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Samstag, 20.01.2018

Kulturnachrichten

Sonntag, 14. Januar 2018

George Clooney spielt wieder eine Serienrolle

Mini-Serie "Catch-22"

Fast 20 Jahre nach seinem Ausstieg bei "Emergency Room" spielt Hollywoodstar George Clooney wieder in einer Serie mit. Clooney wird die Mini-Serie "Catch-22" auch produzieren und Regie führen, wie die Chefin der Produktionsfirma Paramount Television, Amy Powell, dem "Hollywood Reporter" sagte. Die Serie mit sechs Episoden wird nach Angaben aus Branchenkreisen wahrscheinlich vom Streamingdienst Hulu gezeigt. Die Serie verfilmt das 1961 erschienene Anti-Kriegsbuch "Catch-22" des US-Schriftstellers Joseph Heller, das einer der größten US-Romanerfolge der Nachkriegszeit war. 1970 wurde es bereits von Regisseur Mike Nichols mit Darstellern wie Orson Welles und Anthony Perkins verfilmt. Nach Angaben von Powell, deren Firma die Mini-Serie zusammen mit der Produktionsfirma Anonymous Content verantwortet, erhält Clooney für jede Folge rund eine Million Dollar.

Schweizer Online-Magazin "Republik" gestartet

Mehr als 15 500 Abonnenten

Mit Artikeln über die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist das viel beachtete Schweizer Online-Magazin "Republik" an den Start gegangen. Es hatte schon vor dem Start Furore gemacht, weil es im Frühjahr 2017 bei seiner Crowdfunding-Kampagne die finanziellen Erwartungen in wenigen Tagen um ein Vielfaches übertroffen hatte. Statt ursprünglich 3000 avisierte Abonnenten waren am Sonntag mehr als 15 500 registriert. Am Abend wollten die Mitarbeiter den Start mit einem symbolischen Countdown feiern, wie Geschäftsführerin Susanne Sugimoto sagte. Zum Start gab es mehrere Artikel, ein Interview und eine sehr persönliche Ton-Aufnahme eines Mitarbeiters über seine Wurzeln in Appenzell. Enthüllungsgeschichten waren nicht dabei. "Wir haben vorgelegt - jetzt sind Sie dran!", hieß es auf der Seite. "Verbessern Sie die Republik mit Ihrer Kritik und Ihren Ideen." Mit 30 Mitarbeitern wollen die Macher pro Tag bis zu drei Artikel mit Fotos veröffentlichen, in der Regel sechs Tage die Woche außer sonntags.

Museumschefin aus Stuttgart soll Humboldt-Sammlungen leiten

Noch keine Bestätigung der Personalie

Die Leiterin des Stuttgarter Linden-Museums, Inés de Castro, soll nach Informationen des "Spiegel" künftig die Sammlungen des Berliner Humboldt Forums führen. Die Ethnologin könnte Chefin des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst werden, deren weltberühmte Sammlungen im Berliner Schloss gezeigt werden sollen, wie das Magazin in seiner aktuellen Ausgabe berichtete. Castros Wechsel in die Hauptstadt sei "so gut wie unter Dach und Fach", hieß es. Eine Sprecherin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz wollte die Personalie auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa weder bestätigen noch dementieren. Der Posten werde mit einer renommierten Persönlichkeit besetzt, die in den kommenden Wochen bekanntgegeben werde, sagte die Sprecherin lediglich.

#MeToo-Debatte: Vinken verteidigt offenen Brief

Französische Perspektive

Die Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken hat Verständnis für den offenen Brief, den Kritikerinnen der #MeToo-Kampagne um die französische Schauspielerin Catherine Deneuve verfasst haben. "Ich hätte ihn etwas anders formuliert, aber im Prinzip hätte ich ihn auch unterschreiben können", sagte Vinken im Deutschlandfunk. In dem Brief komme eine französische Perspektive zum Ausdruck bzw. eine romanische, so die Literaturwissenschaftlerin. Ganz stark sei in ihm die Angst vor einem neuen Totalitarismus bzw. der Wunsch, die eigene Kultur gegen eine Puritanisierung der Gesellschaft im Namen einer sexuellen Freiheit zu verteidigen. Die erotische Kultur Amerikas werde bis heute von der Idee dominiert, dass die Frau dazu da sei, den Wüstling zum Ehemann und Vater zu erziehen, und dass ihr das gelänge, indem sie den Sex an die Ehe koppelt, sagte Barbara Vinken. In Europa gäbe es dagegen deutlich schönere Verhältnisse. „Wir sollten versuchen, dass wir diese Schönheit der Liebe, die Schönheit der Verführung, das Raffinement zwischen den Geschlechtern, nicht dadurch aufs Spiel setzen, dass sich Frauen ausschließlich dadurch definieren, dass sie Opfer von sexuellen Übergriffen waren."

Gehaltsdebatte: Mark Wahlberg spendet Lohn

1,5 Millionen Dollar für "Time's Up"

Nach Empörung darüber, dass er für Dreharbeiten viel mehr Geld kassiert hatte als sein weiblicher Gegenpart Michelle Williams, hat US-Schauspieler Mark Wahlberg angekündigt, 1,5 Millionen Dollar (1,2 Millionen Euro) an einen Rechtshilfe-Fonds für Opfer sexueller Belästigung zu spenden. "Ich unterstütze zu hundert Prozent den Kampf für faire Bezahlung und spende die 1,5 Millionen Dollar im Namen von Michelle Williams an den Rechtsschutz-Fonds von Time's Up", erklärte Wahlberg. Er verwies darauf, dass in den vergangenen Tagen seine Bezahlung für die nachträglichen Aufnahmen für den Film "All the Money in the World" (Alles Geld der Welt) von Star-Regisseur Ridley Scott ein "wichtiges Gesprächsthema" gewesen sei. Wahlberg und die mehrfach für den Oscar nominierte Schauspielerin Williams spielen darin die Hauptrollen. Nachdem Hollywood-Star Kevin Spacey wegen des Vorwurfs wiederholter sexueller Übergriffe als Darsteller gefeuert worden war, mussten einige Szenen mit dem Ersatzdarsteller Christopher Plummer nachgedreht werden. Williams bekam dafür Berichten zufolge weniger als 1000 Dollar, Wahlberg hingegen 1,5 Millionen.

Vorwürfe gegen Mario Testino

13 Männerwerfen dem Star-Fotografen sexuelle Belästigung vor

Mehrere Models und frühere Mitarbeiter haben Belästigungsvorwürfe gegen den Star-Fotografen Mario Testino erhoben. Die "New York Times" veröffentlichte die Aussagen von 13 Männern, die Testino teils aggressive sexuelle Annäherungsversuche vorwerfen. Ex-Supermodel Ryan Locke nannte Testino einen "Triebtäter". Bei einem Fotoshooting auf einem Bett habe Testino sein Team aus dem Raum geschickt und sei zu ihm auf das Bett geklettert. Dann habe er sich auf ihn gelegt und gesagt: "Ich bin das Mädchen und du der Junge". Testinos früherer Assistent Hugo Tillman schilderte eine ähnliche Szene. Testinos Anwälte bezeichneten die Aussagen als "nicht glaubwürdig". Im selben Zeitungsartikel erhoben zudem 15 männliche Models Belästigungsvorwürge gegen den Modefotografen Bruce Weber. Der 63-jährige Testino gehört zu den bekanntesten Mode- und Promifotografen weltweit. Zum Beispiel machte er die Verlobungsfotos von Prinz William und Kate und die letzten Porträtaufnahmen von Prinzessin Diana.

Schauspieler Tukur: keine Altersweisheit

Im Kopf noch jung

Der 60-jährige Schauspieler und "Tatort"-Kommissar Ulrich Tukur hadert nach eigenem Bekunden nicht mit seinem Alter. "Im Kopf bin ich noch genauso blöd und jung wie vor 20, 30 oder 40 Jahren", sagte er der "Bild am Sonntag". 60 sei eine "klobige Zahl, aber man fühlt sich natürlich nicht so". Auf Altersweisheit oder Gelassenheit warte er noch. Die schlimmste Vorstellung sei für ihn, "krank zu werden und nicht mehr selbst über mein Schicksal entscheiden zu können", erklärte der Darsteller. Derzeit spüre er, "dass ich auf der anderen Seite des Lebens angekommen bin. Dass ich den Berg nicht mehr hinauf-, sondern hinunterlaufe." Bis vor wenigen Jahren sei der Tod für ihn eine "mathematische Größe am Horizont" gewesen, so Tukur. "Und heute denke ich: Ja, irgendwann ist die Party vorbei. Im schlechtesten Fall früher als man es erwartet hat."

Veränderungen am Stuttgarter Ballett

Intendanz von Reid Anderson endet

Nach der Trennung von den beiden Hauschoreografen Marco Goecke und Demis Volpi hat Stuttgarts designierter Ballettchef Tamas Detrich weitere personelle Veränderungen angekündigt. "Es wird Änderungen geben, aber nicht so krass wie damals, als Reid Anderson das Ballett übernahm", sagte Detrich in Stuttgart. Details will er im Juni bekanntgeben. Er selbst hätte gern mehr als die aktuell 62 Tänzer, wie er sagte. Die einst von John Cranko (1927-1973) zu Weltruhm geführte Compagnie werde sich auch unter seiner Intendanz dem Klassischen wie dem Modernen verschreiben. Der 68-jährige Reid Anderson wird nach mehr als 20-jähriger Intendanz das Stuttgarter Ballett im Sommer verlassen. Detrich ist aktuell sein Stellvertreter. Für seine erste Spielzeit 2018/2019 kündigte er fünf Premieren, drei Uraufführungen, fünf Erstaufführungen und eine Rückkehr des Starchoreografen Jirí Kylián und des Bühnenbildners Jürgen Rose an.

Frankfurter Dommuseum eröffnet wieder

Ausstellungsfläche überarbeitet

Nach halbjähriger renovierungs- und umbaubedingter Schließung wird das Frankfurter Dommuseum am Dienstagabend wieder eröffnet. In den vergangenen Monaten wurden nach Angaben der Katholischen Stadtkirche Frankfurt Fußboden und Wände renoviert sowie Vitrinen und Beleuchtung erneuert. Außerdem wurde das Museum im historischen Kreuzgang des Kaiserdoms Sankt Bartholomäus von Einbauten befreit, die in den 30 Jahren des Bestehens entstanden waren. An der Wiedereröffnungsfeier nehmen Frankfurts Stadtdekan Johannes zu Eltz und der Limburger Generalvikar Wolfgang Rösch teil. Im Frankfurter Dom wurden seit dem Mittelalter die künftigen Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gewählt und seit dem 16. Jahrhundert gekrönt. Das 1987 im Kreuzgang eröffnete Dommuseum präsentiert neben Exponaten zur Historie der Kaiserkrönungen unter anderem mittelalterliche und barocke Messgewänder, Goldschmiedekunst aus den drei Frankfurter Stiftskirchen Sankt Bartholomäus, Sankt Leonhard und Liebfrauen.

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