhält Händel-Preis

Die Händel-Festspiele 2018 in Halle werden unter dem Motto «Fremde Welten» gefeiert. Vom 25. Mai bis zum 10. Juni werden mehr als 100 Veranstaltungen an authentischen Orten in der Geburtsstadt Georg Friedrich Händels (1685-1759) angeboten, teilten die Organisatoren in Halle mit. Mit dem Händel-Preis der Stadt wird die US-amerikanische Mezzosopranistin Joyce DiDonato während der Festspiele ausgezeichnet. Festspiel-Intendant Clemens Birnbaum stellte zudem das Programm der Händel-Festspiele 2018 vor. Zu sehen seien acht Opern, drei weiteren szenischen Aufführungen, drei Oratorien, sechs Festkonzerte und andere Veranstaltungen. Die Händel-Festspiele bieten auch Programmpunkte in Bad Lauchstädt, Bernburg und Dessau an.

Daniel Barenboim feiert 75. Geburtstag

Geburtstagskonzert für Chefdirigenten der Berliner Staatsoper

Der argentinisch-israelische Dirigent, Pianist und Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper, Daniel Barenboim, hat am Mittwoch seinen 75. Geburtstag gefeiert. In einem Glückwunschreiben bezeichnete Bundespräsident Steinmeier den Jubilar als großen Musiker und mutigen Staats- und Weltbürger. Barenboim verkörpere die völkerverbindende Kraft der Musik. Sein Orchester "West-Östlicher Diwan" sei ein politisches und künstlerisches Wunder. Als Nachfahre russischer Juden in Buenos Aires geboren, war Barenboim 1952 mit seiner Familie nach Israel übersiedelt. Als 20-Jähriger dirigierte er 1962 dann erstmals bei den Berliner Philharmonikern und seit 1992 leitet er als Generalmusikdirektor die Staatsoper Unter den Linden.

Puma entschuldigt sich für Werbe-Graffitis in Indien

Denkmalgeschützte Häuser wurden bei Werbe-Drehs beschmiert

Der deutsche Sportartikelhersteller Puma hat sich in Indien dafür entschuldigt, dass in der Altstadt von Neu Delhi mindestens ein denkmalgeschütztes Gebäude mit Graffiti besprüht worden ist. Das berichtet die dpa. Nach Angaben der indischen Organisation für Kultur- und Denkmalpflege INTACH wurden mehrere Gebäude bei Dreharbeiten für einen Werbespot vor rund einem Monat beschädigt und verunstaltet. Mindestens zwei Häuser stünden unter Denkmalschutz und seien 200 bis 300 Jahre alt. In der Turnschuhwerbung für den indischen Markt sind Rapper, Tänzer und Graffiti-Künstler in Alt Delhi zu sehen. Puma sprach in seiner Stellungnahme von einem betroffenen Gebäude. Dem Eigentümer sei nicht bekannt gewesen, dass sein Haus unter Denkmalschutz stand, als er sein Einverständnis gegeben habe. Man werde dafür sorgen, dass die Gebäude in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden, erklärte Puma.

Ken Follett startet Roman-Tournee in Hamburg

Bestseller-Autor stellt 3. Teil der "Kingsbridge"-Reihe vor

Der britische Schriftsteller Ken Follett hat in Hamburg seinen neuen Roman "Das Fundament der Ewigkeit" vorgestellt. In der voll besetzten Kleinen Laeiszhalle sprach Follett im Rahmen des Harbour Front Literaturfestivals am Dienstagabend über die dreijährige Entstehungsphase des im September bei Lübbe erschienenen Werks. Der Roman ist der dritte Teil seiner millionenfach verkauften "Kingsbridge"-Reihe, die 1990 mit "Säulen der Erde" begann. Follett kündigte in Hamburg an, wahrscheinlich weitere Bücher über "Kingsbridge" zu schreiben. Heute liest der 68-Jährige in Berlin, am 16.11. in München und am 17.11. in Wien.

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