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Lesart / Archiv | Beitrag vom 16.11.2016

Gerald Hüther über "Rettet das Spiel""Der Fantasie Flügel wachsen lassen"

Gerald Hüther im Gespräch mit Frank Meyer

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Ein älterer Herr geht allein durch den Park von Schloss Bückeburg. (dpa/picture-alliance/Emily Wabitsch)
Spazieren gehen, kreatives Nichtstun: Wenn der Fokus der Aufmerksamkeit aufhört, kommen uns die besten Ideen. (dpa/picture-alliance/Emily Wabitsch)

Ein Leben voller Aufgaben und Verpflichtungen: Davor warnt der Hirnforscher Gerald Hüther in dem Buch "Rettet das Spiel". Er erklärt, warum es für uns so wichtig ist, spielerisch etwas auszuprobieren. Und warum einem die großartigsten Ideen unter der Dusche oder beim Spazieren kommen.

Spielen? Das tut doch jeder ständig: auf dem Handy, auf dem Computer. Für Gerald Hüther ist das allerdings nur Beschäftigung, "um Langeweile zu überbrücken". Oder um sich mit anderen zu messen. Solche vorgefertigten Spiele haben er und sein Co-Autor, der Philosoph Christoph Quarch, nicht im Sinn:

"Wir versuchen mit diesem Buch darauf hinzuweisen, dass es nicht so gut ist möglicherweise, wenn Menschen ihr gesamtes Leben verzwecken und funktionalisieren. Das passiert uns allen angesichts der vielfältigen Aufgaben und Verpflichtungen, die wir haben. Eigentlich sind wir schon ein bisschen gestresst von all dem, was da passiert. Dabei kommen uns diese Spielräume abhanden, in denen wir einfach mal unserer Fantasie Flügel wachsen lassen können, in denen wir spielerisch was ausprobieren."

Nicht mit fertigen Programmen in die Welt gehen

Es gehe um "Augenblicke, in denen sich Menschen mit etwas beschäftigen, ohne dass sie damit eine Absicht verfolgen". Schon Kinder würden auf spielerische Weise ausprobieren, was alles gehe:

"Das ist eigentlich das Kennzeichen von uns Menschen: dass wir nicht mit fertigen Programmen in die Welt hineingehen, sondern dass wir ausprobieren müssen, wie das Leben funktioniert."

Spielen sei kreative Gestaltung, dabei entstehe etwas Schöpferisches: ein Gedicht oder Musik, sagt Hüther. In Augenblicken, in denen der "Fokus der Aufmerksamkeit" aufhöre, kämen die "großartigsten Ideen". Also bei Duschen oder Spazierengehen - und nicht "kurz vor der Deadline, am Schreibtisch oder mit viel Anstrengung". 

Gerald Hüther, Christoph Quarch: "Rettet das Spiel!"
Hanser Verlag 2016
224 Seiten, 20 Euro

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