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Feiertag - Kirchensendung | Beitrag vom 06.05.2018

"Gerechte unter den Völkern"Wie Margarete Sommer und Elisabeth Schmitz zahlreiche Juden retteten

Von Joachim Jauer

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Die Hall of Names in der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem. (dpa/picture-alliance/Michael Kappeler)
Die Hall of Names in der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem. (dpa/picture-alliance/Michael Kappeler)

Die Protestantin Elisabeth Schmitz und die Katholikin Margarete Sommer retteten während der NS-Diktatur Tausenden von Juden das Leben. Joachim Jauer erzählt die Geschichte zweier mutiger Frauen, die aus ihrer Glaubensüberzeugung heraus handelten.

"Hüter Israels, hüte den Überrest Israels, damit Israel nicht untergeht."

Gesang des berühmten jüdischen Kantors Estrongo Nachama. Unerschütterlicher Glauben der Überlebenden an der Klagemauer der Shoa.

"Hüter deines heiligen Volkes, hüte den Überrest deiner heiligen Nation!"

Israel nennt Menschen, die den verfolgten und drangsalierten Juden geholfen haben, die jüdisches Leben gerettet haben "Gerechte der Völker". Es ist die höchste Auszeichnung, die der Staat Israel an Nicht-Juden vergibt.  Auch im Volk der Täter gab es Helfer. Sie blieben in der deutschen Erinnerungskultur bis heute meist unbekannt. In der Holocaust-Gedenkstätte "Yad Vashem" in Jerusalem aber werden sie geehrt. Yad Vashem bedeutet übersetzt "Denkmal und Name".

Zwei Frauen, die Protestantin Elisabeth Schmitz und die Katholikin Margarete Sommer, haben in Berlin zahlreichen Juden zur Ausreise ins sichere Ausland verholfen. Sie haben unter Lebensgefahr Verfolgte versteckt und Netzwerke der Hilfe organisiert. Sie und ungezählte anonyme Helfer haben tausende Menschenleben gerettet.

25.000 erhielten in Israel den Ehrentitel – darunter 600 Deutsche

Etwa 25 000 Menschen erhielten in Israel den Ehrentitel, gerecht gehandelt zu haben, darunter 600 Deutsche. 600 von rund siebzig Millionen, die vor dem "Anschluss" Österreichs in Hitlerdeutschland lebten. Unbekannt und zahlreich aber sind die Menschen, die im umfangreichen Netzwerk der Nächstenliebe von Margarete Sommer oder von Elisabeth Schmitz das Überleben von Verfolgten sicherten. Es sind die anonym gebliebenen "Gerechten".

Der Versuch einer Rechnung macht das deutlich. Als die Nazis 1933 ihre Diktatur errichteten, lebten in Berlin über 150 000 Juden, das waren etwa 3,8 Prozent der Bevölkerung. Den Terror des NS-Regimes haben in Berlin nicht einmal 6000 jüdische Bürger überlebt. Zeugen aus dem Kreis von Frau Sommer berichteten, dass jeder untergetauchte Jude 25 bis 30 verschiedene Verstecke, also viele Helfer brauchte. Die genaue Zahl der Singles aber auch der zahlreichen Familien mit Kindern, die sich aus 25 Verstecken pro Person ergibt, ist nicht zu errechnen, doch sie ist bei knapp 6000 Überlebenden allein in Berlin enorm hoch. Einer, der in Berlin versteckt überlebte, war der spätere Rundfunk-und Fernsehstar Hans Rosenthal.

"Gott, Begierde meines Herzens, erbarme dich und wende dich nicht ab."

Gesang aus der Sabbatfeier.

Eine alte jüdische Überlieferung berichtet, dass unsere Welt auf sechsunddreißig Gerechten ruhe, die niemand von gewöhnlichen Menschen äußerlich unterscheiden könne. Doch, "wenn nur einer von ihnen fehlt, würde die Welt an einem Aufschrei ersticken".

"Wer auch nur ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt".

Das sagt der Talmud, das Werk zur Auslegung der jüdischen Thora, also der fünf Bücher Mose und ihrer Regeln für das tägliche Leben frommer Juden. Die deutschen "Gerechten der Völker", die der Staat Israel ehrt, kamen aus der Sozialdemokratischen oder Kommunistischen Partei, aus der bürgerlich-demokratischen Opposition oder aus den Reihen engagierter Christen, unter ihnen Elisabeth Schmitz und Margarete Sommer. Beide wurden posthum ausgezeichnet.

"Höre, Israel, Adonai ist unser Gott, Adonai ist der einzige Gott."

Das tägliche Gebet der Juden. Für die verfolgten Juden betete der katholische Priester Bernhard Lichtenberg täglich in der Berliner Bischofs-Kirche Sankt Hedwig. Lichtenberg, ein erklärter Kriegsgegner, predigte gegen Nationalsozialismus und Antisemitismus. Er leitete mit Unterstützung des Berliner Bischofs Graf Preysing ein "Hilfswerk" für die verfolgten Juden. Dompropst Lichtenberg protestierte öffentlich gegen den landesweiten antijüdischen Pogrom am 9. November 1938, der von den Nazis verächtlich "Reichskristallnacht" genannt wurde. Lichtenberg mahnte: "Draußen brennt die Synagoge. Das ist auch ein Gotteshaus!"

Der mutige Priester, auch er ein "Gerechter unter den Völkern", wurde im Oktober 1941 verhaftet, kam in Strafhaft und starb auf dem Weg in ein Konzentrationslager. Schon lange war Margarete Sommer gut vernetzt mit Lichtenberg. Sie übernahm nach seiner Verhaftung die Leitung des Hilfswerks.

Margarete Sommer, geboren 1893 in Berlin, war eine von nur 3500 Studentinnen im deutschen Kaiserreich. Der Zugang zur Universität blieb damals mit wenigen Ausnahmen Männern vorbehalten. Sie studierte Philosophie, Nationalökonomie, Geschichte und Rechtswissenschaft und wurde mit einer Arbeit über Strafgefangenenfürsorge promoviert. Ihr soziales Engagement war bereits in ihrer Doktorarbeit vorgezeichnet. Zunächst unterrichtete sie einige hundert junge Frauen im Berliner Pestalozzi-Fröbel-Haus. Margarete Sommer wurde als Dozentin für Fragen der Sozialfürsorge mit dem NS-Gesetz "zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" konfrontiert. Sie weigerte sich, dem Gesetz zufolge für die Zwangssterilisation behinderter Menschen zu werben, und wurde daher gezwungen, ihren Posten im Pestalozzi-Fröbel-Haus zu kündigen.

Um nicht durch Schweigen schuldig zu werden

Margarete Sommer plädierte wie der katholische Bischof von Berlin Graf Preysing für öffentlichkeitswirksame Schritte des Episkopats gegen die Nazi-Propaganda. Sie forderte aktiven Einsatz für die "unveräußerlichen Rechte aller Menschen", denn sonst, sagte sie, würden die Bischöfe "vor Gott und den Menschen" durch "Schweigen schuldig". Sie schickte geheime Informationen über die Nazi-Verbrechen ins Ausland, einige mit dem handschriftlichen Vermerk: Ging durch Kurier nach Rom. Ob es einen Kurier mit Antwort aus Rom gab, ist öffentlich nicht bekannt geworden.

Von September 1941 an mussten alle Juden in der Öffentlichkeit den sogenannten Judenstern tragen. In der Polizeiverordnung hieß es: "Der Judenstern besteht aus einem handtellergroßen, schwarz ausgezogenen Sechsstern aus gelbem Stoff mit der schwarzen Aufschrift ‚Jude‘. Er ist sichtbar auf der linken Brustseite des Kleidungsstücks fest angenäht zu tragen."

Margarete Sommer übermittelte dem Vatikan mehrere präzise Informationen über die Verfolgung der Juden, zunächst über den Zwang, den "Judenstern" zu tragen, dann über die gefährdeten sogenannten "jüdischen Mischlinge und Mischehen". Sie gab erste Berichte über Deportationen und Vernichtungslager weiter. Sie schrieb,

 "…dass sowohl die Alten aus den Heimen und Pensionen wie auch aus eigenen Wohnungen und möblierten Zimmern abtransportiert werden. Auch völlig Sieche und Kranke wurden, teilweise sogar auf Bahren, in Möbelwagen verladen und dann in die Sammelstelle getragen. Bei einem dieser Transporte ist es in Berlin zu Unruhen gekommen, da die Bevölkerung in scharfer Weise Stellung genommen hatte gegen die unmenschliche Art des Transports. Gerüchteweise verlautet, dass - es dort im Osten - unzählige Todesopfer durch eine Flecktyphusepidemie gegeben habe."

Dass Margarete Sommer über die Gräueltaten und  Massenerschießungen berichtete, war in Hitlerdeutschland "Hoch- und Landesverrat". Sie hat nach Aussagen von Zeitzeugen nie von "Widerstand" gesprochen, sondern gesagt, dass ihre ganze Arbeit täglich die "Gegnerschaft zum NS-Regime" beweist. Doch sie leistete tatsächlich Widerstand, indem sie den verfemten Juden half. Das bedeutete ständigen Bruch der Gesetze des nationalsozialistischen Staates. Über ihre Privatadresse in Kleinmachnow bei Berlin vermittelte sie Hilfspakete von Angehörigen in das Konzentrationslager Oranienburg-Sachsenhausen.

Nach dem Krieg erklärte sie ihr Handeln:

"Gesetz und Recht haben sich damals nicht gedeckt. Deshalb war das Gesetz des Staates dem höheren Gesetz des Rechtes, nämlich dem Gesetz des Gewissens untergeordnet."  

"Möge sein großer Name erhoben und geheiligt werden im Universum, das nach Seinem Willen erschaffen wurde".

Das jüdische Kaddisch-Gebet, ein Lobpreis Gottes. Es wird auch als Gebet für Verstorbene gesprochen.

"Möge sich Sein Königreich offenbaren. Und möge die Erlösung zum Vorschein kommen".

Geheime katholische und evangelische Zusammenarbeit

In Berlin versuchte neben dem katholischen "Hilfswerk" das evangelische "Büro Pfarrer Grüber", den verfolgten Juden zu helfen. Das Büro war 1938 auf Wunsch der Bekennenden Kirche, also des regimekritischen Teils der evangelischen Kirchen, gegründet worden. Es verhalf mehr als eintausend Juden zur sicheren Emigration. Offiziell sollten zunächst – wie beim katholischen "Hilfswerk" – getaufte und in die jeweilige Kirche eingetretene Juden unterstützt werden. Tatsächlich galt die Hilfe aber jedem jüdischen Bürger, der sich bei den christlichen Helfern meldete.

Ging es zunächst um Wohnungs- und Arbeitssuche für die Entrechteten oder um Unterstützung bei der Emigration ins schützende Ausland, so war nach 1941 die Hauptaufgabe, jüdisches Leben zu retten. Katholisches Hilfswerk und evangelisches Büro Grüber halfen, gehetzte Menschen, die bei ihnen anklopften, irgendwo unterzubringen. Nachts kamen die Verfolgten zu Dutzenden ins Haus. Die Menschen wurden bei zuverlässigen Gemeindemitgliedern oder in den Laubenkolonien am Rande der Stadt versteckt.

Das evangelische "Büro Pfarrer Grüber" und das katholische "Hilfswerk beim Bischöflichen Ordinariat" waren Nachbarn in der Berliner Oranienburger Straße. Beide arbeiteten geheim zusammen und kooperierten mit den Vertretern der Jüdischen Gemeinde. Nur wenige Einzelheiten über die Verstecke der Verfolgten sind überliefert. Zeitweilig waren mindestens vier untergetauchte Juden in der Krypta der Herz-Jesu-Kirche untergebracht. Einer von ihnen war Mitglied der KPD und ehemaliger Offizier des "Rot-Front-Kämpferbundes". Auch er überlebte, unterstützt von Margarete Sommer.

Es ist nicht bekannt, ob Elisabeth Schmitz aktive Kontakte zum "Büro Grüber" gehabt hat. Sicher ist, dass sie schon früh im Kirchenvorstand der "Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche" war und so vor allem mit Pfarrer Helmut Gollwitzer in enger Verbindung stand, alle engagiert in der Bekennenden Kirche. Elisabeth Schmitz, wie Margarete Sommer Jahrgang 1893, stammte aus Hanau. Sie hatte neben Geschichte und Germanistik auch Theologie studiert und wurde Lehrerin. Als promovierte Studienrätin am Berliner "Luisen-Oberlyzeum" erfuhr sie, dass jüdische oder NS-kritische Lehrer aus ihrer Schule entlassen wurden, auch sie bekam Schwierigkeiten. Weil sie den Lehrplan "Formung des nationalsozialistischen Menschen" nicht erfüllen wollte, wurde sie in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, mit gerade 45 Jahren.

Das wahnsinnige Programm der Nazis

Insgeheim hatte sie bereits an einer Denkschrift "Zur Lage der deutschen Nichtarier" gearbeitet. Das war eine Sammlung von Erlebnisberichten über die alltäglich gewordene Not der Verfolgten, über das brutal-bürokratische Verhalten von Ämtern und Behörden, das widerwärtige Spionieren und Denunzieren durch Nachbarn und Kollegen. Sie wagte es, etwa 200 Exemplare dieses Kompendiums an führende Mitglieder der Bekennenden Kirche zu verschicken. Ihre Denkschrift wurde jedoch auf der Bekenntnissynode 1935 nicht besprochen. Und das, obwohl sie schon so früh wörtlich betonte "dass es keine Übertreibung ist, wenn von dem Versuch der Ausrottung des Judentums in Deutschland gesprochen wird."
Wenige haben das damals so klar gesehen und davor geradezu prophetisch gewarnt wie Elisabeth Schmitz: Ausrottung des Judentums, Vernichtung der jüdischen Rasse, das wahnsinnige Programm der Nazis.

"Deutschland jedenfalls hat nicht die Absicht, sich dieser jüdischen Bedrohung zu beugen. Sondern vielmehr die, ihr rechtzeitig und wenn nötig unter vollkommenster und radikalster Ausrott-, -schaltung des Judentums, entgegenzutreten."
(Joseph Goebbels in der "Sportpalastrede" am 18. Februar 1943)

"Es geht um die Schuld des Volkes und die Sünde der Kirche"

Elisabeth Schmitz wandte sich Hilfe suchend an den berühmten Theologen Karl Barth, der sich von der Schweiz aus für die Bekennende Kirche einsetzte. Doch auch der lehnte ein öffentliches Wort zu der sogenannten Judenfrage ab. Auch mit einem Nachtrag zu ihrer Denkschrift, in dem sie die "Nürnberger Rassegesetze" scharf kritisierte, fand Frau Schmitz kein Gehör. An Helmut Gollwitzer schrieb sie bereits 1938, nachdem die Nazis in der Nacht vom 9. zum 10. November Ausschreitungen und Gewalt gegen Juden und jüdische Einrichtungen organisiert hatten und Synagogen landesweit brannten:

"Als wir 1933 schwiegen, als wir schwiegen zu den Stürmerkästen, zu der satanischen Hetze in der Presse, zur Vergiftung der Seele des Volkes und der Jugend, zur Zerstörung der Existenzen und der Ehen durch sogenannte ‚Gesetze‘, zu den Methoden von Buchenwald – da und tausendmal sonst sind wir schuldig geworden an diesem 9. November 1938. Denn hier geht es um die Existenz von Hunderttausenden, es geht um das nackte Leben. Und es geht um die Haltung der Christen, der Gemeinde, der Kirche. Es geht um die Schuld des Volkes und um die Sünde der Kirche. Und sollte es nicht auch gehen um Zittern und Furcht und Schrecken vor dem, der ein eifriger Gott ist, und von dem die Losung sagt: ‚Der Herr ist Richter über die Völker’?"

Elisabeth Schmitz hat gewarnt, wörtlich, "dass mit dem letzten Juden auch das Christentum aus Deutschland verschwindet." Doch ihre Schriften wurden erst lange nach dem Krieg bekannt.

Das westliche Nachkriegsdeutschland tat sich mit der Aufklärung der NS-Verbrechen schwer. Richter und Staatsanwälte, die bereits während der braunen zwölf Jahre  in der Justiz tätig waren, vergaßen, verschleppten, übersahen, ermittelten unzureichend oder gar nicht. Im Osten hatten sich die deutschen Kommunisten der Siegermacht Sowjetunion angedient, gaben sich selbst als Sieger über den "Hitler-Faschismus" aus, steckten – oft ohne Ansehen der Person – Schuldige ebenso wie Unschuldige in ihre Zuchthäuser oder ließen sie in Straflager der Sowjetunion abtransportieren.

Die SED behauptete wahrheitswidrig, der "Faschismus sei mit Stumpf und Stiel ausgerottet". Aber auch gewendete Nazis fanden in dieser Partei Unterschlupf. Wolf Biermann, der ehemals rote Dichter, reimte: "So gründlich haben wir geschrubbt mit Stalins hartem Besen, dass rot verschrammt der Hintern ist, der vorher braun gewesen". Beide deutsche Staaten wollten 12 Hitler-Jahre möglichst vergessen. Und dabei vergaßen sie auch, an den Widerstand der vielen Unbekannten zu erinnern.

Der Gerechte wirkt kein Wunder, er ist selbst das Wunder

Ja, es gab das Gedenken an den bekannten Widerstand, den mutigen Offizier von Stauffenberg mit den Verschwörern vom 20. Juli, den "Rote Kapelle" genannten Kreis um Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack, die  mutige Gruppe "Weiße Rose" der Geschwister Scholl, Christoph Probst und Alexander Schmorell. Aber dabei lernten die Deutschen in West und Ost, dass deren Widerstand gescheitert war und stets zum Opfergang unter das Fallbeil oder den Galgen wurde. So rettete sich eine ganze Generation, die der Täter, der Mitläufer oder Mit-Schweiger vor den Fragen nach ihrem persönlichen Widerstand mit der Antwort, dass solches Aufbegehren gegen Hitler das Leben kostete. Und je mehr die Nach-Geborenen von den Nazi-Verbrechen erfuhren, desto dankbarer wurden sie, dass sie all dem nicht ausgesetzt waren, dass sie sich in den Jahren der Diktatur nicht entscheiden mussten, dass ihr Mut nicht gefordert war. Wie erfolgreich Menschenleben rettender Widerstand sein konnte,  zeigte einem großen Publikum sehr viel später erst der Film "Schindlers Liste".

Margarete Sommer und Elisabeth Schmitz,  zwei "Gerechte der Völker", sind in Deutschland heute fast vergessen. Die höchste Ehrung haben sie in Israel erfahren. Die jüdische Überlieferung von den sechsunddreißig Gerechten lehrt:  "Wenn es dazu kommt, dass ein einziger unter ihnen, den Gerechten, fehlt, würde die Menschheit an einem Aufschrei ersticken".

Der Gerechte wirkt kein Wunder, er selbst ist das Wunder. Das haben Elisabeth Schmitz, Margarete Sommer und ihre ungezählten unbekannten Helfer vorgelebt, als  "Gerechte unter den Völkern", als Jüngerinnen und Jünger des "Gerechten aus Nazareth".

"Der du Wohlgefallen am Gebet findest und Verzeihung durch das Flehen gewährst", singt Oberkantor Estrongo Nachama, "erweise Wohlgefallen und verzeihe der armen Generation, die ohne Helfer ist."

Die redaktionelle und inhaltliche Verantwortung für diesen Beitrag liegt bei Martin Korden, Senderbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Deutschlandfunk Kultur.

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